Bewerbungen mit Pfiff
Von Tania Konnerth • Ein Kommentar
"Neue Wege der Bewerbung" von Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader. – Frankfurt a.M.: Eichborn, 2007. – ISBN: 3-8218-5937-7. – ca. 15,- EUR
Die Bewerbungsunterlagen sind im Grunde nichts anderes als eine Art Werbebroschüre in eigener Sache. Es gibt zahlreiche Richtlinien und Vorgaben, die dafür sorgen, dass sich Bewerbungen sehr ähneln und manch ein Bewerber überlegt, ob er sich nicht mit etwas Kreativität so von seinen Konkurrenten/innen abheben kann, dass ihm oder ihr der Job sicher ist. Ob und in welchem Rahmen so etwas Sinn macht, darum geht es in diesem Buch.
Das "Wie" Ihrer Bewerbungsunterlagen hängt
- zum einen in höchstem Maße von der Branche und der Tätigkeit ab, für die Sie sich bewerben
- und zum anderen von Ihrer eigenen Persönlichkeit
- das ist der Grundtenor des Buches. Was in der Medien- oder Werbebranche gut ankommen kann, dürfte z.B. im Bank- oder Versicherungswesen meist auf wenig Begeisterung stoßen und umgekehrt und wenn man eigentlich eine eher bodenständige Person ist, sollte man sich nicht mit hyperkreativen Ideen bewerben, da man sonst von Beginn an falsche Erwartungen weckt. Und so geht es in diesem Buch genau darum: sich Gedanken darüber zu machen, wofür man sich eigentlich bewirbt und wie man sich selbst genau für diese Position in das bestmögliche Licht rücken kann. Dieses Prinzip ist natürlich nicht neu – aber die Wege dorthin, die hier vorgestellt werden, sind es zum Teil durchaus.
Das Buch ist nicht nur prall gefüllt mit praktischen Tipps und Infos, auch werden Bewerbungsunterlagen exemplarisch besprochen und an ihrem Beispiel aufgezeigt, was gut und was weniger gut ist. Immer wieder wird auf kleine und größere Elemente hingewiesen, mit denen man sich vom Gewöhnlichen abhebt und dabei ist faszinierend, wie schon kleine Abweichungen von der Norm eine spannende und aufmerksamkeitssichernde Wirkung haben können, ohne dabei aber übertrieben kreativ oder marktschreierisch zu wirken. Variieren kann man nicht nur an verschiedenen Stellen (Form, Inhalt, Stil etc.), sondern auch auf vollkommen unterschiedliche Weise (von einem kleinen Hingucker bis hin zur noch nie da gewesenen Bewerbungsform). Das Buch hilft dabei, ein Gespür für das richtige Maß zu entwickeln. Darüber wird auch darauf eingegangen, wie man sich z.B. auch auf elektronischem Wege (also per Email) bewerben kann, welche Möglichkeiten man hat, wenn man die Bewerbung bereits abgesendet hat, wie man die Möglichkeiten des Networkings für sich nutzen kann und anderes mehr.
Fazit: Ein praktischer und hilfreicher Ratgeber für alle, die ihre Bewerbungen mit etwas Pfiff gestalten wollen und dabei unsicher darüber sind, wie viel Pfiff angemessen ist.
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Das Konzept dieses Ratgebers für unkonventionelle Bewerbungen überzeugt mich. Denn es motiviert den Leser zwar zu kleinen und grösseren Wagnissen, schützt ihn aber auch vor allzu mutigen Schritten, die vom Empfänger dann eher als tapsige Fehlversuche wahrgenommen werden. Die Warnungen sind daher ebenso aufmerksam zu lesen wie die verständlichen Gebrauchsanweisungen, nützlichen Tipps und anschaulichen Musterbeispiele. Außerdem läßt der Verkaufspreis zu dass es sich alle leisten können.