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Die Kärtchenmethode im Alltag (Seite 3 von 4)

Da die Kärtchenmethode sowohl einfach als auch wirkungsvoll ist, kann sie gut im Alltag eingesetzt werden. Auch auf privater Ebene geraten wir hin und wieder mit Menschen in Konflikt. Um diese Konflikte konstruktiver als bisher zu lösen, können Sie gemeinsam bestimmte Kärtchen entwickeln und einsetzen.

Die Kärtchenmethode in der Beziehung

In vielen Beziehungen geraten Lebenspartner häufig wiederholt  in Teufelskreise, in denen eine konstruktive Kommunikation kaum noch möglich ist. Hierfür eignet sich die Kärtchenmethode sehr gut. Sie können damit eingefahrene Muster durchbrechen und einen neuen Umgang miteinander entwickeln. Entwickeln Sie gemeinsam mit Ihrem Lebenspartner oder Ihrer Lebenspartnerin die Kärtchen, die es Ihnen zusammen ermöglicht, in Streitfällen besser zu reagieren. Machen Sie Ihre typischen Streitpunkte durch die Kärtchen fassbar.

Ein Beispiel – In den Auseinandersetzungen von Anne und Gregor kommt es regelmäßig dazu, dass Anne anfängt, Gregor durch Verallgemeinerungen zum Wahnsinn zu treiben. Jeder ihrer Sätze beginnt dann mit "Immer tust du …" oder "Jedes Mal machst du …" Gregor kann das nicht mehr hören und wird dann normalerweise aggressiv. Hier wäre beiden geholfen, wenn Gregor Anne eine spezielle Karte zeigen könnte, wenn Anne wieder zu verallgemeinern beginnt. Anne würde dann auf ihr Verhalten aufmerksam und könnte sich bemühen, das Verallgemeinern zu unterlassen, um ein konstruktives Gespräch möglich zu machen.

Die Kärtchenmethode unter Freunden

Das Gleiche, was für Beziehungen gilt, kann auch für eine Freundschaft der Fall sein. Auch hier gibt es Verhaltensweisen oder Punkte, die uns immer wieder ärgern und die zu Streits führen. Entwickeln Sie gemeinsam Kärtchen dafür.

Ein Beispiel – Lutz und Udo sind schon seit ewigen Zeiten gute Freunde. Eines aber macht Udo verrückt: Lutz und seine Angeberei. Immer wieder hat Lutz diese Phasen, in denen er vor Udo prahlt, wie toll er im Fußball ist, wie klasse ihm alles auf der Arbeit gelingt und wieviele Frauen er aufreißt. Udo kennt Lutz gut genug, um zu wissen, dass davon nur die Hälfte wahr ist und er ärgert sich maßlos, wenn Lutz wieder damit beginnt, die Sachen nach seinem Gutdünken auszuschmücken. Auch hier könnte eine Karte, auf die beiden sich im Vorfeld geeinigt haben, Udo die Möglichkeit geben, Lutz zu zeigen, dass er ihn nervt, ohne ihn gleich richtig anmachen zu müssen.


Die Kärtchenmethode in der WG

Leute, die auf engem Raum zusammenleben, haben oft zahlreiche Streit- und Konfliktpunkte. Auch hier können gemeinsam erarbeitete Kärtchen für alle von Nutzen sein.

Ein Beispiel – Monika ist in der WG mit Einkaufen dran. Sie vergisst das aber immer wieder, was dann dazu führt, dass z.B. kein Brot oder keine Milch mehr da ist. Wenn die anderen sie – meist ziemlich sauer – darauf ansprechen, kommt es fast immer zum großen Krach, weil Monika sich dann verteidigt und mit Angriffen nach vorn geht. Gäbe es in der WG ein Kärtchensystem, mit dem jeder jedem neutrale Zeichen geben könnte, würde es hier nicht immer zu heftigen Streitigkeiten kommen, sondern man könnte konstruktiv über Lösungen reden.

Entwickeln Sie Ihr persönliches Kärtchensystem

Diese Beispiele zeigen Ihnen, dass die Kärtchenmethode in vielen verschiedenen Situationen sinnvoll eingesetzt werden kann, um aus Konflikten konstruktive Gespräche zu machen. Sicher können Sie auch für viele Ihrer Probleme mit dieser Methode ein Stück weiterkommen. Seien Sie erfinderisch. Das Wichtige ist nur, dass die anderen mitmachen, denn leider nützt es nichts, wenn Sie allein die Kärtchen ausarbeiten und zeigen – dann wird Sie kaum jemand ernstnehmen. Versuchen Sie die anderen von den Chancen und Möglichkeiten dieser Methode zu überzeugen und nutzen Sie das Erarbeiten der Karten als erste Chance zu einem konstruktiven Austausch.