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Das kleine ABC der Familie - Teil 1

Von Tania Konnerth

Für jeden Buchstaben des Alphabets haben wir hier kleine Tipps und Denkanstöße für ein glückliches Familienleben für Sie zusammengestellt:

A wie Alltag

Familienleben heißt vor allem den Alltag für alle angenehm zu gestalten und manchmal bedeutet das auch, dass wir einander aushalten müssen. Sich jeden Tag zu sehen, jeden Tag zusammenzuleben, aufzustehen, zu essen, zu reden, Freizeit zu gestalten, schlafen zu gehen usw., erfordert von allen eine Bereitschaft, sich aufeinander einzustellen und sich auch mal zurückzunehmen. Die Kleinsten lernen das erst mit der Zeit und so sind es oft zunächst die Eltern, die im Alltag zurückstecken. Um so wichtiger ist es, dass auch im Alltag jeder in der Familie zu seinem Recht kommt – z.B. Phasen der Entspannung und Ruhe genießen und einfach einmal abschalten kann. Lassen Sie den Alltag nicht zu alltäglich werden, denn auch jeder All-Tag ist ein Tag Ihres Lebens. Finden Sie in jedem Tag auch etwas Schönes für sich und Ihre Familie.

A wie Anerkennung

Die meisten Menschen sehnen sich nach Anerkennung. Und in der Familie ist das vielleicht noch stärker: Kinder möchten Anerkennung von ihren Eltern (übrigens in der Regel unabhängig davon, wie alt sie sind) und auch die Eltern wünschen sich, dass jemand ihre Leistungen anerkennt. Gönnen Sie sich das gegenseitig! Sagen Sie sich, wenn jemand etwas toll macht. So lernen das auch Ihre Kinder und Sie bekommen das irgendwann im Gegenzug zurück.

B wie Baby

Ein Baby bedeutet für jede Familie etwas vollkommen Neues und viel Veränderung. Wenn es Ihr erstes Kind ist, ändert sich einfach alles und wenn es ein zweites oder drittes ist, ändert sich viel für Sie und alles auch für Ihre Kinder. Mit einem Baby kommt ein neues Familienmitglied in Ihren Haushalt – eine eigene kleine Persönlichkeit, die erst einmal sehr viel Aufmerksamkeit, Kraft und Energie fordert. Gehen Sie deshalb in dieser Zeit besonders behutsam und verständnisvoll miteinander um und sorgen Sie dafür, dass keiner von Ihnen zu kurz kommt. Nehmen Sie Ihre Gefühle und die der anderen Kinder wahr und reden Sie offen miteinander darüber. Sie alle sind wichtig – nicht nur das neue Baby.

C wie Chancen

Jeder Tag bietet für Sie als Familie immer wieder neue Chancen, um Gemeinsamkeit, Verständnis, Geborgenheit, Spaß und vieles anderes mehr zu erleben. Auch wenn es manchmal zu heftigen Streits und Auseinandersetzungen kommt, so ist es nie zu spät, sich wieder zu versöhnen und andere Wege in Ihrem Familienleben einzuschlagen. Sehen Sie Ihre Familie – mit allen einzelnen Mitgliedern – als eine unerschöpfliche Quelle von Chancen, sich und die anderen besser kennenzulernen. Auf diese Weise können Sie lernen, gelassener und gelöster mit Familienproblemen umzugehen.

D wie Dasein

Familienmitglieder sollten füreinander da sein. Natürlich nicht immer, aber immer dann, wenn einer von Ihnen jemanden braucht. Das macht Familie aus: zu wissen, dass man hierher gehört, geliebt wird und dass jemand da ist, wenn man ihn braucht. Geben Sie sich das alle gegenseitig.

E wie Eheleute

Eltern sind auch Eheleute bzw. ein ohne Eheschein zusammenlebendes Paar. Das kann im Familien- und Erziehungsalltag schnell in Vergessenheit geraten. Ihre Ehe oder Beziehung braucht aber stetige Pflege und Aufmerksamkeit, um dauerhaft bestehen zu können. Sorgen Sie also immer wieder dafür, auch mal Zeit für sich als Paar zu finden, die Sie so nutzen und gestalten können, wie es für Sie angenehm ist. Leben Sie diese Momente ganz bewusst als erwachsene Menschen, die einander lieben und ihr Leben gemeinsam führen wollen.


E wie Erwartungen

Die Erwartungen, die Familienmitglieder aneinander haben, sind oft enorm. Eltern möchten, dass ihre Kinder gut in der Schule sind, einen bestimmten Beruf wählen, sie sollen sportlich oder gesellig, brav oder selbstbewusst sein u.v.m. Umgekehrt erwarten Kinder oft von ihren Eltern, dass sie stark sind, genug Geld verdienen, sie sollen sich nicht streiten, sollen lustig sein, ein bestimmtes Auto fahren usw. Erwartungen an die anderen sind menschlich, aber nicht immer nützlich. Zu hohe oder falsche Erwartungen führen nicht nur schnell zu Enttäuschungen, sondern vor allem auch dazu, dass der andere sich unter Umständen nicht angenommen, sondern in Frage gestellt fühlt. Versuchen Sie deshalb, Ihre Erwartungen aneinander einfach in Wünsche umzuformen. Wünsche sind weicher und der andere fühlt sich nicht unter Druck gesetzt – und außerdem weiß jeder, dass Wünsche nicht immer in Erfüllung gehen…

F wie Familientherapie

In vielen Familien werden Probleme und Schwierigkeiten so heftig, dass Hilfe von außen nötig ist. Aber die Scham, das zuzugeben ist oft sehr groß. Wenn Sie spüren, dass sich Ihre Familie immer tiefer in Probleme verstrickt, die Konflikte immer schlimmer werden und die Kälte und Verzweiflung immer größer, dann scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe anzunehmen. Es gibt verschiedene Beratungsstellen, die Sie über mögliche Therapieformen und auch Finanzierungsmöglichkeiten aufklären und Ihnen Ansprechpartner nennen können. Haben Sie den Mut, diese im Notfall in Anspruch zu nehmen – für sich und Ihre Familie.

G wie Geld

In vielen Familien wird ums Geld gestritten. Manchmal, weil es so knapp ist, oft aber auch nur deshalb, weil unterschiedliche Einstellungen zum Geld in der Familie gelebt werden. In jedem Fall sollte das Thema Geld kein Tabu sein. Auch Kinder sollten über die tatsächliche finanzielle Situation der Familie informiert sein, um einen realistischen und verantwortungsvollen Umgang damit zu erlernen. Jedes Familienmitglied sollte auf jeden Fall über eine bestimmte Summe vollkommen eigenständig verfügen können, ohne dass jemand anderes sich da einmischt. Die Höhe dieser Summe ist natürlich Verhandlungssache und abhängig von Ihrem Haushaltseinkommen – und es ist eigentlich nicht so wichtig, wie hoch sie ist. Viel entscheidender ist, damit machen zu können, was man will.

G wie Geschwister

Einzelkind oder gleich mehrere Kinder – diese Entscheidung ist gar nicht so leicht. Die Vorbehalte gegenüber Einzelkindern sind inzwischen geringer geworden und man hat herausgefunden, dass auch Geschwisterkonstellationen neben Vorteilen eine Reihe Nachteile haben. Es spielen ja für diese Entscheidung eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle: körperliche Befindlichkeit der Mutter, Zeit, Berufsplanung, Geld, Platz, Kraft und Energie u.v.m. Geschwister bereichern in jedem Fall das Leben eines Kindes und es steht dann auch nicht mehr allein in der Erwartung der Erziehungspersonen. Aber mehrere Kinder erfordern auch mehr Geduld und Kraft. Tauschen Sie sich doch einmal mit anderen Familien darüber aus.