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Die Sehnsucht nach Kontrolle

Von Tania KonnerthEin Kommentar

"Die Illusion der perfekten Kontrolle" von Bernd Sprenger. – 224 S. – München: Kösel, 2009. – ISBN: 3-4663-0849-6. – ca. 25,- EUR (gebunden)

Das Bedürfnis nach Kontrolle und die Unfähigkeit loszulassen sind große Themen für viele Menschen. Hier ist guter Rat oft teuer, denn Erkenntnis führt noch lange nicht zur Umsetzung.

Und damit sind wir auch gleich beim einem Manko des vorliegenden Buches: Bernd Sprenger schreibt mit viel Wissen über unser Bedürfnis nach Kontrolle. Woher es kommt, wie es sich äußert und warum wir damit oft scheitern. Es gibt Abstecher in die Geschichte, in die Wirtschaft, in die Medizin, ins Berufsleben, in die Literatur und vieles mehr. Er holt dabei weit aus, wie ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt:

Was mir bei dem Buch allerdings fehlt, ist das "an-die-Hand-nehmen" der Leser/innen. Der persönliche Bezug, das Abholen an der Betroffenheit. Wer zu dem Buch greift, muss wissen, dass es sich hier nicht um einen praktischen Ratgeber handelt, sondern um eine Betrachtung des Phänomens "Kontrollbedürfnis". Das ist durchaus interessant und es ist anspruchsvoll und es ermöglicht, besser zu verstehen, warum uns das Loslassen oft so schwer fällt. Konkrete, praktische Hilfe bei der Umsetzung gibt es aber nicht.

Fazit: Eine Reflektion unserer – letzlich nicht erfüllbaren – Sehnsucht nach Kontrolle.

Bewertung: PunktPunktPunktPunktPunkt

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  1. Uschi schreibt am 27. September 2009 um 10:47

    Es ist schade, dass Sie bei einem Buch von Werner Sprenger mehr Mankos anprangern, als sich mit dem Schriftsteller zu beschäftigen. Sprenger ist ein hervorragender Inta Meditationslehrer. Diese philosophische Meditation kann man sehr gut in seinem Buch:"Schleichwege zum Ich", erkennen und begreifen. Sprenger glaubt an die Selbstheilungskräfte im Menschen, wenn man ihnen mit klugen Gedanken, Hinweisen und Überlegungen Anregungen gibt. Sensible Menschen denken dann durchaus weiter und kommen auf Ergebnisse, neue Wege, Veränderungen und Resultate. Sprenger schreibt Menschen nichts vor. Er ist in hohem Mass lösungsorientiert.
    Wenn Sie einseitige Tipps und Anweisungen, oder ein "an die Hand nehmen" suchen, subjektive und niemals auf die vielen individuellen Probleme und Sorgen passende "Lösungen" haben wollen, müssen Sie Bücher von so plappernden Geschöpfen lesen wie der Birkenbihl oder Tiki Küstenmacher. Sprenger ist tiefgründig und hinweisend.
    Mir hat der Verriss nicht gefallen, da er absolut einseitig ist.
    Wenn schon diese Bemerkung, dass Ihnen etwas gefehlt hat,wäre ein "ich hätte mir in diesem Buch auch noch gewünscht dass er Lösungen dazu gegeben hätte....etc." Es fehlt NICHT, mir nicht und vielen Personen, die selbst gerne denken wollen auch nicht. Ihnen hat es gefehlt.
    Ich bin selbst Autorin und werfe Rezensionen immer gleich weg, in denen sich andere Autoren darstellen, als wenn sie alles wüßten und besser als ich sind.
    Eine Buchbesprechung sollte immer so objektiv wie möglich sein, dann hat sie Qualität.
    Freundliche Grüße U.W.