Von höchst ungewöhnlichen Ereignissen

"Der Schwarze Schwan: die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse" von Nassim Nicholas Taleb. – München: dtv, 2010. – 442 S. – ISBN: 3-4233-4596-9. – ca. 13,- EUR (Taschenbuch)

Dieses Buch erschien in der Originalausgabe 2007 und wurde zum Bestseller. Der Untertitel sagt, worum es geht: darum wie wahrscheinlich höchst unwahrscheinliche Ereignisse sind und welche Auswirkung genau diese so unwahrscheinlichen Ereignisse haben, wenn sie denn auftreten.

Dass das Buch so erfolgreich ist, nimmt fast ein bisschen Wunder, denn der Autor macht es seinen Lesern/innen nicht ganz so leicht. Zunächst braucht man einen ordentlichen Lese-Atem. Allein das Inhaltsverzeichnis umfasst volle 8 Seiten. Dann folgen über 360 eng bedruckte Textseiten und dann noch rund 80 Seiten Glossar, Anmerkungen, Bibliografie u.ä.

Auch sollten Sie keine Angst vor einem anspruchsvollen, ja streckenweise auch komplizierten Stil haben, denn der Autor schreibt alles, nur nicht trivial. Aber – und das hat mich für das Buch eingenommen: wenn man sich wirklich die Ruhe nimmt, es gründlich zu lesen, wird man vorzüglich unterhalten.

Ob es, wie die Wirtschaftswoche wohl geschrieben hat, "das Buch zur Finanzkrise ist", möchte ich dann doch mit einem Fragezeichen versehen, denn Nassim Nicholas Taleb geht es vor allem um seine ganz eigene Faszination der so genannten "Schwarzen Schwäne", also eigentlich vollkommen unwahrscheinlicher Ereignisse. Er schreibt z.T. sehr persönlich, erzählt von Begegnungen, Erlebnissen, von Personen und Ereignissen und zitiert Literatur, Wissenschaft und Weltgeschichte – und ja, es geht auch Wirtschaftsprognosen und -krisen. Der Autor bezeichnet sein Werk selbst als "Essay" und das ist es wohl – ein sehr umfangreiches Essay, das zu lesen für einiges an Denkstoff sorgt.

Und als kleines Mitbringsel, habe ich ein Zitat für Sie ausgesucht: Es geht an dieser Stelle um den Gedanken, dass es eigentlich gar nicht selbstverständlich ist zu lesen – bei all den Gefahren, die es gibt und so schreibt er: "Dass ich hier bin, ist ein folgenschweres Ereignis von geringer Wahrscheinlichkeit, und ich neige dazu, dass zu vergessen."

Fazit: Keine leichte Kost dieses Buch über höchst unwahrscheinliche Ereignisse und deren Wirkung.

Bewertung: Keine Wertung, da sehr abhängig davon, ob man Zugang zum Stil des Autoren bekommt.

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