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Verabredung mit dem Leben

Von Tania Konnerth14 Kommentare

"Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden."

– Siddhartha Gautama

Leben Sie eigentlich?

Blöde Frage, natürlich leben Sie, denn sonst würden Sie kaum diese Zeilen lesen.

Aber… – leben Sie wirklich? Intensiv, mit all Ihren Sinnen und mit Leidenschaft? Oder leben Sie eher ein bisschen wie auf Warteschleife? Erstmal Karriere machen, dann kommt das Leben? Erst die Kinder groß ziehen, dann dreh ich auf? Nach der Pensionieren mach’ ich alles, was ich will?

Das heutige Zitat lässt uns hier innehalten: unsere Verabredung mit dem Leben ist immer jetzt. Nicht später, nicht morgen, nicht nächste Woche, nicht nächstes Jahr.

Jetzt.

Jetzt ist alles, was sicher ist. Jetzt ist alles, was wir nutzen können. Jetzt leben ist der Schlüssel.

  1. Silver Lion schreibt am 17. November 2010 um 12:16

    Im Hier und Jetzt zu leben ist einfacher gesagt als getan. Leider trägt die menschliche Zivilisation dazu bei, dass man mit dem Heranwachsen das Gefühl für das Hier und Jetzt so ziemlich total verlernt. Das Leben im Hier und Jetzt verbinde ich mit zwei Dingen:

    1. Im gegenwärtigen Moment das zum (Über-)Leben Notwendige zu tun.

    2. Jeden Moment so zu erleben, als wenn man ihn zum ersten Mal erlebt.

    Es gibt meiner Meinung nach nur zwei Gattungen an Lebewesen, denen das tatsächlich gelingt: Zum einen Tiere in freier Wildbahn, zum anderen Kleinkinder. Jedes Mal wenn ich Kinder oder Tiere sehe, bin ich total fasziniert und denke mir, dass das die größten Zen-Meister sind, die es gibt ;-)

    Die Schwierigkeit im Hier und Jetzt zu leben liegt aber auch vor allem darin, dass Menschen ein nicht ganz so ideales Verständnis von Zeit haben. Vergangenheit und Zukunft sind nichts anderes als fiktive Konzepte und Mittel zum Zweck, damit wir uns im Alltag besser organisieren und funktionieren können, denn sonst würde Chaos ausbrechen.

    Unser Verstand oder Bewusstsein neigt aber dazu, sich mit diesem Verständnis von Zeit zu identifizieren, was darin resultiert, dass die Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick verloren geht. Und da fangen auch die typischen, eigentlich meist total belanglosen Alltagssorgen an.

  2. Der Bär schreibt am 17. November 2010 um 19:24

    Eine wunderbare Frage,

    ja ich lebe noch, das Leben hatte seine Höhen und Tiefen, ich habe gelebt, erst vor einiger Zeit habe ich das Leben genießen dürfen wie nie zuvor, in einer Partnerschaft die einmalig war. Sie war kurz und wunderschön.
    Mittlerweile sehe ich dem Lebensende entgegen, habe noch eine begrenzte Zeit zum genießen, die ich für mich positiv nutze.
    Jeder Moment den wir haben, sollte ein
    Moment sein den wir genießen und über den wir uns freuen können.
    Ich glaube der Mensch muß lernen das Positive anzuziehen und es dann festhalten. Wenn wir es nicht schaffen können wir es zumindest im Herzen
    behalten und uns freuen, über das was wir erleben durften.
    Und wir müssen lernen und wissen, das wir zwar nicht begrenzt sind, aber das unsere Zeit begrenzt ist und wir damit pfleglich umgehen müssen.
    Jeder Tag kann der schönste im Leben sein :-)

    Der Bär

  3. Malule schreibt am 21. November 2010 um 05:22

    Ja, das ist mal ein schöner Start in den Sonntag!Jetzt leben und nicht später. Man muss es sich immer wieder vorsagen : das Leben ist kurz und man weiß nicht wann es endet, also lebe ich heute. Ich versuche, mein Leben zu leben und nicht das der Anderen. Ich tue das, was mir gut tut, ohne andere zu verletzen. Das klingt egoistisch, soll es aber nicht sein.
    Ich versuche gerade, mein Leben nach dem Tod meines Mannes in den Griff zu bekommen und dabei sind mir diese Gedanken eine große Hilfe.
    Danke

  4. anonym schreibt am 21. November 2010 um 09:13

    Vor Monaten bekam ich von meiner Freundin einen Auszug aus Desiderata - auch da verwies man immer wieder darauf zu leben. Ich wollte es mir Rahmen lassen. Bei meiner Freundin hing es bereits an der Wand und eine Kopie in der Seitentasche griffbereit. Sie meinte immer zu mir, dass Leben ist zur kurz. Lebe und sei glücklich. Zu schnell kann alles vorbei sein. Ich habe sie verstanden, doch immer noch stand ich mehr mit meinen Taschentüchern in der Hand und "genoss" so das Leben.
    Vor einpaar Tagen, völlig unerwartet, bekam ich die Nachricht von einer Bekannten, dass meine Freundin ganz plötzlich verstorben war. Sie ist in ihrer Wohnung zusammengebrochen und verstarb noch am selben Tag. Man fand sie einen Tag später von ihren Angehörigen. Mein Herz trägt Trauer, aber ich weiss sie hat gelebt und war glücklich...
    Wir nehmen Karriere, den eigenen Status in der Gesellschaft viel zu ernst. Man gaukelt uns vor, dass Geld alles bedeutet und so führen wir uns dann auch auf. Wir arbeiten bis wir umfallen und vergessen zu leben. Für was? Ist nicht alles Schall und Rauch? Woher weiss ich, ob ich im Rentenalter meinen Ertrag am Ersparten genießen kann, auf die Weise, die ich mir in jungen Jahren vorgestellt habe? Vielleicht bin ich auch schon tot?
    Ich könnte endlos weitermachen. Den Sinn im Leben und vorallem wie man Leben möchte, soll jeder selbst entscheiden...

  5. roadrunner schreibt am 21. November 2010 um 09:24

    Wie wahr diese Worte sind! Im Hier und Jetzt leben, das wäre wunderbar. Leider macht es uns unsere Umwelt sehr schwer, diese Lebensweise umzusetzen weil wir planen müssen, vorausdenken, organisieren... Den Moment zu genießen ist dann nicht einfach. Aber es kommt auf den Versuch an!

    Euch allen einen schönen Sonntag im Hier und Jetzt!

    Grüße
    roadrunner

  6. Eva-Maria schreibt am 21. November 2010 um 11:28

    Das ist alles so wahr,jetzt zu leben ist der Schlüssel.
    Das möchte ich auch so gerne,denn dann,denke ich,bin ich wirklich frei von allem Denken und Meinungen.
    Da habe ich auch so meine Probleme,oder ein schlechtes Gewissen,stoße oft dann auf Neid der anderen,was ich sehr spüre,da ich HSP bin.
    Das Buch,die Wahrheit über "Alice"...es steht geschrieben,kein Feind kann dir so weh tun wie deine beste Freundin.
    Das habe ich schon des öfteren erlebt.
    Herzliche Grüße Eva

  7. Pandza schreibt am 21. November 2010 um 11:47

    Guten Morgen Alle zusammen!
    Jedes Mal erfreue ich mich beim lesen von Kommentaren,
    und stelle fest das: keiner von UNS an den Mikrokosmos
    denkt,an die wichtige Bindung zwischen Bewusstsein und
    Unterbewusstsein,an die Bindung zwischen Man und Frau.
    Meine Meinung nach der Suche nach Lösungen von Problemen wird einfacher wen die HARMONIE im INNEREN gefestigt wird.
    Unsere Umgebung ist unserer SPIEGEL.Was sehe ich?
    Scheidungen,Frauen die Männer suchen,den verlasse und weiter suchen?
    WAS IST LOSS? WANN KOMMT ,ENDLICH, JEMAND der dieses PROBLEM
    ERKLÄRT?
    Wer hilft uns :"das Bewusstsein von Harmonie"in unseren
    Inneren zu reparieren?
    Wann werden wir Bewusst:das alles unsere Projektion ist?
    Wann fangen wir an das GUTE zu denken und zu Glauben?
    Wann fangen wir an Gott zu befreien aus unseren Inneren?
    Danke für Euere Verständnis: Gott segne EUCH

  8. Arion schreibt am 21. November 2010 um 18:42

    Tja, viele weise Worte und viele Bücher habe ich zu dem Thema gelesen. Hat es mir genutzt? Nein! Und warum nicht?
    Theorie und Praxis, die Lebensumstände und unser Umfeld haben uns fest im Griff...!
    Immer wieder versuche ich, mir die bekannten Worte zu eigen zu machen, aber es gelingt nicht so richtig!
    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass uns nicht gelehrt wurde, wie man lebt! Gerade meine Generation (bin 61 Jahre!) wurde geprägt von Verboten, Zukunftsangst und Gehorsam...! Nicht das eigene Glück, die eigene Zufriedenheit waren das Maß der Dinge, sondern das, was die Leute sagen, denken...!
    Ich ahbe zumindest entdeckt, dass die meisten Ratschläge für´s Leben, die ich bekommen habe, mir mehr geschadet als genützt haben!
    Und dennoch: Es fällt mir äußerst schwer zu leben! Mir fehlt einfach die erforderliche Portion Egoismus...!?

    Herzlichst

    Arion

  9. Manni schreibt am 21. November 2010 um 21:08

    Für mich ist Leben immer mit Freiheit verbunden. Freiheit von den Zwängen, die auf mich einwirken und mich "funktionabel" machen wollen und mich letztendlich nicht so leben lassen, wie es für mich gut und richtig ist. Und ich glaube auch, dass unsere Welt nun mal so ist und dass das Wissen von Freiheit ohne die Zwänge der Welt nicht möglich wäre.
    Und für mich ist es Gewissheit, dass unser Denken und Leben in Vergangenheit und Zukunft teil dieser Zwänge und damit Unfreiheit ist oder anders gesagt, dass die Freiheit (die ich meine) und damit das Leben nur in der Gegenwart zu finden ist.
    Auch ich habe große Schwierigkeiten, trotz dieses Wissens, im Hier und Jetzt zu sein.

    Ein Spruch (er hängt bei mir an der Wand) gibt mir Trost:
    Wenn du nicht frei sein kannst, sei so frei wie du kannst.

    Ich wünsche euch allen viel Freiheit für viel Leben!

  10. Silvi schreibt am 22. November 2010 um 11:04

    @ anonym:

    Deine Geschichte hat mich sehr berührt. Ich danke Dir, dass Du sie hier niedergeschrieben hast.

  11. Patricia schreibt am 22. November 2010 um 13:14

    Hallo,

    ich lerne das Leben zu leben, indem ich mir meinen Sohn anschaue. Für Kinder gibt es immer nur gerade diesen einen Augenblick. Dieses Jetzt erlebt mein Sohn mit all seinen Höhen und Tiefen.
    Wenn ich mit ihm spiele, dann versuche ich wirklich bei ihm zu sein und mit ihm seine Abenteuer zu erleben. Ich denke nicht daran, dass die Wäsche aufgehangen werden muss oder was es zum Abendessen geben wird.
    Diese Momente sind unglaublich wertvoll.
    Vor ein paar Tagen haben wir mit seinem Hochbett eine Reise zum Mond gemacht. Abends hat mein Sohn mich fest umarmt und mir gesagt, dass ich die tollste Mutter der Welt bin.
    Dann weiß ich, das ich am Leben bin.

  12. Mertes Ute M. schreibt am 23. November 2010 um 09:44

    Seit ich im Hier und Jetzt lebe, ist das Leben für mich viel einfacher und schöner geworden. Mein Ich braucht sich nicht mehr mit Bildern zu identifizieren, sondern es erweist sich stets in dem, worin der Augenblick sich gerade zeigt: wenn ich male, dann male ich; wenn ich Geschichten für meine Enkelkinder schreibe, dann bin ich ganz in diesen Geschichten; wenn ich esse, esse ich, wenn ich gehe, gehe ich usw.

  13. BOBBYHWK schreibt am 24. November 2010 um 00:36

    Am 17.07.37 wurde ich geboren. Der Chinesischen Mythologie zufolge bin ich ein klassischer "Büffel".
    Die Chinesen sind glücklich, wenn in ihre Familie ein Büffel hineingeboren wird; dies bedeutet für sie Reichtum und Glück.
    Durch seine Mythologie ist der Büffel ruhig, gelassen,arbeitsam, fleißig, immunstabil und nicht angriffslustig. Hat man den Büffel aber mal provozierend gereizt, sollte man ihn besser aus dem Weg gehen. Soweit in groben Zügen die Eigenschaften eines Büffels.
    Warum ich meinen Kommentar so anfange?
    Wir alle haben gelernt, dass nur solche Tiere eine Lebensgemeinschaft bilden, wenn ihre Fähigkeiten dies erlaubt und dann eben nicht, wenn sie sich gegenseitig fressen würden. (Beispiel: Katze und Maus geht überhaupt nicht.)
    Die Chinesen haben klugerweise 12 Mythologien auf die Menschen übertragen und zwar: RATTE; BÜFFEL; TIGER; KATZE; DRACHE; SCHLANGE; PFERD; ZIEGE; AFFE; HAHN; HUND: SCHWEIN.
    Schauen wir uns die Tiertypen einmal an, stellen wir fest,
    dass nicht alle Tiere miteinander harmonieren würden; und wir wissen auch warum!
    Wenn ab heute nur noch Menschen zusammenleben würden, deren Mythologie Harmonie verspricht, könnten viele Scheidungsanwälte Steine klopfen gehen.
    Ich habe in den vergangenen Jahren die gleichen Fehler gemacht und bin dabei kräftig auf`s Kreuz gelegt worden.
    Die Eine wollte mich nur als Alibi - weil sie ihren Sohn nicht von der Bettkante stoßen wollte.
    Die Andere wollte lieber mir ihrem Schwiegersohn in den Urlaub fahren. Die Dritte war sexistisch veranlagt.

    Jetzt, mit knapp 74 Jahren hat mich eine Frau entdeckt, die haargenau die gleiche Mythlogie-Seelenverwandtschaft- hat- wie ich sie verkörpere.
    Wenn sie, liebe Leser, auch nur die Hälfte von unseren Übereinstimmungen an sich selbst feststellen würden, wollte ich mich sofort mit Ihnen treffen, das wäre mir eine Reise wert.
    Leider und nochmals leider versuchen die Menschen gar nicht erst herauszufinden, ob denn ihr Seelenleben zusammenpasst.
    Meine Kritik richtet sich aber nicht an die "Unschuldigen" sondern an diejenigen, die diese Theorien genau studiert haben und trotzdem oder gerade deswegen nichts dagegen unternehmen. Schade!
    Eine Blume braucht Sonne, um Blume zu sein,
    ein Mensch braucht Menschen, um Mensch zu sein.

    Im übrigen schließe ich mich dem Beitrag von SILVER LION an, der am 17.11.2010, 13:16, auch wie die anderen einen sehr brauchbaren Kommentar geschrieben hat.
    Mit 0 kam ich auf die Welt, mit 66 ging ich in Rente und hatte davor 45 jahre gearbeitet. Heute vor 7100 Jahren war die Welt noch nicht so bevölkert.

    BOBBYHWK

  14. Sebastian W. schreibt am 28. November 2010 um 14:21

    Lebe ich im Hier und Jetzt? Oder bin ich ganz woanders? Wenn ich im Hier und Jetzt leben möchte, wie stelle ich das an? Tief durchatmen und sich nicht so viele Gedanken machen... ich weiß schon. Ok funktioniert oder funktioniert nicht, aber wie viel genau lebe ich dann im Hier und Jetzt? Ich möchte jetzt nicht anfangen, den Grad des Hier und Jetzt zu analysieren, sondern viel mehr auf ein markantes Problem bei der "Hier-und-Jetzt-Betrachtung" hinweisen: Das Hier und Jetzt kann man nicht erreichen, es ist einfach da.
    In unserer leistungsorientierten Gesellschaft definiert sich jeder seine eigenen Ziele. Das ist auch gut so, aber im Falle des Hier und Jetzt nicht hilfreich. Ich kann nicht darauf hinarbeiten, mehr im Hier und Jetzt zu sein, es ist ein Zustand, der sich mit einer gewissen Einstellung ergibt. Klar muss man an den Rahmenbedingungen arbeiten, aber selbst diese stellen nicht sicher, dass man im Hier und Jetzt lebt. Reine Kopfsache. Das ist meine Meinung