Ja-sagen ganz konkret
Hier geht es nun darum, wie sich das "Ja" konkret leben lässt.
Ja zum Leben
Das wichtigste und grundlegendste Ja ist unser Ja zum Leben.
Das klingt vielleicht nach einer ganz selbstverständlichen Forderung, tatsächlich aber sind sehr viele Menschen in einem ganz starken Nein dem Leben gegenüber, was sich z.B. wie folgt äußert:
- Ein Hadern mit allem, was einem widerfährt.
- Der Glaube daran, dass das Leben hart ist.
- Die Überzeugung, dass wir in einer Mangelgesellschaft leben, es also immer zu wenig von allem gibt und man darum kämpfen muss, genug zu bekommen.
- Das Schielen auf andere Menschen, die es (vermeintlich) viel einfacher und schöner haben.
- Die Überzeugung, immer Pech zu haben.
- u.ä.
Ein Nein zum Leben führt oft zu einem verzweifelten Ankämpfen gegen Ist-Zustände, ohne dabei wirklich etwas ändern zu können. Die Energie verpufft ins Leere und man fühlt sich dabei elend.
Ein Ja zum Leben hingegen ermöglicht es uns, z.B. Schicksalsschläge nicht persönlich zu nehmen und so besser mit ihnen klarzukommen. Ein Ja zum Leben schafft eine positive Grundhaltung, die Zufriedenheit ermöglicht. Ein Ja zum Leben lässt uns aus der Fülle schöpfen.
Und wie erreiche ich ein Ja zum Leben?
Ein Ja zum Leben kann man sich auf verschiedene Wege erarbeiten:
- Sich klarmachen, dass das Leben endlich ist - Dann nämlich wird uns oft erst bewusst, wie wertvoll die Zeit ist, die wir noch haben.
- Den Fokus ganz bewusst immer wieder auf die Sachen legen, die schön sind - Das Leben hat so viel Wundervolles zu bieten und das alles ist auch dann da, wenn mal was schief läuft. Dies ist nicht zu verwechseln mit dem falsch verstandenen positiven Denken, also damit, sich etwas schönzureden. Es geht hier darum, sich klarzumachen, dass es weit mehr gibt als das, was uns vielleicht gerade das Leben schwer macht.
- Sich in Dankbarkeit üben – also das wertzuschätzen, was man hat.
- Sich klarzumachen, dass man oft gar nicht wissen kann, ob eine vermeintlich "schlechte" Sache wirklich negativ ist – Vielleicht lernen wir durch sie etwas sehr Wichtiges oder sie bringt uns mit jemanden zusammen, den wir sonst nie kennen gelernt hätten o.ä. Jede Situation beinhaltet immer auch ein Geschenk.
Und noch ein ganz einfacher Tipp: Ein Ja zum Leben beginnt mit dem einfachen Gedanken "Ja". Immer wieder über den Tag verteilt ganz bewusst gedacht und gefühlt.
Ja zu sich selbst
Gleich auf Platz 2 kommt das Ja zu sich selbst. Und hier können wir uns wahrscheinlich alle die Hände reichen, denn die wenigsten von uns dürften bereits wirklich Ja zu sich selbst sagen können.
Die meisten von uns wachsen nämlich mit ständigen Neins auf:
- "Tu das nicht."
- "Lass das sein."
- "Das machst du falsch."
- "Du solltest lieber…"
- "Warum kannst du nicht…"
- "Note 5 – ungenügend"
- "Schauen Sie mal, der Maier macht das richtig."
- usw.
Da ist es natürlich alles andere als leicht, ein Ja zu sich zu entwickeln, vor allem wenn das Selbstbewusstsein verkümmert ist – aber es ist möglich. Und es ist wichtig, denn wenn wir uns selbst ablehnen, kämpfen wir gegen uns an, was sehr viel Kraft kostet und massiv zu Lasten der Lebensfreude geht.
So lernen Sie Ja zu sich selbst zu sagen
Am besten setzen Sie hier an ganz verschiedenen Punkten an:
- Werden Sie sich Ihrer Einzigartigkeit bewusst - So wie Sie ist kein anderer Mensch auf dieser Welt. Allein das gibt Ihnen einen ganz besonderen Wert und eine ganz besondere Bedeutung.
- Machen Sie sich klar, dass Sie der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind – "Waaaah, ich will doch kein Egoist sein" werden Sie jetzt vielleicht denken und genau darum geht es auch nicht. Es ist schlicht und einfach eine Tatsache, dass Sie für sich der wichtigste Mensch sind: Mit welchem Menschen verbringen Sie am meisten Zeit in Ihrem Leben? Wer wird immer da sein? Wer bestimmt Ihr Leben am meisten? Na, also!
- Sehen Sie sich als "richtig" an – Sehr viele Menschen empfinden sich als "falsch". Sie denken, sie funktionieren nicht richtig, machen nur Fehler, müssten anders sein usw. Hier hilft der Gedanke, dass Sie immer das Beste geben zu jedem Zeitpunkt. Sie geben genau das, was Ihnen in Ihrer Situation eben gerade möglich ist. Dauerhaft an sich zu arbeiten, ist eine wichtige Sache – nur sollte das möglichst auf einer liebevoll-annehmenden Basis geschehen, also auf einem grundsätzlichen Ja zu sich selbst.
- Fokussieren Sie nicht auf Ihre Schwächen, sondern auf das, was Sie können und leisten - Wir alle haben unsere Schwächen und wir alle machen Fehler. Entscheidend ist aber, dass wir nicht nur aus diesen Schwächen bestehen! Im Gegenteil: sie machen den kleineren Teil aus. Schauen Sie also immer wieder auch auf das, was Sie gut können, auf Ihre Stärken und Erfolge.
- Achten Sie gut darauf, wie Sie mit sich selbst reden - Viele Menschen senden sich selbst ständig negative Botschaften, wie z.B. "Ich bin so blöd" oder "Ich mach doch echt nur Mist". Werden Sie sich solcher Selbstbotschaften bewusst und ersetzen Sie diese durch liebevollere und annehmendere Gedanken.
- Sehen Sie sich selbst mit den Augen einer guten Freundin bzw. eines guten Freundes - Überlegen Sie einmal, wie liebevoll Sie Ihrer besten Freundin oder Ihrem besten Freund gegenüber sind. Da können Sie sehr wohl sehen, welche Stärken er oder sie hat. Sie bauen ihn oder sie auf, wenn etwas schief gegangen ist und sie machen Mut und geben Kraft. Genauso sollten Sie auch mit sich selbst umgehen.
Es kann auch sein, dass Sie feststellen, dass Ihnen ein Ja zu sich selbst unmöglich erscheint. Dann ist zu überlegen, ob Sie dieses Thema nicht vielleicht mit professioneller Hilfe – sprich mit einem guten Therapeuten/in angehen sollten.
Und wozu man sonst noch alles Ja sagen kann
Wenn die beiden ersten Ja’s als Basis stehen, kann man noch viele, viele Bereiche mehr finden, um Ja zu sagen, wie z.B.:
- Ja zu anderen Menschen - Dazu gehört, andere Menschen sein lassen zu können, wie sie sind. Sie zu akzeptieren, ohne sie verändern zu wollen. Nicht dazu gehört, sich alles gefallen zu lassen. Man kann sehr wohl jemandem ein grundsätzliches Ja entgegenbringen und ihn gleichzeitig schildern, dass man z.B. unter einer seiner Verhaltensweisen leidet.
- Ja zur aktuellen Situation – Dieses Ja ist natürlich dann leichter, wenn die Situation eine angenehme ist, es ist aber umso wichtiger, je negativer sich ein Ist-Zustand gestaltet. Warum? Weil wir es, wie schon zu Beginn dieses Artikels dargestellt, leichter haben, eine für uns negative Situation umzugestalten, wenn wir sie zunächst annehmen. Üben lässt sich dieses Ja aber sehr gut in schönen Momenten, indem wir sie uns immer wieder ganz bewusst machen und Ja fühlen.
- Ja zur eigenen Vergangenheit – Das ist für viele Menschen eines der schwierigsten Ja’s überhaupt. So viele hadern mit ihrer Kindheit und mit dem, was sie im Elternhaus erlebt haben. Auch z.B. eine ungünstige oder nicht vorhandene Ausbildung ist etwas, was fast immer ein inneres Nein auslöst. Ein Ja zur eigenen Vergangenheit ermöglicht aber erst, diese auch loszulassen. Und die Vergangenheit loszulassen, ist wichtig, um im Jetzt den Weg in die Zukunft gestalten zu können.
Neben diesen Ja’s gibt es noch viele mehr. Vielleicht haben Sie Lust bekommen, diese zu sammeln?
Literatur zum Thema




