Der Engel an der Brücke

bruecke

Ich traf auf meinem Weg einen jungen Mann, der ging auf und ab. Ich fragte, was er denn mache und er schaute mich an. Seine Augen waren voll Trauer und auch voll Wut. Sein Körper war geschwächt und doch konnte er nicht ruhen. Auf seinen Schultern lastete ein großes Paket – hier und da waren ein paar Löcher, wo wohl ein Stück des Inhalts fehlte; dennoch schien es dadurch nicht minder schwer.

Ich fragte, warum er denn nur ständig auf und ab gehe? Er sagte, dass er gerne über diese Brücke gehen wolle, um auf die wunderschöne Insel gegenüber der Schlucht zu gelangen, doch er wage es nicht, denn seine Last sei so schwer und die Brücke, die er passieren müsse, mache keinen stabilen Eindruck.

Ich fragte ihn, warum er denn die Last nicht ablegen würde, dann könnte er doch ohne weiteres die Brücke passieren. Er schaute mich entgeistert an – ohne sein Gepäck??? Nein, das ginge nicht!

Ich fragte ihn, was denn so Wichtiges in diesem Paket wäre, dass er es denn nicht hier lassen könne. Er lächelte und sagte stolz – es ist meine Vergangenheit.

Er ging auf und ab – sehnsüchtige Blicke folgten dem Weg auf diese wunderschöne Insel – mit Blumen und Früchten und frischem Wasser. Er war wirklich geschwächt, so bot ich ihm Wasser an – dankend trank er.

Ich fragte, ob er seine Last absetzen möge und auf die Insel gehen wolle. Vehement verneinte er – auf keinen Fall würde er seine so kostbare Vergangenheit absetzen, nur, um auf die Insel zu gelangen – es müsse doch schließlich auch einen anderen Weg geben.

Wir schwiegen.

Ich meinte, wenn seine Vergangenheit leichter wäre, so könne er sie vermutlich mit auf die Insel nehmen. Doch wäre sie leichter, so wäre sein Eigengewicht weitaus mehr und so könnte er sowohl mit, als auch ohne Vergangenheit diese Brücke nicht passieren. Dadurch jedoch, dass er nun so lange gegangen sei, mit dieser Last, sei er selber davon so leicht geworden, dass er die Brücke passieren könne, würde er seine Last absetzen.

Er schaute mich erstaunt an – „Es ist also die einzige Möglichkeit diese Brücke zu überqueren?“ fragte er.

Ich schwieg. Er dachte nach.

Dann fragte er mich, ob ich denn kurz für ihn seine Vergangenheit tragen könnte, da er das Paket ungern in den Staub stellen wolle. Er würde jedoch gern einmal auf die Insel gehen, um zu schauen, ob sich denn der Tausch auch lohnen würde.

Ich sagte, dass er gern auf die Insel gehen könne, doch ich würde ihm seine Last nicht abnehmen. Ich zeigte auf den Haufen neben der Brücke und sagte: “All das ist Vergangenheit von vielen anderen, die auch zuvor wie du unentschlossen waren. Es ist deine Entscheidung – wohin es dich trägt.”

Und seit er über die Brücke lief, ruht neben seiner Vergangenheit die Vergangenheit vieler anderer glücklicher, freier Menschen!

Paula Meux

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Kommentare

Pöse, Susanne schreibt am 18. Januar 2013

Eine schöne Geschichte, ich verstehe auch nicht, warum man sich
an der Vergangenheit so festhält, diese Sicherheit ist ja nur eine
scheinbare Sicherheit. Es ist fehlendes Vertrauen sich auf etwas Neues einzulassen! Ich frage mich oft, ob man ferngesteuert ist durch seine alten Erlebnisse und Erziehung. Das ist sehr schade und
oft tragisch. Es fehlt oft auch der Mut, aber nur Mut tut gut!

Birgit Roth schreibt am 18. Januar 2013

Gerade neulich hörte ich den Satz: “Ohne Vergangenheit wäre der Mensch sofort frei.” Dazu die Erklärung, man solle Frieden schließen mit seiner Vergangenheit und anerkennen was war. Alles sei richtig gewesen und hätte dazu gedient Erfahrungen zu machen.
Aber dennoch holt mich die Vergangenheit in Form von plötzlich auftauchenden Erinnerungen, Träume, in denen Menschen auftauchen, die schon gar keine Rolle mehr in meinem Leben spielen u.ä. immer wieder ein. Also erkenne ich dies als Stück aus meiner Vergangenheit an, halte mich einen Moment (manchmal auch etwas länger) darin auf und lasse erneut wieder los. Ich denke, dass es wichtig ist, sich nicht daran festzuklammern, sich von der Vergangenheit nicht gefangen nehmen zu lassen und eben das, was einem immer wieder runter zieht, so wie in der Geschichte, abzustellen und sich nicht wieder erneut aufzubürden, sondern den eigenen Weg befreit fortzusetzen.

mathilde schreibt am 20. Januar 2013

danke
auf den haufen damit, sie ist ja da und ich bin frei
die brücke ist der weg zur freien insel
danke danke danke

Anne-Marie schreibt am 20. Januar 2013

Ich habe ein Verständnisproblem….
Ein Satz aus Frau B. Roth’s Antwort
” Ohne Vergangenheit wäre der Mensch sofort frei. ”
Hier stellt sich mir die Frage: Um in der Gegenwart etwas klären zu können, muss ich mich (auch wenn es unangenegm ist) zum Verstehen manchmal auf die Vergangenheit beziehen…
Nehme ich z.B.eine Opferhaltung ein, sobald mein Gegenüber das Gegenwärtige nicht verstehen kann/will/o.möchte- bzw. ich die Vergangenheit in den Dialog einladen muss???
Oder liegt es in meiner Verantwortlichkeit, was der andere nicht verstehen will/kann/möchte- mit mir selbst zu diskutieren???
Oder anders gefragt, woher nehme ich die Kraft- trotz Klärungswunsch, das Vergangene auf eine heilvolle Verständnisebene ” für beide ” zu heben…
Vielen Dank für die (eine) offene Antwort!!!

    Susanne Schmid schreibt am 20. Januar 2013

    Manchmal gibt es etwas aus der Vergangenheit, dass wir nicht im Dialog mit dem anderen Menschen klären können. Warum auch immer. Die Kraft etwas zu Klären, die finden wir in uns.

Annette schreibt am 20. Januar 2013

Ja, es ist schwer das Alte loszulassen und sich auf etwas Neues einzulassen, auch wenn es objektiv betrachtet noch so positiv erscheint. In dieser Entscheidung spielen Gefühle, Ängste, Erfahrungen und Verantwortung eine grosse Rolle. Am liebsten würde man sofort den Rucksack in die Ecke schmeissen, wenn da nicht die gerade genannten Dinge wären … Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich bestätigen, dass es einem bei der Haderei “soll ich oder soll ich nicht” extrem schlecht geht, aber es melden sich in solchen Situationen immer wieder alte Kräfte zu Wort, die es erschweren den neuen Weg mit Mut und Zuversicht zu gehen.

Marianne G. schreibt am 20. Januar 2013

Die Botschaft dieser Geschichte finde ich irritierend.

Unsere Vergangenheit ist ja gewesen, wie könnten wir sie denn ungeschehen machen, indem wir sie stehen lassen? Indem wir tun, als gehöre sie uns nicht mehr?

Sind es nicht unsere Unzufriedenheiten, Ängste und Interpretationen, die uns daran hindern, unsere Vergangenheit überhaupt anzunehmen?
Für mein Empfinden werden wir frei, indem wir uns dem bewusst stellen. So können wir nach und nach mit unserer Vergangenheit in Frieden kommen und sie integrieren als das was sie ist.
Sie ist dann kein Hindernis/Gepäck mehr, sondern eine Bereicherung, die uns zu unserer Weiterentwicklung inspiriert hat.

In der Geschichte könnte sich das bildlich ausdrücken, dass der Mensch kein/kaum Gepäck hat, dafür aber starke Muskeln entwickelt hat, und das Wasser schwimmend überqueren könnte, oder dass er kreativ und handlungsstark ist, und die Brücke ausbessern oder sich ein Floß bauen könnte….

Heide Decurtins schreibt am 20. Januar 2013

Diese Geschichte zeigt auf:
Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft. Ich interpretiere dies für mich persönlich so.
Wir haben einen Lebensplan; wir kommen auf die Welt und von jeder Erfahrung, die wir im Leben machen lernen wir. Wir können die Vergangenheit nicht ändern, ohne diese hätten wir keine Gegenwart – und die Zukunft – liegt in der Ferne. Gegenwart ist jetzt. Da kann ich mich jetzt entschliessen LOSZULASSEN. Dinge die wir ändern können, sollen wir ändern. Es gibt aber auch Erlebnisse, die für uns schmerzlich sind und nicht geändert werden können. Da gab es für mich nur: Verzeihen und nicht hadern. Ich sage mir dann immer wieder: es ist – wie es ist. Indem ich in das Verzeihen gehe, erlaube ich mir die Essenz aus der Geschichte zu nehmen – meinen eigenen Lernprozess. Alten Geschichten nachzuhängen, zu hadern, sich noch zu ärgern, raubt unnötige Energie, die ich für andere Dinge benötige. Es gibt keinen Menschen, der nicht schon andere verletzte oder selbst verletzt wurde. Dies ist das Leben. Also machen wir das Beste daraus…

    Jutta schreibt am 21. Januar 2013

    Super, besser hätte ich es nicht schreiben können. Ich werde mir deinen Text kopieren und ausdrucken. Ich habe natürlich auch so meine Probleme mit der Vergangeheit, aber mit der entsprechenden Sicht auf die Dinge, kann man davon lernen und stark werden und positiv ins Leben gehen.

Dietrich schreibt am 20. Januar 2013

… eine schöne Geschichte!
Sie weist uns auf etwas hin hin: Alle Möglichkeiten sind schon angelegt – und wir entscheiden uns: Entweder Opfer der Vergangenheit zu sein oder Schöpfer der Zukunft.

Susanna Al-Rifai schreibt am 20. Januar 2013

Veränderung ist das Zauberwort! Wenn ich eine schöne Vergangenheit habe, dann ist es doch gut, sie immer bei mir zu haben. Ist die Vergangenheit jedoch nicht so schön und hinter lässt negative Gefühle, dann sollte man eine Veränderung anstreben und dazu gehört auch das Loslassen.
Ich schreibe gerade ein Buch darüber. Es ist eine große emotionale Sache, denn ich musste erst einmal in meiner Vergangenheit aufräumen, um heraus zu finden, was ich loslassen will und was ich mit nehmen will. Es war ja nicht alles schlecht, was man erlebt hat, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt so ausgesehen hat.

Gruß
Susanna aus Berlin

Rainer Erdmann schreibt am 20. Januar 2013

Eine sehr schöne Geschichte.
Hinderungsgründe etwas Neues zu wagen und seine Vergangenheit
loszulassen liegen oft in alten Glaubenssätzen verborgen, die schon
seit Generationen ihre Wirkung tun.
Ich erinnere mich an eine Geschichte mit einem Elefanten, den man
fesselte. Aufgrund seiner Kraft wäre es ein Leichtes gewesen diese
Fesseln zu sprengen. Aber er war es nicht gewohnt und seiner Fähigkeiten nicht bewußt.

Mönchen schreibt am 20. Januar 2013

hab meinen Rucksack ebenfalls dazu gelegt…..
Im Herzen trägt man die wichtigsten Erinnerungen sowieso mit sich.

Dorothea Söllig schreibt am 20. Januar 2013

Dies ist eine sehr schöne Geschichte, und sie erinnert auch daran, dass wir vor der letzten Brücke alles ablegen müssen.
Was mir jedoch fehlt, sind Gedanken darüber, wie das Ablegen funktionieren kann. Einiges wurde hier schon dazu geschrieben. Ich finde, ein Modus für das Ablegen ist das Vergeben erlittenen Unrechts, sowie die Bitte um Vergebung denen gegenüber,die man selbst verletzt hat. Einen weiteren Modus finde ich im Danken. Ich mache mir das Gute noch einmal bewußt, das ich erfahren habe, nehme es in mein Jetzt hinein und lege das Vergangene damit ab. Ein weiterer kann die Bitte sein. Was ich an ungeklärten Problemen vielleicht schon lange mit schleppe, kann ich in eine Bitte um Hilfe und Klärung fassen und so auch ablegen. Für mich ist der Glaube an Gott dabei wesentlich, und deshalb ist der Engel an der Brücke Jesus Christus, der mir zwar die Entscheidung nicht abnimmt, aber doch meine Lasten abnimmt und wegträgt.

    Gerhard Mandler schreibt am 20. Januar 2013

    Ich halte es in dieser Geschichte ganz mit Dorothea Söllig es gibt für mich nur einen Weg in dem ich Gott bitte das er mir durch Jesus vergibt was ich anderen zugefügt habe und anderen vergebe was sie mir zugefügt haben.Wenn ich das täglich übe im Gebet erfahre ich große Befreiung.In diesem Sinne möchte ich noch einmal auf den vorgenanten Beitrag hinweisen.

Harry Lippert schreibt am 20. Januar 2013

Alles was wir erlebt und oder erleidet haben hat uns geprägt, alles, wirklich alles war wichtig. Wir leben im Hier und Jetzt, Heute und sind die Summe der Erfahrung aus unserer Vergangenheit. Wenn wir uns mit der Vergangenheit beladen wird sehr bald kein Platz für Neues sein. Wie oft höre ich; ich habe schon alles probiert mir hilft nichts mehr, oder; ich kenne schon alles, ich will das (neue) gar nicht hören oder ähnlich aussagen. Unser Leben beginnt jeden Morgen aufs neue und jeder Tag ist eine Möglichkeit etwas Neues zu erfahren, zu lernen. Mein Tipp; bleiben Sie neugierig, schauen sie nicht zurück, es ist Geschichte die wir nicht ändern können.

C.Kobsa schreibt am 20. Januar 2013

Hallo,
Also ich verstehe diese Geschichte so. Die Vergangenheit , ob nun Positiv oder Negativ schleppen wir als eine Last mit uns mit wenn wir nichts aus diesen Geschehnissen gelernt haben. Ablegen heißt eigentlich nichts anderes als etwas aus unserer Vergangenheit gelernt zu haben. Lernen hilft verstehen und etwas das ich verstanden habe ist danach keine last mehr. So bleibt meine so wertvolle Vergangenheit bei mir ohne mich zu belasten. Ablegen heißt nicht ignorieren oder vergessen. Etwas das mich nicht mehr belastet kann mich sogar beflügeln, Erleichterung und Vertrauen in die Zukunft hervorrufen. Es ist wie bei einer Mathematischen Formel, nicht verstanden bereitet diese mir Bauchschmerzen, aber wenn ich gelernt habe mit Ihr umzugehen, verstehe sie zu benutzen, werde ich in Zukunft dadurch Vorteile haben. Ablegen bedeutet für mich, lernen, begreifen und verzeihen.

Liebe Grüße,
Christiane

    Susanne Schmid schreibt am 21. Januar 2013

    Das sehe ich auch so!!!

Hilke schreibt am 20. Januar 2013

Ja, zum einen eine schöne Geschichte. – Und sicherlich sollte man auch VIEL von seiner Vergangenheit ablegen… …aber alles? – Nein, da kann ich nicht zustimmen. Meine Vergangenheit und meine darin gemachten Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. In meinem Fall muss ich meiner Vergangenheit für einiges dankbar sein… …und das lasse ich nicht zurück…

Ralf schreibt am 20. Januar 2013

Es geht nicht darum “ohne” Vergangenheit zu leben, oder die Vergangenheit zu vergessen.
Es geht vielmehr darum, nicht ständig “In” der Vergangenheit zu leben und permanent über “verschüttete Milch” zu klagen.
Die meisten Menschen leben gedanklich entweder in der Vergangenheit, oder in der Angst über das, was in der Zukunft alles noch Schlimmes geschehen könnte..und verpassen dabei das eigentliche Leben.
Dieses Verhalten ist meiner Meinung nach konditioniert und beginnt schon in den ersten 18 Lebensjahren der Zwangsgemeinschft im Elternhaus.
“ANGST” ist einer der Schlüssel. In dem Packet des Mannes in der Geschichte befand sich wohl hauptsächlich Angst…

Detlef P.Junge schreibt am 20. Januar 2013

Vergangenheit ist die Basis für die Gegenwart und Gegenwart die Basis für die Zukunft. Aber wir müssen uns -wie schon wiederholt gesagt- von Vergangenem lösen und aktiv in der Gegenwart leben, damit wir unsere Zukunft gestalten können. Vergangenheit ist ein Teil von uns, aber sie ist vorbei und nicht mehr zu ändern. Hätte und wäre sind Worte der Vergangenheit, die aber die Zukunft nicht ändern. Erinnerungen sind Vergangenheit, aber sie geben uns auch Kraft für die Zukunft. Lernen wir aus der Vergangenheit, dann können wir die Gegenwart so gestalten, dass uns die Zukunft etwas bringen wird.

    Anne-Marie schreibt am 20. Januar 2013

    Wie lieber Detlef P. gehe ich mit tiefsitzenderen Vergangenheitsthemen um, die sich ” bei bestimmten Personen in die Gegenwart auflasten. ”
    Damit will ich sagen, daß es ganz bestimmte Persönlichkeiten gibt,
    die mich ” schmerzhaft ” an das erinnern können was ” Weh ” tut.
    Jenen Menschen in Dankbarkeit zu begegnen ist die eine heilbringende Seite – wie z.B.mich zu den Glücklicheren zählen zu dürfen, daß hier ein Jemand ist, der meine wunden Punkte triggert…
    Das Gegenüberliegende ruht darin, wie erlöse ich mich aus diesen
    ” UNBEWUSST STATTFINDENDEN MECHANISMEN ”
    Die Vergangenheit zerrt auf dies Art – immerfort an meiner Gegen-
    wartssicht herum…
    Aus meiner mitmenschlich- gutgläubigen Haltung heraus, sehe ich in Allem viel Gutes…Auch, daß jeder dem ich erlaube mich zu triggern, ein Erfüllungsgehilfe ist- und daß für mich erfüllen möchte, was gerade gebraucht wird…
    Dennoch wünsche ich mir- mich aus dem Vergangenheitssog befreien zu wollen- eben, weil es sehr schmerzt…
    Vielen Dank – A-M Kania

Steffen schreibt am 20. Januar 2013

’’Der heutige Tag ist das Resultat des gestrigen. Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will. ‘‘

Heinrich Heine

Christa schreibt am 20. Januar 2013

Das ist eine sehr schöne nachdenkliche Geschichte und auch mir fällt es schwer, die Vergangenheit abzulegen. Ich weiß aber auch, dass ich nach vorne schauen sollte ohne die ganze Last der Vergangenheit.
Mir fällt es auch schwer, vieles wegzuwerfen was mit “Vergangenheit zusammengehört. Ich habe mir vorgenommen, daran zu arbeiten.
Besonders jetzt, da nun auch mein Vater gestorben ist und man dann immer merkt, dass alles vergänglich ist und beim letzten Gang nichts mehr zählt.
Und je länger man ein Leben schon gelebt hat, je mehr Vergangenheit hat man, klar – es ist aber auch so, dass man viele Menschen kannte, mit denen man nichts mehr zu tun hat und das ist ganz normal. In der Gegenwart kommen wieder neue Menschen auf uns zu.
Und wenn es schlimme Zeiten in der Vergangenheit waren, dann ist es doch nur gut, wenn wir den “Sack” ablegen können und uns auf eine schöne Gegenwart freuen.
Also ablegen und auf die schöne Insel gehen ohen Lasten!

Eva schreibt am 20. Januar 2013

Hallo,
also ich verstehe schon, dass die Geschichte einen dazu auffordert, nicht in der Vergangenheit zu leben. Trotzdem wird die Vergangenheit hier etwas arg negativ dargestellt. Wenn jeman wirklich seine gesamte Vergangenheit “abstellt”, dann hat das für mich etwas von Vergessen. Wenn man mal an Alzheimerpatienten denkt, dann erscheint die Vergangenheit plötzlich nicht mehr als “schäbiges, schweres Päckchen”, sondern eher als eine Art “Juwel”. Außerdem kommt es ja auch drauf an, welchen Teil seiner Vergangenheit man “zurücklässt”. Den Positiven sollte man schon “mitnehmen” dürfen. Nicht umsonst stellen sich viele Leute in ihre Zimmer Souvenirs und Fotos. Die Vergangenheit kann z.B. motivieren, ein Lächeln ins Gesicht zaubern, aber auch warnen. Man sollte halt nur deswegen nicht gleich melancholisch (wie gut war alles früher und wie schlecht ist das geworden) oder ängstlich werden… LG Eva

ELA schreibt am 20. Januar 2013

Ich denke, die Vergangenheit ist nicht das Problem. Es ist das FESTHALTEN. Es gibt in der Medizin den Begriff “mit dem Leben nicht mehr vereinbar”, welcher bedeutet, dass ein Mensch stirbt.
An der Vergangenheit festhalten, bedeutet, die Gegenwart nicht zu
(er-)leben, was ebenfalls mit dem Leben nicht vereinbar ist.
Zu versuchen, die Vergangenheit irgendwo “abzulegen” ist ebenfalls gegen die Natur des Menschen, denn er IST ja seine Vergangenheit: die Summe seiner Erlebnisse und Erfahrungen. Und das macht Menschen einzigartig und wertvoll.
Ich denke, es ist das FESTHALTEN. Die Vergangenheit loslassen (nicht ablegen) bedeutet, sich zwar bewußt zu sein, dass wir verschiedene Dinge wegen unserer Vergangenheit tun oder wollen (als ersten Impuls), uns aber in der Gegenwart entscheiden können Verantwortung zu übernehmen, bedeutet, als die Person,die wir sind, dem Leben eine Antwort zu geben (und uns nicht auf die Vergangenheit herauszureden).

Es ist sicher eine schöne Geschichte, aber sehr irreführend.
Liebe Grüße
ELA.

C.Kobsa schreibt am 20. Januar 2013

Hallo nochmal,
Ich habe die nachfolgenden Briefe gerade gelesen und werde den Verdacht nicht los das einige die Geschichte viel zu plastisch sehen. Für mich heißt Ablegen nicht alles vergessen oder das gewesene zu ignorieren. Vielmehr geht es mir um die Schwere der Last aus der Vergangenheit. Das erdrückende Gefühl das jeden weiteren Schritt Richtung Zukunft unmöglich erscheinen lässt. Die Suggestionen tun jedenfalls gute Arbeit verrichten, in vielen Briefen ist Angst vor dem loslassen der Last zu schmecken.
Liebe Grüße,
Christiane

Naime schreibt am 21. Januar 2013

“Der Engel an der Brücke” Zu viel bla,bla schade fängt hier auch an… Hilfe… Wo ist der Chef? :)))

Heiko schreibt am 23. Januar 2013

Hallöchen,
ich bin der Meinung das es trotz der kleinen Geschichte nicht immer so
einfach ist im Umgang mit den persönlichen Problemen!

    Alexandra schreibt am 2. Februar 2013

    Da gebe ich dir absolut Recht, Heiko. Es ist oft nicht einfach, doch Probleme immer nur mit sich herum schleppen hilft auch nicht weiter. Ablegen was irgendwie möglich ist, ist dagegen befreiend. Daher ist es sehr wichtig einen Weg zu finden, ganz persönlich zugeschnitten, diese Probleme der Vergangenheit los zu werden. Hilfen gibt es dazu etliche.

    liebe Grüße
    Alexandra

Kerstin schreibt am 24. Januar 2013

Man behält nur das was man loslassen kann.

Alexandra schreibt am 2. Februar 2013

Diese Geschichte erinnert mich ein wenig an das Kreuz Jesu. Dieses Kreuz ist für uns Menschen wie diese Brücke. Am Kreuz wurde von Jesus selbst für all unsere Schuld, die wir uns im laufe eines Lebens aufluden, bezahlt, sodass wir frei von Schuld und Last in das Himmelreich gehen können. Wir müssen “nur” an ihn glauben und sein Gnadengeschenk annehmen.

Genau so verhält es sich hier mit der Brücke und unserer Vergangenheit. Wir müssen sie ablegen lernen, für andere mag es “aufarbeiten” heißen, damit wir befreit unseren eigenen Weg gehen können, ohne all die Lasten, die uns ohnehin nur erdrücken. Eine schöne, leichte Vergangenheit ist für niemanden ein Problem, aber ein Großteil aller Leute tragen schlimme Erinnerungen mit sich herum. Von solchen muss man sich befreien – aufarbeiten – ablegen – weiter gehen!

Heiko schreibt am 4. Februar 2013

Alexandra…,habe vielen lieben Dank für deinen Rat zu meinem
Schreiben!

liebe Grüße
Heiko

Christine schreibt am 17. Februar 2013

Ich sehe hier eher die Ähnlichkeit mit folgender Bibelstelle 1.Mos. 19,26:Lots Frau sah hinter sich und ward zur Salzsäule.

Wer zurück in die Vergangenheit schaut, erstarrt, verbittert und kann sein Leben nicht Leben und genießen.
Ich denke das dies mit diesem Rucksack gemeint ist.
Dazu gehört für mich verzeihen, Dinge die ich nicht ändern kann akzeptieren und Lasten, die mir zu schwer sind Jesus überlassen (loslassen) und vorwärts gehen.

Ja das ist manchmal gar nicht so einfach.