Fehler ermöglichen lernen
Von Tania Konnerth • 12 Kommentare
“Das Fallen ist die Voraussetzung dafür, jemals gehen zu können.”
– Wolf W. Lasko
Wer fällt schon gerne auf die Nase? Wer macht schon gerne Fehler oder schlechte Erfahrungen? Wer geht schon gerne Risiken ein?
Das wir uns nach Sicherheit sehnen und lieber einen Weg wählen, der vertraut ist, ist ganz menschlich. Aber auf den bekannten Wegen lernen wir wenig Neues und wenn wir jedes Risiko scheuen, können wir unser Leben nicht aktiv verändern.
Ich finde den Satz von Wolf W. Lasko nicht nur sehr treffend, sondern auch ermutigend. Wie gut, dass wir als Kinder gar nicht auf die Idee kommen, nicht laufen lernen zu wollen, wenn wir das erste Mal gestürzt sind! Stellen Sie sich einmal vor, was es bedeuten würde, wenn wir schon als Kinder so sicherheitsorientiert (oder muss man schon ängstlich sagen?) wären wie wir es heute sind? Was alles hätten wir nie angefangen, nie gelernt, nie geschafft!
Natürlich bringt es die Lebenserfahrung mit sich, dass man nicht mehr in jedes mögliche Loch fallen muss und dass man Risiken einzuschätzen lernt. Aber die Gefahr, vielleicht ein blaues Knie zu bekommen (real wie symbolisch gemeint), darf uns nicht lähmen. Sie darf nicht dazu führen, dass wir in Situationen verbleiben, die uns unglücklich machen. Sie darf nicht verhindern, dass wir Neues lernen.
Warum nicht? Weil wir dann zu leben aufhören! Weil das Leben immer auch ein gewisses Risiko birgt. Und weil es eine Illusion ist zu glauben, dass man sich vor allem Unheil, vor blauen Flecken oder verletzten Gefühlen schützen kann.
Es stimmt schon: Fallen kann nur, wer sich überhaupt daran macht, das Laufen zu lernen – das gilt für kleine Kinder genauso wie für uns Erwachsene in allen Herausforderungen, die wir zu meistern haben. Sehen Sie also Fehlschläge nicht als Fehlschläge, sondern schauen Sie mal mit dem Blick darauf, dass Sie diese Fehlschläge überhaupt nur erleben können, weil Sie etwas gewagt haben!





Sehr wahr!
Es ist auch immer wieder erstaunlich, wenn man dann etwas wagte, wovor man sich fürchtete und es tritt noch der Fall ein, dass man tatsächlich einen dummen Fehler begeht, so ist dies meistens gar nicht schlimm. Es fühlt sich einen Moment unangenehm an, aber diese paar Sekunden unangenehm war viel weniger schlimm als die Sorge, die man sich vorher machte.
Ich kann das nur bestätigen und vor allem der letzte Satz baut auf, den werde ich mir sehr gut merken.
Ja, es ist ein toller Satz! Die Fage ist nur- was ist, wenn man immer wieder fällt...Und! Auf die Schnauze!
Es ist nicht angenehm, immer wieder auf die Schnauze zu fallen. Entscheidend ist aber, ob mman immer wieder aufsteht, oder aufgibt und liegen bleibt.
Spontan fiel mir dazu beim Lesen Folgendes ein: Als mein (damals) noch ziemlich kleiner Sohn Skifahren (eigentlich Langlauf) lernen wollte, habe ich ihn einfach auf die Skier gestellt und machen lassen. Anfangs lag er fast nur mit entsprechendem Wehklagen im Schnee (wohlgemerkt auf grader Fläche vor dem Haus seiner Oma). Sein abendlicher Kommentar dazu,nachdem die pitschnassen Klamotten an der Heizung hingen und das Kind frisch gebadet ins Bett gebracht wurde: "Mama", hat er freudestrahlend berichtigt,"aufstehen kann ich schon alleine!"
Ein kluger Mensch sagte mal: "Das muss ein Esel sein, der mit 50 noch das gleiche denkt wie mit 25!"
Das wir aus unseren Erfahrungen lernen, ist klar, es fragt sich nur in welche Richtung. Oftmals fehlt uns zum richtigen lernen der nötige Weitblick. Viele Menschen, soweit ich sie beobachte, lernen mit dem Tunnelblick und Scheuklappen, schotten sich ab.
Aus den eigenen Fehlern lernen heißt auch zu akzeptieren, wo man mit sich und seinem Latein am Ende ist, wo man sich akzeptieren muss, so wie man ist. Lernen heißt auch zu erkennen, das vieles Wissen nur sekundär richtig ist. Ewiges Wissen mit ewiger Gültigkeit findet man nur in einem Buch
Zu diesem Thema ist mir noch folgendes Zitat eingefallen: Lieber auf neuen Wegen stolpern, als auf alten Wegen stehenbleiben.
Es braucht ein SICHERHEITS-NETZ, ganz ohne andere Menschen geht´s leider auch nicht 100%ig autark - das ist unsere wirtschaftliche Ideologie). Das kann sich aber auch ganz spontan und täglich neu ergeben, denn Menschen gibt´s überall wo man is, toll nicht ?
Ja, ich bin auch ein sehr zuversichtlicher Mensch! Ich finde es auch viel wertvoller im Leben, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und das Leben für mich ist wie eine Autobahn- das hat mir mal der Fahrschullehrer auf den Weg gegeben- wenn man ein Fehler macht - man fährt einfach weiter - nicht bremsen! Nicht in Rückspiegel gucken (es liegt natürlich an der Art des Fehlers! Nich verwechseln! ;-) ) Aber der Hauptgedacnke eben- NICHT ABBREMSEN!..Nur!!! Was macht man mit der Angst?...
Hier fällt mir ein Spruch von Goethe:
"Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben"
Fehler machen zu dürfen, benötigt Mut und Risikofreudigkeit:-)))
Vielen Dank
Soheila
Wie der Artikel zum "Nicht-Genügen": 100% den Nagel auf den Kopf getroffen, finde ich. Gratuliere zu dieser Treffer- und Ausdrucksgenauigkeit zu allgemeinen Tatsachen im Leben!
Die Kunst ist einmal mehr aufzustehen als man umgeworfen wird.