Das ABC einer erfolgreichen Partnerschaft - Teil 3
Hier folgt der dritte Teil unseres Partnerschaftsalphabets.
Missverständnisse
Missverständnisse können zu heftigen Streiten führen und sogar vieles kaputt machen. Selbst in langjährigen Beziehungen kann es zu Missverständnissen kommen – manchmal sogar gerade dann, weil wir uns viel zu sicher sind, den anderen gut zu kennen. Seien Sie sich deshalb nie zu sicher und fragen Sie lieber einmal mehr nach, als zu wenig. Wenn Sie merken, dass Sie missverstanden wurden, klären Sie das sofort auf. Je länger Sie damit warten, desto schlimmer können die Folgen des Missverständnisses werden.
Nähe
Wenn wir dauerhaft zusammenbleiben, entsteht eine besondere Art von Nähe. Wir lernen einander kennen, wie uns sonst niemand anders kennt. Wir entwickeln eine Vertrautheit, wie wir sie mit niemand anderem haben. Diese Nähe verbindet und tut so gut. Auch wenn wir phasenweise vielleicht einmal Abstand brauchen, so geht diese Nähe dennoch nicht verloren. Achten Sie immer auch das Gefühl diese Nähe zum anderen. Sollte es nachlassen, kann das ein Anzeichen dafür sein, dass etwas zwischen Ihnen nicht mehr stimmt.
Offenheit
Das Thema Offenheit wird von verschiedenen Paaren ganz unterschiedlich gesehen. Manche schwören auf die absolute Offenheit, andere wiederum sind der Meinung, dass man auch nicht alles erzählen muss . Hier geht es darum, dass Sie beide zusammen den für Sie richtigen Weg finden. Es gibt kein "richtig" oder "falsch". Offenheit sollte aber auf keinen Fall als Alibi benutzt werden, den anderen über die Gebühr zu belasten oder ihn zu verletzten. Man kann natürlich über alles reden, aber auch hier sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Ton die Musik macht.
Partnerschaftsberatung
Manchmal kommt man als Paar einfach nicht mehr weiter. Zu tief scheinen die Wunden, zu verfahren die Situation, zu groß das Problem. Bevor Sie wirklich aufgeben, sollten Sie es wenigstens versuchen, gemeinsam bei einer Partnerschaftsberatung Hilfe zu finden. Ihre Liebe ist das in jedem Fall wert. Allerdings müssen viele von uns dafür über unseren eigenen Schatten springen. Tun Sie es – geben Sie sich noch diese Chance!
Persönlichkeit
Jeder bringt seine ganz eigene Persönlichkeit mit in eine Beziehung. Und auch wenn wir über viele Jahre zusammen sind und unser Leben miteinander teilen, haben wir ein Recht auf unsere eigene Persönlichkeit. Viele Paare werden sich im Laufe der Zeit zwar immer ähnlicher, aber wir bleiben dennoch immer wir selbst. Bewahren Sie sich beide ganz bewusst Ihre eigene Persönlichkeit und respektieren Sie die des anderen. Leo Buscaglia sagte einmal:
"Lieben heißt, ein ‘Wir’ zu schaffen, ohne dass ein ‘Ich’ zerstört wird."
Könnte das nicht auch ein Modell für Ihre Partnerschaft sein?
Quartals-Check
Da eine langfristige Beziehung nicht automatisch von allein glücklich weiterläuft, sind Sie beide gefragt, etwas dafür zu tun, um zusammenzubleiben. Meist lässt sich leichter etwas verändern, wenn man früh genug Unzufriedenheiten oder Missstände erkennt. Deshalb bietet es sich an, in regelmäßigen Abständen gemeinsam zu überlegen, was gut und was nicht so gut in der Beziehung läuft. Setzten Sie sich doch einmal im Vierteljahr zusammen hin und reden Sie über Ihre Beziehung. Erzählen Sie sich, was Sie genießen, worüber Sie glücklich sind und worüber Sie sich ärgern oder wo Sie unglücklich sind. Vorsicht: hier nicht streiten, sondern lösungsorientiert an einer glücklichen Beziehung arbeiten.
Reden
Miteinander zu reden ist ein Grundpfeiler einer Beziehung. Sie müssen ja nicht ununterbrochen sprechen, denn auch ein gemeinsames Schweigen kann viel Verbindendes haben. Aber es geht darum, in gemeinsamen Gesprächen immer wieder zu ermitteln, wo der andere gerade steht und wie es ihm geht, und gleichzeitig darum, auszudrücken, wie man sich selbst fühlt und was man vielleicht braucht. Lassen Sie es in Ihrer Partnerschaft nicht dazu kommen, dass Sie – wie man in Statistiken immer wieder nachlesen kann – durchschnittlich nur 8 Minuten am Tag miteinander reden.
Respekt
Respekt ist für uns eines der Schlüsselelemente für eine dauerhafte Beziehung. Wir sollten den anderen respektieren, so wie er ist, wir sollten ihn oder sie achten und annehmen. Wer keinen Respekt vor dem anderen hat, neigt schnell dazu, die Gefühle und Bedürfnisse des anderen zu missachten und zu verletzen. Respekt voreinander lässt uns behutsamer und achtsamer sein und uns nicht einfach über den anderen verfügen. Wer sich gegenseitig achtet, geht gut mit sich um und schafft so eine gute Basis für das Zusammensein.
Rituale
Rituale sind besonders für langjährige Beziehungen sehr bedeutungsvoll und können die Partnerschaft festigen. Dabei kommt es aber weniger darauf an, das zu feiern, was alle tun – also z.B. Feste wie Weihnachten oder Geburtstage – sondern schaffen Sie sich Ihre ganz persönlichen Rituale. Sie können z.B. den Tag feiern, an dem Sie sich kennen gelernt haben, den Tag, an dem Sie zusammengezogen sind oder den Tag, an dem Sie etwas für Sie beide ganz Wichtiges und Wunderschönes erlebt haben. Was auch immer der Anlass ist – entscheidend ist, dass Sie sich dafür einen Ablauf vornehmen, der für beide richtig schön ist. Feiern Sie sich ganz bewusst .
Selbstliebe
Manche Leute sagen, dass man nur dann lieben kann, wenn man sich selbst liebt. Wir können danach nur dann jemand anders wirklich annehmen, wenn wir uns selbst annehmen können. Unabhängig davon, ob Sie das genauso sehen oder nicht, ist die Fähigkeit, sich selbst zu mögen etwas sehr Positives. In einer Beziehung bewahrt es Sie vor schlimmen Zweifeln an der Liebe des anderen. Wer sich selbst gut leiden kann, wirkt auf andere auch viel positiver und lockerer. Nehmen Sie die Liebe Ihres Partners oder Ihrer Partnerin doch als Grundlage, sich selbst lieben zu lernen.
Sexualität
Unsere Sexualität ist eine wundervolle Art, unsere Liebe auszudrücken und sie zu teilen. Nutzen Sie dieses Mittel zum Geben und Nehmen. Genießen Sie die gemeinsamen Zärtlichkeiten, die Lust aneinander und aufeinander. Lernen Sie sich behutsam kennen und finden Sie heraus, womit Sie dem anderen und sich selbst Freude bereiten können.
Sex-Probleme
In langfristigen Partnerschaften kommt es häufig zu Sex-Problemen. Die Lust lässt nach, der eine will öfter als der andere oder die Lust auf jemand anderen steigt. Es besteht immer auch die Gefahr, zuviel Druck in die gemeinsame Sexualität zu legen. Sex darf aber nicht zum Hochleistungsport mutieren, so dass das Paar mit Blick auf die Statistiken nur noch versucht, den Normalmaßzahlen nachzukommen. Besonders, wenn man viele Jahre zusammen ist, ist es normal, dass die Lust aufeinander phasenweise geringer wird. Das ist in Ordnung. Probleme beim Sex sind immer ein Paarproblem und dürfen nicht nur auf den einen geschoben werden. Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Problem belastet die Beziehung massiv, sollten Sie professionelle Hilfe suchen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Beratung oder Therapie bei sexuellen Problemen, die Sie nutzen können.
Streicheleinheiten
Wann haben Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin das letzte Mal gestreichelt, ohne dabei Sex im Kopf zu haben? In vielen langjährigen Beziehungen haben die Partner aufgehört, auch im Alltag Zärtlichkeiten auszutauschen. Oft bekommt jeder nur dann Streicheleinheiten, wenn es um Sex geht. Tun Sie das nicht. Wir alle brauchen zärtliche Zuwendung und liebevolles Streicheln. Es tut unserer Seele gut, schafft Nähe und verbindet.
Streit
Keine Angst vor dem Streiten! Streiten gehört in den meisten Partnerschaften dazu und kann sogar gut für eine Beziehung sein. Streite sind also nicht per se schlecht, auch wenn wohl die Wenigsten das Streiten genießen werden. Zumindest dann, wenn das Streiten dafür genutzt wird, an der Beziehung zu arbeiten, ist es etwas Positives. Finden Sie Wege, konstruktiv zu streiten.




