Gegen den Frust im Job
Von Tania Konnerth • 5 Kommentare
"Das Frustjobkillerbuch: Warum es egal ist, für wen Sie arbeiten" von Volker Kitz und Manuel Tusch. – 254 S. – Frankfurt a.M.: Campus, 2008. – ISBN: 3-5933-8666-6. – ca. 20,- EUR
Es ist immer wieder spannend, Bücher zu lesen, die einmal einen ganz anderen Ansatz vertreten als man selbst. In diesem Sinne hat mich das "Frustjobkillerbuch" sehr interessiert, denn die These der Autoren ist die, dass es nicht darum geht, den richtigen Job zu finden oder die richtige Firma. Sie behaupten, dass alle Jobs gleich sind und dass es egal ist, für wen man arbeitet.
Beim Lesen fragte ich mich trotz allem Humor und allem Verständnis, das die Autoren durchklingen lassen, was so eine Aussage wohl mit Menschen macht, die wirklich harte Jobs haben, Jobs, die ihnen deutlich mehr abverlangen, als es sich manch’ ein Schreibtischarbeiter auch nur im Traum vorstellen kann? Oder Job-Situationen, in denen Menschen massiv ausgenutzt werden? Oder solche, die die Arbeitnehmer/innen an die Grenze der psychischen Belastbarkeit bringen? Kein Job soll besser sein als diese? Klingt ein bisschen wie ein Hohn, oder nicht?
Gleich zu Beginn erklären die Autoren den Ansatz, sich auf die Suche nach dem Traumjob zu machen, für Unsinn. Es sei eine Illusion, einen solchen zu finden, weil kein Job dauerhaft Spaß mache, weil mehr Geld auch nicht zufrieden macht und weil man überall mit nervigen Leuten, mit mangelnder Anerkennung und anderen Frustfaktoren zu tun hat. Das sei halt so und das Beste ist, sich damit abzufinden, sprich: die eigenen Erwartungen an die Realität anzupassen.
Im zweiten Kapitel das "Machen Sie den Job, den Sie haben, zu dem Job, den Sie wollen" bekommen Sie dann Denkanstöße und praktische Übungen geboten. Es gibt Fragen für die Selbstreflexion, es gibt Affirmationen, es gibt Denkanstöße. Es geht um darum, "selbsterfüllende Prophezeiungen" zu erkennen, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich auf neue Möglichkeiten zu programmieren. Und wenn Sie nun denken, dass sich das ja auch nicht viel anders anhört als das, was man tun soll, wenn man seinen Traumjob finden möchte, haben Sie recht…
Volker Kitz und Manuel Tusch können schreiben. Die Texte sind witzig und locker und mit der nötigen Portion Polemik versehen, die Spaß macht und dafür sorgt, dass die meisten beim Lesen bedächtig mit dem Kopf nicken werden. Und es ist tatsächlich eine gute Idee, die eigenen Erwartungen mal auf ihren Realitätsgehalt hin zu untersuchen und zu überlegen, ob die momentane Situation denn wirklich so schlecht ist, wie man glaubt. Manch einer wird hier tatsächlich darauf kommen, dass es ganz so übel gar nicht ist. Gleichzeitig aber lädt der Aufruf zum "Abfinden" zur Untätigkeit ein – und das ist nicht nur im Hinblick auf die eigenen Entwicklungspotentiale (die sich ja verändern können), sondern gerade auch in Zeiten, in denen kein Job mehr sicher ist, ein doch recht fraglicher Lösungsansatz.
Inwieweit ihr Ansatz Menschen, die unzufrieden mit ihrem Job sind, helfen kann, dürfte typenabhängig sein. Letztlich geht es auch in diesem Buch um die drei Optionen, die wir alle haben, wenn wir mit einer Situation unzufrieden sind: Wir können sie annehmen, wir können sie ändern oder wir können sie verlassen.
Fazit: Ein ach so anderer Ansatz zum Thema "Zufriedenheit im Job", der in letzter Konsequenz gar nicht so anders ist.
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Na ja, egal wäre es mir nicht bei wem ich arbeite. Bei manchen Arbeitgebern würde ich schon aus ethischen Gründen nicht beschäftigt sein wollen.
Wenn die Autoren allerdings damit meinen, dass es im Grunde überall mies ist, könnte das sein. Aber vielleicht ist es bei dem einen oder anderen noch etwas mieser. Und dann ist der Job, der am wenigsten mies ist, eben doch der Traumjob
Träume relativieren sich halt auch. Alles eine Frage der Sichtweise.
"Sie behaupten, dass alle Jobs gleich sind und dass es egal ist, für wen man arbeitet."
Diese These mag auf die beiden Autoren zutreffen mag, aber sonst Quatsch ist. So ganz nach dem Motto "Schreiben wir mal was, egal ob realistisch, Hauptsache es verkauft sich".
Es ist nicht egal für wen oder was ich arbeite. Seit ich für mich selbst arbeite, und auf meine Art und Weise und mit den Klienten die mir passen, bin ich seit Jahrzehnten zufrieden. Und ich möchte ich keine Job und zu keinem Chef davor mehr zurück, also ist es überhaupt nicht egal für wen und was ich arbeite.
An sich ein klasse Buch mit tollen Tips, Anregungen und Überlegungen.
Nur leider nützen diese alle nichts, wenn Arbeitgeber die Mitarbeiter mit Tarifverträgen rausmobbt, nur weil diese Mitarbeiter zu teuer sind.
Ich denke, wenn es um einen Job geht in dem die Beziehungs/ Gefühls-ebene involviert ist, dann sind es Welten für was man arbeitet. Für wen man arbeitet ist eher ne Sache der pers. Haltung.
Letztlich gibt es aber tatsächlich nur die drei bereits genannten Optionen.
Auf jeden Fall hilfreich:"Sich mit dem Frustjobkillerbuch auseinanderzusetzten".Als alter Berufsmarktveteran kann ich jedem nur raten, sich insbesondere mit frustrienden Jobs auseinanderzusetzten, die keiner machen will.Denn diese erweisen ich nach der frustrierenden Einstiegsphase als Paradiese. (Wie bei der Bundeswehr, 3 Monate Grundausbildung, danach nur noch Kaffee kochen). Aber auch ich habe in der Vergangenheit schon mal die Flinte ins Korn geworfen, doch Vorsicht! das sollte man niemals aus Frust tuen, sondern sich in solchen frustrierenden Jobs immer wieder persönliche Grenzen setzten, bei denen man sowas macht. Das Frustjobkillerbuch ist ein guter Ansatz dafür und ich würde diesen Titel noch um das Kapitel ergänzen wollen, Grenzerfahrungen, ab denen man gehen sollte, wie z.B. Nervenzusammenbrüchen, Depressionen, Selbstmordgedanken, Versagensängtste (Spätesten Hier!)