Regeln für die Kommunikation in Ihrer Partnerschaft
Von Tania Konnerth
Es ist sehr sinnvoll und hilfreich, in der Partnerschaft bestimmte Spielregeln einzuführen. Spielregeln werden z.B. im Sport von allen Beteiligten anerkannt. Durch solche Regeln wird gewährleistet, dass fair gespielt wird. Was spricht also dagegen, auch in unserer Partnerschaft solche Spielregeln einzuführen?
Stellen Sie ein paar Regeln für Ihre Gespräche auf – und halten Sie sich daran!
Sie können sich in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre gemeinsam auf solche Spielregeln einigen. Dann haben Sie in Spannungssituationen eine Anzahl "neutraler" Richtlinien, mit denen Ihre Gespräche und auch Auseinandersetzungen in Zukunft konstruktiver gestaltet werden können.
Finden Sie Ihre individuellen Spielregeln
Ihre Spielregeln sollten von Ihnen gemeinsam erarbeitet werden und auf Ihre spezielle Kommunikation zu geschnitten sein. Paare reden sehr unterschiedlich miteinander und deswegen sind auch die Probleme, die in solchen Gesprächen auftauchen verschieden. Übernehmen Sie deshalb keine der im folgenden vorgeschlagenen Regeln ungeprüft. Wenn Sie z.B. beide eher zurückhaltend und schweigsam sind, wir die Regel "Einander ausreden lassen" für Sie nur wenig Bedeutung habe. Stellen Sie sich also Ihren persönlichen Spielregelkatalog zusammen.
Stellen Sie sich dazu vielleicht folgende Fragen:
- Was ist uns als Paar und jedem einzelnen von uns wichtig?
- Was stört mich im Gespräch oft besonders und wie könnten wir das ändern?
- Wo geraten wir häufiger aneinander und warum?
- Welche Regeln könnten unsere Gespräche konstruktiver machen?
Achtung: Hier geht es um Einigung
Ziel ist, dass Sie sich gemeinsam auf Regeln einigen, um Ihre Gespräche zusammen besser zu gestalten. Vermeiden Sie es bitte, an dieser Stelle in Schuldzuweisungen zu geraten. Sagen Sie nicht: "Du redest immer viel zu schnell und zu unverständlich – das kann ja niemand verstehen", sondern formulieren Sie lieber: "Wir sollten es zu einer Regel machen, dass wir uns beide bemühen, verständlich zu reden. Wenn einer etwas nicht versteht, kann er nachfragen und dann spricht der andere langsamer und erklärt, was er gesagt hat."
Wie Sie für die Einhaltung der Spielregeln sorgen können
Eine große Schwierigkeit besteht darin, sich im Streit oder in einer Auseinandersetzung an die Spielregeln zu erinnern und sich daran zu halten. Versuchen Sie deshalb doch einmal folgendes: Schreiben Sie sich Ihre Regeln jeweils auf Karteikärtchen. Auf die Vorderseite kommt ein Schlagwort, z.B. "Ausreden lassen" oder "Missverständnis" und auf die Rückseite schreiben Sie Ihre gemeinsame Regel. Jeder von Ihnen bekommt die so formulierten Kärtchen. Im Gespräch können Sie dann einfach die Kärtchen hochhalten oder auf den Tisch legen. Der andere kann die Botschaft dann lesen, wird aber nicht direkt angegriffen. So wird die "Neutralität" gewahrt und wir können die Botschaft leichter annehmen.
Übung:
Setzen Sie sich einmal zusammen hin und erarbeiten Sie gemeinsam Ihr persönliches System. Sie können besagte Karteikärtchen nehmen oder sich etwas ganz anderes ausdenken. In jedem Fall sollten Sie dabei auf zwei Sachen achten:
- Einigen Sie sich auf für beide Seiten eindeutige Signale, die kurz und ohne Aufwand zu zeigen sind.
- Erarbeiten Sie gemeinsam die Konsequenzen des Signals und legen Sie fest, was beim Zeigen eines Signals geschehen soll. Achten Sie hierbei darauf, dass diese Konsequenzen "praktikabel" sein müssen und dies vor allem in der vielleicht sehr emotionalen Situation eines Streits.




