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Geballtes Erfolgswissen

Von Tania Konnerth10 Kommentare

"Jenseits vom Mittelmaß: Unternehmenserfolg im Verdrängungswettbewerb" von Hermann Scherer. – Offenbach: Gabal, 2009. – 351. S. – ISBN-10: 3-8974-9910-X. – ca. 50,- EUR (gebunden, Großformat, durchgehend farbig)

"Jenseits vom Mittelmaß" ist genau das: jenseits vom Mittelmaß. Dieses Buch ist groß, dick, schwer, bunt, hochwertig ausgestattet und prall gefüllt mit hochinteressanten, hilfreichen, nachdenklich machenden Informationen dazu, was (Unternehmens)Erfolg ausmacht.

Die Grundlage des Buches bildet der Foliensatz eines Live-Vortrags von Hermann Scherer. Zu Beginn war ich etwas skeptisch in Hinsicht auf die Umsetzung der Folien in Buchform, aber das ist sehr gut gelöst worden. Zum einen sind die Folien selbst schon sehr gut (und fast alle selbsterklärend), darüber hinaus aber werden diese mit vielen informativen Texten, Anmerkungen und Zusatzinfos ergänzt.

Inhaltlich geht es um 25 Themen-Module, darunter z.B.

Mit Erscheinen dieses Buches kann sich eigentlich kein Unternehmer mehr damit herausreden, es nicht besser gewusst zu haben, den hier finden Sie geballtes Erfolgswissen. Und das wird auch noch gut aufbereitet und mit viel Humor präsentiert.

Fazit: Ein Muss für alle Unternehmer/innen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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  1. Hubert schreibt am 16. April 2009 um 07:00

    Ist ja interessant, die Theorie vom Mittelmaß.
    Nur: Wenn wir uns alle auf die Zehen stellen, sieht keiner besser!

  2. Vianne schreibt am 16. April 2009 um 18:05

    Wir brauchen sie alle: Die, die auf den Zehen stehen, die die ohne zu fragen einfach machen, die die mit Leidenschaft angehen und vielleicht ändern.
    Die Aufmerksamen (diese stehen ja vielleicht auf den Zehen), die etwas bemerken, ansprechen - hoffentlich den Richtigen ansprechen, der dann auch ändern kann, die Genügsamen, die Ruhe und Frieden bringen
    etc.
    Die Kunst besteht vermutlich darin, jeden seinen Fähigkeiten entsprechend einzusetzen - meine Gedanken zum Personalmanagement.
    Erfolgreiche Verkaufsstrategien müssen auf solvente Kunden treffen, sonst nutzt alles nix.

  3. Irmy schreibt am 16. April 2009 um 18:41

    Die Befürchtung hab ich nicht Hubert. Da es anstrengender ist, auf den Zehen zu stehen, werden das gar nicht alle auf sich nehmen wollen, sondern sich mit lieber mit dem Mittelmaß begnügen.

  4. Hubert schreibt am 16. April 2009 um 23:13

    @Vianne
    Das erfolgreiche Verkaufstrategien auf solvente Kunden treffen müssen, ist sicherlich eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung.
    Beim gegenwärtigen Nachfragerückgang in allen Wirtschaftssektoren ist sowohl das eine wie das andere vorhanden. Wir haben gesättigte Märkte und zu hohe Produktionskapazitäten, das scheint mir das Problem zu sein.
    Und die, die Nachfrage hätten, die haben kein Geld.

    @Irmy

    Nun ja, ich stelle mich auch nicht auf die Zehen, weniger weil es mir zu anstrengend ist, sondern weil ich das gar nicht sehen will, was es da zu sehen gibt. Fühle mich in meiner Mittelmäßigkeit aber durchaus wohl.
    Nehmen wir aber mal die Automobilindustrie als aktuelles Beispiel. Da stellen sich gegenwärtig alle auf die Zehen und machen Verrenkungen ohne Ende. Mit welchem Ergebnis?
    Keine macht höhere Umsätze gescjweoge denn Gewinn, sondern wir erleben eine ruinöse Konkurrenz, bei der die Schwächsten die größten Lasten zu tragen haben. Die versuchen zwar auch noch auf den Zehen zu stehen, weil sie müssen, aber sehen tun sich schon lange nichts mehr.
    Vielleicht ist dieses System an seinen Grenzen angelangt.

  5. Irmy schreibt am 17. April 2009 um 06:49

    @Hubert,

    mit der Autoindustrie, sehe ich das genau so, doch sie verursacht konzentrische Ringe. Momentan bekommen viele Branchen den wirtschaftlichen Wandel zu spüren und werden in verschiedenen Bereichen umstrukturieren müssen.

    Da heißt auf die Zehen stehen auch, sich einen Überblick der nicht offensichtlichen Möglichkeiten, zu verschaffen.

  6. Hubert schreibt am 17. April 2009 um 08:26

    Den wirtschaftlichen Wandel, den sie zu spüren bekommen, wie Du schreibst verursachen sie selber, durch ihr auf die Zehen stellen.
    Das ist wie mit der Globlaisierung der Wirtschaf, oder genauer genommen ein Teil von ihr. Die wird überall als nicht zu änderndes Naturgesetz verkauft, ist aber von Hand gemacht und auch so gewollt. Diese Systeme haben die Tendentz sich so zu verhalten wie Organismen unter den Bedingungen des Darwinismus. Sie bedienen sich rücksichtslos aus der Umwelt, um sich selbst zu erhalten.
    Bei diesem Wirtschaftssystem wird das meiner Ansicht nach nicht funktionieren, weil die Spirale sich einfach nur schneller dreht aber keine wirklich nützliche Funktion hat.
    Der Ursprungsgedanke aller wirtschaftlichen Aktivitäten, nämlich die Versorgung der Teilnehmer mit Gütern, und für die man sich ja durchaus auf die Zehen stellen könnte, ist ja ins Absurde abgeglitten. Es werden Dinge produziert, die keiner haben will oder keiner kaufen kann und damit das geändert wird, und jetzt sind wir wieder beim Ausgangsgedanken (Buch über Marketing) werden weitere erhebliche Resourcen verbraucht, jemanden zum Essen zu bewegen, der längst keinen Hunger mehr hat. Und der der Hunger hat, kann nicht mehr auf den Zehen stehen.
    Ich weiss, ich bin ein wenig vom Thema abgekommen, aber man kann diesen Irrsinn auch nicht in zwei Sätzen skizzieren.

  7. Irmy schreibt am 17. April 2009 um 08:59

    Deinen Kommentar sehe ich problem- und nicht
    lösungsorientiert.

    Was schlägst du vor Hubert?
    Sollen nun alle Unternehmer resignieren?

  8. Hubert schreibt am 17. April 2009 um 11:17

    Mein Kommentar war auch gar nicht lösungsorientiert gemeint, sondern problematisierend.
    Ich sehe es auch nicht als meine Aufgabe an, hier Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Dafür gibt es hoch dotierte Menschen in Instituten. Nach allen Beobachtungen allerdings mit wenig tauglichen Vorschlägen. Zinssenkungen sind vollkommen wirklungslos und die Abwrackprämie ist etwas, was in marktwirtschaftlichen Ordnungen eigentlich gar nicht vorkommen dürfte. Daneben die Diskussion über die Verstaatlichung von Banken (eigentlich eher im Vokabular von Sozialisten zu finden), Milliardenbürgschaften etc. etc. Da ist in sich nichts mehr stimmig, sondern meiner Ansicht nach blinder Aktionismus, auch im Hinblick auf Wahlen.

    Was ich mir allerdings wünsche, ist eine breit angelegte öffentliche Diskussion über das gegenwärtige Wirtschafts- und Gesellschaftssystem auf halbwegs akzeptablen Niveau.
    Insbesondere unter den Gesichtspunkten Globalisierung der Märkte, Einkommen- und Vermögensverteilung in Deutschland aber auch weltweit und der vorhandenen bzw. nicht vorhandenen Chancengerechtigkeit.
    Auch eine Diskussion in der weniger gelogen und in der Dinge für den "Normalbürger" transparent gemacht werden.

    Bin gerne bereit noch weitere Fragen zu beantworten, habe aber ein etwas ungutes Gefühl, ging es hier Eingangs doch um Literatur zum Marketing und nicht um solch grundlegende Dinge.

  9. Irmy schreibt am 18. April 2009 um 15:03

    Es geht mir hier in erster Linie um das Buch und dessen Positivum. Ja, für eine Diskussion übers Wirtschaftssystem,
    ist das Buchblog wahrscheinlich nicht gedacht.;-)

  10. Christine Wettinger schreibt am 4. Januar 2010 um 21:33

    Meiner Meinung nach kein sonderlich intelligentes Buch. Verkaufspsychologie ist Manipulation, und leider bleibt ethisches Handeln bei den meisten Unternehmern auf der Strecke, indem sie sich eben zu sehr auf den materiellen und finanziellen Erfolg konzentrieren und auf diese und jene Strategien, die gerade in der Mode sind. Das Wort Verdrängungswettbewerb erfordert Aufklärung; dass die Konkurrenz auf dem Markt seit der Globalisierung zugenommen hat und jeder dem anderen die Marktanteile wegnehmen möchte, ist nichts neues mehr. Vielmehr sollten die wahren Motive hinterfragt und der Realität ins Auge geschaut werden, warum unsere Wirtschaft den Bach runter geht und manche Unternehmer lieber ihren Platz frei machen sollten, zum Wohle aller.