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Vom Leben, vom Sterben und von Japan…

Von Tania Konnerth

"Kirschblüten: Hanami. Ein Filmbuch" von Doris Dörrie. – Zürich: Diogenes, 2008. – ISBN: 3-2570-6657-0. – 216 S. – ca. 20,- EUR (mit vielen farbigen Fotos)

Neues von Doris Dörrie – für mich als Fan ein Muss und vom Thema her sehr passend für Zeit zu leben: Das Buch "Kirschblüten". Erzählt wird die Geschichte von Rudi und Trudi, die seit dreißig Jahren ein Paar sind und sich nicht mehr viel zu sagen haben. Nicht etwa, weil sie sich nicht mehr lieben, nein, weil sie so sehr aneinander gewöhnt sind, dass sie glauben, alles voneinander zu wissen. Die Handlung beginnt im Allgäu, wo die beiden in einem kleinen Dorf leben und sie endet am Fuji-yama zur Kirschblüte, den Rudi für seine tote Trudi besucht. Dazwischen liegt die ganze Spannbreite des Lebens, des Liebens und des Sterbens.

Der gleichnamige Film ist in diesen Tagen in den Kinos angelaufen, mit Elmar Wepper und Hannelore Elsner als Hauptdarsteller. Das vorliegende Buch ist sowohl das Film zum Buch, als auch das Drehbuch, als auch etwas ganz Eigenes.

Im ersten Teil des Buches wird die Geschichte in 120 farbigen Fotos erzählt. Die Fotos stammen aus dem Film und sie werden durch wenige Sätze ergänzt. Schon hierbei war ich zu Tränen gerührt. Die Bilder sind ausdrucksstark und sehr gut ausgewählt und ich habe sie atmenlos durchgeblättert.

Dann folgt das Drehbuch, das die Geschichte nun etwas ausführlicher erzählt. Mit den Bildern aus dem ersten Teil entsteht regelrecht der Film im Kopf. Einmal mehr gelingt es Doris Dörrie mit knappen Worten eine enorme Tiefe zu erzeugen und uns die Personen so zu zeigen, dass wir das Gefühl haben, sie persönlich zu kennen. Wie auch schon in ihren anderen Büchern erzählt die Autorin vom (Alltags)Leben und vom Sterben, von Beziehungen, von Träumen und Aufgegebenem. Die Geschichte von Rudi und Trudi trifft tief ins Herz, weil Doris Dörrie es wie kaum ein anderer versteht, das Leben so zu zeigen wie es wirklich ist.

Den Abschluss bildet dann noch ein persönlicher Bericht von Doris Dörrie, in dem sie beschreibt, welche Bedeutung Japan für sie hat, über ihre Erlebnisse und Filme dort und über anderes mehr. Und ein besonderes Schmankerl bildet das kleine Daumenkino, das auf den Seiten des Drehbuch-Teils unten rechts zu finden ist: Dort finden sich eine kleine Butoh-Tanz-Sequenz (der Butoh-Tanz ist ein japanischer Ausdruckstanz, der einmal Trudis große Leidenschaft war) von Hannelore Elsner.

Fazit: Ein faszinierend ungewöhnliches Buch mit einer Geschichte, die man nie wieder vergisst.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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