Wie man in den Wald hineinruft…

wann-bin-ich-so

Vor den Toren der Stadt saß einmal ein alter Mann. Jeder, der in die Stadt wollte, kam an ihm vorbei.

Ein Fremder hielt an und fragte den Alten: “Sag, wie sind die Menschen hier in der Stadt?”

“Wie waren sie denn dort, wo Ihr zuletzt gewesen seid?”, fragte der Alte zurück.

“Wunderbar. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Sie waren freundlich, großzügig und stets hilfsbereit.”

“So etwa werden sie auch hier sein.”

Dann kam ein anderer Fremder zu dem alten Mann.

Auch er fragte: “Sag mir doch Alter, wie sind die Menschen hier in der Stadt?”

“Wie waren sie denn dort, wo Ihr zuletzt gewesen seid?”, lautete die Gegenfrage.

“Schrecklich. Sie waren gemein, unfreundlich, keiner half dem anderen.”

“So, fürchte ich, werden sie auch hier sein.”

Verfasser unbekannt,
leicht umgeschrieben

 

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Kommentare

Benni schreibt am 24. Januar 2013

Ich habe genau das gleiche Problem. Ich wechselte vergangenes Jahr von einer zur Anderen, nur um danach festzustellen, dass ich genauso unglücklich bin. Ich habe mir gedacht es ist der Teamleiter der mich nicht fördert, aber genau das gleiche Problem habe ich jetzt wieder. Ich glaub ich muss an meiner inneren Einstellung arbeiten oder sogar den Bereich (Informatik) wechseln, um wirklich glücklich zu werden.

    Elke schreibt am 27. Januar 2013

    Hallo Benni,

    freu dich, dass du so bald schon den Kern deines Problems erkannt hast. Ich habe eine Bekannte, die in ca. 20 Berufsjahren etwa 10 x (angeblich) aus ihrem Arbeitsplatz gemobbt wurde. Mir ist schon lange klar, dass sie durch ihre einseitige Sicht den Kernpunkt nicht erkennen konnte. Inzwischen Mitte 50 ist sie endgültig arbeitslos.
    Du bist jetzt in der Lage, den Blickwinkel zu ändern und dein Leben positiv zu beeinflussen.
    Ich drücke dir beide Daumen, das dein ´Projekt´dir gut gelingt.
    Einen herzlichen Sonntagsgruß sendet Elke

Benni schreibt am 24. Januar 2013

wechselte von einer Firma zur anderen Firma *upps* :)

Lena schreibt am 24. Januar 2013

Hallo Benni, vielleicht musst du deinen Bereich nicht ganz aufgeben, sondern ihn von einer anderen Seite betrachten?
Schönen Abend!

Heide-Rose Decurtins schreibt am 27. Januar 2013

Lieber Benni – Dein Problem kenne ich sehr gut – denn damit wurde ich viele Jahre in meinem Beruf konfrontiert. Gerne möchte ich Dir einen kleinen Hinweis geben – Lena hat es auch schon angesprochen.

Wenn es Dir in Deinem jetzigen Job nicht gefällt dann nehme Dir dochmal 2 Blatt Papier. Auf das eine Blatt schreibst Du was Du gerne verändern möchtest, was Du möchtest – und auf das andere Blatt schreibst Du, was Dir nicht gefällt und was Du nicht magst. Dann lege die beiden Blätter für einige Tage weg. Dann nimm sie wieder, ergänze oder streiche auf beiden Blättern. Dies gibt Dir schon einen Hinweis, was Du möchtst und nicht möchtest.
Solltest Du mit Deinem Chef immer wieder Probleme haben dann nützt es nichts, wenn Du von einem Job zum anderen läufst. Dann musst Du dahin sehen, was Dich an ihm stört. Warum es Dich stört, was es ist – und dann musst DU handeln. Dann kann es auch so sein, dass Du Dich verändern musst, vielleicht selbstbewusster werden, Dinge ansprechen, die Du sonst nie tust, Dich für Dich wehren, klar dasehen und artikulieren, was Du möchtest. Es nützt nichts von Situationen davon zu laufen, sondern da ist Stellen – Handeln an sich selbst angesagt. Bevor Du diesen Mechanismus nicht erkannt hast – ihn veränderst – ihn loslässt – wird sich bei Dir nichts ändern.
Ich bin jedoch sicher, dass Du es erkennst, Du auch eine Stelle findest mit einem Chef, der Dich unterstützt und Dich fördert. Dazu wünsche ich Dir viel Glück und Erfolg.

Alina schreibt am 27. Januar 2013

Sehr gute inhaltvolle Geschichte…ja, was man sät, wird man ernten – oder – wie und was man aussendet, kommt auch so wieder zurück…

An Benni: Erkenntnis ist der erst Schritt zur Besserung, ist doch klasse!

LG an alle…

Susanne schreibt am 27. Januar 2013

Der eigene Einfluss auf andere Menschen oder eine Situation (vgl. selbsterfüllende Prophezeiung) wird in der Regel unterschätzt bzw. gar nicht gesehen. Wir projezieren auch gerne, denn mit diesen Hilfsmitteln stehen wir selbst glänzend oder fehlerlos da und die anderen sind es, was auch immer. Das ist natürlich viel leichter und auch angenehmer, als sich selbst infrage zu stellen. Aber …

rianna schreibt am 27. Januar 2013

Eine Gechichte, die das Leben sehr gut auf den Punkt bringt. Aber auch die Kommentare sind immer wieder eine Fundgrube, die wir nutzen können.
Ich selbst spüre das “spiegeln” des eigenen Fühlens nicht nur am Arbeitsplatz, sondern gerade auch in kleinen Alltagserlebnissen.
An den Tagen an denen ich mich gut fühle und voller Selbstbewußtsein und Optimismus z.B. zum Shoppen gehe, finde ich sogar Kontakte zu völlig Fremden, es ergeben sich manchmal tolle Gespräche.
An den anderen Tagen mit Selbstzweifeln, strahle ich so eine Mauer aus, das selbst Bekannte mich nicht “wahrnehmen”, meine Gegenüber mürrisch und abweisen sind.
Ich habe mir inzwischen angewöhnt, diese kleinen Alltagserlebnisse zu beachten und bei mir zu suchen, warum die Situation so war. Dann kann ich sie besser aktzeptieren und genauso wichtig später ändern.
Einen schönen Sonntag an alle ZzL

Elisabeth schreibt am 27. Januar 2013

Grüß euch!

Ich möchte nur meine eigene Erfahrung hier hinschreiben – für Benni, oder auch andere interessierte, betroffende, selbst reflektierende Leser und Leserinnen… Ihr könnt selber eure Schlüsse daraus ziehen:
Ich arbeite nun über 25 Jahre im selben Betrieb, wo ich die ersten 15 Jahre unzufrieden und unglücklich war. Ich wurde auch immer öfter krank, arbeitete die übrige Zeit immer härter – oft pausenlos… bis die KollegInnen immer mehr Probleme mit mir hatten (wer will sich schon gern die eignene “Faulheit” so offensichtlich vor Augen führen lassen)… bis es zu offenem Mobbing, meinem Zusammenbruch, Psych-Aufenthalt usw. kam – also der Höhepunkt der Krise. Die brachte mich selber auf den Weg der Reflexion und Veränderung. Heute arbeite ich mit denselben 8 KollegInnen, in den selben Räumlichkeiten, bei bestem Betriebsklima, meist völlig entspannt (auch wenn viel Arbeit ist)… fast schon kitschig, klingt nach “Friede, Freude, Eierkuchen”. Das ist das Ende bzw. der aktuelle Stand immer noch. Und begonnen hat alles mit der durch den Zusammenbruch intitiierte Veränderung von mir und meinen Einstellungen…
Ich hoffe, das hilft irgendwem mal weiter.
Einen tollen Tag ich allen auf ZzL noch – eine wirklich tolle Seite, mit immer wieder inspirierenden und hilfreichen Gedanken, Themen und Artikeln!
LG, Elisabeth

    Katrin schreibt am 2. Februar 2013

    Hallo Elisabeth,

    mich interessiert brennend, welche Einstellung du vor deinem Zusammenbruch hattest und in welche du sie geändert hast und vorallem, WIE du sie geändert hast!

    Gerne würde ich mich mit dir per Mail austauschen!

    Liebe Grüße, Katrin

Susi schreibt am 27. Januar 2013

Hier haben jetzt schon einige davon gesprochen, dass die Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz weniger mit den anderen Menschen zu tun hat als mit der eigenen Einstellung.
Ich finde, das ist nicht immer richtig. Wenn man wirklich wegen einer Vorgesetzten den Spaß an der Arbeit verliert, lohnt es sich auch, ein Risiko einzugehen und den Arbeitgeber zu wechseln.
Ich habe mich getraut, diesen Schritt zu gehen, und war beim neuen Arbeitgeber viel zufriedener.
Ich sehe das nicht als “vor der Situation fliehen”. Ich würde behaupten, dass es mir nicht an Selbstbewusstsein mangelt oder ich meine Interessen nicht genug vertrete – unter dieser Vorgesetzten haben alle gelitten. Und so etwas muss man sich nicht antun.
In dieser Zeit hat mir das Motto geholfen: “Love it, change it or leave it.”
Ich habe lange versucht, mit der Situation umzugehen, auch meine Einstellung zu ändern – aber es half nichts. In diesem Fall blieb mir noch “leave it”.

    Angie schreibt am 27. Januar 2013

    Ich stimme Susi zu. Manchmal ist “leave it” die richtige Lösung. Wenn z.B. an mangelnde Wertschätzung ein Problem ist und man sich in einem Ausbeuter-Arbeitsverhältnis befindet, ist es selten gut, dort zu verbleiben. Der Arbeitgeber, wenn schon bekannt für schlechte Bezahlung ändert sich selten… Aber man kann sich selbst mehr wertschätzen und zieht dann auch irgendwann menschlichere Arbeitsbedingungen mit größerer Wertschätzung seitens des Arbeitgebers an. Der neue Arbeitgeber spiegelt dann die eigene Ausstrahlung. Dies ist jedenfalls meine eigene Erfahrung gewesen. So ein Wechsel geht allerdings leider nicht unbedingt von heute auf morgen.

    FranziskaR schreibt am 28. Januar 2013

    Ich habe verschiedentlich in der Firma, aus der ich letzte Woche gegangen worden bin, Bossing und Mobbing erlebt. Am schlimmsten waren verbale Entgleisungen seitens der Geschäftsführerin, schneidende Bemerkungen meiner mir zugeordneten Leitung in den letzen drei Jahren. Beide mit Störungen narzistischer Art und neurotisch und mit Allmachtsallüren. Keine Mitarbeitervertetung, die das Knäuel an mehr oder weniger unterschwelliger Schikane hätte auflösen können. Und ich wollte nur das Beste in meinem Tätigkeitsfeld weiterführen nach mehr als 11 Jahren Arbeit in dieser Firma. Ein freier Träger im sozialen Bereich mit 2 Personen an der Spitze, die meine persönliche Integrität mehrmals aufs Übelste versucht haben zu verletzen. Ich habe bestimmte klare Werte und einen gesunden Selbstwert, der es mir gerade möglich macht, über den Dingen und dieser bescheuerten Kündigung seitens des Arbeitgebers zu stehen. Ich kann lächeln und denke, dass es gut ist, da nicht länger meine Energie und Arbeitskraft weiter zur Verfügung zu stellen. Auf mich wartet Besseres, dass ich jetzt befreit und zielgerichtet angehen kann. Und ne Klage vor dem Arbeitsgericht hat gute Chancen auf Erfolg. Wenn Betriebe nicht über ein neutrales Gremium verfügen, das Mobbing und Bossing in vernünftiger Art bearbeiten, ist man/frau als Arbeitnehmer heutzutage entweder genötigt sich zu fügen in das Betriebssystem oder unerträglich werdende Situationen am Arbeitsplatz zu verlassen. Also Neues versuchen mit den Erkenntnissen, die man/frau daraus gewonnen hat. Also mentale Stärke hilft auf jeden Fall und Zuspruch von Menschen, die es gut mit Dir meinen!!! Und sich selbst am Wichtigsten nehmen!

Tom schreibt am 27. Januar 2013

Diese Geschichte ist sehr einseitig! Natürlich hat es einen Einfluss darauf, wie ich selbst anderen Menschen begegne, aber wie die Menschen grundsätzlich in einer “Stadt” so sind, kann ich nicht beeinflussen. Das hat sehr viel mit Sozialisation, Geschichte, Gesellschaft und vorgelebten Modellen zu tun!

Ich habe es bei meinen Reisen immer wieder festgestellt: Westliche Menschen unterscheiden sich grundsätzlich von nicht-westlichen Menschen, eben indem sie unfreundlicher, weniger hilfsbereit und egoistischer sind als die Menschen anderer Kulturen. Das ist nun mal Fakt. Wenn jemand also häufig gemobbt wird, keine Freunde oder keinen Partner findet, so muss dies nicht an einem selbst liegen – es kann auch einfach sein, dass man zu gut für diese Gesellschaft ist!

Mir selbst ging es auch lange so! Ich war immer sehr nett, hilfsbereit und auch ehrenamtlich engagiert, fand trotzdem selten Freunde und keine richtige Partnerin. Viele Jahre lang dachte ich, das müsse doch an mir liegen und probierte mich zu verbessern.

Als ich dann das erste Mal Europa verließ war ich total überrascht – fremde Menschen lächelten mir auf der Straße zu, im Bus standen andere auf und gaben mir ihren Platz, ich fand schnell Freunde (Einheimische wie Touristen), sogar eine Urlaubsfreundin und fühlte mich in dieser Zeit rundum wohl und von den Menschen angenommen. Da erkannte ich: Es liegt nicht an mir, sondern an de anderen! Und seitdem lebe ich glücklich, weit weg von Europa!

Monika Fuhrig schreibt am 27. Januar 2013

Grundsätzlich denke ich, die Geschichte sagt etwas sehr richtiges aus. Im Job ist es mir bisher auch immer wieder so gegangen, dass ich mit den gleichen Problemen konfrontiert wurde, nachdem ich den Arbeitgeber gewechselt hatte. Nur die Stärke der Probleme habben sich stets verändert. Naja, vielleicht auch meine Stärke mit ihnen umgehen zu können. :-)
In der Partnerschaft/Beziehung kann ich das aber irgendwie noch nicht sehen, da fällt es mir echt schwer zu erkennen, was mein Part bei der Sache ist. Obwohl mir klar ist, dass es mein Part sein muss….

Annette schreibt am 27. Januar 2013

Ich habe alle Kommentare zu der Geschichte gelesen.
Mein Problem ist (seit Jahren!): Was ist für mich der richtige Weg:
“Love it- or leave it”- Änderungen bringen Veränderungen – oder
“Wie man in den Wald ruft, schallt es heraus!”
Seit Jahren fühle ich mich an meinem Wohnort nicht wohl, manchmal hadere ich (bzw. die Umwelt) mit mir, manchmal hadere ich mit dem Wohnort und denke, woanders würde ich mich wohler und authentischer fühlen, was dazu führt, dass ich nichts verändere, aber auch nicht glücklich(er) werde, mich vielmerh immer mehr zurückziehe.
Hat jemand einen guten Tip für mich?

L.G. Annette

rathje-rechtsberatung@gmx.de schreibt am 28. Januar 2013

Tip für Annette

Ich dachte auch immer, dass Unzufriedenheit unabhängig vom Wohnort ist, sich alles nur Innen abspielt, Nein! – bis ich “irgendwo” einen Artikel in die Finger bekam: Das Gegenteil ist der Fall !!! Der Wohnort i s t entscheidend für das individuelle Lebensglück – der (möglichen) geistigen Enge entfliehen und zum Beispiel nach Berlin oder andere ähnliche Metropolen gehen oder das Gegenteil bei erhöhten Ansprüchen an Ruhe und Beschaulichkeit.
Einer etwaigen Borniertheit Dritter oder mangelnden tatsächlichen Möglichkeiten (w e n n das individuell so empfunden wird) kann man nur durch Ortswechsel entkommen.
Ich arbeite seit 3 Jahren am Projekt “Berlin Erstwohnsitz, Heimat Zweitwohnsitz, Spanien Winterwohnsitz”

Viele Grüße

J. Rathje

Jenny schreibt am 28. Januar 2013

Hallo,
das ist der erste Kommentar den ich jeher verfasse. Aber dieses Thema, auch wenn es kurz und knapp ist, regt mich sehr zum Nachdenken an.

Im Prinzip ist es richtig, dass Erfolg und Misserolg, positive und negative Erlebnisse meistens wohl mit der eigenen Einstellung zusammenhängen. Jedoch frag ich mich, ist es wirklich immer richtig, diesem Mechanismus Glauben zu schenken? Z.B. wenn man in eine dienstleistende einrichtung geht und höflich um etwas bittet, ruhig und rücksichtsvoll im Gespräch ist, trotz dessen unfreundlich und herabschauend behandelt wird, nur weil diese Leute in dem Moment über einen stehen, weil ich derjenige bin, der etwas benötigt/erwünscht. Und kurz darauf betritt ein unfreundlicher Mann den Raum, ist quasi reingepoltert in mieser Stimmung und FORDERT sozusagen eine Erklärung, ob er denn dort richtig sei. Er wurde freundlich und respektvoll behandelt, es schien, als ob er in dem Moment in der Machtposition wäre.

Klar, wird es wahrsch. mit dem Auftreten größtenteils zusammenhängen. Aber WARUM, findet so eine Regel überhaupt statt? Das dein Auftreten zählt, dass du nur respektiert wirst, wenn du sicher und stark (fordernd) auftrittst? Zählt das etwa mehr als die wahren Werte wie Höflichkeit, Respekt, Zuvorkommenheit??? Ich frage mich, warum muss man etwas darstellen, damit man überhaupt respektiert wird?? Warum zählt hier nicht einfach die Regel “Wie’s in den Wald hinein schallt, so schallt es auch wieder hinaus”?? Das spielt keine Rolle. Sondern bloß die Darstellung.

Ich find es schade und frage mich, warum Menschen solch einem Mechanismus nicht unterbrechen (wollen/können/schaffen).

Eva schreibt am 28. Januar 2013

Hallo,

mein Problem ist folgendes.
Ich habe vor einem jahr meinen Wohnort gewechselt. Bin 200 km weit weggezogen. Lebe seit dem mit meinem Lebensgefährten zusammen.

In der Ortschaft werde ich nicht aufgenommen. Die Menschen dort sind sehr misstrauisch mir gegenüber. seine Familie ist mir gegenüber auch sehr reserviert….und seine Kinder akzeptieren mich überhaupt nicht. (17 J., 19 J.,22 J..). Sie versuchen von Anfang an mich loszuwerden.

Ich habe an meinem Heimatort viele liebe Bekannte und einige wirklich wahre Freundschaften….ich kam bislang immer sehr gut mit meiner Umwelt aus….mobbing hatte ich bis zu meinem Umzug noch nie erfahren….

Ich bin offen hierhergezogen….und habe mir nicht vorstellen können dass es so schlimm wird…..

Mittlerweile bin ich in dem Modus….mich will hier eh keiner….die lehnen mich ab….interessieren sich nicht für mich…..wollen nix von mir wissen……

Ich würde diesen Kreislauf gerne unterbrechen….schaff es aber nicht…

LG

Lutz schreibt am 28. Januar 2013

Mir fällt dazu nur ein Spruch ein der aus den Jahreslosungen 2013 vom 27.1.13 stammt:

Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie Werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deine Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Alex schreibt am 29. Januar 2013

Was für eine treffende, kurze Geschichte :)

Wir erschaffen uns unsere Welt selbst. Das geht soweit, das wenn ich in mir zufrieden bin, ich einen schlechten Tag bei anderen gar nicht mehr auf mich beziehe. Ich entscheide mich für meinen eigenen Filter. Und dementsprechend verhalte ich mich in meiner Umwelt und erschaffe sie mir so.

Mike schreibt am 1. Februar 2013

“Wie man in den Wald hineinruft schallt es heraus.” Ja ich habe das Gefühl das wenn man nett und freundlich ist auch häufiger Menschen begegnet die nett und freundlich sind. Aber wenn ich trotzdem auf einen Menschen treffe der nicht nett und freundlich zu mir ist dann versuche ich diese Person und sein Verhalten einfach zu ignorieren, den vielleicht hat er nur einen schlechten Tag und beim nächsten Mal ist er dann auch freundlich, und wenn nicht dann ist mir das auch egal. (jedenfalls soll es mir egal sein, ich lerne noch)
LG
Mike

Katharina schreibt am 3. Februar 2013

Hallo Tom,

Du sprichst mir aus der Seele; ich habe mein Leben lang die Schuld oder Fehler bei mir gesucht, mich 20 Jahre damit beschäftigt, seit einer ganzen Weile beschleicht mich eine Erkenntnis, die ich aber nicht wagte offen auszusprechen, aber Du tust es, vielleicht weil Du schon weit weg bist, ich habe auch immer wieder das Gefühl zu gut für diese Gesellschaft zu sein; das was ich tue wird nicht geschätzt, ich fühle mich nicht gesehen, obwohl ich offen und freundlich auf die Menschen zugehe, intelligent und hilfsbereit bin, ja sogar herzlich, aber ich habe das Gefühl hier in Ostwestfalen falsch zu sein, immer wieder, aber im Moment fehlt mir die Orientierung, wo es denn noch hingehen könnte. Würde mich freuen, wenn Du mitteilst wohin es Dich gezogen hat, wo Du jetzt ,wie es scheint ,angekommen bist. Ich würde mich auch gerne mit Dir austauschen.

Viele Grüße
Katharina

Katrin Linzbach schreibt am 10. Februar 2013

Hallo Alex,

ich möchte Dir gerne zustimmen. Wir nehmen lediglich 7% von dem, was um uns herum geschieht, bewusst war. Wir entscheiden in jedem Moment, welche 7% das sind! Ganz deutlich wurde mir das, als ich den Jakobsweg gegangen bin und mich im Anschluss mit Menschen ausgetauscht habe, dir zur gleichen Zeit da waren. Ich hatte eine wundervolle Zeit – habe ganz besondere Menschen kennengelernt, wahnsinnig tolle Natur gesehen, alles war sauber und ich bin überall freundlich aufgenommen worden. Andere empfanden den Weg als Touristenabzocke, wo an jeder Ecke Menschen stehen, die einem etwas verkaufen möchten. Oder als völlig überfüllt. Oder die Herbergen als sehr dreckig. Oder oder oder… Jeder ist den Weg mit seinem Wahrnehmungsfilter gegangen. Durch meinen Filter kommen nur noch die schönen Dinge durch! Und wenn dann doch mal etwas durchrutscht, was ich in meiner Welt nicht haben möchte, steckt meist eine Botschaft dahinter. Auch, wenn ich das nicht immer gleich verstehe :) Wenn man anerkennt, dass man eine gewisse Verantwortung an den Dingen hat, die einem im Leben begegnen, hat man auch das Werkzeug in der Hand, diese zu ändern.
Viel Freude dabei! Und DANKE für diese schöne Geschichte und den offenen Austausch!

Eure Katrin

    Heike schreibt am 21. Juli 2013

    vielen Dank für deinen Kommentar und dein schönes Bsp mit Jakobsweg

Katharina schreibt am 28. Februar 2013

Hallo Katrin,

ich glaube nicht, dass man eine gewisse Verantwortung dafür trägt, wer oder was einem begegnet, aber wir haben auf jeden Fall eine gewisse Verantwortung dafür, wie wir damit umgehen.

Lieber Gruß
Katharina

    Heike schreibt am 21. Juli 2013

    das sehe ich auch so – ich trage die Verantwortung für meinen Umgang mit den “Dingen” … und ich habe noch nie gehört oder gelesen, dass jemand sagt, dass genau das einfach sei ;-)

Annette schreibt am 21. Juli 2013

Hallo zusammen,

ich kenne die Geschichte. Ich habe sie seit Jahren bei mir am Schreibtisch kleben.
Ich sehe es so wie Katharina. Ich habe in meinem Leben ganz heftige Situationen durchleben müssen.

Dinge, die ich selber steuern kann, kann man so betrachten wie die Eingangsgeschichte… Sie erinnert mich auch irgendwie an das halb volle und halb leere Glas.

Allerdings gibt es Situationen, die stimmen so nicht ganz! Gewalt (Gewalt im Elternhaus!), Unfälle etc. sind nicht selber gewollt. Da kommt man sich zumindest zu Beginn als Besucher der unfreundlichen Stadt vor.
Da ist es wichtig den Umgang damit zu lernen.

Ich kann die Geschehnisse, die unvorhergesehen auf mich zu kommen nicht ändern..
Ich kann die Einstellung dazu, also die Handlung und den Umgang mit mir und den anderen ändern. Dazu gehört auch zu akzeptieren, dass Gefühle wie Trauer, Wut, Entsetzen, Niedergeschlagenheit dazu gehören.
Es ist keine Schwäche sich beim Umgang/ Eingewöhnung, Verwandlung von der unfreundlichen zur freundlichen Stadt einen Helfer zu holen. :-)

Carmen schreibt am 21. Juli 2013

Ja, ich hatte immer weibliche Chefs, die mich fertiggemacht haben. Sie waren immer pampig, schlecht gelaunt und gegen mich. Nachdem ich mal wieder den Job gewechselt hatte und auf eine ebensolche Chefin traf, wurde es mir zu bunt. Ich hab mich selber gefragt, ob das nicht auch ein bisschen an mir liegen könnte. Und habe mich geändert, indem ich ihre (bis dahin) fragwürdige Autorität einfach akzeptiert habe. Und was ist passiert? Ich bin befördert worden, habe mich innerhalb von weniger als einem Jahr hochgearbeitet zu einer chefähnlichen Position! Ohne, dass ich so etwas je gewollt oder geplant hätte. Was sagt man dazu? :)

    ulli schreibt am 21. Juli 2013

    Hallo Carmen,

    das ganze könnte man vielleicht aber auch so sehen. Wenn ich genau das mache was von mir erwartet, werde ich belohnt, ansonsten werde ich bestraft. Ein Prinzip nachdem unser System funktioniert.
    Natürlich kann Dein Ansatzpunkt auch richtig sein. Manchmal liegt die Wahrheit auch in der Mitte. Es ist eben kompliziert, und das ist die Herausforderung in unserm Leben.

    In einer (Traum)Welt in der man tolerant ist und sich gegenseitig respektiert, würde sich diese Frage kaum stellen. Die Menschen wären kreativer und es gäbe weniger Ängste und Krankheiten.

    Wenn ich das Prinzip „Wie man in den Wald…….“ anwende, müsste ich als kluger Mensch logischerweise nur schöne Dinge in den Wald rufen. Ist das erstrebenswert bzw. ehrlich ? Welchen Wert hätten dann ernsthafte Komplimente die ich anderen mache. Wäre ich noch glaubwürdig ?

    Mahrshall Rosenberg ( „Gewaltfreie Kommunikation“) liefert hier viele Antworten. Findet man auch auf Youtube.

ulli schreibt am 21. Juli 2013

Ich finde auch, dass die Schilderung etwas einseitig ist, und möchte versuchen beides besser in Einklang zu bringen.
Wenn bestimmte Probleme häufiger Auftreten, dann ist das schon ein Grund zu überlegen, warum das so ist, und welchen Anteil habe ich daran.
Andererseits gibt es Entwicklungen die eindeutig schlechter sind als früher. Ausbeutung, Massenentlassungen, Kürzung wichtiger Projekte, Steuerhinterziehung, Korruption etc. , sind ja keine Einbildung. Der Arbeitsplatz ( insbesondere in der freien Wirtschaft ) ist oft Kriegsschauplatz. Im Krieg hat man Angst. Angst macht den Menschen nicht besser.
Hat man hohe Ansprüche, fachlich so wie ethisch, kann man sehr schnell Probleme bekommen. Durchschnittliche Menschen haben es da oft leichter. Soviel zum Thema Arbeitsplatz.
Dann gibt es da noch das (Problem)Feld Menschen im Allgemeinen. Also Nachbarn, zufällige Begegnungen beim Einkaufen, am Strand etc.. Wenn man sich hier freundlich und hilfsbereit zeigt, dann bekommt man zu 90 % gute Ergebnisse. Hilfreich ist ein sympathisches Äußeres. Diese Begegnungen sind jedoch oberflächlich, sie gehen nicht in die Tiefe.
Problematischer wird es, wenn Freunde versuchen sich „die Wahrheit“ zu sagen. Eine aufrichtige Freundschaft erfordert dieses nun mal. Hier ist wirklich Fingerspitzengefühl gefragt. Manchmal muss man dann mit ansehen wie der/die Freund(in) ins verderben rennt. Dasselbe gilt für Beziehungen. Da wird das ganze noch komplizierter, weil es dort noch stärkere Gefühle gibt.
Die Welt ist schon etwas komplizierter als das man es mit „Wie es in den Wald hineinruft……..“ Ausdrücken könnte. Und es gibt starke Unterschiede zwischen den Völkern, ohne verallgemeinern zu wollen. Prozentual gesehen. Hätte ich sicher unter Italienern wesentlich mehr Freunde als unter Amerikanern, weil eben Mentalitäten unterschiedlich sind.

Bernd schreibt am 21. Juli 2013

Ich finde die Geschichte sehr schön!
Die Überschrift etc. allerdings nicht gut passend.
Sie regt dazu an, darüber nachzudenken, ob man selbst für Reaktionen anderer “mitverantwortlich” sei.

Für mich macht es Sinn, sich der eigenen Verantwortlichkeit und des eigenen Handelns bewusst zu sein.
Die Verantwortung für Reaktionen anderer / das was einem begegnet sollte man dabei glaube ich besser nicht übernehmen.
Da hat jeder seins…

Für mich zeigt die Geschichte auf, dass man seine Glaubenssätze etc. überall hin mitnimmt.
Der Glaubensatz “Menschen sind (nicht) freundlich” wirkt daher in jeder Stadt und der Torwächter reflektiert nur das Menschenbild der Fragenden…

Aisleng schreibt am 21. Juli 2013

Hallo Ulli,

aus meiner Sicht hätte man es nicht besser formulieren können!

Der Umgang mit seinen Mitmenschen ist wesentlich komplexer,
als dass mit dieser Geschichte alle Facetten abgebildet werden können.
Das zeigt sich auch ganz deutlich an den unterschiedlichen Kommentaren, die sich spannend lesen :-)

Rosinchen schreibt am 21. Juli 2013

Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück…

…was man (be)fürchtet wird man (er)leben.

Alles pendelt stets zwischen Angst und Freude hin und her.

Beides zieht entsprechende Erfahrungen an.

Bewußtes denken ist bewußtes handeln.

Wer positiv denkt handelt positiv, macht somit positive Erfahrungen. Wer negativ denkt, erschafft seine negativen Erfahrungen. Bei diesem Spiel wird sich immer der richtige “Mitspieler” mit ähnlichen Gedanken hinzugesellen.

Das geschieht so lange, bis man sich darüber bewußt wird, was man wirklich will…

Gedanken erschaffen die Realität. Erfahrung ist Realität. Wie innen, so außen.

Jeder hat die Wahl, in jedem Augenblick seines Lebens…

… und somit die Verantwortung für sein denken, sprechen und handeln.

Schönen Sonntag!

Heidel schreibt am 22. Juli 2013

Mit großem Interesse habe ich die Kommentare gelesen. – Ich bin der Meinung: auch die Menschen in einer Stadt können sich verändern und sie tun es, wie alles sich ständig verändert. Und es ist nicht immer gut.- Keiner geht ja Hals über Kopf weg von einem Platz, den man lange Zeit als gut empfand.- Echte Veränderungen sind tiefgreifend. Ich muss nicht alles hinnehmen, ertragen. Menschen verändern wird keinem gelingen. – Wenn man sich verändert, wird oft das Umfeld verändert. – Aber auch nicht immer- udn eine Motivation sollte das auch nicht sein.- Es reicht oft, wenn ich alle Kraft FÜR mich statt gegen etwas einsetze und den nächsten Schritt ( und immer nur den nächsten, weil das komplett reicht ) bewusst so wähle, indem ich aus etwas raus gehe, was mir nicht ( mehr ) gut tut und dorthin, wo ich gesunde Lebensqualität, Arbeit, Entfaltung und auch einen gesunden finanziellen Rahmen finde. – Das Leben ist zu kurz für faule Kompromisse. – Mein Gefühl stimmt insofern, dass ich mich derzeit auch von Menschen trenne, die mir immer wieder sagen, wie ich sein soll, was ich denken, fühlen oder tun
soll oder gar meinen, meine Vergangenheit, meinen Alltag oder mein Leben zu bewerten.
Der Schmerz sagt mir nur, dass ich mir wohl oftmals selber nicht mehr treu war. Ich hab in der letzten Zeit viel zu oft ‚ja’ gesagt als Preis für eine vermeintliche ‚Sicherheit’ – ja auch zu Ängsten,
die aber nur eine Art Gegenleistung sind für das, was ich bekomme. Das funktionieret auf Dauer aber nicht.
Ich will offen ‚nein’ sagen dürfen zu all dem, was mich nicht ( mehr ) ehrt oder am Ende sogar‚missbraucht’. Es hat also viel auch mit Wertschätzung zu tun.
Veränderungen sind demnach oft angebracht und gut. Und: dynamisches Leben ist einfach auch so.-
Es gibt ja mehr als nur die EINE Stadt!-

In diesem Tagen stehen also auch bei mir- nach vielen Jahren, nach vielem Hin-und Her alle Zeichen auf Wegziehen, einen neuen Platz suchen, neue Arbeit, Freunde und alles, was so dazu gehört.
Ich spüre ein Zittern im Bauch, ich weiß noch nicht wohin, ich habe im Moment weder Arbeit, Wohnung noch groß Geld zur Verfügung, aber ich fühle: es ist verdammt gut und lächle dabei!

Steffi schreibt am 22. Juli 2013

Ein nettes Hallo in die Runde.
Auch ich kenne diese Geschichte, weiß auch um ihre Wirkung, wenn ich nett und aufdgeschlossen auf Menschen zugehe – meistens.
In drei meiner jobs wiederholte sich auch einiges und ich ging. Warum, meine Werte stimmten nicht mit den der Vorgesetzten überein – Ehrlichkeit. Ich sehe sie heute als JANUS-Köpfe mit zwei Gesichtern. Das war mein roter Faden, den ich vorher nicht erkannt habe, habe bei mir gesucht.
Sicher wurde ich mir, als ich zufällig auf die Videos von George Pennington (zuerdt in Bayern Alpha) stieß: Bewusst leben. Der erste Mensch mit Janus Kopf war in meiner Kindheit und hat mich geprägt.
Seither versuche ich Schubladendenken abzustellen und Dinge stets im Kontext zu sehen.
Lieben Gruß Steffi