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Leben Sie in der Gegenwart?!

Von Tania Konnerth33 Kommentare

„Genau genommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart. Die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben.“

– Jonathan Swift

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mich beschäftigt das Thema „Im Hier und Jetzt leben“ immer wieder. Zum einen halte ich es für einen ebenso wichtigen wie hilfreichen Aspekt der Lebensgestaltung und zum anderen,  fällt mir immer wieder auf, wie schwer sich die meisten von uns damit tun, das zu erreichen.

Jonathan Swift beleuchtet mit seinen Zeilen einen Aspekt, der es besonders vernunftbetonten Menschen ausgesprochen schwer macht, sich auf den Augenblick zu konzentrieren: nämlich das Bedürfnis, vorauszuplanen. Und genau darin besteht ja auch tatsächlich ein Widerspruch: Auf der einen Seite heißt es, dass man sich Gedanken über die Zukunft machen soll, um seine Ziele zu benennen und zu planen, wie man diese erreichen kann. Auf der anderen Seite steht dann aber das Ideal, ganz im Hier und Jetzt zu sein.

Auf solche Widersprüche und Gegensätze stößt man immer wieder und es gilt aufzupassen, dass man nicht zwischen sie gerät. Der Schlüssel liegt – wie so oft – nicht im „entweder-oder“, sondern im „sowohl-als-auch“.

Ja, Vorausplanen ist gut – aber das Leben findet dennoch JETZT statt. Wer mit seinen Gedanken und seiner Energie immer nur im Morgen ist, läuft Gefahr, das Heute zu verpassen. Und was nützt ein noch so gut durchgeplantes Leben, wenn es nie stattfindet?

Hilfreich erscheint mir, hier eine klare Trennung einzuführen:

An die Zukunft wird gedacht,

Dann aber steht an, das Zukunftsdenken ganz bewusst loszulassen und wieder zurückzukehren in das Heute. Denn Sie leben hier und jetzt und hier und jetzt werden Ihre Energien, Ihre Gedanken, Ihre Gefühle und Ihre Handlungen gebraucht. Um das nicht zu vergessen, können wir unsere Planung wie kleine Ausflüge in die Zukunft sehen, mehr nicht – so ist klar, dass wir immer wieder zurückkommen müssen.

Und das gilt übrigens ganz besonders dann, wenn Ihre momentane Situation schwierig oder gar verzweifelt ist! So nachvollziehbar das Bedürfnis auch sein mag, in die Zukunft flüchten zu wollen, wenn es einem nicht gut geht, so wenig wird das aber bringen. Ändern können Sie immer nur jetzt etwas – und damit fertig werden auch.

  1. Aurelia schreibt am 16. Januar 2007 um 07:09

    Ach Tanja - ja, genau das ist es, was mich derzeit umtreibt - diesen Spagat hinzubekommen. Ich danke für diesen Impuls. Von ganzem Herzen.

    Aurelia.

  2. Thomas L. - alter_ego@email.de schreibt am 16. Januar 2007 um 07:35

    Es gibt vielleicht noch weitere Denkrichtungen, aber m.E. konzentriert besonders der Zen-Buddhismus auf die Gegenwart: "Dies ist es." Für mich hat dieser Zusammenhang eine äußerst starke Bedeutung. Zudem: ich kann nur jetzt in diesem Zusammenhang handeln. Auf die Vergangenheit habe ich keinen Einfluss mehr, und was die Zukunft bringen mag, das kann ich nur bedingt lenken.

    Gruß

    Thomas L.

  3. subby schreibt am 16. Januar 2007 um 12:01

    Das Leben zu nehmen wie es ist und zu versuchen im Hier und Jetzt zu leben ist für mich eine schwierige Aufgabe. Ich gehöre zu denen, die Planen, Organisieren und Überlegen - dabei aber das eigentliche Leben vergessen.

  4. Markus Jose schreibt am 16. Januar 2007 um 15:16

    Wer einmal annähernd das unbeschreibliche Gefühl
    haben konnte im Jetzt zu leben, der weis das es
    eine Art Paradies ist, alles ist so lebendig
    und man ist mit Allem auf eine besondere Art
    verbunden. Man spürt bewusst das man lebt, und das ist
    ein großartiger Zustand.

    Ich kenne beide Seiten: das Gefühl nicht zu leben
    und doch da zu sein. ( gelebt zu werden )

    Jeder Aufwand lohnt sich, danach zu suchen.
    Ich empfehle das Buch / Hörbuch von Eckhart Tolle:
    "Jetzt " die Kraft der Gegenwart.

  5. Brigitte schreibt am 17. Januar 2007 um 06:09

    "Leben Sie in der Gegenwart?" - Im Prinzip ja, aber das Leben in der Gegenwart hat zur Folge euren Text von gestern erst heute zu lesen.

  6. Norman schreibt am 17. Januar 2007 um 15:03

    das ist das schwierigste überhaupt: im Hier und Jetzt zu leben, sich nicht zu betrüben, was gestern war und die Wolken von morgen über die Sonne von heute ziehen

  7. Axel schreibt am 17. Januar 2007 um 18:00

    Das ist alles so einfach, wenn man es versteht. Aber wer versteht das schon ganz? Ich bin inzwischen darauf gekommen, das es sehr gut ist, an Jesus zu denken, wie er ist, wie er handelt und mich ganz auf IHN zu verlassen.
    Dann findet mein Leben hier und jetzt statt und bereitet mich gut auf die Zukunft vor.

  8. München Chat schreibt am 18. Januar 2007 um 22:54

    Außerdem ist es wichtig hier und jetzt positiv zu leben, und den Augenblick zu lieben statt zu hassen.

  9. ingrid schreibt am 19. Januar 2007 um 08:41

    Ich kann auch nur, wie Markus Jose, das Buch oder die CD von Tolle empfehlen, "Jetzt". Die beste Herangehensweise ist die, sich klar zu machen, dass man bei diesem Thema nicht alles nur mit dem Verstand erfassen kann, sondern mit dem Herzen, es geht quasi um einen höheren Bewußtseinszustand, der den meisten Menschen erstmal fremd ist. Es lohnt sich, sich die Zeit nehmen, die CD anzuhören und das Buch zu lesen. Für mich war und ist Eckhart Tolle der Durchbruch! Sein Buch "eine neue Erde" ist ebenfalls sehr empfehlenswert. Durch ihn wird der Zugang zu diesen Themen, die eigentlich d i e Themen überhaupt sind, sehr leicht gemacht.
    Unser ganzes Leiden auf dieser Welt entspringt daraus, dass unser Ego nicht im Jetzt sein will, das muß man sich mal vorstellen!

  10. Tobias schreibt am 20. Januar 2007 um 21:51

    Ich frage mich, ob wir überhaupt wann anders als jetzt leben können. Auch wenn ich mit meinen Gedanken in der Zukunft oder in der Vergangenheit bin, ich mache das jetzt und bestimme damit, wie es mir jetzt im Augenblick geht.

    Ich sehe daher keinen Widerspruch zwischen Zukunftsplanung und dem vollen Dasein in der jetzigen Gegenwart.

    Wichtig erscheint mir die Aufmerksamkeit auf die Zustände in mir zu sein, die mein Denken und meine Fantasie in den verschiedenen Zeit-Ebenen auslösen.

  11. Kirsten Erlenbruch schreibt am 21. Januar 2007 um 17:52

    Hallo,

    unser ganzes Leben wird uns beigebracht, zukunftsorientiert zu leben. "Denke an Morgen, an Deine Zukunft." "Was soll aus Dir werden?" "Sorge für Dein Alter vor!" usw.

    Eine gute alte Freundin meiner Familie, eine richtige Lebenskünstlerin hat mal den Satz geprägt: "Sorge Dich in der Not, dann hast Du Zeit dazu!"

    Wie wahr, wie wahr.
    Denn so sind wir immer auf das fixiert was da kommen könnte oder in unseren Träumen sollte, aber nie dort, wo das Leben gerade stattfindet. Und so vergeht Jahr um Jahr, wir werden älter und älter und am Ende unseres Lebens können wir dann sagen: "Leben ist das, was stattfindet, während wir gerade mit etwas anderem beschäftigt sind."

    Outsch! Beginnen wir einfach. Nehmen Sie sich jeden Tag 5 Minuten (5 Minütchen von einem Tag, von den 1.440 Minuten, die Ihr Tag hat, also gerade mal 0,3%) Zeit, setzen Sie sich irgendwo in Ruhe hin und seien Sie nur da. Jetzt und hier in diesem Augenblick. Es gibt kein Morgen, das ist weit, weit weg und es gibt auch kein Gestern, das ist vorüber und interessiert nicht mehr. Es gibt nur Sie und diese 5 Minuten im Hier und Jetzt.

    Sagen Sie nicht, dazu haben Sie keine Zeit. 5 Minuten hat jeder Mensch Zeit.
    Sagen Sie nicht, das kann ich nicht, dazu bin ich zu nervös. Wir sind alle nervös und zu Anfang werden unsere Gedanken immer und immer wieder abschweifen, aber Sie kommen einfach ebenso oft wieder in das Hier und Jetzt zurück. Und Sie werden sehen, nach einiger Zeit wird Ihnen diese Übung immer leichter fallen. Ja, Sie werden diese kleine Übung so lieb gewinnen, dass Sie gar nicht mehr von ihr lassen können. Denn das ist die einzige Zeit Ihres Tages an der Sie sich unbeschwert wohl und glücklich fühlen können.

    Ich wünsche Ihnen allen eine tolle Woche und vergessen Sie Ihre 5 Minuten "Jetzt-Zeit" nicht.
    Herzlichst
    Kirsten Erlenbruch

  12. Christian schreibt am 21. Januar 2007 um 18:32

    Im "Jetzt" leben ist so leicht gesagt, doch wie mache ich das? Wann lebe ich im jetzt? Was muss ich dafür machen?

  13. Dagmar schreibt am 21. Januar 2007 um 18:36

    Ist es nicht vielleicht ja sogar so, dass die Zukunftsplanung erst ein entspanntes im Hier und Jetzt leben ermöglicht?
    Wenn ich die großen Linien meines Lebens gezogen habe, kann ich im Hier und Jetzt, Tag für Tag mein Leben darauf schreiben.

  14. manfred Sadler schreibt am 21. Januar 2007 um 18:52

    ich sehe da keinen wirklichen widerspruch in der gedanklichen vereinigung von zukunft und leben im hier und jetzt. wir gestalten uns den widerspruch durch unsere denkmuster und unsere haltung selber
    das beispiel möge dies vereinnerlichen:
    das ziel: mit einem segelboot ein route zu befahren und eine
    bestimmte insel zu erreichen.
    das hier und jetzt: jeder tag ist ein anderer wind, eine
    andere wetterlage und wir sind gefordert diese
    herausforderungen zu meistern, damit das boot
    sicher weiter bewegt -- die sehnsucht läßt uns mit
    dem hier und jetzt verschmelzen

    wie verhalten wir uns aber: unsere gedanken sind schon längst auf der insel, wir haben immer schönwetterwind geplant und sind mit jeglichem Sturm oder Flaute überfordert
    weil wir uns nicht einlassen wollen auf der fahrt neues zu erfahren und zu lernen -- sondern nur das ziel als erfüllung sehen.

    wünsche eine abwechslungsreiche segelpartie, damit das leben spritzend spannend wird und nicht hinter dem flatscreen das boote im trockendock stehen bleibt

  15. Dana schreibt am 21. Januar 2007 um 18:57

    Das ist es ja gerade. Ich habe festgestellt, das kann man nicht "Machen", ich und auch einige, mit denen ich darüber spreche auch nicht. Wir können nur offen dafür sein - und dafür ist diese 5 Minuten "Übung" wirklich gut. Und wenn wir da sind, dann gibt es keine Fragen. Zumindest gehts mir so.

  16. Ingo Schmidt schreibt am 21. Januar 2007 um 19:30

    Das Einzige, was ich wirklich erreichen will, ist: voll und ganz ich selbst zu sein. Alles in meinem Leben dient letztendlich diesem einen Ziel.

    In dem Augenblick, in dem ich voll und ganz synchron mit mir selbst bin, verschmelzen Vergangenheit und Zukunft im Jetzt. Dadurch habe ich praktisch den "Joystick" für mein Leben voll und ganz in meiner eigenen Hand. Von hier aus erschaffe ich (klar bewußt) meine nächsten Jetzt'. Durch das Energiefeld, das ich bin.

    Meiner Erfahrung nach ist hierbei die umfangreichste Aufgabe, meine Vergangenheit in Besitz zu nehmen - und dadurch zu erlösen. Je weiter ich in dieser Arbeit voranschreite, umso weniger wird meine Zukunft eine Widerholung meiner Vergangenheit.

    Zukunftsplanungen sind nützlich. Damit mache ich mir bewußt, welche Anteile von mir selbst ich bislang noch nicht verwirklicht, d.h. in Besitz genommen habe.

    Diese "Zukunft" wird - natürlich - Jetzt erschaffen. Alles was ich wandle ist mein Sein, also das Gedanken- und Emotionalfeld, das ich bin. Synchron mit mir Selbst.

    Danke für das Thema.
    Glück, Segen & Erfüllung

    Ingo@CoreCoach.org

  17. Nina schreibt am 21. Januar 2007 um 19:52

    Sehr schöner Beitrag.

    Das gefühlte hier-und-jetzt ist ein hier-und-jetzt, wo ein Flow herrscht, wo Glücksgefühle da sind, wo die Zeit keine Rolle spielt, wo Adrenalin fließt und Endomorphine umherschwirren. Das kann guter Sex, ein tolles Gespräch mit der Freundin, eine lustige Episode im Fersehen, ein Erfolg im Job, ein zurückgelegter Waldlauf usw. sein. Wichtig ist ja die Planung, um unser eigenes Glück selbst in die Hand zu nehmen und der Frage nachzugehen: Was macht mich glücklich ? Was möchte ich ändern, um in Zukunft glücklicher zu sein. Viele Menschen vergessen, dass sie die Wahl haben im Leben und Dinge ändern können, wenn sie es nur wirklich wollen, wenn sie mehr hier-und-jetzt im Leben wollen. Dann heißt es nur noch. Plane sinnvoll und TU ES. Im Tun liegt die Erfüllung. Schon Eure Sonntagabend-Planung für die nächste Woche gemacht ? Was soll sie Euch neben Arbeit, Haushalt und Kind bringen ? Was wollt ihr erleben in Eurem Leben? Lieben Gruß Nina

  18. Heinke Groll schreibt am 21. Januar 2007 um 19:55

    Das ist etwas, was wir von den vielleicht zu wenig zielstrebig, zu unstrukturierten Jugendlichen, lernen können: Im Hier und Jetzt leben, das wertzuschätzen, was wir im Augenblick erleben und uns ganz darauf einlassen. Dann kann man häufig auch mit mehr Gelassenheit in die Zukunft blicken, weil man erfahren hat, wieviele schöne Augenblicke sich völlig ungeplant ergeben!

  19. Christina Gerhard schreibt am 21. Januar 2007 um 20:52

    Ich habe das Hier-und-Jetzt-Leben lange Zeit nicht gekonnt, weil ich mich immer wieder mit einem einzigen Problem beschäftigt habe - und das fast 2 Jahre lang. Dann habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, bestimmte Dinge loszulassen und zu erkennen, dass das Leben auch so schön ist (als wenn nicht jeder ein paar Probleme hat, mit denen er sich tagtäglich herumschlagen muss). Und dann habe ich das Hier-und-Jetzt-Leben kennen- und liebengelernt. Dazu vielleicht ein kleines Zitat:
    "Leben, das ist das Allerseltenste in der Welt - die meisten Menschen existieren nur." ~Oscar Wilde

  20. firstgirl schreibt am 21. Januar 2007 um 21:17

    Zum Kommentar von Heinke Groll :

    Einfach klasse deine Aussage !!! Ich finde ,ich muß von der Jugend lernen - mit ihr und der jetzigen Zeit leben lernen. Nicht all die lebenstötenden Botschaften aus meinem Werdegang ( bin 46Lbj.) Aber Achtung - ist schwer . Ist so ungefähr wie " Im Fallen Fliegen lernen " - Aber LOHNESWERT ;) . DA Fällt mir noch nén super Vers von Oliver W. Holme ein :

    Was hinter uns
    liegt und was vor
    uns liegt , ist
    relativ
    unbedeutend,
    verglichen mit dem, was in uns liegt.

  21. stef schreibt am 21. Januar 2007 um 21:47

    wow! ganz schön lang, 5 minuten im hier und jetzt zu verbringen, ohne, dass die gedanken abschweifen! zumindest habe ich dann an die schönen momente des tages gedacht und gelächelt... ich schaue jetzt in die zukunft und bin gespannt, wie die täglichen 5 minuten im hier und jetzt entwickeln! dankeschön!

  22. Regina schreibt am 21. Januar 2007 um 22:03

    Vor einigen Jahren bin ich den spanischen Jakobsweg gegangen. Knapp 1000km die ich wirklich genossen habe. Ich war voll im Hier und Jetzt, hatte soviel Zeit für den Weg wie ich wollte, und habe mir keinen Streß gemacht mit irgendwelchen Planungen.
    Je näher ich dem Ziel kam, umso langsamer wurde ich, und umso kürzer wurden auch meine Tagesetappen. Ich habe diesen Weg geliebt, und Ich wollte jeden Meter auskosten.
    Und irgendwann ging mir ein Licht auf und ich habe daraufhin die bekannte Redensart "Der Weg ist das Ziel" für mich noch etwas erweitert:

    "Der Weg ist das Ziel - aber ohne Ziel gäbe es diesen wunderbaren Weg nicht..."

  23. Meinhard Kniffki schreibt am 22. Januar 2007 um 00:56

    Es ist sehr einfach:

    Eine Trennung zwischen (Zukunfts)"Planung" und Hier und Jetzt gibt es nicht. Denke an die Zukunft, wisse gleichzeitig, dass es eine Fantasie ist und sei bewusst, dass Du derjenige bist, der die Gedanken wahrnimmt.

    Und nicht derjenige, der die Gedanken denkt.

    Die Identifikation mit den Gedanken ist es, die uns das Sein vergessen lässt. Mein Bild ist der Hammer, der sich in einer Werkzeugkiste als Multitalent aufspielt. Plötzlich nicht nur Nägel in die Wand schlagen, sondern auch Schrauben herausdrehen und Bretter zersägen will. Der Hammer ist im richtigen Zusammenhang sehr praktisch - aber doch meist überflüssig.

    Üben wir uns darin, den Verstand in seinem Rahmen zu belassen. Der Verstand ist der einzige Teil von uns, der das Hier und Jetzt überhaupt verlassen kann. Und dieser Verstand soll verstehen, dass er selbst es ist, der unserem Erwachen im Weg steht? Genau das ist die Krux. Buddistische Koans wollen uns über den Verstand hinausheben - oder ihn zerbrechen, wie immer man es bezeichnen will.

    Die obigen "fünf Minuten" sind ein schöner Anfang - jedoch wer von uns ist in der Lage, in diesen fünf Minuten wirklich Stille zu erfahren? Für fünf Minuten in die formlose Existenz eintreten, die wir sind.

    Hannes Scholl behauptete einmal: "Wenn Du der Lenker Deines Denkens bist - dann kannst Du es anhalten und beginnen, wann Du es willst". - Kannst Du?

    Und falle nicht auf den Trick mit der Zeit herein ... morgen werde ich ... nein, wirst Du nicht. Wenn nicht nie, dann jetzt. Und nur jetzt.

    Liebe Grüße
    Meinhard

  24. Meinhard Kniffki schreibt am 22. Januar 2007 um 01:00

    Und noch eine Frage an Ingo oben:

    Wie machst Du es, NICHT Du selbst zu sein?

    Love
    Meinhard

  25. Nikocc schreibt am 22. Januar 2007 um 06:30

    Ganz entspannt im Hier und Jetzt. So hieß schon vor 25 Jahren das Buch von Herrn Elten. Der als hochbezahlter Sternjournalist zu Osho fuhr, und gleich als Sannyasin dort blieb.
    Eine gute Hilfe sind auch die 14 Achtsamkeitsregeln des buddhistischen Mönches Thich Nhat Hanh!
    In diesem Sinne, ich sitze nachher im Flieger, da bin ich immer total im Hier und Jetzt!

  26. nana schreibt am 22. Januar 2007 um 08:17

    Jaja, immer nur fünf Minunten Zeit nehmen für die richtige Fußpflege, für das Sickpack, um über sich selbst nachzudneken, um darüber nachzudenken, was man geschaft hat heute, was man soch vornimmt, nur fünf minunten pro tag zum aufräumen nutzen... wenn man alle fünf minunten mit empfehlungen zusammen zählt ist das immer eine menge und nicht zu unterschätzen!

    Liebe Grüße

  27. Norbert Hinke schreibt am 22. Januar 2007 um 11:45

    Liebe Tania, WUWEI = Handeln durch Nichteingreifen befähigt uns alle, viel bewußter im HIER & JETZT zu leben.
    Durch Loslassen, ohne das Interesse zu verlieren, öffnen sich plötzlich Türen, die wir niemals angefaßt haben. Indem wir anderen Mitmenschen Raum für ihre Energien und Ideen geben, nehmen wir uns selbst zurück, kehren bei uns selbst ein, steigen einfach in unseren eigenen Keller hinab, um vielleicht beim Aufräumen Unverhofftes zu entdecken; auf dieser Reise zu uns selbst erlangen wir eine inneren Ruhe und Zufriedenheit - jede anfangs immer wieder auftretende Unruhe sollte auf einem Blatt Papier kurz skizziert werden; dadurch wird unserer Unterbewußtsein entlastet. Auch eine Kurzmeditation, z. B. www.do-not-zzz.com oder ansprechende Bilder, die Balsam für die Seele sind, können dabei sehr hilfreich sein, mit positiven Affirmationen den Tag zu beginnen, zu gestalten und auch ebenso zu beenden. Wenn wir verschiedene Rituale auf diese Weise in unser Leben stets einbauen, gelingt uns das Leben viel einfacher als bisher - ist jeder Tag ein Geschenk, eine neue Herausforderung in unser manchmal so tristen Zeit - unsere Grundeinstellung ist entscheidend: wir alle erhalten neue Kraft fürs Leben, wenn wir gut mit uns selbst umgehen, um anschließend sofort mit anderen gut umzugehen; der zentrale Punkt iat das Glücklichsein; unser Wert für andere steigt nämlich, wenn wir selbst mit uns in Harmonie sind. Dies wünsche ich uns allen, heute, morgen, immer ..... ciao
    Norbert

  28. Birgit schreibt am 22. Januar 2007 um 12:01

    Ich habe dazu kürzlich bei Fernando Pessoa folgendes gelesen:
    "Ich lebe immer in der Gegenwart. Die Zukunft kenne ich nicht. Die Vergangenheit gehört mir nicht mehr. Die eine lastet auf mir wie die Möglichkeit zu allem, die andere wie die Wirklichkeit von nichts."

    Die ersten drei Sätze benutze ich manchmal als Mantra, wenn ich mich dabei ertappe, dass ich mich wieder einmal gerade aus dem Hier und Jetzt ausgestiegen bin.

  29. Sonja schreibt am 23. Januar 2007 um 07:36

    @stef und Meinhard Kniffki

    Ich würde die 5 Minuten damit verbringen, meine Sinne nacheinander "abzufragen": Was höre ich gerade (Ist es jemals wirklich völlig still?).Was rieche ich gerade? Was schmecke ich gerade? Was fühle ich gerade? (Ist es warm? Kalt? Liege/Sitze ich auf einer harten oder weichen Unterlage? Wie geht es mir - fühle ich mich wohl? usw.)Das alles bei geschlossenen Augen. Zeit nehmen dafür. Erst dann die Augen öffnen: Was sehe ich - auf Details achten!

    Ich habe diese Übung schon oft gemacht.
    Ehrlich gesagt oft dann, wenn ich einen schönen Augenblick für mich "festhalten" wollte.

    Ansonsten bin ich mit meinen Gedanken auch meist in der Zukunft (im Sinne von: was steht als nächstes an, welche "Kühe" muss ich heute noch "melken"?).

    Aber: ich habe das Glück, täglich meinen 5 jährigen Sohn beim Leben im Hier und Jetzt erleben zu können und es gelingt mir doch auch häufig, durch ihn selbst ganz im Augenblick zu leben. Das geschieht beim Spielen, indem ich mich ganz in eine Rolle versenke, oder z.B. beim Vorlesen.
    Wie gut das tut!

    Liebe Grüße
    Sonja

  30. Angelina Zöllner schreibt am 23. Januar 2007 um 13:48

    Die Schlüssel zum "Hier und Jetzt" sind Mitgefühl( mit uns und anderen) und Akzeptanz dem gegenüber was gerade geschieht. Das Tor sind die Sinne. Wir können nur unmittelbar jetzt fühlen (atmen), jetzt riechen, hören, sehen und schmecken..
    Wir das Denken als sechsten Sinn betrachten und uns ganz bewusst dem Gedanken der gerade entstanden ist zuwenden, dann sind wir auch im "Hier und Jetz"- wir müssen aber nicht jedem GHedanken automatisch folgen, sondern können bewusst entscheiden, ob der Gedanken gerade hilfreich ist oder nicht. So verlieren wir uns ncht so leicht in unserem "inneren Film" (Grübeleien), sondern bleiben in Kontakt mit dem lebendigen Augenblick. Sehr hilfreich kann es sein, erstmal die Bewegungen des Geistes zu betracheten,ohne einzugreifen- zum Beispiel beim Zähneputzen oder Schuhe zu binden. Wenn wir bemerken, dass das Denken uns unbewusst aus der Realität entführt hat, dann ist diese Erkenntnis im "Hier und Jetzt entstanden und wir wenden uns wieder freundlich (Mitgefühl)unserer momentanen Tätigkeit zu (spüren das Wasser im Mund oder die Schnürsenkel in den Fingern). Fangen wir langsam an mit Geduld und Humor.Tatsächlich leben wir doch immer im "Jetzt und Heute". Angelina

  31. Bianca schreibt am 24. Januar 2007 um 08:31

    Mich beschäftigt noch ein weiterer Gedanke zu diesem Thema:
    Vielleicht leben wirklich viele Menschen im Morgen, und es ist bestimmt der glücklichere Weg im Heute zu leben, aber noch mehr beschäftigt mich die Frage, wann viele von uns SIND!
    Und das erlebe ich so, dass die meisten von uns im Gestern sind: Im Streit verhalten sich viele wie kleine Kinder; wer alt ist, will jung aussehen und seine Jugend zurück haben; bei Besprechungen hochdekorierter Manager kommt man sich vor wie im Kindergarten; die Midlife-Crisis als Ausdruck der versäumten Los-Lösung von den Eltern, die Rebellion gegen den Partner als verpasste Rebellion gegen die Eltern; etc.etc.etc...
    Mir ist einmal der Spruch begegnet: "Wir müssen das Loslassen lernen, es ist die große Aufgabe des Lebens"
    Wie wahr: die wenigsten haben doch ihre Eltern wirklich innerlich losgelassen und sind immer noch Kind, leben also im Gestern.

    Ist das nicht fast noch schlimmer? Gerade weil wir am gestern nichts mehr ändern können, weil die Denkmäler unserer Vergangenheit felsenfest stehen.
    Und das Morgen, das können wir vielleicht nicht allzu sehr beeinflussen, aber wir brauchen es dennoch, um einen Sinn zu finden, ein Ziel, eine Richtung, in die wir wachsen können / wollen...
    Und das alles, um ein gesundes und glückliches Heute zu gestalten.

    Ich glaube, es gibt das Heute nicht allein, nur mit gestern und mit morgen; die Kunst ist die gelungene Verbindung.

  32. Rita schreibt am 24. Januar 2007 um 16:16

    Was ist Heute? Tag, Stunde oder Minute? Heute ist relevant. Morgen ist nur Zukunft, weil wir als Zukunft bezeichnen. Was ist Leben? Man kann es nicht für alle gleich definieren. Menschen brauchen Pläne, Ziele. Wenn sie erreicht sind, werden neue Ziele gesetzt und so weiter. Das Ganze ist für mich Leben.
    Leben in Jetzt heißt einfach Blume bewundern können, Sonne, Himmel, Sterne. Es gibt so viele Kleinigkeiten, die uns glücklich machen können.

  33. Eva schreibt am 28. Januar 2007 um 11:28

    es gibt in der woche zwei tage, über die wir uns keine sorgen machen sollten. zwei tage, die wir freihalten sollten von angst und bedrückung.

    einer dieser zwei tage ist das gestern mit all seinen fehlern und sorgen, emotionalen und körperlichen schmerzen. das gestern ist nicht mehr unter unserer kontrolle. alles geld dieser welt kann das gestern nicht zurück bringen - wir können keine einzige tat, die wir getan haben, ungeschehen machen. das gestern ist endgültig vorüber.

    der andere tag, über den wir uns keine sorgen machen sollten, ist das morgen - mit seinen möglichen gefahren, laste, großen versprechungen und weniger guten leistungen: auch das morgen haben wir nicht unter unserer kontrolle.

    morgen wird die sonne aufgehen, entweder in ihrem glanz oder hinter einer wolkenwand. aber eines steht fest. sie wird aufgehen. bis sie aufgeht, sollten wir uns über das morgen keine sorgen machen, weil morgen noch nicht geboren ist.

    somit bleibt nur ein tag übrig: heute!

    jeder mensch kann nur die schlacht eines einzigen tages schlagen. dass wir zusammen brechen geschieht nur, wenn du und ich die last dieser zwei fürchterlichen ewigkeiten - gestern und morgen- zusammen fügen.

    es ist nicht die erfahrung von heute, welche die menschen verrückt macht, es ist die reue und verbitterung über etwas, was im gestern geschehen ist, ode die furcht vor dem, was ds morgen wieder bringen wird.

    heute ist das morgen, worüber wir uns gestern sorgen gemacht haben.

    Nur für heute

    - nur für heute will ich versuchen, diesen einen tag zu leben - nicht mein ganzes lebensproblem auf einmal anzupacken. ich kann jetzt etwas tun, vor dem ich zurück schrecken würde, wenn ich das gefühl hätte, ich müßte es mein ganzes leben durchhalten.

    - nur für heute will ich versuchen glücklich zu sein, indem ich mir klar mache, dass mein glück nicht davon abhängt, was andere tun oder sagen oder was um mich herum geschieht. glück stellt sich ein wenn ich mit mir in frieden lebe.

    - nur für heute will ich versuchen, mich auf das auszurichten, was ist - nicht erzwingen wollen, dass sich alles nach meinem wünschen richtet. ich will meine familie, meine freunde, meine arbeit und meine lebensumstände so annehmen wie sie kommen.

    -nur für heute will ich auf meine körperliche gesundheit achten, ich will meine verstandeskräfte üben, ich will etwas spirituelles lesen.

    -nur für heute will ich jemanden etwas gutes tun, ohne dabei entdeckt zu werden, wenn jemand davon erfährt, zählt es nicht. ich werde mindestens eine sache tun, die ich nicht gern tue und ich will meinen nächsten einen kleinen liebesdienst erweisen.

    -nur für heute will ich mich bemühen zu jemanden, den ich treffe, freundlich zu sein. ich will liebenswürdig sein, ich will so gut aussehen wie ich kann, mich kleidsam naziehen, leise sprechen und mich höflich benehmen. ich will kein bisschen kritisieren, an keiner sache etwas aussetzen und nicht versuchen jemand außer mich selbst zu verändern und niemandem vorschriften machen.

    -nur für heute will ich mir ein programm machen. ich will es machen, auch wenn ich es vielleicht nicht genau befolge. vor zwei plagen will ich mich retten: hast und unentschlossenheit

    -nur für heute will ich aufhören zu sagen: "wenn ich zeit hätte..." ich werde mir für etwas "zeit finden" - wenn ich zeit haben will, muss ich sie mir nehmen.

    - nur für heute will ich in stille medizieren . mich dabei auf gott, wie ich ihn verstehe, auf mich selbst und auf meinen nächsten besinnen. ich will mich entspannen und nach wahrheit suchen.

    -nur für heute will ich keine angst haben, insbesondere werde ich mich nicht davor fürchten glücklich zu sein - und mich an den guten schönen und lebenswerten dingen im leben erfreuen

    -nur für heute will ich mich annehmen und nach meinen besten kräften leben.

    -nur für heute entschließe ich mich zu glauben, dass ich hiernach einen tag leben kann.

    Die wahl habe ich

    emotions anonymuy

    dieser ganze test ist von ea, das ist eine selbsthilfegruppe die ähnlich wie die anonymen alkóholiker arbeitet (ea sind "den emotionen" gegenüber machtlos so wie alkoholiker sagen "ich bin dem alkohol gegenüber machtlos".

    ich finde die anonymen programme generell bauen unter anderem auf diesem prinzip des im-heute-lebens auf. nur für heute trinke ich nicht.

    ich ahbe erlebt, dass es funktioniert
    liegrü
    eva