Anti-Aufschieberitis-Tipp aus China
Von Ralf Senftleben • 16 Kommentare
Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt
– Chinesisches Sprichwort
Haben Sie diesen alten Spruch aus dem fernen Osten auch schon 1.000 Mal gehört? Wahrscheinlich. Aber was Sie vielleicht noch nicht wussten, ist welche wichtige Bedeutung diese Weisheit für unsere alltägliche Selbstorganisation hat.
Aus diesem chinesischem Sprichwort lässt sich eine furchtbar einfache und dabei sehr wirksame Vorgehensweise ableiten, mit der Sie Ihre Aufschieberitis eindämmen können. Das geht so:
Nehmen Sie sich nicht mehr die gesamte Aufgabe vor, sondern überlegen Sie sich die 2 bis 3 kleinst-möglichsten Schritte, die Sie als Erstes für eine Aufgabe erledigen müssen. Dann erledigen Sie diese. Oft werden Sie sogar den Rest gleich noch hinterher wegarbeiten, weil Sie schon so schön in Fahrt sind
Und wenn nicht, haben Sie zumindest einen Anfang gemacht, an dem Sie später mit weiteren 3 Schritten anknüpfen können.
Die Frage, die Sie sich in Zukunft öfter stellen sollten ist:
Was sind die 3 ersten, kleinst-möglichen Handlungsschritte für diese Aufgabe?
Suchen Sie hier wirklich die kleinst-möglichen Aktionen. Denken Sie gezielt klein. Denn klein ist überschaubar und klein und überschaubar weckt weniger innere Widerstände, als eine große und zeitaufwändige Aufgabe. Eine Aufgabe ist klein genug, wenn sie nicht länger als 10 Minuten dauert, am Besten sind aber Aufgaben, die zwischen 1 und 3 Minuten benötigen.
Beispiele:
| Aus "Küche putzen" wird: | 1) Spülmaschine ausräumen 2) Arbeitsplatte abwischen 3) Herd putzen. |
| Aus "Business-Plan schreiben" wird: | 1) zu Amazon surfen 2) Buch zum Thema Businesss-Plan recherchieren 3) Buch bestellen. |
| Aus "Bericht schreiben" wird: | 1) Ziel des Berichts formulieren 2) Themen sammeln 3) Gliederung erstellen. |
| Aus "Neuen Computer kaufen" wird: | 1) Kurt anrufen und klären, was ich brauche 2) Angebote einholen 3) Angebote vergleichen. |
| Aus "Fernsehen" wird: | 1) Chips besorgen 2) Fernbedienung suchen 3) Gemütlich hinsetzen (Nur ein Scherz) |
Sie sehen das Grundprinzip: Je kleiner eine Aufgabe ist, desto überschaubarer und bewältigbarer ist sie und desto weniger unangenehme Gefühle bereitet sie uns.
Deswegen nehmen Sie sich in Zukunft am besten keine großen Aufgaben mehr vor, sondern immer nur die nächsten 3 kleinst-möglichen Schritte.
So ziehen Sie Ihrer Aufschieberitis die Zähne und erreichen immer mehr von dem, was Sie sich vorgenommen haben.
Ich liebe diese einfachen Tipps, die wirklich etwas bewegen.






Eine wirklich konstruktive Anregung und besser als die übliche, schnöde Salamitaktikanregung.
Und wer hat das nicht bereits (ungeplant) erlebt: man schiebt etwas vor sich her und irgendwann denkt man "OK, OK, zumindest den Anfang bereite ich vor ... und flugs ist die komplette Aufgabe erledigt ... und das Beste: es war gar nicht so schlimm wie befürchtet ;) !
Den Tip an sich finde ich wirklich gut. ich bin ein kleiner ausreden-erfinder und weiß immer hundert gründe warum ichs jetzt grad NICHT machen... allerdings mit den kleinen punkten anfangen, die nicht wirklich zeit in anspruch nehmen, kann ja wirklich jeder faulpelz was tun, und es tut gar nicht weh :)
mein absolutes lieblingsbeispiel - das fernsehn! *lach*
Toller Ansatz !! Respekt. So längst sich vieles angehen....
PS: Tipp aus dem Forum von Ulli
http://www.br-online.de/bayern3/ratgeber/fit-gesund/artikel/zeit-spezial/index2.xml
Schritt 1: Aufgabenliste anlegen
Schritt 2: Jede Aufgabe in so viele Unteraufgaben aufteilen, bis die einzelnen Tätigkeiten im Rahmen der eigenen Konzentrationsfähigkeit machbar erscheinen
Schritt 3: Stört ein anderer wichtiger Gedanke, einfach nur aufschreiben und sich wieder der ursprünglichen Aufgabe zuwenden
Danke Niko ;-)
Dann wird aus "Kommentar schreiben":
Rechner einschalten
ZZL hochfahren
lesen
denken
schreiben
den Rest der Leser langweilen..
Servus!
Ich mache das schon lange so. Es fällt mir einfach leichter, in kleinen Schritten meinen Plan zu erfüllen. Dazu kommt aber auch, dass ich mir nie sage: "das musst du heute noch unbedingt machen", ich sage mir selbst: "Eigentlich könnte ich heute...z.B. Wäsche waschen". Es ist wesentlich motivierender.
Liebe Grüße
Sommerwind
Alles schön und gut. Leider bin ich auch so ein Ausreden-erfinder. Danach muss ich erst gar nicht suchen, kommt alles von selbst. Mir hilft: 1) Plan machen 2) und dann einfach loslegen , wenn ich erst überlege, wird aus dem schönen Plan nix mehr ....
Heißt glaub ich "Roboterformel"
Schönen Abend
ullioz
Das ist so schön zu lesen mit den kleinen Schritten....
Ich mache oft den ersten kleinen Schritt, dabei bleibt es aber. Weil ich das, was ich nicht machen mag, auch nicht in kleinen Schritten machen mag. Wochen später mache ich wieder den ersten kleinen Schritt. Das schlechte Gewissen ist nicht mehr zu überhören. Das kann ich beliebig oft wiederholen. Schließlich gibt es immer plausible Gründe, nicht weiter zu machen...
Entscheidend ist doch, ob ich etwas tun WILL oder tun MUSS. Ob ich von dem Erfolg eines Plans überzeugt bin oder ob ich Zweifel habe, vielleicht sogar Angst vor dem Erfolg.
Gegen das "müssen" und für das Zaudern lassen sich jederzeit Ausreden finden, warum es gerade jetzt nicht (so) geht. Ob in großen oder kleinen Schritten ist dabei nicht ausschlaggebend. Das gilt gleichermaßen für das Hinauszögern, das nicht anfangen wollen, wenn einem vor dem Risiko des Plans irgendwie graust.
Das eigentliche Problem liegt für mich in dem dran bleiben, weiter machen, durchhalten.
Das trifft genau den Punkt.
Ich habe nämlich gerade überlegt, wie ich das darauf übertragen kann, jeden Tag eine halbe Stunde auf den Crosstrainer zu gehen. Aber irgendwie albern zu sagen
- ich zieh mir jetzt turnschuhe an
- dann mache ich mir musik an
- und dann stelle ich mich auf den Crosstrainer, mal sehen was passiert.
Mein Problem ist doch eher, das einfach zu tun. Wobei ich ganz fest davon überzeugt bin, dass ich dann zufriedener bin. Sogar der Nutzen ist mir klar ( meiner Meinung nach ein ganz entscheidender Punkt!!! ). Und dennoch habe ich es gerstern nicht gemacht.
Tipps?
ich bin 46. stillstand ist für mich tod. bewußt diese kleine schritte zu setzen und mich über mich oder für mich zu freuen, das ist ein geschenk. ich merke, dass mein alter mich vieles entspannter sehen läßt. ich nehme mir den druck und freue mich über kleine dinge. ich habe gelernt vieles einfach konsequenter zu tun. das bringt dann auch den erfolg. als konsequent kleine schritte zu tun.
herzlichste grüsse von österreich
Was mir am meisten gutgetan hat? In den Kommentaren zu lesen, wievielen anderen Leuten es ebenso geht wie mir. Fühl mich gleich viel besser.
Und das mit den kleinen Schritten, das mache ich jetzt. Klappt nicht immer, aber immer öfter.
Genau! Das ist es! Prima Idee!
Ja, ich habe begonnen.
Klar ist es sinnvoll große Taten in machbare Handlungsschritte zu gliedern.
Aber mich hat einmal ein Ausspruch eines früheren Lehrers beeindruckt, der etwa so war:
"Willst du Menschen dazu bewegen ein Schiff zu bauen, gib ihnen nicht nur die Werkzeuge in die Hand, sondern wecke die Sehnsucht nach dem großen Meer!"
Und wer kennt das nicht, dass man zu Dingen fähig ist, von denen man vorher nicht zu träumen gewagt hätte, wenn man begeistert ist von einer Sache. Deshalb sitzt und schwitzt der eine auf dem Crosstrainer und der andere kuschelt auf dem Sofa.
Tja, bei mir scheitert es leider meistens erst NACH diesen ersten kleinen Schrittchen. Und eine angefangene Aufgabe, die wochenlang rumliegt, demotiviert mich dann manchmal noch mehr. Aber es passt nun mal nicht jeder Tipp auf jeden Menschen ;-)
Liebe Grüße,
Stjama
Hallo ullioz,
die "Roboterformel" kenne ich auch...:-))
Sie ist für mich auch ein wirksames Mittel.
Toll, wenn man sich nach solchermaßen "abgearbeitetem Plan" zurücklehnen kann, weil man ohne viel "Wenn und Aber", nicht in "Baby-" sondern in "Riesen-"schritten in kurzer Zeit viel bewegt hat.