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Über Diäten und mehr…

Von Tania Konnerth6 Kommentare

"Diät! 99 verblüffende Tatsachen." von Annette Sabersky. – Stuttgart.: Trias, 2008. – 104 S. – ISBN: 3-8304-3429-4. – ca. 13,- EUR

Diäten werden zuhauf gemacht und über Diäten wird zuhauf geschrieben und das Thema Ernährung zeigt sich schillernder als ein Regenbogen, denn was heute als "wissenschaftliche Erkenntnis" verkauft wird, kann morgen schon durch eine vollkommen gegenteilige ersetzt werden. Dass starkes Übergewicht der Gesundheit nicht förderlich ist, scheint letzlich der einzige gemeinsame Nenner zu sein, alles andere ist diskutierfähig…

Annette Sabersky will in dem vorliegenden Buch nun 99 "Tatsachen" zu Diäten und ihrem Sinn oder Unsinn bieten. Ihre Schreibe liest sich locker und frisch, und vieles dürfte erleichtern: Z.B., dass Aussagen wie, "Die Deutschen seien die dicksten Europäer" so gar nicht stimmen, dass der Body-Maß-Index "nicht das Maß der Dinge ist" und dergleichen mehr. Nun ist aber auf dem Titelbild des Buches ein weiterer Untertitel zu lesen: "Fakten statt Mythen: Das Diät-Drama und seine Akteure durchschauen". Das Problem für die Verbraucher liegt ja grundsätzlich darin, dass wir als Laien nicht wirklich einschätzen können, wem wir nun trauen können und wem nicht. Ob da ein solch reißerischer Untertitel Vertrauen wecken kann? Können wir wissen, ob hier nun wirklich die Wahrheiten geschrieben stehen?

"Diät! ist ein engagiertes und aufklärerisches Buch, das u.a. aufzeigt, wie gefährlich Diätpillen sein können und das alle Diäten ihre Macken haben. Das ist wichtig und gut. Ob jedoch Übergewicht als solches tatsächlich so harmlos ist, wie es immer wieder anklingt, wirft neue Fragen auf. Und dass als Lösung vor allem Sport und eine gesunde Ernährung vorgeschlagen wird, ist natürlich richtig, aber offenbar scheint genau darin das Hauptproblem begründet: wir verhalten uns eben nicht immer so, wie es vernünftig wäre.

In der Summe ist das Buch für all jene empfehlenswert, die überlegen, eine Wunderdiät zu machen oder die zu Abnehm-Pillen greifen wollen, denn was hier zu lesen ist, sollte sie nachdenklich machen. Das Buch ist aber kein ausgesprochener Ratgeber. Wer also nach einer Anleitung sucht, wird nicht fündig.

Fazit: Infos über Diäten, Abnehmen und Übergewicht – gut zu lesen, ob sie aber den Weg zu einem gesunden Gewicht ebnen können, bleibt offen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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  1. U. schreibt am 3. April 2008 um 07:21

    Ich habe gerade die beiden Bücher "Lizenz zum Essen" (Gunter Frank)und "Mein Ich-Gewicht" (Maja Storch)gelesen und fand sie sehr interessant, weil sie keine Panikmacher sind, die dem jeweiligen Trend folgen, sondern die Individualität und Besonderheit eines jeden Menschen und auch seine Psyche in den Vordergrund stellen, die wohl die Hauptrolle beim Essverhalten spielt.

    *Tania Konnerth schreibt:*

    Herzlichen Dank für diese Tipps - ich kenne die Bücher selbst nicht, sie klingen aber gut!

    Viele Grüße von
    Tania vom "Zeit zu leben"-Team

  2. Kirsten Klüser schreibt am 6. April 2008 um 12:33

    Übergewicht ist nur ein Symptom für tiefer liegende Probleme.
    Es heißt auch "wie innen so außen".
    Wenn man Dick werden will soll man eine Diät machen. Mir ist das genauso ergangen. Ich bin mit 16 in diesen Teufelskreis geraten und habe so durch den gefürchteten JoJo-Effekt in 25 Jahren fast 80 kg zugenommen.
    Sicherlich ist Übergewicht, besonders wie bei mir massives Übergewicht, der Gesundheit nicht gerade förderlich. Jedoch sind diese extremen Gewichtsschwankungen durch Abnehmen und dann wieder Zunehmen (+ Zinsen) noch viel gefährlicher. Bei meiner letzten Weight Watchers Aktion hat mein Blutdruck sich endgültig aus dem Normalbereich verabschiedet.
    Wenn irgendeine Diät irgendetwas taugen würde, würden nicht tagtäglich neue Diäten erscheinen. M.E. ist das alles nur Geldschneiderei. Man hat Kühe gefunden die man richtig gut melken kann. Presse und Industrie spielen sich gegenseitig die Kunden zu. Es werden Milliarden umgesetzt. Wenn Übergewichtige heute sagen würden, wir machen den ganzen Sch... nicht mehr mit, würden tausende von Arbeitsplätze verloren gehen. Es besteht somit ein wirtschaftliches Interesse am Leider der Dicken, denn nur so kann man Geld verdienen.
    Wie gesagt, Übergewicht ist nur ein Symptom. Da helfen keine Diäten. Sinnlos, ein Kampf gegen Windmühlen. Die Ursachen liegen viel tiefer und die geht es zu lösen (nicht zu bekämpfen). z.B. hat man mir als Kind, damit ich ruhig bin, Süssigkeiten in den Mund geschoben? Habe ich anstelle von Liebe, Streicheleinheit, Aufmerksamkeit der Eltern, Zuckerzeug bekommen oder war da schon der Kühlschrank die "Ersatzliebe"? etc. etc. etc.. Die Verhaltensmuster die wir heute beim Essen an den Tag legen, stammen aus der Kinder- u. Jugendzeit. Wie sieht es mit der Wut aus? Durften wir, besonders Frauen (auch heute noch), unsere Wut zeigen und Ausdruck verleihen oder mußten wir diese "runterschlucken"?
    Das sind die Probleme die zu lösen sind und jeder hat seine eigenen. Erst wenn wir diese Begreifen und Verarbeiten, Lösen, wird das Gewicht UNS LOSLASSEN! Niemals umgekehrt!

    Alles andere ist körperliche und seelische Misshandlung, Vergewaltigung, Körperverletztung.

    Haben die Leute mal überlegt wieviele Menschen, hauptsächlich Frauen, durch diesen ganzen Terror erst richtig essgestört geworden sind? Die werden ja schon richtig rangezogen und bedrohlicherweise immer jünger.

    5x am Tag kotzen ist ok, hauptsache schlank. Toll.
    Schlank = Gesund ????

    *Tania Konnerth schreibt:*

    Hallo Kirsten,

    herzlichen Dank für Ihre engagierten Beiträge (die ich mal zusammengefügt habe). Das Buch befasst sich sehr kritisch mit Diäten und wo genannten "Wundermitteln".

    Alles Gute,
    Tania vom "Zeit zu leben"-Team

  3. Tania Konnerth schreibt am 6. April 2008 um 18:08

    Liebe Leute,

    ich bitte ganz herzlich darum, hier keine Wundermittel oder ähnliches anzupreisen. Mir ist klar, dass das Thema "Abnehmen" vielen auf den Nägeln brennt und dass es auch viele gibt, die in diesem Bereich ihr Geld verdienen - aber das *Buchblog* hier ist keine Plattform dafür, da bitte ich um Euer Verständnis.

    Danke,
    Tania vom "Zeit zu leben"-Team

  4. Hanna Ohlert schreibt am 7. April 2008 um 09:46

    Liebe Frau Klüser,

    ich bin selbst betroffene und meine "Diät" Karriere begann mit 14 Jahren.
    Mittlerweile habe ich mein Gewicht im Griff, dank einer Ernährungsumstellung. Ich 35 kg Gewicht reduziert und ich finde Ihre Gedanken zum Thema "Seele und Psyche" sehr richtig.
    Ihr Resümee kann ich allerdings nicht ganz teilen. Essen kann zur Sucht und zur Ersatzbefriedigung werden. Die Ursache liegt meistens in den frühen Kindheitstagen und zwar bei allen Menschen und nicht alle Menschen tragen ein Übergewicht mit sich herum. Ebenso oft sind es andere "Süchte" in denen sich der Mangel an Liebe und Selbstliebe äußert.
    Und auch mit diesen Menschen wird Geld verdient. Sie gehen doch auch Tag täglich einer Beschäftigung nach um damit Ihren Lebensunterhalt zu besteiten.
    Mit den vielen Menschen die "Rauchen" oder gar Alkohol trinken wird mindestens genauso viel Geld verdient und auch da könnte man der Meinung sein " die werden gemolken wie eine Kuh"
    Der Verbraucher hat es immer noch in der Hand sich selbst mit dem Thema auseinander zu setzten und was anderes habe ich auch nicht gemacht. Ich habe Geld in mein Wissen investiert und mich selber weitergebildet. Bei dem Thema Ernährung erscheint es mir besonders wichtig. Meine wichtigste Aufgabe im im Leben ist es doch meine 70 bis 100 Billionen Körperzellen richtig und ausreichend mit allen Vitalstoffe zu versorgen und dann kommen erst die anderen Aufgaben des Lebens. Vernachlässige ich das, bekomme ich früher oder später die
    Quittung in Form von Befindlichkeitsstörungen oder gar Erkrankungen dazu.
    Ich höre Sie schon protestieren: "Früher hat es das doch auch nicht so gegeben und warum muß ich richtig essen lernen, das weiß doch jeder!" Es weiß eben nicht jeder, eine Generation überliefert auf die nächste, gute und schlechte Gewohnheiten. Zudem haben unsere Mütter und Großmütter dieses Wissen, was uns heute zur Verfügung steht, nicht gehabt, nicht gelernt und konnte es auch nicht weitergeben.
    Möchte ich gründlich "Aufräumen (Gewicht und Seele) hat jeder Mensch die Freiheit diese zu tun. Die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen und die kann ich nicht der Presse oder Lebensmittelindustrie zu schieben und mit beklagen das sie die unterschiedlichten Produkte anbieten. Ich gehe doch einkaufen und kann auswählen. Und ich habe die Möglichkeit mich vorher zu informieren und dann auszuwählen. Oder?

    Seriöse Ernährungsberatungen bieten mit ihren Ernährungsvorschlägen immer auch eine "Seelische Unterstützung" an und begleiten ihre Kunden auf ihrem Weg zu weniger Gewicht.

    Genau mit solch einer Ernährungsberatung bin ich auf einen guten Weg gekommen und ich habe seit 6 Jahren meine "Karriere" beendet und halte mein Gewicht. Ich interessiere mich immer noch dafür was ich esse und wähle gezielt aus.

    Bitte nicht auf "Die anderen" schimpfen wenn man selber nicht bereit ist die Verantwortung für sein "Tun" zu übernehmen.

    Herzlichst
    Hanna Ohlert

  5. Kirsten Klüser schreibt am 7. April 2008 um 11:48

    Liebe Frau Ohlert,

    ich stimme Ihnen absolut, in allen Punkten zu!

    Das ich nur das Thema Diät rausgezogen habe, liegt an dem im Buchblog angegebenen Buch. Es betrifft natürlich auch die von Ihnen genannten Themen.

    Auch ich habe seit längerem erkannt, dass die Verantwortung bei allem, ganz allein bei mir liegt. Auch ich habe meine Erziehung und bisherigen Erfahrungen mitzuschleppen. Zu der Erkenntnis, zu den tiefer liegenden Problemen muß man aber erst mal kommen. Weil man, und ich bin da gar keine Ausnahme, immer erst an anderen Sachen rumdoktort bzw. man sucht den "bequemsten" Weg. Viele Sachen will man nicht sehen, andere sind unbequem oder es stehen deswegen mehr oder weniger heftige Veränderungen an (Privat oder Beruflich). Man verändert sich, muß sich verändern. Denn das Alte hat ein ja erst zu diesem "Elend" gebracht. Viele haben jedoch auch gar kein Interesse daran oder sogar einen Nutzen davon, dass man so bleibt wie man ist.
    Da sich unabhängig von anderer Leuts Meinungen zu verändern und sein "eigenes" Ding durch zuziehen ist nicht für jeden leicht (für den einen mehr, den anderen weniger). Kämpfe stehen an. Auch ich habe diese nötige, eigene (innere) Veränderung lange versucht zu umgehen. Grund? ANGST.

    Ich habe mich als dicker Mensch (bin ich immer noch) sehr oft, sehr massiv diskrimiert gefühlt. Auch habe ich schon deswegen eine Menge einstecken müssen. Mangelndes Selbstwertgefühl, wenig Eigenliebe, Sensiblität etc. tun ihren Rest dazu. Besonders "nett" sind die unaufgeforderten Tipps und Ratschläge. Jeder Bissen, jedes Eis etc. wird gezählt und vorgehalten. Als Partner ist man nur 2. oder 3. Wahl. Kumpel und Kummerkasten ja, aber Partnerin nein.

    Wie gesagt bis jetzt. Ich bin auf dem Weg der Veränderung.
    Es geht nur so: von innen nach außen.

    Liebe Grüße
    Kirsten

  6. Anneli schreibt am 10. April 2008 um 09:36

    Liebe Hanna, liebe Kirsten,

    auch ich habe seit meiner Pubertät mit Gewichtsproblemen gekämpft, der Auslöser war meine Mutter, die mir immer zu verstehen gab, ich wäre zu dick. Doch das eigentliche Gewichtsproblem hatte sie mit ihrer eigenen Figur und so projezierte sie mir ein Minderwertigkeitsgefühl, dass ich erst nach Jahrzehnten durchschaute. Damit keine Missverständnisse aufkommen, meine Mutter war ansonsten eine tolle Persoenlichkeit, der ich sehr viel danke.
    Heute bin ich selbst Ernaehrungsberaterin und kann nur empfehlen sich eine gute professionelle Hilfe zu suchen, die einem die richtige Ernaehrung beibringt und die einen bei der richtige Einstellung auf das eigene Leben begleitet.
    Ernaehrung und Sport sind nicht alles, auch die Seele bedarf der richtigen Ernaehrung.
    In diesem Sinne wuensche ich euch ein gesundes Leben mit viel Freude und Spass daran.
    Aus Andalusien einen Bund voll Sonnenstrahlen schickt euch Anneli