Wie Sie damit umgehen können, wenn jemand deprimiert ist

deprimiert

Vielleicht haben Sie jemanden in Ihrer Familie oder in Ihrem Freundeskreis, der häufiger unter Depressionen oder depressiven Verstimmungen leidet? Dann ist es für Sie sicher nicht leicht, damit umzugehen. Oft fühlen wir uns hilflos und wissen gar nicht, was wir tun können. Wir haben Ihnen hier einmal einige Gedanken zusammengetragen, welches Verhalten in einem solchen Fall ratsam ist und was Sie eher nicht tun sollten.

Ein wichtiger Hinweis vorweg!

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Anleitung zur Heilung von Depressionen ist. Unsere Tipps können eine professionelle therapeutische oder medizinische Behandlung des Betroffenen definitiv nicht ersetzen.

Uns ist vielmehr daran gelegen, Ihnen als Angehörigen oder Freund ein paar Tipps zu geben, wie Sie sich gegenüber depressiven Menschen verhalten können, weil man sich in dieser Position so hilflos fühlt. Schwere Depressionen gehören in die Behandlung durch einen professionellen Psychologen und / oder Arzt. Nehmen Sie unsere Ausführungen bitte als das was Sie sind: Denkanstöße für Ihr eigenes Verhalten.

Noch etwas Grundsätzliches

Sie müssen vor allem wissen, dass eine Depression eine sehr ernste Sache ist. Auch wenn es von außen manchmal nicht leicht nachzuvollziehen ist: Der Betroffene simuliert nicht, sondern leidet wirklich – und das in einem hohen Maß. Auch eine depressive Verstimmung ist für den Betroffenen schlimm. Wann eine “echte” Depression vorliegt und wann eine depressive Verstimmung, vermag wohl ein ausgebildeter Therapeut oder Arzt zu sagen. Letztlich ist das für Sie aber auch unerheblich. Werten und urteilen Sie nicht, sondern akzeptieren Sie, dass der Betroffene leidet und geben Sie ihm oder ihr das Gefühl, da zu sein.

Sie können nicht allzu viel tun, aber immerhin…

Viel ist es nicht, was Sie tun können. Wenn Sie selbst kein ausgebildeter Psychologe oder Therapeut sind, sind Ihre Möglichkeiten sehr begrenzt. Oft ist es fast entscheidender, was Sie alles nicht tun sollten, wenngleich es auch ein paar Dinge gibt, die Sie tatsächlich machen können. Lesen Sie im folgenden unsere Tipps dazu:

Wir haben das, was Sie besser nicht tun sollten, an den Anfang gestellt, weil es fast wichtiger ist, zu beachten womit man die Depression des anderen verstärken kann. In der akuten depressiven Phase können Sie leider oft mehr “nicht tun”, als Sie tun können.

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Kommentare

Mirko D. Walter schreibt am 8. Dezember 2011

Hinweis: Die Verlinkung auf die Seite 2 und 3 in der Liste funktioniert nicht ;)

Guter Artikel!

Lucia schreibt am 9. Dezember 2011

Danke.
Der Mensch, der in der Depression steckt, weiß nicht, welches Wort ihm hilft.
Der Mensch daneben weiß es auch nicht.
Der Artikel zeigt, wie aus dieser Wortlosigkeit Hoffnung wachsen kann.
Danke.

Viele Grüße
Lucia

Sylvia schreibt am 11. Dezember 2011

Sehr stimmiger Artikel!!!!!
Ich hatte das große Glück während meiner Depression eine Freundin an meiner Seite zu haben, die sich genau so verhalten hat , wie Sie es hier empfehlen. Natürlich auch andere, die damit große Schwierigkeiten hatten. Es ist eine sehr belastende und bedrohliche Lebenssituation für alle Beteiligten und aus meiner Erfahrung raus kann man wirklich helfen durch viel Information. Denn wenn man etwas ( zumindest im Ansatz) besser versteht, findet man Wege damit umzugehen bzw. zu helfen.

Viele Grüße

Sylvia

Kirstin schreibt am 11. Dezember 2011

Danke für den Artikel und die hilfreichen Ausführungen. Auch die Literaturempfehlungen hören sich gut an. Ich habe eine depressive Freundin und muss sagen, dass ich mich selbst oft schuldig fühle, weil ich nicht so da sein kann, wie ich es von mir erwarte….aber – ich kann es einfach manchmal nicht mehr hören. Dieses ewige Kreisen um die immer gleichen Dinge….die Schwere kriecht mir in alle Knochen und saugt alles Leben aus mir heraus, so fühlt es sich manchmal an. Und in Phasen, wo ich selbst froh bin, den Kopf über Wasser zu haben, ist mir dies einfach zu viel. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die liebend da sind und ‘das gemeinsam durchstehen’….

Hexe schreibt am 11. Dezember 2011

Hallo,
entschuldigt bitte, aber mir ist das alles ein bißchen zuviel: Armes Opfer (nur der Depressive). Aus der Erfahrung in meinem Umfeld bleibt der Partner (oder auch andere Familienangehörige) eines Depressiven nicht selten völlig auf der Strecke. Und das vor allem dann, wenn der depressive Partner therapieresistent ist, sich also nicht von Außen helfen lassen will. Es kann ja wohl nicht sein, dass der Kranke Hilfe und Behandlung ablehnt und der Partner oder die Familie sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr wohl fühlen, weil sich dauerhaft alles nur noch um diese Depression dreht.
Rücksichtnahme und Unterstützung halte ich für unbedingt nötig und selbstverständlich, aber nur solange der Depressive auch selbst etwas gegen seine Krankheit unternimmt. Dann kann man ALLES gemeinsam durchstehen, wenn BEIDE dabei sind!
Ich wünsche einen schönen 3. Advent!

Monika schreibt am 11. Dezember 2011

Hallo Zusammen,

ich habe selbst schon ein paar Mal Depressionen gehabt und mich zieht der Umgamg mit manchen depressiven Menschen sehr runter. Andere kann ich begleiten und mit ihnen sein, in den Arm nehmen.

Vielleicht liegt der Unterschied darin, wie sehr sich die Depressiven selbst um Heilung bemühen. Denn mich ziehen in erster linie die herunter, die selbst jede Hilfe, jede Befassung damit ablehnen, aber von mir fordern, ich solle ganz viel Zeit mit Ihnen verbringen. Das überfordert mich und ich fühle mich immer schlecht, wenn ich gehe, weil mir dann vermittelt wird, es war zu wenig. Diejenigen, die sich um Heilung bemühen, sind oft dankbar dafür, dass ich da bin, auch wenn ich nicht oft da bin.

Aber was ist es dann: ist mir der Dank wichtig, ist es mir wichtig, etwas geben zu können, ist es mir wichtig, dass der andere mich wieder gehen läßt? Liegt es daran, welche Art der Beziehung vor der Erkrankung möglich war? Ich weiß es nicht, es ist ein sehr komplexes Thema.

einen schönen Sonntag
wünscht Monika

    susanne schreibt am 11. Dezember 2011

    Liebe Monika,
    vielleicht ist es ja unter anderem so:
    Weil Sie selbst Depression kennen, und weil Sie manche Menschen mögen, möchten und können Sie bei manchen unterstützend zur Seite stehen.
    Und weil Sie selbst Depression kennen, klingt im Kontakt nicht selten auch eigenes in der Seele an; da ist es gut, achtsam mit sich selbst zu sein und sich selbst stärkend zu Seite zu stehen.
    Für beides wünsche ich Ihnen weiterhin Kraft und Klarheit – denn beides ist so viel angemessener als das weit verbreitete ‘Ach komm, so schlimm kann’s doch nicht sein…’

Monika schreibt am 11. Dezember 2011

Das Thema läßt mir keine Ruhe. Wenn ich mich daran erinnere, wie es war, als ich sehr deprimiert war, kann ich nur sagen: es wäre mir zutiefst unangenehm gewesen, hätten Menschen sich in allem zurückgehalten, was Ihr als “was sie nicht tun sollten” aufgelistet habt. Da wäre ich mir vorgekommen, wie ein noch viel mehr verletzlicher Mensch, weil ich andere von Ihrem Sosein abgehalten hätte. Ich habe damals selbst entschieden, mit wem ich mich treffe und wenn es inkompatibel war, bin ich wieder gegangen, aber gerade das Fröhlichsein, das Lebendige hat in mir immer den Glauben gestärkt, dass ich auch wieder so lebendig sein kann und möchte und auch die vielen Tips, die ich erhielt, habe ich als Wertschätzung anderer empfunden, auch wenn ich viele damals nicht umsetzen konnte, sie mir wie in einer fremden Sprache erzählt vorkamen. Vielleicht sind Menschen in einer Depression genauso Individuen, wie Menschen ohne. Eben auch nicht alle gleich.

liebe Grüße
Monika

Gilbert schreibt am 11. Dezember 2011

TOLLER Artikel! Besonders, die falschen Sachen nicht sagen oder tun, ist wichtig. Und das ist schon richtig schwer. Danke für die Zusammenfassung.

Monika1 schreibt am 13. Dezember 2011

Hallo,

dass einzige was mich an dem Artikel stört ist, dass von “deprimiert” geschrieben wird. Deprimiert sein hat nicht wirklich was mit Depressionen haben zu tun. Ansonsten war der Artikel ganz ok.

Gruß Monika1