Für alle Fälle vorbereitet
Von Tania Konnerth
"Die Vorsorgemappe: mit Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Testamenten" von Michael Bonefeld. – Freiburg i.Br.: Haufe, 2005. – ISBN-10: 3-4480-6551-X. – ca. 20,- EUR
Der eigene Tod ist nicht gerade ein Gute-Laune-Thema und viele schieben den Gedanken daran genauso weit weg wie sinnvolle Vorsorgemaßnahmen dafür. Haben Sie z.B. schon ein Testament verfasst? Würden Ihre Angehörigen im Falle eines Unglücks wissen, wo Sie Ihre wichtigen Unterlagen aufbewahren? Hat jemand einen Überblick über Ihre Versicherungen und Finanzen? Haben Sie eine Patientenverfügung aufgesetzt?
Ich muss zugeben, dass meine eigene Vorsorge bisher auch nur in einem "Ich müsste mal…" besteht. Deshalb habe ich voller Interesse zu der vorliegenden "Vorsorgemappe" gegriffen. In diesem Buch + CD-ROM stellt Michael Bonefeld nicht nur ausführlich dar, an was alles zu denken ist, wenn es um das Thema "Vorsorge" geht, er bietet darüber hinaus vorgefertigte Formulare, Vollmachten, Texte für Patientenverfügungen und vieles, vieles mehr. Im Buch selbst ist Raum, die Formulare ausfüllen. Darüber hinaus können Sie die beigefügte CD-ROM nutzen, um sich Formulare auszudrucken oder sie in der Textverarbeitung zu nutzen. Tipps und weitergehende Informationen runden den Ratgeber ab.
Ganz ehrlich: spaßiger wird das Ganze durch das Buch nicht, aber dafür deutlich machbarer. Gerade für juristische Laien enden Vorsorgemaßnahmen meist schon an Fragen wie "Wie genau muss ich ein Testament aufsetzen?" oder "Was gehört denn in eine Patientenverfügung". Und viele wichtige Punkte fallen einem gar nicht erst ein. Hier bietet die Vorsorgemappe praktische Hilfe – wer sie tatsächlich durcharbeitet, ist danach bestens für alles vorbereitet. Die Ausführlichkeit und der Umfang können allerdings etwas entmutigend wirken.
Schade ist, dass das Thema so trocken bleibt. Formulierungen wie "Die persönlichen Daten meiner Abkömmlinge" oder "Übersicht über die Auswirkungen des Güterstandes" sind natürlich juristisch korrekt, aber eben auch sperrig und uneinladend. Es wäre schön, wenn jemand mal den Versuch machen würde, eine solche Vorsorgemappe mit Humor und einem Augenzwinkern aufzuziehen – dann würden sich bestimmt mehr Leute motivieren lassen, all die Formulare auch wirklich auszufüllen.
Fazit: Eine gute Hilfestellung für alle, die ihre Angelegenheiten systematisch in Ordnung bringen wollen – allerdings braucht man eine ordentliche Portion Selbstdisziplin, um die Mappe auch wirklich praktisch zu nutzen.
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