Einander zuhören
Vielleicht haben Sie auch manchmal das Gefühl, dass Ihnen Ihr Lebenspartner gar nicht richtig zuhört? Und sind Sie selbst sicher, Ihrem Partner immer aufmerksam zuzuhören?
Was Zuhören heißt
Das mit dem Zuhören ist so eine Sache: Nur weil wir dem anderen gegenüber sitzen und das, was er oder sie sagt akustisch hören, hören wir noch lange nicht richtig zu. Richtiges Zuhören beinhaltet vor allem, dass wir versuchen zu verstehen, was unser Gegenüber sagt.
Hören Sie einander wirklich zu
Die wenigsten von uns machen sich Gedanken darüber, ob wir tatsächlich zuhören, wenn unser Partner etwas sagt. Die Stimme des anderen ist so vertraut und auch was er oder sie normalerweise sagt, ist meist nichts weltbewegend Neues – nehmen wir jedenfalls an. Es kann uns schon mal passieren, dass wir im Alltag oder wenn wir mit den Gedanken ganz woanders sind, einfach nicht richtig zuhören, wenn unser Lebenspartner oder unsere Lebenspartnerin etwas sagt.
Wer nicht zuhört, der bekommt auch nichts mit
Wenn wir aber nicht richtig zuhören, bekommen wir auch nicht mit, womit sich der andere gerade beschäftigt, ob es ihm gut oder schlecht geht und was er oder sie sich von uns wünscht. Wir merken es dann oft gar nicht, ob der andere traurig oder fröhlich ist, was ihn oder sie beschäftigt und ob er oder sie uns vielleicht etwas wirklich Wichtiges sagen möchte.
Zuhören erfordert Aufmerksamkeit
Zuhören hat etwas mit Aufmerksamkeit zu tun. Viele von uns denken aber schon während der andere spricht bereits über Gegenargumente oder unsere Erwiderungen nach. Sie sind dann gedanklich nicht bei Ihrem Gesprächspartner, sondern viel mehr bei sich selbst. Können Sie dabei wirklich zuhören?
Aktives Zuhören üben
Wirkliches Zuhören erfordert ein bisschen Disziplin und das können wir üben. Probieren Sie doch einmal aus, wie leicht oder schwer es Ihnen fällt, Ihrem Partner aktiv zuzuhören:
Übung
- Setzen Sie sich gegenüber – Setzen Sie einmal gegenüber, so dass Sie miteinander Blickkontakt halten können. Dann stellen Sie sich einen Wecker auf in 10 Minuten.
- Der eine sagt, zwei bis drei kurze Sätze – Nun beginnt einer von Ihnen etwas zu sagen. Es ist gar nicht so wichtig, was Sie sagen. Es geht nur darum, überhaupt etwas zu sagen. Reden Sie über das Wetter, über Ihren neuen Mantel oder über den Hund. Beschränken Sie sich zu Beginn auf einen längeren oder zwei bis drei kurze Sätze.
- Der andere wiederholt den Inhalt des Gesagten – Die Aufgabe des anderen ist es nun, genau das zu wiederholen, was der erste zuvor gesagt hat. Dabei geht es nicht darum, jedes Wort zu wiederholen, sondern mit den eigenen Worten den Sinn so genau zu beschreiben, wie möglich. Dabei beginnen Sie mit dem Satz: “Du sagst, dass …” oder “Du meinst, dass …”.
Nach 10 Minuten wird getauscht.
Es ist tatsächlich nicht so leicht, aktiv zuzuhören
Bei dieser kleinen Übung werden Sie merken, wie schwierig es sein kann, genau das zu wiederholen, was Sie gerade gehört haben. Je komplizierter und umfangreicher das Gesagte ist, desto schwieriger wird es. Derjenige der zuerst gesprochen hat, kann nicken, wenn er sich richtig wiederholt sieht oder aber das Gesagte nochmals sagen, falls es falsch wiederholt wurde.
Tauschen Sie sich hinterher kurz aus
In jedem Fall sollten Sie nach der Übung kurz darüber reden, wie Sie jeweils diese Übung empfunden haben. Aber seien Sie ein bisschen behutsam: Wenn wir spüren, dass unser Partner uns nicht richtig zuhört oder uns missversteht, können wir ziemlich wütend werden. Versuchen Sie das Ganze wirklich als eine Übung zu sehen und vermeiden Sie es zu streiten.
Besser keine heiklen Themen für diese Übung
Wählen Sie bitte für diese Übung keine “heiklen” Themen. Also sagen Sie bitte nicht bei dieser Übung all das, was Sie Ihrem Partner immer schon sagen wollten und vermeiden Sie bitte auch Vorwürfe, Angriffe oder Kritik. Es geht hier wirklich nur darum, das aktive Zuhören zu üben – mehr nicht.
Es geht beim Aktiven Zuhören nicht darum, recht oder unrecht zu haben
Tipp
Es ist manchmal sehr hilfreich, für den Anfang eine neutrale Person dabei zu haben, die als unbeteiligter Dritter die Wiederholungen objektiv überprüfen kann.
Bitte beachten Sie, dass es beim aktiven Zuhören nicht darum geht, recht zu haben. Das Entscheidende hierbei ist, dass Sie gegenseitig überprüfen, wie gut Sie einander zuhören und wie gut Sie einander verstehen. Also verbeißen Sie sich bitte nicht in einzelne Sätze, um darüber stundenlang zu diskutieren. Darum geht es nicht. Im Zweifelsfall hat bei dieser Übung immer derjenige recht, der den Ursprungssatz geäußert hat. Es ist die Aufgabe des Zuhörenden, sich bei dieser Übung so auf den anderen einzustellen, dass dieser seine Worte richtig wiedergegeben sieht.




