Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Anregungen bei Arbeitslosigkeit

Von Tania Konnerth10 Kommentare

"Arbeitslos und trotzdem glücklich: Chancen ergreifen und die Zeit sinnvoll nutzen" von Bärbel Mohr und Laila Schmid. – Burgrain: Koha, 2009. – ISBN: 3-8672-8100-9. – ca. 9,- EUR

"Arbeitslos und trotzdem glücklich" – dieser Titel dürfte sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen. Arbeitslose Menschen, die eher optimistischer Natur sind, dürften beherzt zu dem Buch greifen, während Pessimisten diese Formulierung wohl eher als zynisch empfinden dürften. Dabei sei auch ihnen geraten, wenigstens einmal hineinzuschauen – denn das kleine Buch könnte tatsächlich die Sicht ein Stück verändern.

Wohltuend an dem Buch ist, dass hier nicht jemand schlaue Ratschläge für Betroffene zusammengefasst hat, sondern dass es aus der Feder einer Betroffenen stammt. Laila Schmid schreibt direkt aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz heraus. Sie selbst verlor unerwartet ihre Anstellung und berichtet hier nun darüber, wohin sie dieser Weg führte.

Ein wesentliches Element, das die Autorin aus dem Frust geholt hat, war ihr ehrenamtliches Engagement. Und darin steckt tatsächlich viel Potential: die frei gewordene Zeit sinnvoll und aktiv zu nutzen, das eigene Selbstwertgefühlt aufzubauen und zusätzlich neue Fähig- und Fertigkeiten zu gewinnen – all das lässt die Arbeitslosigkeit weniger hoffnungslos wirken. Darüber hinaus gibt es viele weitere Denkanstöße für den Umgang mit der Arbeitslosigkeit sowie konkrete Tipps, Adressen und Rat.

Fazit: Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich nicht dem Frust der Arbeitslosigkeit hingeben, sondern aktiv damit umgehen wollen.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

Jetzt bestellen bei: Bestellen bei Amazon

  1. Jürgen schreibt am 26. Juli 2009 um 01:58

    Angesichts der Tatsache, dass wir in Zukunft wohl mit einer Zahl von Arbeitslosen leben werden, die die heutigen Zahlen weit übersteigt, wird es wirklich allerhöchste Zeit, mehr über die Dinge nachzudenken, die unserem Leben neben dem Beruf und der Arbeit einen Sinn verleihen. Und da gibt es sehr, sehr viele. Ehrenamtliches Engagement ist da schon eine der wirklich guten Möglichkeiten, etwas für sein Selbstwertgefühl zu tun. Das Gefühl, gebraucht zu werden, ist gerade für Menschen, die sich über ihre Arbeit definiert haben, von entscheidender Bedeutung, ja lebensnotwendig!

    Ich selbst habe während meiner Arbeitslosigkeit ein 4-wöchiges Praktikum in einer Einrichtung für wohnungslose Menschen in Freiburg absolviert. Ich habe in dieser Zeit einen Sinn und eine Befriedigung durch diese von außen betrachtet relativ einfachen Tätigkeiten erfahren, die mir mein anspruchsvoller Beruf als Speditionskaufmann nie geben konnte. Deshalb arbeite ich auch heute noch hin und wieder dort mit.

    Dabei geht es um weit mehr, als belegte Brötchen verteilen, Wäsche waschen oder Rasier- und Waschzeug ausgeben. Gerade dass man mit ihnen spricht anstatt über sie und dass man ihnen dabei auch direkt in die Augen schaut, ist etwas, was diese Menschen selten erfahren.

    Eine große Freude ist es auch zu sehen, wie engagiert die Bürger von Freiburg sind. Jeden Tag treffen Sach- und Geldspenden ein. Jeden Tag kommen ehrenamtliche Helfer und versorgen die Gäste mit Frühstück und Verständnis. Wenn Du Dein Herz öffnen willst und wahrhaft wertvolle Menschen kennenlernen möchtest, kann ich Dir so eine "Arbeit" nur empfehlen. Du bekommst weit mehr zurück als Du gibst!

    Darüber hinaus gibt es wie gesagt noch eine Menge anderer sinnvoller Dinge, für die man die gewonnene Zeit nutzen kann. Und als ein großes Geschenk sollte man es betrachten, wenn man plötzlich selbst über das bestimmen kann, was man an einem Tag tun will. Da stecken unglaubliche Möglichkeiten drin. Und es wird aufgrund der wirtschaftlichen Lage und vor allem aufgrund des technischen Fortschritts künftig noch wichtiger sein, sich seine Lebensaufgabe, seine Berufung selbst zu suchen und zu gestalten. Es ist ja nicht so, dass keine Arbeit da wäre. Es ist lediglich so, dass die Arbeit, für die wir über Jahrzehnte ausgebildet wurden, heute kaum noch gefragt ist. Die meisten Dinge, für die früher eine hohe Qualifikation erforderlich war, können heute junge und preiswerte Kräfte mithilfe moderner Computertechnologie und intelligenter Software besser und schneller erledigen. Wir müssen also neue Wege finden, Wege, die unserem Wesen und unseren Begabungen entsprechen, und mit denen wir trotzdem oder erst recht unseren Lebensunterhalt bestreiten können.

    Bärbel Mohr hat es uns vorgemacht, wie man aus einer Idee (Bestellungen beim Universum) einen Beruf machen kann, den es vorher nicht gab. Heute hat sie eine ganze Reihe von "Jobs", die alle mit dieser Idee in Verbindung stehen und in denen sie alle ihre Talente ausleben kann. Machen wir es ihr nach.

    Ich wünsche diesem Buch jeden Erfolg, den es verdient.
    Jürgen

  2. Gabriela schreibt am 26. Juli 2009 um 15:20

    Ich bin seit einigen Jahren erwerbslos und sehr glücklich dabei. Nach fast vierzig Arbeitsjahren kann ich mal etwas für mich tun und nicht mehr für Staat und Arbeitgeber. Ich genieße jede Stunde. Nur mein Kontostand macht mir Kummer. Besonders wenn ich mit einer Hartz IV-Rente in Pension gehe. Endlich kann ich mein Zuhause genießen. Meine Bilder malen und an meinem Buch schreiben. Ein herrliches Gefühl morgens nicht mehr um sechs Uhr auf der Matte stehen zu müssen - bei Wind und Wetter. Um abends vollkommen erschöpft, nach einem 12-Stunden-Tag, in die Kissen zu sinken.
    Wir müssen umdenken. Ganz schnell. Wir sind nicht auf der Welt um arbeiten zu müssen. Sondern um arbeiten zu dürfen. Dann wird auch unser Leben wieder menschlicher. Entspannt können wir wieder mehr aufeinander zugehen.

  3. Angelika schreibt am 26. Juli 2009 um 16:11

    @Gabriele
    Ein tolles Leben hast du! Wie schön, dass andere arbeiten gehen, damit du entspannt Bilder malen kannst
    Sorry für die Ironie. aber ich finde es schlimm, dass Dir nur dein Kontostand sorgen machst- vielleicht schaust du mal über deine Nasenspitze und erkennst, dass ein solches Verhalten die Gemeinschaft kaputt macht. Und dann gibt es auch kein Harz 4 mehr!

    Zu dem Buch von Bärbel Mohr: Frau Mohr ist Expertin für alles: schlechten Sex, Geldmangel, fehlende Partnerschaft- all diese Probleme kann sie für uns leben.
    Das Problem nur, wenn einer glaubt, er wäre in allem Experte: Irgendwie íst alles durchschnittlich. Ich kann die gute Bewertung nicht teilen

  4. Tom schreibt am 26. Juli 2009 um 22:07

    @Angelika
    Wozu der Neid?

  5. Maria schreibt am 27. Juli 2009 um 00:06

    @ Angelika

    Vielleicht schaust ja Du mal über Deine NasenSpitze, hm?
    Jürgen hat es ja sehr gut beschrieben:
    wegen des technischen Fortschrittes, den wir hier in Europa erleben, werden immer weniger "Arbeiter" benötigt
    Desweiteren sind nicht besondes viele Menschen nötig, um Alle zu ernähren, einzukleiden, ein Dach über dem Kopf zu verschaffen etc.
    Nur leider haben - nicht nur Du, sondern auch - die Politiker das noch nicht gerafft
    ... oder wollen es einfach nicht sehen
    - schließlich gibt es ja noch genügend Menschen (wie Dich), auf welche Schlagworte wie "Arbeitslosigkeit abschaffen!" oder "Weniger Arbeitslose!" magisch wirken - und diese dann ihr Kreuzchen an die "richtige" Stelle setzen

    Ich bin im Übrigen auch dafür Arbeitslosigkeit abzuschaffen
    Es gibt nämlich für Jeden etwas (für ihn) Sinnvolles zu tun!
    Nur werden diese Tätigkeiten (noch) nicht "entlohnt"
    Jeder ist wichtig!
    Und jeder sollte leben können
    ... nur leider ist in unserer heutigen (Tausch-)Gesellschaft dafür Geld von Nöten
    ... welches einfach "besser" und damit gerechter verteilt werden sollte
    Und "Arbeitslose" gäbe es dann nicht mehr!

  6. Maria schreibt am 27. Juli 2009 um 00:43

    ... aber ursprünglich wollte ich zu Gabrielas Kommentar etwas "sagen" *schmunzel*

    Ich finde es schön, dass Du Dir "nur" Sorgen um Deinen Kontostand machen brauchst
    Und dass Du in Ruhe Dein Buch schreiben und Deine Bilder malen kannst
    Kurz: Dich "entfalten" kannst

    Dieses Glück haben die meisten Hartz IV Empfänger nicht
    Sie werden vom JobCenter zu diesem und jenem (entwürdigendem und unterbezahltem) Job geschickt, zu fragwürdigen QualifikationsMaßnahmen oder in Umschulungen zu Berufen, welche just zur Beendigung dieser Maßnahme nicht mehr gefragt sind
    Toll!
    Wie schön, dass wenigstens die Menschen, welche im Arbeitsamt bzw im "JobCenter" "arbeiten", eine Beschäftigung haben, die ihnen wahrscheinlich sogar sinnvoll erscheint und einen guten Selbstwert vermittelt
    Schließlich sind sie ja was "Besseres" als ihre sog. Kunden! *Nasehoch*
    Und wie schön, dass SteuerGelder für solchen "Mist" ausgegeben werden
    Dafür, dass Menschen (die Hartz IV Empfänger) sich wie der letzte Dreck, oder zumindest völlig minderwertig und sinnlos fühlen
    Und dafür, dass Die Krankenkassen immer mehr für die Behandlung von Depressiven aufkommen "darf"

    Jeder Mensch ist wertvoll!
    Und jeder Mensch trägt etwas zu dieser, unseren Gesellschaft bei
    Und sei es "nur", dass er konsumiert
    Denn selbst der autarkste Selbstversorger braucht mal eine neue Egge oder hat Mal keine Zeit, sich seine Stricknadeln zu schnitzen
    Und deswegen bin ich für das Konsumsteuerfinanzierte bedingungslose GrundEinkommen

    Jeder bekommt einen bestimmten Betrag an Geld jeden Monat
    Einfach so - weil er lebt
    Und so, dass es für ein gesundes Leben reicht
    "Woher nehmen?!"
    Ganz "einfach":
    * Arbeitsämter mit ihrer unsäglichen - und dazu Unmengen an Papier vernichtenden - Bürokratie werden abgeschafft
    Dazu Wohnämter, die Familienkassen, BaföGStellen etc
    Eben alles, was sog. Transferleistungen zahlt
    Das spart eine ganze Menge Kohle ein, die anderweitig verteilt werden kann
    ... und keine Sorge; die Angestellten werden schon sinnvolle Beschäftigungen finden
    Und wenn es in der GrundeinkommensVerteilstelle ist ;o)
    * Als Weiteres werden sämtliche Steuern abgeschafft
    Die Lohnsteuer zBsp
    Ich habe es NIE verstanden, warum einen, für die Arbeit die mensch leistet, Geld abgezogen wird - also quasi "bestraft" wird
    Anstelle dieser ganzen völlig undurchsichtigen Steuern kommt die Konsumsteuer
    Die könnte so ungefähr bei 50 % liegen
    Aber keine Sorge, dafür fallen ja die anderen Steuern, die von den Produzenten/Händlern auf sämtliche Waren aufgeschlagen werden, halt weg

    So gibt es einen schönen Kreislauf
    "Geld muss fließen - sonst ist es ohne Wert" las ich einmal
    Und ich finde, da ist was wahres dran

    Ja, und wer weiterhin - oder jetzt endlich - in "Luxus" leben will, der geht halt Geld verdienen
    Zusätzlich - so viel er will (bzw kann ;)
    Und wenn mensch von seinem Arbeitgeber - bzw Tätigkeit gegen Geld Tauscher - ungerecht behnadelt wird, kündigt er
    Ganz einfach, Ohne ExistenzAngst, Reue oder "Anmache" von irgend einem AAangestelltem
    Schließlich ist der Mensch durch das GrundEinkommen abgesichert

    Ich finde, so ist das Leben auch gleich lebenswerter
    ... und mensch kann Bilder malen, Bücher schreiben oder denen, die noch immer Unterstützung benötigen, helfen
    Jeder das, was ihm einen Sinn gibt

    ... und ich gehe jetzt völlig zufrieden mit mir selbst und erschöpft ins Bett
    Was ich ursprünglich schon vor einer guten Stunde machen wollte ;o)

    PS: Gabriela,
    ich wünsche Dir ganz viel Kreativität, die Du nun fließen lassen kannst
    ... und Erfolg! ;o)

  7. U. schreibt am 27. Juli 2009 um 12:09

    Solche "Ratgeber" mögen ja vielleicht sogar gut gemeint sein. Allerdings kann zumindest ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man, wenn man arbeitslos wird, erst mal einen ziemlichen Schock hat und diesen verarbeiten muß. Dann stellen sich z. B. existenzielle Fragen ob man in der Wohnung bleiben kann, ob man die Heizkosten-Abrechnung noch bezahlen kann etc. Dann kommt die Angst, dass man vielleicht keine gute Stelle mehr finden wird - insbesondere nach ständigen Absagen auf x Bewerbungen und Abklappern nach anderen Möglichkeiten. Die Arbeitsagentur bewilligt das erste halbe Jahr erst mal gar keine weiterqualifizierenden Kurse und danach ist dann die "Restzeit" zu kurz für eine eventuell sinnvolle Weiterbildung. Vorher allerdings muss man x Kurse besuchen, die einem beibringen sollen, wie man sich richtig bewirbt - bei denen allerdings jeder etwas anderes erzählt. Nur, dass es eben nicht genügend offene Stellen gibt, das sagt keiner. Wenn dann das Jahr sich zu zwei Drittel seinem Ende zuneigt und die Arbeitsagentur einem schon mal den Tipp gibt, jetzt schon Harz IV zu beantragen, dann geht es einem wirklich richtig schlecht und man ist nicht unbedingt zugänglich für solche Literatur. Dafür zugänglich sind häufig Menschen, die vorher sehr gut verdient haben und sich dadurch ein gutes finanzielles Polster ansparen konnten, von dem sie die nächsten Jahre sogar ohne wesentliche Einsparungen gut leben können. Der Kopf ist nämlich nur frei, wenn man nicht um die sogenannte nackte Existenz kämpfen muß....

  8. Jürgen schreibt am 27. Juli 2009 um 12:45

    Liebe Maria,

    Du sprichst mir mit Deinen beiden Kommentaren wirklich aus der Seele. Alles, was Du sagst, würde ich am liebsten ganz fett unterstreichen!

    Im Falle der Konsumsteuer würde ich sogar noch weiter gehen und sie staffeln. Dinge, die für jeden Menschen absolut lebensnotwendig sind (gesunde Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Bildungsmaterial wie Bücher etc., kulturelle Veranstaltungen, Kommunikationseinrichtungen, öffentliche Verkehrsmittel, Alltagskleidung, ein Dach über dem Kopf und Ähnliches würde ich vollkommen steuerfrei lassen, damit das Grundeinkommen, das gar nicht so übertrieben hoch sein muss, dafür auch ausreicht. Alles andere, was jemand darüber hinaus noch will - und da wird es vieles geben, denn wir leben gerne bequem und mit einem gewissen Luxus - sollte dann gestaffelt werden. Wer 100.000 Euro für einen Wagen ausgeben will und kann, der darf die Gemeinschaft auch mehr unterstützen als jemand, der nur 10.000 Euro für einen fahrbahren Untersatz ausgeben möchte. Und wer dann wirklich noch meint, aus unserem Land flüchten zu müssen, der hat nichts verstanden und möglicherweise schon vorher nicht den Beitrag geleistet, der fair gewesen wäre.

    Ich bin froh, dass Du hier nicht nur "linke Sprüche" verbreitet, sondern auch ganz klar die Finanzierbarkeit angesprochen hast. Ich bin sicher, dass sich das alles bezahlen lässt. Wenn wir Steuerzahler jetzt plötzlich die von den "klugen Köpfen" der Finanzwelt verursachte Krise bezahlen dürfen, werden wir auch für unser eigenes Wohlergehen die nötigen Mittel aufbringen. Wir hätten ja dann einen unmittelbaren und spürbaren Nutzen von jedem Cent, den wir zusätzlich erwirtschaften. Wenn ich mich heute dagegen umsehe, zeigt sich ein ganz anderes Bild. Erst am Wochenende haben meine Eltern und ich uns über den Kauf von Schloss Salem durch die baden-württembergische Regierung (wer ist eigentlich "das Land"?) unterhalten und uns vorgenommen, bei einem Besuch an der Kasse zu fragen, warum wir Eintritt für ein Gebäude bezahlen sollen, von dem wir Miteigentümer sind ;-)

    Und das Argument, dass die Menschen sich dann nur noch faul aufs Sofa legen, wenn sie für ihren Lebensunterhalt nicht mehr arbeiten müssen, stimmt einfach nicht, jedenfalls nicht für den Großteil der Bürger. Die meisten wollen sich nützlich und gebraucht fühlen. Nicht umsonst sind wir Weltmeister darin, was ehrenamtliche Tätigkeiten angeht. Und die Ausnahmen kommen auch heute schon sehr leicht durchs Leben. Ich selbst bin nun wirklich eine ganz "faule Socke". In dem von mir nur wenig geliebten Speditionsjob quäle ich mich nur so durch den Tag, wenn ich nicht gerade mal wieder auf der Suche nach einer anderen Herausforderung bin, was die Ämter bei meiner Qualifikation leider nicht allzu lange dulden (Gabriela hat es da wirklich gut getroffen, auch wenn sie mit Neidern immer wird leben müssen, solange sich nicht grundlegend etwas in unserem Denken ändert). Die Produktivität lässt bei so einer negativen Einstellung dann auch sehr zu wünschen übrig. Ganz anders sieht es mit meinem privat betriebenen und völlig nichtkommerziellen Blog aus. Wie vielen Menschen ich damit schon Freude gemacht oder ihnen sogar in schwierigen Situationen geholfen habe, können nur die Betroffenen selbst beurteilen. Doch die Reaktionen, die ich bekomme, geben mir genügend Motivation, um am Ball zu bleiben. Und das, obwohl die ganze Sache mich eine Menge Geld, Zeit und Energie kostet. Wenn mich dafür jemand bezahlt - Sponsoren sind jederzeit willkommen ;-) - oder das von Götz W. Werner angeregte Grundeinkommen morgen Wirklichkeit wird, würde ich damit trotzdem weitermachen - dann aber wahrscheinlich 8 bis 12 Stunden täglich und nicht nur in der knappen Freizeit. Welche Wirkung das haben könnte - ich wäre ja nicht der Einzige, der sich kreativ einbringt - darf sich jede/r selbst ausmalen. Und es gibt viele Menschen, denen das Schreiben und Philosophieren weniger liegt und die lieber anpacken. Was könnten die mit ihrer neu gewonnenen Freiheit alles bewirken. Das ist jetzt vielleicht nur ein Traum (das Fliegen war es auch mal). Doch die scheinbar im Moment so "schlimmen" Umstände fördern ihn und es gibt immer mehr Menschen, die solchen Ideen offen gegenüberstehen. In Amerika zeigte sich, was eine einzige Wahlnacht alles verändern kann - treffen auch wir die Wahl: für uns und unsere Kinder und Kindeskinder!

    Liebe Grüße,
    Jürgen

  9. Svenny schreibt am 3. August 2009 um 13:58

    Diese Diskussion liebe ich sehr. Den meisten Arbeitslosen und HartzIV-Empfänger die ich kenne, geht es scheinbar ganz gut. Zumindest werde ich belächelt, weil ich gerne und viel arbeite.
    Es ist ja so schön, morgens um 09.00 Uhr aufzustehen, dann seinen Waldlauf zu machen, dann schön zu frühstücken, dann ins Cafe zu gehen um Bilder zu malen und zu lesen und auf die zu schauen, die arbeiten (müssen).

    Irgendetwas habe ich hier scheinbar nicht verstanden.
    Um nicht mißverstanden zu werden: Auch ich engagiere mich ehrenamtlich im DRK für ältere Menschen, habe hier eine Ausbildung gemacht und sehr viel Spaß - weil so viel zurückkommt.
    Ich war immer selbstständig und noch nie ohne Arbeit, weil ich immer das gemacht habe, was mir Spaß macht und damit auch erfolgreich war und bin. Und ich habe, anstatt fernzusehen, mich weitergebildet und dabei immer wieder neue Ideen entwickelt und nicht abgewartet, was passieren könnte.

    Leute, wenn Ihr einen Kopf, zwei Hände und Füße habt, dann ist das unendlich mehr als viele kranke oder behinderte Menschen haben. Und ihr solltet dankbar dafür sein.

    Vielleicht sollte man einmal hier ansetzen und allen begreiflich machen, dass wir alle eine gewisse Selbstverantwortung für unser Leben haben und nicht immer nach dem Staat oder sonstwen rufen, wenn etwas schief in unserem Leben gelaufen ist.

    Hier noch ein Hinweis: Ich gebe Euch allen recht, dass jeder Mensch wertvoll ist. Sehr wertvoll sogar. Aber warum ist es für einen Arbeitslosen oder HartzIV-Empfänger so schwer, z.B. einmal darüber nachzudenken, welche Leidenschaften er hat, welche Stärken er für sich stärken kann (Stärken hat jeder) und wo seine Berufung liegt. Dies ist gar nicht so schwer. Und dann in ein Unternehmen zu gehen (z.B. eine Werbeagentur, eine Autowerkstatt, eine Boutique usw.) und seine Dienste für 4 Wochen kostenlos anzubieten.
    Oder sich ein Schippe und einen Rechen zu nehmen, in ein Gebiet mit Eigenheimen zu gehen und dort die Gärten von älteren Menschen in Ordnung zu bringen, dabei bei Kaffee und Kuchen die Omis und Opis zu unterhalten und seinen Spaß zu haben.
    Oder in die Obst-Wiesen zu gehen, Äpfel zu sammeln und ....
    Oder, oder oder,... Wenn ich also wirklich etwas machen will, dann muss ich einmal mein Gehirn anstrengen, meinen Arsch hochheben und aufhören zu jammern.
    Auch hier schon wieder eine Idee. Einen Club für Jammerer aufmachen und als Präsident Motivationsvorträge halten und dann ein Buch schreiben: "Wie ich Jammerer vom Jammern befreit habe". Die Webseite "Nicht jammern, anderen helfen!" wäre doch auch noch eine Idee.
    Wenn ihr keine Ideen habt, geht in Youtube und stöbert, was das Zeugs hält. Hier gibt es Millionen Ideen.
    So z.B. auch die Idee, weltweit Straßenmusiker (die nur ihre Musik haben und sonst nichts) zusammenzubringen und den Song "Stand by me" aufzunehmen. Mich hat dieses Video sehr berührt.
    Wen´s interessiert:
    http://www.youtube.com/watch?v=Us-TVg40ExM&eurl=http%3A%2F%2Fwww.zeitblueten.com%2F2044%2Fvideo-playing-for-change%2F&feature=player_embedded

    Ich könnte jetzt noch viele Seiten schreiben. Aber dieses Schreiben hat mich wieder auf so viele Ideen gebracht, dass ich mich lieber hinsetzte, ein Mindmap "Neue Ideen" produziere und überlege, mit wem ich meine Ideen umsetzen könnte. Dies könntet ihr natürlich auch alle machen. Ruft Eure Freunde, Bekannten, Verwandten an, maht Nägel mit Köpfen und legt los. Vielleicht wird es ja was!

    Ich wünsche Euch allen von ganzem Herzen alles Gute und Liebe!

    Svenny

  10. hase schreibt am 4. August 2009 um 01:23

    @ Svenny

    Wow, solche Mädels wie Du sind gut, fühlen sich gut,
    und sind die Besten; weil sie in Ihrem Leben das Glück hatten/ haben erfolgreich zu sein.
    Ich glaube nicht, dass es jemanden weiterhilft ihn grundlos anzufeuern ohne sich ein Bild von den Sorgen und Nöten und Einstellungen der Menschen zu machen.
    ----------
    Das schwierige im Leben ist es, Bier auf Wein zu trinken!
    ----------
    Menschlichkeit, wenig Geld, viel Geld, viel Arbeit, mentale Weiterbildung, glücklich sein, lernen, studieren, Umwelt, Partner, Mobilität, Gesundheit, Sport, Zeit!, ... alles spielt in unserem Leben eine wichtige Rolle, das eine mehr das andere weniger, aber manchmal muss man sich sagen, dass das Leben ist wie es ist und man muss das beste daraus machen.
    -----------
    Also Glück auf und viel Spaß beim Schaffen!