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Wie wir uns mit zu großen Aufgaben selbst überfordern…

Von Ralf Senftleben5 Kommentare

"Kleine Schritte sind immer besser als große Worte"

– Egon Bahr

Größere und unüberschaubare Aufgaben machen den meisten von uns zu schaffen. Aufgaben, vor denen wir oft zurückschrecken sind beispielsweise:

Gemeinsam ist diesen Aufgaben, dass sie ein längerfristiges Engagement erfordern und unsere Lebensqualität meist deutlich steigern.

Das Erstaunliche dabei ist, dass diese Aufgaben meistens ihren Schrecken verlieren, wenn man sie in viele kleine Teilaufgaben unterteilt, die einzeln ohne Probleme bewältigbar sind.

Es gibt die schöne chinesische Weisheit:

"Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt"

Und wenn wir unsere großen Aufgaben in viele kleine Schritte aufteilen, dann wird der Weg, der vor uns liegt, plötzlich klar und dann wissen wir immer, welcher der jeweils nächste Schritt ist. Und wenn wir den Weg kennen, können wir ihn auch einfacher gehen.

Versuchen Sie es also ruhig einmal: Nehmen Sie eine der großen Aufgaben, die Sie schon lange vor sich herschieben und unterteilen diese in viele, viele kleine Teilaufgaben. Dadurch werden diese Aufgaben bewältigbar und Sie bekommen plötzlich das Gefühl, dass Sie sie wirklich in den Griff bekommen können.

Wenn Ihnen das zu viel Arbeit ist, dann schreiben Sie zu einer dieser großen Aufgaben wenigstens die ersten 7 Schritte auf, die getan werden müssen. Im Idealfall dauert jeder dieser Schritte weniger als zwanzig Minuten, so dass jeder dieser Schritte problemlos in jeden noch so vollen Tagesablauf untergebracht werden kann.

Und wenn Ihnen das auch noch zu anstrengend ist, dann überlegen Sie sich wenigstens den ersten kleinen Schritt in Richtung auf die Erledigung der Aufgabe, also einen Schritt der nicht länger als 5 Minuten dauert. Bei einer Steuererklärung können Sie z.B. den Ordner mit Ihren Unterlagen nehmen und auf Ihren Schreibtisch stellen und schon ist der erste Schritt getan. Das dauert wahrscheinlich nur 1 Minute. Ganz wichtig: Überlegen Sie sich dann gleich den nächsten, kleinen Schritt, den Sie am kommenden Tag gehen können.

Probieren Sie das doch wirklich einmal: Auch wenn Sie jeden Tag nur 5 Minuten in eine Aufgabe investieren, ist das besser, als wenn Sie eine große Aufgabe ein Jahr oder länger vor sich herschieben.

Wenn Sie erfolgreich sein wollen, müssen Sie handeln und das Handeln beginnt mit dem Anfangen.

  1. Kirsten Erlenbruch schreibt am 1. April 2007 um 14:34

    Oft liegt das Problem darin, dass wir uns zu viel auf einmal vornehmen, uns also ausserhalb unseres derzeitigen "Glaubenssystems" befinden.
    Und das führt dann oft und schnell zu vorzeitiger Frustration und Abbruch des Unternehmens.

    Nehmen wir an ich hätte ein Holzbein und mein Ziel wäre es, einen Marathon zu laufen, derzeit käme ich mit meinem Hozbein aber nur mit Mühe innerhalb der Grünphase über die Ampel. Wie wahrscheinlich ist es da wohl, dass ich daran glauben kann, einen ganzen Marathon zu absolvieren? Wohl eher unwahrscheinlich nicht wahr? Obwohl diese Leistung schon von vielen, zum Teil weitaus mehr behinderten Menschen erbracht wurde. Aber für mich liegt das in diesem Moment eben ausserhalb meines Glaubenshorizont.
    Also könnte mein erstes Ziel evtl. sein, einmal um den Block zu laufen, oder in der Grünphase 2 x über die Ampel zu kommen. Denn das ist eine Größenordnung, die ich mir vorstellen kann.
    Und sobald das erreicht ist, stecke ich mein neues Ziel wieder ein klein wenig weiter: Aus einmal um den Block werden 15 Minuten am Stück. Daraus werden irgendwann 30 Minuten. Daraus irgendwann 5 km, dann 10 km und so weiter.

    Und ohne dass ich es richtig merke, bin ich irgendwann ohne Weiteres so weit, dass ich einen Marathon laufen kann, fast wie selbstverständlich erledigt sich das.

    Also, besser kleine Schritte, die aber konsequent.

    Ihnen allen eine rundherum sonnige und erfolgreiche Woche.
    Herzlichst
    Kirsten Erlenbruch

  2. Dietah schreibt am 1. April 2007 um 17:48

    @Kirsten

    Wenn du nicht an einen Marathon glaubst warum denn dann auch um den Block laufen? Ein tiefes Verlangen nach dem Marathon ist da, aber vllt hast du einfach noch nicht den Mut dieses Ziel (auch wenn es nur für dich ist) zu formulieren.

    Und: Wenn man beispielsweise mit dem Rauchen aufhören will, an seiner Umgebung aber nichts ändert, bringt es nichts, weil tonnenweise alte Anker noch vorhanden sind. Wenn man aufhören will muss man so viel wie möglich ändern: Umgebung, Raucher-Freunde entsorgen, Renovieren, gesünder Ernähren (damit das ZNS merkt das wir es ernst nehmen).

    Es ist auch oft so das kleine einfache Ziele keinen Reiz ausüben, die großen Ziele, die außerhalb unserer Comfort-Zone liegen, bei denen man Ängste überwinden muss, das sind die Ziele die motivieren. Wer vorher aufgibt hatte einfach keinen Grund der intensiv genug war.

    Get started and keep going. So einfach ist das.

  3. Irm schreibt am 1. April 2007 um 18:01

    Hallo Dietah,
    "Get started and keep going" ist genau das was Kirsten meint. Du meinst redest vermutlich nur von anderen täglichen Schrittlängen.
    Gruss Irm

  4. Alfa schreibt am 2. April 2007 um 07:11

    Lese gerade ein Buch, das mich sehr anspricht und welches sich auch mit dem Thema "Ziele" beschäftigt: Lebe das Leben, von dem Du träumst".

    Für Menschen, die wie ich eher zur Inkonsequenz neigen, aber trotzdem Ziele haben, recht hilfreich. Werde sicher versuchen einige Tipps, die darin nachzulesen sind, in meinem Leben anzuwenden, damit ich meinen Zielen näher komme oder eventuell auch erreiche.

  5. gabaretha schreibt am 4. April 2007 um 08:47

    Danke! Manchmal ist es gut, wenn man sich daran erinnert, bzw. wieder klar ins Bewusstsein holt, wie man sein Leben besser in den Griff bekommt.
    Viele unüberschaubare Ziele wurden bereits in "kleinen Schritten" erreicht. Die Geschichten von Menschen, die einige ihrer Ziele bereits erreicht haben, unterstreichen dies.
    Wenn zusätzlich noch die richtige Mischung aus Motivation und Antrieb ins Spiel kommt, kann eigentlich gar nichts mehr "schief" gehen und die Ziellinie rutscht schnell in den überschaubaren Bereich.