Ein Freudenfest
Von Tania Konnerth • 10 Kommentare
"Weihnachten ist ein Fest der Freude. Leider wird dabei zu wenig gelacht."
– Jean-Paul Sartre
Jean-Paul Sartres Ausspruch ist heute noch so aktuell wie zu seiner Zeit. Es ist schon auffällig, wie verbissen und grimmig viele Leute gerade in der Vorweihnachtszeit durch die Straßen laufen.
Da wird fieberhaft überlegt, wem man was schenken und wo man was besorgen kann. Da werden Pläne für die Feier gemacht, die Menüfolge genauestens geplant und viel Arbeit in die Dekoration gesteckt. Da wird gearbeitet und gehetzt und gestöhnt.
Was bei all dem auf der Strecke bleibt, ist tatsächlich oft die Freude, das Lachen.
Viele würden sich und ihren Lieben einen deutlich größeren Gefallen tun, wenn sie sich weniger Gedanken über das Fest als über die Menschen machen würden. Wenn sie das Miteinander in den Mittelpunkt stellen würden und nicht den Austausch von Geschenken. Wenn sie Nähe zulassen könnten.
Mich bringt Weihnachten immer sehr stark in Kontakt mit den kindlichen Anteilen in mir. Mit meinem Staunen über die Weihnachtsglitzerlichter, mit meiner aufgeregten Neugier vor der Bescherung und mit meiner tiefen Sehnsucht danach, meine Familie um mich zu haben. Ich denke aber manchmal auch an die enttäuschten Erwartungen, die oft mit diesem Fest verbunden waren – bei mir und bei anderen. Und was ich daraus gelernt habe.
Heute setze ich klare Prioritäten was das Weihnachtsfest angeht. Ich fahre nicht mehr endlos in der Gegend herum, um alle zu besuchen, die zu besuchen wären. Auch mache ich mir nicht mehr wochenlang Gedanken darüber, was ich "schwierigen Kandidaten" schenken kann. Ich konzentriere meinen Einsatz und auch meine Erwartungen auf einen kleineren Kreis und auf das, was möglich ist. Und so wird automatisch Raum frei für meine Freude.
Lassen Sie sich ermutigen, Weihnachten auch für sich wieder zu einem Fest der Freude zu machen. Entziehen Sie sich all den Anforderungen, dem Stress und dem Druck und machen Sie Weihnachten zu einem Freudenanlass – für sich selbst und für die, die Ihnen besonders wichtig sind. Sorgen Sie dafür, Zeit und Muße zu haben, sich an Lichterketten und Kerzenglanz zu erfreuen, Bratapfel- und Stollenduft tief in sich einzusaugen, backen Sie Kekse nur dann, wenn Sie wirklich Lust darauf habe und schenken Sie nur, was wirklich von Herzen kommt. Und vergessen Sie nicht, zu lachen!
Zugegeben – es bedarf schon etwas Mut, aber es ist möglich, Weihnachten zu einem freudigen Fest zu machen. Und – es ist es wert!






Früher brach bei uns Zuhause vor Weihnachten immer "Panik" aus - selbst am Heiligabend meinte meine Mutter noch neben den normalen Vorbereitungen f. das Fest auch noch mal einen kompletten Hausputz zu starten. Als Kind fand ich es schrecklich und irgendwie hat man trotz Vorfreude auf die Geschenke am Abend sich nie wirklich auf den Tag selber gefreut.
Seitdem ich selber eine Familie habe wird am Heiligabend nichts gemacht, was sich irgendwie nach zusätzlicher Arbeit oder Stress anhört. Diesen Tag beginnen wir meist mit einem leckeren Lachsfrühstück, danach geniessen wir den freien Tag und machen einfach nur das was uns spaß macht. Keine Pflichten, kein Ärger, kein Stress einfach nur geniessen...
Seitdem freue ich mich wieder auf diesen ganz besonderen Tag..
Danke für diesen wunderbaren Text... Ich finde es sehr, sehr wichtig, daran zu erinnern, was Weihnachten eigentlich sein soll: d a s Fest der Freude! Und wir sollten uns daran erinnern, warum wir es feiern? Weil Jesus Christus für uns Menschen geboren wurde! Wenn wir das begriffen haben, m ü s s e n wir uns an die Freude nicht mehr erinnern lassen, dann spüren wir ganz tief im Innern eine Freude, die uns keiner je wieder nehmen kann... und dann sollten wir d a n k e n für diese große Freude! Euch ein schönes Fest! Ihr seid einfach immer wieder klasse!
Ihr Text hat mir sehr gut gefallen. Manchmal vergisst man das Wesntliche der Weihnachtszeit: die (Vor)freude. Nicht mitzuschwimmen in der Weihnachtshektik und den Geschenken nicht hinterherzulaufen, sondern langsamer zu werden, sich zu besinnen und die Zeit mit Freunden und Verwandten zu verbringen, empfinde ich auch als sehr wichtig. So kann Weihnachten ein Fest des Staunens und der Liebe sein.
man kann es kaum besser formulieren, Frau Konnerth
Da ich seit Jahren schon im Einzelhandel als Kassiererin arbeite, bekomme ich zwangsläufig den gesamten Konsumterror und den Stress der Menschen mit. Es ist oft sehr erstaunlich wie oberflächlich Weihnachten geworden ist. Durch dieses "zwangsmäßige" miterleben des Weihnachtsterrors auf beruflicher Ebene, habe ich mir und meiner Familie sehr bewußt besinnliche und ruhige Weihnachten "verordnet". Ohne diese Ruhe und Vorfreude auf die tiefere Bedeutung auf Weihnachten könnte ich in diesen Wochen absolut nicht durchhalten.
Ihr Text ist absolut mir aus dem Herzen gesprochen und hoffentlich lesen ihn sehr viele Menschen.
Morgenstund
Begrüsse froh den Morgen, der Müh' und Arbeit gibt.
Es ist so schön zu sorgen, für jemand den man liebt.
Jeden Tag, immer wieder, alles Gute!
In dem Jahr, als meine Oma plötzlich verstarb, begaben meine - alleinerziehende - Mutter, meine Schwester und ich uns auf ein Seminar mit Meditation, gesunder Kost, Massage und Kreistänzen. Das war eine gelungene Weihnachts-Variante! Bei uns gilt: Wer Urlaub geplant hat, darf abhauen. Ansonsten, nun selbst mit drei kleinen Kindern, suche ich noch das Mittelmaß zwischen Herzenswünsche erfüllen (Konsumspielzeug), Tradition/ Ritual und Chaotischem Lockerlassen. Draußen gibt es überall soviel Deko und Weihnachtssymbole, dass mir das fast die Lust nimmt, selbst zu dekorieren. Vollgestellte Tischmitten, Fensterbänke und Nischen nehmen mir manchmal die Luft im eigenen Haus, falls Ihr wisst, was ich meine! Und diese Prospektflut! Ich galub, da muss ich mal was abbestellen. Letztendlich ist es dann immer schön, die zusammengeführte Familie so beieinander zu sehen...
Das hört sich alles toll an, aber ...
Für mich war Weihnachten nie wirklich schön, und wird es wohl auch nie sein. Denn man ist ja nicht allein auf der Welt. Als ich ein Kind war, war mein Vater an Weihnachten meist betrunken und meine Mutter darüber stocksauer. Jetzt bin ich zwar lange erwachsen, aber auch mit meiner jetzigen (Mini-)Familie (keine Kinder) ist es nicht möglich, Weihnachten so zu feiern, dass es ein Fest der Freude wäre. Die üblichen "Frohe-Weihnachten-Sprüche" kann ich nicht mehr hören, und ich bin immer froh, wenn Weihnachten endlich vorbei ist.
Liebe Leserinnen und Leser,
Die Weihnachtszeit ist für mich Stress pur. Nicht das ich mich selbst daran aktiv beteilige, ich erlebe aber mein Umfeld in ein aufgesetzter Aufrur und Aktionismus. Ich selbst stamme nicht aus Deutschland, mir steht es nicht zu an diesen Kultur hierzulande herumzu makeln. Ich akzeptiere sie und kann im Grunde sehr gut damit leben. Ich beobachte aber sehr wohl.
Als ich mih vor 20 Jahre in diesem wunderschönen Land niedergelassen habe, war ich erstaunt darüber, wie "commercial" und strukturiert Weihnachten von viele Menschen hier gelebt wird. Für meine angeheiratete Familie ist Weihnachten das wichtigste "Fest" im Jahr mit alle Merkmale die man so kennt: Familienbesuch, Geschenke in Überfluss für so viele Menschen (interessanterweise auch für diejenigen, die man eigentlich nicht mag und unterjährig gar nicht trifft) und Mahlzeiten, dessen Charakter stammt aus eine Zeit, wo die Menschen noch in Armut lebten und sich darüber freuten, sich einmal so richtig satt zu essen.
In diese Zeit bleibt da vieles auf der Strecke, was eigentlich in die Weihnachtszeit verankert ist: Ruhe, Besinnung, Nächstenliebe. Ich freue mich auf die erste Januarwoche, wo alle so geschafft sind das sie wirklich Bedürfniss nach Ruhe, Zurückhaltung und Besinnung haben und nicht von kulturell verankerte Verpflichtungen gejagt werden. Das ist für mich die wunderbare Nachweinachtszeit.
Mark
Für mich war Weihnachten nur in der Kindheit schön. Seid dem ich mir meine eigenen Gedanken über meine Familie (Eltern) machen kann, bin ich jedes Jahr froh, wenn diese Feiertage endlich zu ende sind. Jedes Jahr treffen sich alle bei meinen Eltern. Mein Vater liest die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Es wird gebetet und gesungen. Alles ist so ernst und nichts erinnert irgendwie an eine Geburtstagsfeier. Weihnachten hängt mir zum Hals raus. Und ich bin froh darüber, dieses Fest seit drei Jahren nicht mehr mit meinen Eltern verbringen zu müssen, da ich jetzt weit genug weg wohne.