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Einstellungssache!

Von Tania Konnerth7 Kommentare

"Alles eine Sache der Einstellung."

– Sprichwort

Wir schreiben ja oft genug darüber, dass wir der Ansicht sind, dass wenn es um Glück und Zufriedenheit geht, unsere Einstellung sehr oft wichtiger ist als die Umstände. Und genau dafür habe ich heute wieder ein Beispiel aus meinem Alltag für Sie.

In der letzten Woche fiel unsere Heizung aus. Die Anzeige für das Öl war kaputt, so dass wir davon ausgegangen waren, noch Öl zu haben, aber der Tank war leer. Das Öl wurde am Folgetag geliefert, so dass wir anderthalb Tage ohne Heizung waren. Bei den Außentemperaturen zur Zeit kein allzu großer Spaß – wir waren recht schnell auf unter 10°C Innentemperatur.

Nun kommt das Spannende an der Sache: Am ersten Tag wussten wir ja, dass es nicht wärmer werden würde. Wir nahmen es mit Humor und gingen praktisch vor: Wir zogen uns entsprechend viele Sachen an und machten uns Wärmflaschen. Und, ganz ehrlich: ich hätte es mir schlimmer vorgestellt.

Am nächsten Tag kam die Öllieferung um 11:30 Uhr. Dann mussten wir noch vier Stunden warten, bis wir die Heizung wieder anschalten konnten. Und als wir das taten, passierte erst einmal nicht viel. Ja, die Heizkörper wurden langsam wärmer, aber das Thermometer stieg nur sehr zäh.

Und obwohl es wärmer wurde – langsam, aber immerhin – ging es mir an diesem Abend viel schlechter als an dem Abend vorher!

Der Unterschied lag eindeutig in meiner Erwartungshaltung. Am ersten Abend erwartete ich nicht, dass es wärmer werden würde, sondern sagte voll und ganz "Ja" zu den niedrigen Temperaturen. Ich stellte mich darauf ein und verschwendete keine Energie darauf, zu hadern. Am nächsten Abend aber kämpfte ich mit meiner Enttäuschung darüber, dass es noch nicht so warm war, wie ich es gehofft hatte. Und damit war ich im "Nein". Und so ein "Nein" kostet Energie und ja, es kostet die nötige Portion Humor, mit der man solche Situationen am besten nehmen kann.

Für mich ist diese kleine Geschichte einmal mehr eine tolle Bestätigung dessen, was ich mir selbst (und auch Ihnen :-) immer wieder sage: Unsere Einstellung ist sehr oft entscheidend! Wer es schaffen kann, im Ja mit den Umständen zu sein, hat es leichter und dem geht es besser.

  1. Tina schreibt am 26. Januar 2010 um 07:38

    Guten Morgen,
    ich dem nur zustimmen. Bin ich gut drauf, kostet mich eine Schwierigkeit, ein problem nur ein Lächeln. Ist es ein schlechter Tag mit negativer Einstellung investiere ich viel Energie zur Lösung der gleichen Sachen. Da mir das immer mehr bewusst wird, kann ich bewusst gegensteuern. Es tut mir nur gut und damit auch meinen Mitmenschen, die sonst evtl unter meiner schlechten Laune zu leiden hätten.
    Schönen und positiven Tag
    Tina

  2. Ulla2 schreibt am 26. Januar 2010 um 08:37

    Hier kann ich Tania nur sehr, sehr beiflichten. Mein Mann und ich sind seit über 30Jahren Vollbeschäftigung von heute auf morgen arbeitslos geworden. UNVERSCHULDET - MANAGERFEHLER! Tja, natürlich könnten wir nun hadern, wir versuchen aber diesen Lebensumstand mit einem "JA" zu begegnen und für uns das beste daraus zu machen. Wir sind natürlich realistisch und dennoch wird es weitergehen... (Vielleicht Bestimmung?)
    In der schweren Zeit hat uns ein tolles Buch geholfen: Das Glück der Pellkartoffeln.
    Wir können und müssen es euch weiterempfehlen. Viele Spass beim lesen!

  3. Fritz Horsthemke schreibt am 27. Januar 2010 um 11:15

    Ihr hättet es ja auch zum Anlass nehmen können einen Kurzurlaub zu machen, den ihr immer schon machen wolltet. Wenn ich in meinem Haus komme, wo ich tagelang nicht bin, ist die Heizung grundsätzlich ziemlich runtergefahren. Deshalb erlebe ich Temperaturen um 5° in letzter Zeit öfters ;-)
    Schönen Gruß
    Fritz Horsthemke

  4. Susanne schreibt am 31. Januar 2010 um 09:20

    In genau der Situation, nämlich mit einer defekten Heizung, waren wir vor einigen Wochen auch. Und es stimmt: Als wir wussten, dass die Heizung wieder lief, meinte jeder in der Familie, es müsste sofort wieder warm sein. Ungeduld und Frust kamen auf. Beim nächsten Mal (hoffentlich ist jetzt aber alles okay) werde ich meine Gedanken in die andere Richtung lenken. Danke.

  5. Jennifer schreibt am 31. Januar 2010 um 11:23

    Danke für diesen Beitrag. Ich selbst habe gemerkt, dass ich gerade im Beruf mit vielen Situationen besser klarkomme, wenn ich zu ihnen JA sage. JA zu einer überlangen Sitzung, JA zu Zusatzaufgaben. Früher habe ich mich gewehrt und erfahren, wie kräftezehrend das ist. Heute packe ich alles mit Zuversicht an und wenn ich etwas nicht schaffe, bekomme ich keine Schuldgefühle. Die würden bei mir erst entstehen, wenn ich mich von Anfang an dagegen gewehrt hätte........

  6. eba schreibt am 2. Februar 2010 um 10:24

    Beim Lesen des Beitrages ist mir wieder eingefallen, dass ich hierzu kürzlich zwei sehr gegensätzliche Erlebnisse hatte, die mich dazu angeregt haben, meine eigene "Einstellung" zu manchen Dingen neu zu hinterfragen:
    Eine liebe Bekannte hatte kurz vor Weihnachten ihre Chemo abgeschlossen und berichtet, wie hoffnungsvoll sie auf das neue Jahr blickt - ohne Hadern und Klagen.
    Ein anderer Bekannter hatte sich beim Ski-Fahren an einem der Adventswochenenden verletzt - nichts wirklich Schlimmes - durfte nun aber für einige Wochen nicht Ski-Fahren und war voll des Jammers dass er nun einen solch tragischen Verlust an Lebensfreude und -Qualität hinnehmen muß.

  7. Jeyx schreibt am 5. Februar 2010 um 23:34

    Bedeutet das alles nicht im Klartext, dass man am besten immer vom Schlimmsten ausgehen sollte, dann freut man sich hinterher darüber das es nicht so schlimm war?

    Ich meine die Beiträge 4 + 5, die sagen doch eigentlich nichts anderes aus oder?
    Bsp.1: Defekte Heizung: Man geht davon aus, dass es kalt wird. Man arrangiert sich mit der Situation. "Alles gut".
    Man geht davon aus, dass es sehr warm wird, aber es bleibt kalt, wenn auch WÄRMER als vorher. Man ist enttäuscht. Alles "schlecht".

    Bsp. 2: Man denkt sich: "die Sitzung wird lang und anstrengend", und arrangiert sich damit, weil man, wie bei der Heizung, keine Wahl hat. "Alles gut".
    Aber wenn man sich sagt: "Hey, die Sitzung wird vielleicht, doch ganz gut", und man hat sich geirrt, sie war doch Ka**e, dann ist der Tag im Eimer...

    Ich bin der Meinung dass ich damit richtig liege, auch wenn ihr es alle, (noch) nicht auf den Punkt gebracht habt.

    Ich würde mich über eine Antwort hierauf sehr freuen, gerne auch als Mail. Auch hier wäre es ok, denn ich werde hier sicherlich noch öfter vorbeischauen.

    Gruß
    Jeyx ;) (Mail: 2eyez[at]web.de