Erinnerungsschätze bewahren
Von Tania Konnerth • 5 Kommentare
"Mama, erzähl mal: das Erinnerungsalbum deines Lebens" von Elma van Vliet. – München: Knaur, 2007. – ISBN-10: 3-4266-6264-7 . – ca. 13,- EUR (gebunden)
Gar nicht so selten gehören die Eltern für viele zu den Menschen, über die sie nur wenig wissen. Die groben Lebensdaten weiß fast jeder und man kennt auch die Schrullen. Was aber ist z.B. mit der Kindheit der Eltern? Wie wuchsen sie auf? Wie lernten sich die Eltern kennen? Welche Träume waren ihnen wichtig, welches waren die wichtigsten Momente? Leider kommen viele Menschen viel zu spät darauf, dass sie ihre Eltern gerne noch so viel gefragt hätten. Denn oft stellen wir erst mit ihrem Tod fest, dass wir sie gerne noch besser kennen gelernt hätten.
Das vorliegende Buch "Mama, erzähl mal" entstand als die Ärzte der Mutter der Autorin mitteilten, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben hätte. Die Idee war, ein Erinnerungsalbum zu erstellen, in dem die Mutter all die Fragen beantworten und darüber hinaus noch eigene Gedanken notieren konnte. Mit "Mama, erzähl mal!" liegt nun ein Buch vor, das jede Mutter ganz individuell füllen kann.
Es finden sich in diesem eher schlichten Buch neben vielen, vielen Fragen auch freier Raum für Fotos und Notizen sowie verschiedene inspirierende Texte und Bilder. Das Buch zu füllen, nimmt sicher einiges an Zeit in Anspruch. Gut investierte Zeit, denn sie kann Generationen verbinden – heute und in der Zukunft. Es wird sicher auch Mütter geben, die keine Lust haben, all die Fragen schriftlich zu beantworten – für diesen Fall kann man sich treffen und die Fragen mündlich stellen und beim Zuhören dann Notizen machen. Der Vorrat an Fragen reicht so für viele gemeinsame Treffen.
In gleicher Ausstattung, aber mit anderen Fragen, Texten und Bildern liegt der Titel Papa, erzähl mal vor.
Fazit: Eine wundervolle Idee und ein tolle Geschenk für die Familie – denn von der Auseinandersetzung mit den Fragen haben alle etwas.
Bewertung: ![]()
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Auch mir ( 60 Jahre alt) geht es so: Ich kann meine Eltern leider nicht mehr fragen, wie sie früher gelebt und wie ich in den Kinder- und Jugendjahren mit ihnen gelebt habe. Da ist ganz viel im Dunkeln. Damit meine Kinder später nicht in die gleiche Situation kommen, habe ich vor ein paar Jahren angefangen, mein Leben, das meiner Frau und unser gemeinsames (Er-)Leben mit den Kindern aufzuschreiben. Ich empfehle, einfach mit dem biografischen Schreiben anzufangen und nicht gleich den Anspruch auf Vollständigkeit zu entwickeln. Mit dem Schreiben kommen immer wieder neue Erinnerungen, die ich dann nach und nach hinzufügt werden können.Ich habe auch gemerkt, dass das Aufschreiben und sich Erinnern eine große Bereicherung für mich bedeuten.
*Tania Konnerth schreibt:*
Herzlichen Dank für Ihre Erfahrung und für die Anregung. Ich find's toll, dass Sie Ihr Leben zu Papier bringen!
Herzlich,
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
Vielen Dank für die supertolle Anregung. Ich werde jetzt das Buch für meinen Vater bestellen. Meiner Mutter kann ich leider keines mehr schenken. Aber auch für Mamas bestelle ich zwei, denn ich habe auch zwei Kinder. Echt klasse.
Prima, dieses Buch hier als Empfehlung zu finden. Neulich kaufte ich es in einer Bahnhofsbuchhandlung. Es hatte mich sofort begeistert, da auch ich meine Mutter nur wenig fragen konnte. Ich nutze dieses Buch als "Vorlage" und schreibe die Fragen und Antworten mit dem PC. Für meine Kinder und meine "Nachwelt".
(..danke für diese website www.zeitzuleben.de. Schon fast so etwas wie "Heimat".. ein schönes Gefühl der Verbundenheit..)
Freut mich, dass dieser Tipp so gut ankommt!
Herzlich,
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
leider gibt es das buch nicht für tanten.... und onkels - aber vielleicht wäre es ja die nächste idee...