Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen
Von Ralf Senftleben • 36 Kommentare
Kennen Sie dieses Sprichwort?
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen.
Ich sage es ehrlich: Ich bin wegen dieses Sprichworts zwiegespalten.
Als jemand, der Flexibilität für etwas sehr Wichtiges hält, denke ich: Ein (mehr oder weniger) alter Baum muss es aushalten, wenn man ihn verpflanzt. Und ich bin fest entschlossen, mich selbst in einem Zustand zu halten, wo ich mich selbst jederzeit wieder neu verpflanzen kann. Die Welt verändert sich zu schnell und wenn mir der Park, in dem ich stehe, plötzlich nicht mehr gefällt, dann will ich mir einen anderen Platz suchen können.
Auf der anderen Seite habe ich es auch schon miterlebt, dass alte (und junge) Bäume in einer neuen Umgebung keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Es scheint so zu sein, dass manche von uns einen bestimmten Boden brauchen oder die Nachbarschaft von bestimmten anderen Bäumen.
Frage an Sie: Wie geht es Ihnen ganz persönlich damit? Sind Sie (geistig oder körperlich) ein alter Baum, den man nicht mehr verpflanzen sollte? Oder können Sie jederzeit den Spaten nehmen, sich selbst ausgraben und an einer anderen Stelle wieder einpflanzen?





Ich denke,das "sowohl-als auch"-Gesetz greift hier genausogut.Ein kereativer Mensch braucht einfach die Veränderung,egal wie "alt" er ist. Veränderungen,Verpflanzungen müssen keinen Ortswechsel bedeuten,Mensch kann auch sein Denken verändern.Ein Ortswechsel schafft auch für bewegliche ältere Menschen neue Umgebungen,woraus neues Denken resultiert.Das Leben ist eben Veränderung,-außen und innen.Irgendwo in Indien(Ladakh?)hat Jesus über einem Eigangstor eine Nachricht hinterlasse:"DAS LEBEN IST EINE BRÜCKE,GEHE DARÜBER ABER BAUE NICHT DEIN HAUS DARAUF"(Thomasevangelium).Wir brauchen die Abwechslung um zu wachsen.
Ich bin ein alter weiblicher Baum von 71 Jahren, der die meiste Zeit seines bisherigen Lebens in einem schönen Park stand. Aber dann wurde es plötzlich nötig, jungen Bäumen in einem anderen Park zu helfen, ihren Standpunkt zu finden. Ich verkaufte meinen Platz, raffte alle meine Wurzeln zusammen und grub mich in einem mehrere hundert km entfernten Park wieder ein. Hier bin ich umgeben von neuen Bäumen und von dem Schößling, die einst aus mir hervor gegangen sind. Und jetzt betreue ich die Ableger meines Schößlings, damit dieser einen guten Platz in der neuen Erde finden kann. Ich bin ein glücklicher alter Baum. Meine Wurzeln haben den Umzug nicht nur gut überstanden, sondern sie sind auch viel kräftiger und leistungsfähiger geworden.
In meiner alten Umgebung wäre ich - wie meine Nachbarbäume - langsam vor mich hin gealtert. Jetzt habe ich eine strahlend neue Krone bekommen und lebe neu.
Die Aussage des Spruches erinnert mich an etwas das mir meine schon erwachsenen Geschwister immer wieder gesagt hatten als ich noch ein Kind bzw Jugendlicher war: "Du wirst sieon nicht mehr aendern. Sie sind schon zu alt dafuer." und aehnliches.
Und damit waren das Schlagen und der Psychoterror entschuldigt.
Das war die erste Assoziation die in mir hochgekommen war als ich den Spruch gelesen hatte. Als Entschuldigung fuer fuer das Verhalten alter Menschen.
Diese meine Assoziation ist klarerweise sehr subjektiv gepraegt. Habe Borderline und bin "etwas" Dissoziiert - als "ich" den Spruch und das drunterliegende "Stimmt dieser Spruch fuer sie?" wollten die juengeren Teile sofort das ich das hier dazuschreibe.
Fuer mich als BL (sind ja auch nicht alle BL gleich) fuehlt es sich auch weniger an wie EIN Baum sondern eher wie ein ganzer Garten der sich bestaendig veraendert. Flexibel - verpflanzbar - zu sein empfinde ich daher als etwas sehr wichtiges. Nicht verpflanzbar zu sein bedeutet auch Stagnation - im bezug auf den alten Baum der nicht mehr verpflanzbar ist wirkt das fuer mich auch wie ein nur mehr aufs Sterben warten.
Hmm ...
Gratulation zum neuen Design uebrigens - das erste was ich sofort machen musste war nachzusehen ob die Geschichten ja alle noch vorhanden sind :o)
Es hat mich schon sehr oft aufgebaut mich durch die Geschichten durchzulesen.
An dieser Stelle also ein grosses Dankeschoen fuer diese geniale Sammlung :o)
mfg
Wichtig für den alten Baum ist, daß sein Wurzelwerk lebensfähig bleibt, ob bei der Pflanze oder beim Menschen.
Es macht halt mehr Umstände und Mühe, das ausgebreitete Wurzelwerk sorgfältig zu lösen und wieder einzupflanzen als nur eben einen kleinen Sprößling zu zupfen und wieder einzubuddeln.
Nimmt man die Mühe und Sorgfalt auf sich und kümmert sich liebevoll darum, zieht auch ein alter Baum noch um.
Es beschleicht mich das ungute Gefühl, dass es sich in vielen Fällen um die blosse Entschuldigung für eigenes Straucheln handelt???
Bin selbst ein alter Baum mit 78 Jahren. Ob ich mir einen neuen "Park" wünsche? Nein!! Sollten aber äußere Umstände mich dazu nötigen, könnte ich ohne Weh und Ach meinen Ort wechseln. Auf geistigen Gebiet fühle ich mich keinelwegs als "alter Baum", bemühe mich ständig, viel viele neue Stand-(punkte)orte kennenzulernen.
Herzliche Grüße
Helga
Es kommt auf die eigene Sichtweise an. Mir hat mal ein erfolgreicher Mensch gesagt: "Willst du erfolgreich werden, gehe in die Fremde." Wie viele Leute haben zu mir gesagt, als ich es umsetzte, "Du bist doch einer von uns, bleib hier" Es waren genau die Leute, die immer verurteilten, wenn ich etwas Neues wagte. "Das bist nicht du. Schuster, bleib bei deinen Leisten. Usw." Meine Leisten haben mich berufsunfähig gemacht und mein Umfeld,was ja immer das Beste für mich (wie sie mich am Besten ausnutzen können?) will, hat mich bei jedem neuen Versuch immer wieder heruntergeholt, wie eine klebrige Masse. Das ist aber normal. Durch meinem Umzug, habe ich mich frei geschwommen. Eine Flucht ist das nicht, denn dadurch habe ich mir viel Respekt verschafft.
Kurz gesagt, es kommt auf einem selber an, ob man sich verpflanzen will, oder nicht. Unabhängig vom Alter.
Gruß Dirk
Als erstes möchte ich Sie alle ganz Herzlich Grüßen.
Zu diesem Spruch mit altem Baum....
Ich finde es ist egal wie alt ein Baum ist, wenn seine Seele
sich Wohlfühlt, dann wächst er weiter. Es gibt viele junge Bäume, die verkümmern, weil es Ihnen nicht gut geht.Also nur Mut.... der Alte Baum sollte sich selbst fragen, ob er verpflanzt werden will.
Ganz ehrlich zu sich selbst sein.
Ganz liebe Grüße
Carola
Ich bin schon 5x umgepflanzt worden und die Erde und Umgebung gefielen mir ,ich habe mich schnell daran gewöhnt.
Falls ich nochmal umgepflazt werde, muß die Erde jung und frisch sein,dann kann man sich auch wieder daran gewöhnen.
Ich habe hier das Licht der Welt erblickt und habe die ersten Lebensjahre hier verbracht. Dann wurde ich für die Jahre der Schulzeit umgetopft. Als ich selber entscheiden konnte, wo ich leben möchte, kam ich zurück an meinen ursprünglichen Standort. Bis jetzt veränderte ich im Schnitt etwa alle 10 Jahre meinen Standort leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, meine Wurzeln in ganz fremde Erde zu graben. Hier habe ich meine Familie und Freunde. Hier lebe und wachse ich. Hier ist meine Heimat.
...ich denke, dass die verpflanzung mit einem eigenen entschluss zu tun haben muss, wenn die wurzeln wieder anwachsen sollen.
Die *zwangsumsiedelung* in eine wohnstätte für ältere menschen kommt einer fällung des baumes gleich.
Als gebürtiger Westfale und nach nahezu 40 jahren in Schwaben kehre ich zu den wurzeln zurück: Ich werde wieder heiraten und meine "ableger" ÖRTLICH verlassen. Mit meinen töchtern bin ich einig - was mir ein wenig weh tun wird, ist das ferne sein von den enkeln: Ich werde sie nicht mehr so oft sehen, aber ich KANN sie besuchen, wann ich mag und umgekehrt.
Ein alter baum....ein alter mensch....was ist das? JUNG bleibt man im kopf; das ist das wesentliche! Und ich schaue mit zuversicht und visionen in meine zukunft und schaue mit nachsicht die "jungen" an, die die 'alten' belächeln - sie haben noch nicht verifiziert, dass sie eines tages an gleicher stelle 'auf der leiter stehen' - es ist die saat, die ich gelegt habe, die verständnis, respekt und akzeptanz bei meinen kindern gegenüber den 'alten' erzeugt.
So soll es sein.
Hallo,
das 'Nicht-verpflanzt-werden-können' ist oft nur die besser klingende (und bequemere, rechtfertigungsfreie) Version von 'Nicht-verpflanzt-werden-WOLLEN'. Nur nicht raus aus der Komfortzone... Altersstarr eben, alt im Kopf und nicht nach Jahren gemessen.
Und ein alter Baum am schlechten Standort überlebt vielleicht gerade so, ein Wechsel zu einem besseren Standort ermöglicht weiteres Wachstum. Es ist eben eine Frage des Wollens, und wenn 100%ig weiß dass ich woanders (in einer anderen Situation, an einem anderen Ort) sein möchte weil es mir da besser geht, dann frage ich mich nicht mehr, OB ich da hinkommen kann, sondern wie und wann.
Gruß Andrea
Ich habe mich mit 55 Jahren,vor 3,1/2 Jahren das erste mal ziemlich spontan nach Frankreich "verpflanzt". Bei einem Besuch und einem Spaziergang durchs Dorf stand da mein Häusle und 4 Monate später wars gekauft, ein bisschen renoviert und ich von Freiburg in die Haut-Marne gezogen. Ich bin hier sehr glücklich und ruhig geworden, meine Familie und Freunde kommen mich oft besuchen, auch hier habe ich Freunde gefunden, alles ist sehr gut.
Viele Menschen haben zu grosse Angst, um noch flexibel zu sein,das tut mir sehr leid, weil Leben heisst Veränderung. UNd ich habe gemerkt, dass für mich Heimat in mir selbst ist und meine Wurzeln auch!
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Für den alten Baum mag es nicht gesund sein umgepflanzt zu werden. Menschen aber wurden mit Beinen und nicht mit Wurzeln ausgestattet und mit einem Kopf zum Denken und mit Intellegenz, um sich anpassen zu können. Solange Menschen gesund und frei sind, pflanzt man sie nicht um, sondern sie entscheiden sich selbst für einen Wechsel. Der gelingt manchmal gut und manchmal nicht so gut. Trotzdem war's die eigene Entscheidung, ganz gleich aus welchen Gründen sie getroffen wurde. Es hätte immer eine Alternative gegeben.
Ist den jeder von uns ein Baum?
Mein Vater ist genau 81 Tage vor seinem Tod (im Alter von 84 Jahren)das letzte mal umgezogen - zu diesem Zeitpunkt war das Haus fertig, das meine Schwester gebaut hatte, und er hatte sich sehr darauf gefreut mit ihr und seinem Enkel darin zu wohnen. Sie hatte sich Monate zuvor wegen des Hausbaues mit ihm beraten und ihm dabei die Frage gestellt, ob es für ihn nicht unzumutbar wäre, nochmals den Wohnort zu wechseln (da sie genau das Sprichwort mit dem Baum im Ohr hatte!). Die Antwort meines Vaters war verblüffend, er meinte nämlich, er sei kein Baum, sondern eine Weinrebe, und davon müsse man nur ein Stückchen irgendwo, in halbwegs ordentlichen Boden einpflanzen, und dann wächst das wie Unkraut. Wir waren über diese Antwort erleichter und haben auch gelacht, vor allem aber waren wir auch nachdenklich geworden. Ich habe mir damals überlegt, was für eine Pflanze ich wohl sein könnte. Denn es könnte ja sein, dass die Menschen so verschieden wie die Pflanzen sind bzgl. des Umpflanzens und wieder Anwachsens.
Mir hat der zweite Kommentar von Christel Michel sehr gut gefallen... und ich wünsche ihr und all ihren Schößlingen und Ablegern viel Sonne, stets genügend Wasser an den Wurzeln und noch viele schöne Tage in ihrem neuen Park
Ich bin der Meinung, dass man grade im Alter ( ich bin 65) noch reisen sollte und evtl. auch Um oder Wegzüge in's Auge fassen sollte. Wenn es mir hier nicht mehr gefällt, ziehe ich woanders hin und ich bin sicher das ich auch wieder nette Nachbarn und Freunde treffen werde. Man muss in der heutigen Zeit flexibel sein und das hat nichts mit dem Alter zu tun. Ich habe zum Beispiel erst vor einem halben Jahr, zum Entsetzen meiner lieben Mutter (88) die Staatsbürgerschaft gewechselt, fliege in wenigen Wochen alleine für 4 Monate nach Asien (4 Länder)und fühle mich unbedingt putzwohl. Mal sehn, was alles auf mich zukommt.
Hallo :-)
Lebensqualität ist auch das Leben genießen und es sich so einrichten, dass ich mich wohl fühle.
Flexibilität ist das A und O, um jung zu bleiben.
Was bedeutet flexibel?
»»beweglich »»biegsam »»dehnbar »»elastisch »» federnd »»formbar.....
Eine Zen-Weisheit sagt es treffend:
"Sei wie ein Grashalm im Wind"
sei flexibel.
Ich wünsche viel Spaß mit Dehnungsübungen!
Herzlichst
Ulla
die jeweiligen bedürfnisse und wünsche zu respektieren ist, glaube ich, in jedem fall das wichtigste! ob es nun die eigenen sind oder die einer anderen person. wenn sorgsam und respektvoll damit umgegangen wird, sind auch die gravierendsten veränderungen kein problem, egal ob es örtliche oder andere sind.
und das wiederum hat nichts mit dem alter zu tun!
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen...
Es hängt doch von dem Baum ab, oder?
Auf jeden Fall ist Verpflanzen einfach schwer und mit Alter wird immer schwerer.
Hallo,
ich grüße alle Arten von Bäume, die ausgewachsenen, die wachsenden und die zarten Pflänzchen, die versuchen, ihren Weg zu finden.
Ich bin hierhin gekommen, weil ich mein Unbewusstsein kennenlernen will. Es hat sich in den letzten 2 Tagen ziemlich stark gemeldet. Damit komme ich im Moment nicht so klar, weil ich dachte, mir geht es doch augenscheinlich gut.
Was den Baum angeht: Ich habe gestern eine berufliche Entscheidung getroffen, u.a. mit dem Satz: Ich habe hier meine Wurzeln gezogen und wenn ich hier weggehe, dann nur wenn es weiter weg ist, statt in eine andere Filiale. Ich fühle mich sehr stark mit dieser Erde dort verbunden. Und das, obwohl ich erst 34 bin.
Viele Grüße und schönes Wochenende.
aber ja, einen alten Baum sollte man auf jeden Fall verpflanzen ... wie sagten die Bremer Stadtmusikanten doch so richtig: "Etwas Besseres als den Tod finden wir ueberall"
Meine Erkenntnis gilt sicher nicht fuer jeden, aber mein Mann und ich haben vor drei Jahren mit wirklich viel Gottvertrauen alles aufgegeben und sind um den halben Erdkreis geflogen, um dem alten Baum neue Impulse zu geben - das Leben ist noch einmal unendlich lebenswert geworden.
Vielleicht gibt es gar keine allgemeingültige Antwort, die für alle Alten passt: so wie es große und kleine, blonde und dunkle, pyknische und leptosome Menschen gibt, so kann es ja auch bodenständige und ortsflexible Leute geben, und natürlich Zwischentypen, die sich zwar an verschiedenen Orten einleben können, aber bestimmte Bedingungen dafür benötigen.
Der Prototyp des Bodenständigen bleibt vielleicht gern im Heimat- oder Studienort, lässt sich am liebsten im Wohneigentum nieder, pflegt intensiv einen Freundeskreis in erreichbarem Radius, auf den er sich verlassen kann, engagiert sich in der Kommunalpolitik und ist vor allem für seine persönlichen Eigenschaften bekannt und beliebt.
Der Prototyp des Ortsflexiblen möchte vielleicht gern neue Orte, Arbeitsstellen, Menschenschläge kennenlernen, wohnt lieber mit kurzer Kündigungsfrist, hat Kontakte mit Freunden in aller Welt, wo er auch plötzlich auftauchen kann und herzliche Aufnahme findet, engagiert sich für weltpolitische Themen und ist vor allem für seine geistigen Produkte, Veröffentlichungen, Ideen und Thesen bekannt und beliebt.
Keiner der beiden muss besser oder schlechter sein als der andere, und die persönliche Präferenz ist auch keine faule Ausrede für mangelnde Bereitschaft zur Neuanpassung einerseits oder zur tieferen Bindung andererseits; es ist eine Qualität und Eigenheit, die ihn eben vom anderen unterscheidet. Es gibt halt so'ne und solche, und noch ganz viele dazwischen, die von jedem etwas haben. Den einen kann man problemlos verpflanzen, der freut sich über den frischen Boden, und den anderen lässt der Ortswechsel eingehen, der verliert seinen Stand, seine Stabilität und seinen lokalen Zauber.
Ich denke, es ist günstig, wenn man von sich selbst weiß, wie viel Anteil man von jedem Typus hat, damit man sein Leben so weit wie möglich passend dazu einrichten kann. Ich selbst habe mindestens 80% Bodenständigkeit und höchstens 20% Ortswechsellust, und mir geht es gut, wenn ich mich nicht zu Klimmzügen zwinge, die meiner Persönlichkeit nicht entsprechen. Nur wenn ich die Bedingungen kenne und berücksichtige, unter denen ich der Welt mein Bestes geben kann, kann auch das Optimum dabei herauskommen.
andrea-hh meint (wenn ich es richtig verstanden habe), es sei nur Bequemlichkeit und Altersstarrsinn, wenn jemand die Verpflanzung nicht wolle - des Menschen Wille ist aber bekanntlich sein Himmelreich, und genau da sehe ich die Selbstverantwortung für das eigene Leben drin, sich nach seinem zutiefst gespürten Wollen auch zu richten und nicht aus "moderner" Flexibilität dagegen zu verstoßen.
Wie sehen die anderen das - heißt reifes Alter, "jung und flexibel zu wollen", oder aber zu seinem Wollen zu stehen, auch wenn es altmodisch wirkt?
Mit nachdenklichen Grüßen
Renita
Meine Sicht:
Wenn der Baum alles im Überfluss hat, was erbraucht - Sonne, Licht, Wasser, Mineralstoffe- wird er überall Früchte tragen.
Doch wenn der Apfelbaum auf einmal Pfirsche produzieren sollte, dann wird es nicht gelingen.
Lebe Dein Leben nach Deinen Werten. Erforsche die Bedeutung des Lebens anhand Deiner Intuition und verstehe dass das Leben zum Lernen da ist.
Ich wünsche Euch Allen eine hohe Lebenqualität
Norbert
Wenn Du das nicht mehr tust, dann hast Du den Baum im Alter verpflanzt.
Meine Sicht:
Wenn der Baum alles im Überfluss hat, was erbraucht - Sonne, Licht, Wasser, Mineralstoffe- wird er überall Früchte tragen.
Doch wenn der Apfelbaum auf einmal Pfirsche produzieren sollte, dann wird es nicht gelingen.
Lebe Dein Leben nach Deinen Werten. Erforsche die Bedeutung des Lebens anhand Deiner Intuition und verstehe dass das Leben zum Lernen da ist.
Ich wünsche Euch Allen eine hohe Lebenqualität
Norbert
Wenn Du das nicht mehr tust, dann hast Du den Baum im Alter verpflanzt.
Ich meine, das Leben ist Veränderung. Stillstand würde Tod bedeuten. Jede Veränderung hat mir bisher auch wertvolle Erfahrungen und mehr Lebensqualität gebracht.
Wichtig ist doch letztendlich, dass wir uns wohl fühlen, glücklich sind. Egal an welchem Ort.
Jona Mo
Ich denke, jeder Mensch füllt den Platz, an dem er lebt mit seiner eignen Energie. Diese ist sehr spezifisch. Ich fühle mich oft bei anderen Menschen nicht wohl, weil sie ihre Wohnung mit Energie gefüllt haben, die der meinen auf einer gewissen Weise nicht entspricht.
Alte Leute leben auch gern in der Vergangenheit, sie erinnern sich an Zeiten, die für uns nicht erinnernswert sind, für sie aber sehr wohl. Würde man solche Leute aus ihrem Zuhause reissen, wären ihre Energien dahin. Das ist meiner Meinung nach der ursprüngliche Sinn hinter diesem Sprichwort.
Aber Eure Anregung: sind Sie ein alter Baum kommt mir sehr gelegen. Ja, ich bin ein alter Baum. In vielen Dingen glaube ich, mich auf meine Erfahrung verlassen zu können, aber ich bin im Sternzeichen Zwilling und immer neugierig und lernfähig. Schlimmer als ich kann ein Zwilling nicht sein, deshalb bin ich auch immer bereit, mich auf Neues einzulassen. Das ist ein Talent von mir, das mir in die Wiege gelegt wurde und das ich sehr behüte. Ich glaube, wer sich auf Neues nicht einlassen kann, stirbt geistig. Alte Bäume sterben auch nicht, sie altern würdig vor sich hin.
Liebe Grüße
Sommerwind
Den Beitrag von Renita finde ich sehr gut durchdacht und ausgewogen. Es stimmt, es gibt die Nestflüchter und die Nesthocker, der eine benötigit die Anregung in der Fremde und der andere die vertraute Umgebung um sich wohl zu fühlen.
Und viele brauchen gerade im Alter den gewohnten Rahmen, die bekannten Menschen, eben die Heimat, um sich "heimisch" zu fühlen. Ob ein Umzug, ein Ortswechsel gut oder schlecht verkraftet wird, hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab. Der wichtigste ist, ob der "alte Baum" das verpflanzt werden selbst wünscht und nicht durch die Umstände dazu gezwungen wird.
Man sollte nämlich nicht unterschätzen, wie gerade im Alter, bei nachlassender Flexibilität und bei zunehmender Vergesslichkeit viele Senioren durch einen Ortswechel regelrecht orientierungs- und hilflos werden. Die gewohnte Umgebung ist doch bei vielen alltäglichen Dingen der vertraute Rahmen, die Wohnungseinrichtung, die Wege beim Einkäufe, die Gespräche mit den Nachbarn geben das Gefühl der Geborgenheit, man ist Zuhause.
Viele Fälle von Altersverwirrtheit sind für mich durch das "verpflanzen" verursacht, die Aussicht, in ein Heim zu müssen, ist für viele deshalb der Anfang vom Ende.
Wenn allerdings der Umzug "zur Familie" geplant ist, kann es wirklich noch mal ein Aufleben bedeuten und für alle eine schöne Zeit werden.
Renitas Kommentar, spricht mir aus dem Herzen. Für mich bedeutet Flexibilität, lebenslanges Lernen und eine offene, wache Geisteshaltung, die ich nicht durch einen Standortwechsel unter Beweis stellen muss, wenn ich das nicht möchte.
Guten Morgen,
hängt diese Frage nicht auch - wie viele andere Fragen - letztendlich mit den Begriffen Angst und Selbstwertgefühl zusammen ?
Konkret: Meine kleine Eigentumswohnung wird am 5.11.2006 versteigert;ich MUSS also die Wohnung verlassen. Meine neue Aushilfsstelle habe ich vor einigen Wochen verloren, da ich mit dem LKW einen parkenden Pkw gestreift habe und wegen Unfallflucht den Führerschein abgeben konnte.
Für mich bedeutet dies jetzt im Alltag: Ich habe Angst, nach dem Grund für meinen Wohnungswechsel gefragt zu werden; Angst, nach meinem Job gefragt zu werden .....
Mein Selbstwertgefühl ist dadurch sehr betroffen, auch wenn diese Dinge - wie ich mittlerweile weiss - nichts mit mir und meinem Wert als Mensch zu tun haben.
... aber das komische Gefühl im Magen bleibt.
Wie vielSchwieriger muss es ein älterer Mensch haben, der auf Hilfe jedes Jahr ein bisschen mehr angewiesen ist; dem es - persönliche Disposition - schwer fällt,, auf neue Menschen zuzugehen ( Schüchternheit ); der im Leben eher bedächtig ist und sich auf langjährige Kontakte ( vom Nachbarn mit Schlüssel zur eigenen Wohnung bis hin zum Versicherungsvertreter, den "man" seit 30 Jahren kennt ) verlassen hat ??
Hier sind Dinge, die nicht mit "schöne Aussicht", " hast den Notdienst im Hause " und "kriegst das Essen gebracht ..." erklären und schönreden lassen.
Ich selbst habe ( durch Freunde im Blauen Kreuz ) erst mit 42 Jahren vieles Lernen und Begreifen können, was andere Menschen schon in Jungendjahren verinnerlichen.
Hier schließt sich jetzt der Kreis: Wer mit sich selbst und dann erst mit der Welt halbwegs im Reinen ist, kann auch offen und selbstbewusst auf andere zugehen und ist - auch einem Ortswechsel im Alter gegenüber aufgeschlossen.
Michael
P.S. Bitte nicht als Umkehrschluss die angesprochenen Bodenständigen in irgend einer Weise als Gegenseite zum Text ansehen.
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen, alles eine Sache des Zwangs oder Fehlentscheidung.
Meine Grosseltern lebten ihr ganzes Leben in einem Nebenort bei Aachen.
Sie wohnten unter dem Dachgeschoss einer alten Schule die abgerissen werden musste.
Meine Grosseltern sind dann zu uns gezogen nachdem das alte gebäude gesprengt werden musste, 60 km weiter nörtlich in eine Region wo sie noch nie waren.
Oma war ihr genzes Leben topfit, Ärzte sagten mal "Sie werden über 100 Jahre alt'.
Ab dem Wohnungsumzug ging es mit der psyche schwer berabwärts, Heimweh machte die alte Dame krank.
Dann kamen Panikanfälle, regelmässige Krankenhausaufenthalte.
Opa hatte es auch schwer mit dem Umzug.
Nach einem Jahr wurde die Entscheidung getroffen das es besser wäre wenn beide wieder zurück in den alten Ort ziehen.
der Umzug in ein Hochhaus war zwar auch gewöhnungsbedürftig, aber psychisch ging es sofort besser, bis sie nach einigen Monaten sich wieder 'richtig gut' fühlten.
Dies war unser Beweis das man einen alten Baum doch mal besser nicht verpflanzen kann.
Dieser "Weise Spruch" ist im Grunde nur eine Richtlinie, denn jeder Mensch erlebt es anders.
Mir gefällt das Thema und vor allem auch der Ansatz von Martina "... pflanzt man sie nicht um, sondern sie entscheiden sich selbst für einen Wechsel."
Jede sollte möglichst für sich selbst herausfinden, ob einen eine Verpflanzung angezeigt ist und ob sie als nützlich und durchführbar erscheint. Als am ehesten erfolgreich erachte ich ein solches Vorhaben, wenn die Entscheidung dazu möglichst frei von Zwängen, Einschränkungen und Fremdbestimmungen getroffen werden können. Des weiteren glaube ich auch an einen möglichen Erfolg, wenn eine vorsorgliche Bilanz - ein gefühlmässiges Abschätzen möglicher Chancen und Risiken - als ausgeglichen bewertet werden kann.
Und trotz allem: keine Verpflanzung ohne Einwilligung der Betroffenen. Die Würde des Menschens muss unangetastet bleiben. Respekt für als das, was der einzelne Mensch in der Lage ist zu tun oder eben halt auch gerade nicht. Und er wird in jedem Moment nur das Beste tun, was ihm gerade möglich sein wird.
Adrian
Ich habe lange über den Texten gesessen und nachgedacht.
In meinem Leben wurde ich und habe ich mich selbst mehrfach "verpflanzt".
In meiner Kindheit hat es eine Zeit gegeben, in welcher mir das bitter auf die Füße gefallen ist und es sehr lange gedauert hat, bis wieder "Wurzeln" da waren. - Soviel zum altem Baum...
Heute sehe ich es für mich selbst leichter - da, wo für mich liebe und wichtige Menschen sind, bin ich zu Hause.
Allerdings möchte ich dies nicht verallgemeinern!
Jeder muß selbst die Form finden, die ihm gut tut und danach sein Leben ausrichten.
Wichtig finde ich nur, daß sich "alte Bäume" nicht zu sehr in ihr Reich zurückziehen und dem Neuen um sich genügend Raum lassen und selbst eine gesunde Neugierde bewahren.
@ Christel:
Schööööööööön, das hast du total schön formuliert. :-)
Hallöle,
seit jüngsten Kindertagen war ich immer unterwegs in 2 - 3 Jahresabständen. Zuerst mit den Eltern, dann mit Ehemann und Kindern. Überall habe ich Freunde gefunden, überall kann ich leben. Mittlerweile bin ich jenseits der 50 und ich habe dringend das Bedürfnis eine Heimat für mich zu finden, einen Ort, den ich so bezeichnen kann und darf. Des Rumzigeunerns bin ich endlos müde. Seit 1 1/2 Jahren denke ich auch, dass ich ankommen durfte. Sicher bin ich nicht, aber mein Wunsch ist groß, dass es so ist.
Freiwillig würde ich derzeit keinen erneuten Wohnungswechsel vornehmen. Ich fühle mich wohl, die Arbeit stimmt, der Freundeskreis formiert sich langsam neu und die alten Freundschaften werden sorgsam gepflegt. Allerdings geh ich wieder los, wenn es das Leben von mir verlangt - vielleicht nicht mehr mit dem Enthusiasmus der früheren Jahre.
Ich bitte sehr darum, dass Ruhe einzieht in mein unruhiges Leben - ich lege es in Höhere Hände.
Apropos Baum und Verpflanzen: Jeder nach seiner Fasson und nach seinen Bedürfnissen und den Erfordernissen. Meiner Meinung nach gibt es da kein Gut oder Schlecht.
egal wie... Erfahren wird man es aber erst immer nach dem Verpflanzen können :-)
Ein anderes Zitat heißt doch auch: Man bereut am Lebensende immer die Dinge, die man nicht getan hat.