Drei Arten der Liebe
Von Tania Konnerth • Ein Kommentar
"Liebe und du leidest nicht" von Walter Riso. – München: Irisana, 2009. – 240 S. – ISBN: 3-4241-5035-5. – ca. 17,- EUR (gebunden)
Für Walter Riso besteht eine gesunde Liebesbeziehung aus drei verschiedenen Arten der Liebe:
- Eros – die triebgeleitete, körperliche Liebe, die nimmt und sich befriedigt
- Philia – die freundschaftliche Liebe, die teilt und sich freut
- Agape – die Liebe, die bereit ist, sich für den anderen aufzuopfern und die mitfühlend ist.
Nur wo diese drei Elemente zusammen gelebt werden (nicht immer alles auf einmal und nicht immer alle gleich stark, aber eben durchaus präsent), führt Liebe nicht zu Leid.
In seinem Buch stellt er diese drei Liebesarten vor. Er erläutert die Hintergründe aus psychologischer, aber auch physiologischer Sicht, zitiert die Philosophie und Literatur und schöpft aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Psychotherapeut. Diverse Fallbeispiele illustrieren die Zusammenhänge. Am Ende der Kapitel arbeite Walter Riso dann immer noch wesentliche Punkte heraus,mit denen wir verhindern können, Leid zu erleben und Leid auszulösen. Diese Passagen sind aus meiner Sicht besonders hilfreich.
Es fällt auf, dass der Autor durch den Umfang, den er für die einzelnen drei Teile genutzt hat, schon eine Wertung setzt: Etwa die Hälfte des Buches ist für "Eros" reserviert, dann zwei Drittel der zweiten Hälfte für "Philia" und das letzte Drittel der zweiten Hälfte für "Agape". Natürlich ist "Eros" am populärsten und es liegt nahe, darüber viel zu schreiben – aber die anderen beiden Elemente sind – wie der Autor ja auch selbst betont – ebenso wichtig. Meiner Einschätzung nach hätten auch Philia und Agape ausreichend Platz bekommen sollen, hier wäre noch mehr hilfreicher Input drin gewesen.
Das Buch ist kein praktischer Ratgeber im eigentlichen Sinne, sondern viel mehr eine reich gefüllte Denkanstoß-Kiste. Der Text ist anspruchsvoll und macht an vielen Stellen nachdenklich. Zwangsläufig denkt man über seine eigene Beziehung nach und genau das ist gut so! Ich habe das Lesen des Buches als sehr bereichernd empfunden. Einzig über den letzten Absatz des Buches habe ich mich wirklich geärgert, denn darin schreibt der Autor, dass hiermit nun vielleicht alles über die Liebe gesagt sei. Diese Anmaßung ist schade und vollkommen unnötig.
Fazit: Ein weises, tiefgehendes Buch über die Liebe, das viele Denkanstöße für eine gelungene Beziehung schenkt.
Bewertung: ![]()
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Zwar habe ich das Buch nicht gelesen, aber schon beim Lesen der Besprechung sträuben sich mir die Haare. Wieder eine Handlungsanleitung, wie wir noch besser funktionieren können - für die anderen. Alles in der Hoffnung, der Andere gibt mir etwas dafür. Liebe ausgehandelt.
Ich denke aber: nur wenn ich mich selbst liebe und daher die Liebe des Anderen gar nicht brauche, kann ich andere lieben und Liebe erhalten. Ich kann das nicht gut beschreiben. Robert Betz kann das besser. Vielleicht könnt Ihr den mal hier bekannt machen (www.robert-betz.de).