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Das kleine ABC der erfolgreichen Kommunikation - Teil 2 (Seite 2 von 2)

Hier folgt Teil 2 unseres Kommunikationsalphabets.

L wie Lernen

Kommunikation ist etwas Hochkomplexes und sie ist ganz schön schwierig. Damit eröffnet sich ein riesiges Lernfeld!

Wenn Sie das Thema “Kommunikation” als etwas sehen, wo Sie ständig dazulernen können, bleiben Sie offen für Anregungen und Neues. Und das ist eine gute Vorraussetzung, Ihre Kommunikationsfähigkeiten stetig zu verbessern.

Reflexionsfragen:

M wie Mut

Zur Kommunikation gehört auch Mut. Warum? Weil wir auf andere zugehen müssen, weil wir etwas von uns zeigen und geben und weil wir riskieren, z.B. nicht angenommen, nicht gemocht oder nicht verstanden zu werden. Darüber hinaus kann Kommunikation immer auch zu Konflikten führen und dieses Risiko einzugehen, erfordert ebenfalls Mut.

Reflexionsfragen:

N wie Neugier

Nicht jede/r empfindet Neugier als etwas Positives. Natürlich kann eine übertriebende Neugier unangenehm sein. Grundsätzlich aber ist Neugier in Bezug auf die Kommunikation etwas sehr Schönes und zwar weil sie öffnet. Wer neugierig ist, zeigt Interesse. Und unser Interesse lässt uns aufmerksam werden und zuhören. Wenn wir offen und neugierig sind, halten wir nicht mehr an dem fest, was wir schon zu wissen glauben, sondern wir möchten Neues bzw. mehr erfahren. Und das ist eine schöne Basis, um sich kommunikativ besser kennen zu lernen.

Reflexionsfragen:

O wie “ohne Bedeutung”

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass es in der Kommunikation fast nichts gibt, was ohne Bedeutung ist. Wir registrieren viel mehr voneinander als uns bewusst ist. Wenn Sie also z.B. in einem Nebensatz etwas “einfach dahinsagen”, dann hat auch das eine Wirkung – ebenso wie z.B. gedankenlose Gesten oder schnell gemachte “Späßchen”.

Wer effektiv kommunizieren will, sollte sich klarmachen, dass alles im Miteinander gedeutet werden und somit auch eine Wirkung haben kann.

Reflexionsfragen:

P wie Präsentation

Auch eine Präsentation ist eine Form der Kommunikation. Und wir können aus der Art, wie professionelle Präsentation gemacht werden, eine Menge auch für unsere alltägliche Kommunikation mitnehmen, wie z.B.:

Klar, im Alltag kann man nicht ständig den Aufwand einer Präsentation betreiben. Für bestimmte Anlässe aber lohnt es sich durchaus.

Reflexionsfragen:

Q wie Quasseln

Sehr viele Menschen hören sich selbst gerne reden. Dementsprechend reden sie oft und viel. Hier gilt es, darauf zu achten, andere Menschen nicht einfach “vollzuquasseln”. Gerade, wenn uns z.B. viel durch den Kopf geht oder wir viel erlebt haben, sprudeln wir nur so über. Das ist in einem gewissen Rahmen auch in Ordnung, wir sollten aber dennoch nicht ganz vergessen, einmal zu schauen, wie der andere darauf reagiert. Es könnte sein, dass diese Person gerade nicht in Zuhörlaune ist bzw. dass sie selbst ganz viel zu berichten hat.

Wenn Sie in Quassellaune sind, kündigen Sie das am besten vorher an und fragen Sie beim anderen nach, ob das für ihn oder sie in Ordnung ist.

Reflexionsfragen:

R wie Recht haben

Bei der Kommunikation geht es sehr häufig darum, dass ein (oder auch beide) Kommunikationspartner Recht haben will. Dieses “Recht haben wollen” führt sehr schnell zu einem Gegeneinander.

Wenn wir damit beschäftigt sind, den anderen überzeugen zu wollen (oder auch einfach nur übertönen wollen), befinden wir uns in einer Einweg-Kommunikation. Wir sind dann nicht mehr offen für die Botschaften des anderen. Eine effektive Kommunikation wird auf diese Weise schwierig bis unmöglich.

Reflexionsfragen:

S wie Störung

In der TZI (der “themenzentrierten Interaktion”, einem Kommunikationsmodell nach Ruth Cohn) gilt der Grundsatz “Störungen haben Vorrang”. Diese Regel soll sicherstellen, dass sich alle Beteiligten zu jeder Zeit voll und ganz auf das jeweilige Thema konzentrieren können. Treten Störungen auf, werden diese zunächst behandelt, damit sie nicht weiter dazwischenfunken.

Ob es sinnvoll ist, immer nach dieser Regel zu handeln, ist sicher diskutierenswert – in vielen Situationen käme man dann nämlich gar nicht mehr voran. Aber grundsätzlich ist es schon zu empfehlen, Störungen bewusst wahrzunehmen bzw. sie überhaupt erst einmal als solche zu identifizieren. Wenn Sie z.B. ein Mitarbeitergespräch führen und im Hintergrund ein ohrenbetäubender Lärm in der Maschinenhalle tobt, ist das eine Störung, die Ihre gemeinsame Kommunikation negativ beeinflussen wird. Oder wenn Sie versuchen, Ihrer Tochter klarzumachen, dass sie nicht einfach auf die Straße rennen darf, diese aber von einem wuschlig-süßen Hund abgelenkt wird, wird Ihre Botschaft kaum bis gar nicht ankommen.

Reflexionsfragen:

T wie Timing

Das Timing, also die Wahl des richtigen Zeitpunkts, kann für den Erfolg von Gesprächen und anderen Kommunikationssituationen sehr entscheidend sein. Ein schlecht gewählter Zeitpunkt kann z.B. zu Ungeduld, Unlust, Ärger oder auch zu einem Abbruch der Kommunikation führen.

Wenn wir im Kopf haben, dass unser Kommunikationspartner nicht jederzeit für uns bereitstehen muss, fällt es leichter, sensibel dafür zu werden, wann ein Thema oder ein Gespräch passt und wann nicht.

Reflexionsfragen:

U wie Unachtsamkeit

Dieser Punkt klang bereits in einigen anderen an, aber er ist wichtig genug, ihn noch einmal zu betonen: Viele Probleme in der zwischenmenschlichen Kommunikation entstehen, weil wir mehr bei uns als beim anderen sind. Wir sagen – ohne es zu merken – Dinge, die z.B. verletzend oder anmaßend wirken oder wir registrieren nicht, wenn jemand mit dem Gespräch überfordert ist oder vielleicht einfach schlechte Laune hat – aber wir sind dann ganz verwundert, dass die Kommunikation nicht klappt.

Indem wir achtsam für unsere Kommunikationspartner sind, können wir sehr viel dafür tun, dass die Kommunikation für beide Seiten gut verläuft.

Reflexionsfragen:

V wie Verstehen

Ziel einer effektiven Kommunikation ist, dass die Gesprächspartner einander verstehen. Selbst bei einer “Einbahnkommunikation” wie z.B. einem Befehl oder einer Anweisung, ist es wichtig, dass die gesendete Nachricht auch wirklich ankommt. Allerdings ist gerade das “Verstehen” einer der schwierigsten Punkte bei der Kommunikation. Wir sind zwar oft davon überzeugt, dass man uns verstehen müsste, aber das heißt noch lange nicht, dass es auch wirklich so ist. Und je komplexer der Austausch oder die Themen werden, desto schwieriger wird es in der Regel mit dem Verstehen.

Gehen Sie im Zweifelsfall immer eher davon aus, nicht verstanden zu werden. Dann werden Sie mehr Sorgfalt darauf verwenden, dass Sie Ihre Botschaft “empfängergerecht” vermitteln bzw. können Sie dann durch gezieltes Nachfragen sicherstellen, was wirklich beim anderen angekommen ist.

Reflexionsfragen:

W wie Watzlawick & Co

Paul Watzlawick gehört zu den großen Kommunikationswissenschaftlern. Außer ihm haben sich noch zahlreiche andere Wissenschaftler mit dem Thema befasst und es gibt auch viele Buchveröffentlichungen zu Kommunikationstheorien und -modellen.

Sich mit der theoretischen Seite der Kommunikation zu befassen, kann sehr hilfreich sein, um die Vorgänge in der Praxis besser zu verstehen und vor allem um nachvollziehen zu können, was schief läuft. Deshalb ist es ratsam, hier möglichst viel zu lesen und die Modelle und Ansätze gut zu durchdenken.

Reflexionsfragen:

X wie “X für ein U vormachen”

Jemanden ein “X für ein U vormachen” beschreibt, dass wir eine Sache als etwas darstellen, was sie nicht ist. Die Spannbreite ist hier recht weit und reicht vom kleinen Beschönigungsversuch über die Schwindelei bis hin zum Betrug. Wie auch immer man es nennt, hier geht es um den Versuch der Manipulation. Wir möchten jemanden dazu bringen, etwas zu tun oder etwas anders zu sehen. Welche Mittel dafür gerechtfertigt sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Und damit sind wir mitten in ethisch-moralischen Fragen.

Reflexionsfragen:

Z wie Zuhören

Dieser wichtige Aspekt in der Kommunikation steht nur deshalb ganz hinten, weil das “Z” eben der letzte Buchstabe im Alphabet ist. Im Grunde aber gehört das Zuhören mit an die erste Stelle.

Nur wer zuhört, kann mitbekommen, was der Kommunikationspartner sagt. Was so einfach klingt, ist in der Praxis oft endlos schwer. Die meisten Menschen reden gerne selbst, tun sich aber schwer, anderen zuzuhören. Zuhören besteht nämlich nicht nur darin, leise zu sein, solange der andere spricht, sondern auch aufzunehmen, was und wie etwas gesagt wird – und dabei vor allem nicht schon gedanklich bei dem zu sein, was man antworten will.

Reflexionsfragen:

Literatur zum Thema