Fertige Seelen?
Von Tania Konnerth • 8 Kommentare
"Es wäre allzu bequem, fixfertige Seelen auszuleihen."
– Antoine de Saint-Exupéry
Ich liebe Zitate, die mich an meinen Zweifeln abholen und mir gleichsam eine Hand reichen. Das aktuelle Zitat ist ein solches, denn es bringt zum Ausdruck, dass es vollkommen ok ist, nicht perfekt oder "fertig" zu sein. Es macht uns Mut, zu unserer Unfertigkeit zu stehen, ja dazu zusagen, dass wir alle in der Entwicklung sind.
Mir tut Antoine de Saint-Exupérys Gedanke sehr gut, denn ich erwische mich oft dabei, wie ich mit meiner Fehlerhaftigkeit hadere. Ich, die ich hier Woche um Woche schlaue Dinge schreibe, sollte doch das, was ich veröffentliche auch selbst beherrschen, oder nicht? Aber wie oft erwische ich mich genau in den gleichen Fallen, die ich hier beschreibe und wie oft mache ich doch wieder etwas anders als ich es mir vorgenommen hatte!
Aber, hey, der Gedanke, dass zu bequem wäre, wenn wir alle schon fertig wären, gefällt mir. Es wäre bequem und totsterbenslangweilig. Denn ist nicht gerade unsere Entwicklung wie das Salz in der Suppe des Lebens? Bringt es nicht die nötige Würze, sprich Spannung, in unsere Existenz?
Ich werde mir dieses Zitat hinter die Ohren schreiben bzw. an meinen Badezimmerspiegel heften, damit ich es so schnell nicht wieder vergesse.





Liebe Frau Konnerth,
für mich ist sogar der Hauptsinn unseres Daseins die Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit, die Arbeit an unseren Charaktereigenschaften wie Mut, Ehrlichkeit etc. und die Entwicklung und Förderung unserer Talente und Fähigkeiten. Zu diesen Talenten gehören auch solche, die üblicherweise nicht unbedingt bedacht werden, wie z.B. Diplomatie, Verbesserung unserer Sprache und Ausdrucksfähigkeit und vieles mehr. Hierzu kann ich die Bücher von Elfrida Mueller-Kainz wärmstens empfehlen. Kein anderer Autor hat diese Themen so auf den Punkt gebracht wie sie.
Es macht viel Freude und bereichert das Leben ungemein, wenn man sich dieser Aufgabe gerne und bewusst stellt.
Und dass wir auf diesem Weg immer wieder "Fehler" machen, bzw. nicht immer die Kraft haben, alles einzuhalten, was unser Verstand schon längst akzeptiert und als richtig erkannt hat, ist doch mehr als verständlich. Wichtig ist nur, dass man immer wieder von neuem dranbleibt - kleine Schritte sind gute Schritte.
Liebe Grüße
Edeltraud
«Ich werde mir dieses Zitat hinter die Ohren schreiben bzw. an meinen Badezimmerspiegel heften, damit ich es so schnell nicht wieder vergesse.»
Den Badezimmerspiegel möchte ich sehen wieviele Zettel da schon dran kleben.
Ein Trainer, Autor oder Seminarleiter etc. profitiert in erster Linie selbst von seiner Arbeit, wenn er sich mit dem Thema persönliche Weiterentwicklung beschäftigt.
Erst durch die vertiefte Beschäftigung mit den einzelnen Facetten, erkennt man auch die persönlichen Chancen zur eigenen Weiterentwicklung.
Daraus resultiert dann auch die Motivation, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Erst durch diesen Zusammenhang entsteht die Motivation für herausragende Ergebnisse.
Wenn einem das Thema persönlich gleichgültig wäre, kommt auch kein Herzblut in den Output.
Zunächst stimme ich auch hier erst mal völlig zu und denke mein Leben hat sich auch erst durch verschiedene Ereignisse zu dem entwickelt wie es heute ist.
Allerdings kann man auch die andere Seite betrachten und zunächst einmal von der Seite aus gehen, dass wir völlig perfekt sind und dass unser Inneres uns immer den richtigen Weg zeigt, es aber viel leichter ist den Ablenkungend es Lebens zu folgen, als seiner inneren Stimme. So, wie im ersten Beitrag genannt wurde, dass uns nur ein "Schicksalsschlag" wieder wach rüttelt und uns den richtigen für uns guten inneren Weg zeigt.
Im letzten drittel meines bisherigen Lebens komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass ich das meißte was ich getan habe und was aus dem Ruder gelaufen ist, vorher schon wußte.Ich wußte schon dass es sich nicht gut anfühlte und habe mit meinem Verstand entschieden dass es doch so ist. Im nachhinein hat mein geefühl dann gesiegt. Also komme ich immer mehr zu dem Schluss dass wir alles wissen (richtig fühlen) aber uns von vielem ablenken lassen und dann den inneren Faden verlieren. Und wenn wir den inneren FAden haben und diesem folgen dann erleben wir ein Leben mit Erfüllung, mit Liebe, mit Zuneigung und mit Überfluss. wir brauchen deise "Würze" der negativen Erfahrungen, der so genannten Wachrüttler nicht, da wir wach durchs Leben gehen.
Wir brauchen dann keinen Wegweiser, da der Weg klar und deutlich vor uns liegt.
Hallo,
nur eine kurze Frage: Gibt's denn heute keine Möglichkeit, Anmerkungen zu Ralf's Leitartikel über den "Weckruf, den das Leben schickt" zu schreiben? Ich denke, da hätten einige Leser Interessantes, anregendes und inspirierendes zu berichten...
Hallo Tania, hallo Ralf,
es enspannt, das Zitat zu lesen.
(Spannung, Ent-spannung, der Wechsel der Polaritäten.)
So ist es wohl der Weg und nicht das Ziel, der es uns möglich macht in Bewegung zu sein und Leben zu spüren.
Weil wir Leben sind, und aus diesem heraus zweckfrei.
Was für den Kopf nicht immer so einfach ist auszuhalten.
Wären wir am Ziel, wäre Stillstand gegeben.
Doch da es kein Ziel gibt weil alles, was ist, schon das 'Ziel' ist, ist auch immer Bewegung da.
Das Ziel eben als Illusion des Verstandes.
Wie auch Perfektionismus.
Doch das Gehirn gaukelt uns dadurch wphl eine nicht vorhandene "Sicherheit" vor, die es auch zu brauchen und zu suchen scheint um mittels Konzepten von A nach B zu gehen.
Oder von B nach Z.
Ziele als vermeintlicher Antrieb des Lebens?
Konzepte, die uns auch schützen und stützen können?
Als Menschen, wie sich die Spezies entwickelt hat, scheint dies in der Form, in der wir mittlerweile leben, auch ein wichtiges "Element" zu sein.
Es ist spannend sich damit auseinanderzusetzten.
Und widerum ent-spannend... ;)
Auf eine gute Reise im Land der Polariäten!
Mit herzlichem Gruß und dem besten Wunsch an uns alle auf ein selbstbestimmtes Leben,
Sina
Vielleicht ist die Jagd nach der Perfektion nur ein Spiegel deiner Gedanken. Und mit neuen Gedanken versucht man die alten zu verbessern. Das ist gerade so, als wolle man Feuer mit Öl bekämpfen. Man dreht sich nur im Kreis. Vielleicht liegt die Wahrheit zwischen den Gedanken in der Leere?
Gruss,
Jürgen
Hallo an alle...
also ich finde dieses Zitat treffend und zu tiefst menschlich gedacht....aber was mir weit aus besser gefallen hat war der kritische Kommentar von Ralf, ist finde diese Ehrlichkeit gut..denn ich quäle mich mit den gleichen Problemen herum wie meine Mitmenschen und dann denke ich manchmal, kocht der ein oder andere nicht mit Wasser ;-)))...bin ich zu dumm, aber wenn ich dann lese das auch Ralf sieht wie er immer wieder scheitert und neu dazu lernen muss bin ich froh....denn so ist die Hürde doch nicht so hoch und ein warmes Gefühl durch strömmt mich...das wir "Gott sei dank" alle nur Menschen sind....im positiven Sinne....
Gruss
Helga