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Kindliche Potentiale

Von Tania Konnerth9 Kommentare

„Was geschieht mit den Reichtümern der Kindheit im Erwachsenenalter – dem Ansporn zum Wachsen, der lebhaften und kreativen Phantasie, der Freude am Erforschen, der Fähigkeit zu vertrauen?“

– Kurt Hahn

Finden Sie die Frage, die der Pädagoge und Begründer der Erlebnispädagogik Kurt Hahn da stellt, auch so spannend wie ich? Muss man auf diese Frage nicht fast immer antworten, dass die Reichtümer verschwinden?

Denn wie viele Menschen können sich ihre kindlichen Qualität und Potentiale bewahren? Wie viele Menschen können auch als Erwachsene aus der reichen Phantasie ihrer Kindheit schöpfen? Wie viele lernen später noch mit demselben Feuereifer wie sie es als kleine Kinder taten? Wie viele Erwachsene trauen sich noch, etwas auszuprobieren, zu experimentieren und auch Fehler zu machen?

Ich fürchte, dass die meisten Menschen sich selbst von ihren kindlichen Potentialen abgeschnitten haben. Zu schmerzlich war es, in der Kindheit gemaßregelt und in gefällige Formen gepresst worden zu sein, als dass sie sich große Stücke davon hätten bewahren können. Und das ist doch schade, oder nicht?

Wenn ich da nun meinen Mann Ralf und mich anschaue, muss ich zugeben, dass wir beide schon auch mächtige Kindsköpfe sein können. Aber genau das ermöglicht uns so vieles:

Vielleicht kann Sie das motivieren, selbst mal wieder mit den kindlichen Seiten in Ihnen in Kontakt zu kommen? Und nun würden Sie gerne, wissen aber nicht wie?

Dann habe ich hier noch einige Ideen zum Ausprobieren für Sie:

Viel Spaß beim Wiederentdecken des Kindseins!

  1. Yuuki schreibt am 3. Oktober 2007 um 13:00

    http://www.youtube.com/watch?v=__vjzoQ3T1s

    ^__^

  2. Karin D. schreibt am 7. Oktober 2007 um 11:05

    Prima Anregung, die vielen Menschen gut tun könnte, wenn sie denn nicht immer nur denken würden, dass Kinder dumm sind und sie, die Erwachsenen, wären die mit dem Durchblick.

    Da gibt es den Begriff "kindisch", der sagt alles über unsere Einstellung.

    Meine 30-jährige Tochter hat neulich nach einem Schriftwechsel per Mail, an dem sich auch mein Mann beteiligt hat, uns geschrieben: Ihr seid vielleicht allbern, prima so!

    Das hat mir richtig das Herz hupfen lassen, weil ich das als ein Riesen Kompliment betrachte. Abgesehen davon, dass wir unseren Kindern offensichtlich auch diese gesunde Einstellung mitgegeben haben, durch Vorleben, denke ich.

    Fragt sich nur, ob das auch noch in Erwachsenen-Köpfe rein geht, die nicht nur als Kinder in Form gepresst wurden - Erziehung genannt, sondern diese sterile, angepasste Form auch noch als die richtige für sich und den Rest der Welt gut heissen.

    Was diese Menschen wohl nicht wissen ist, dass schon ein Neugeborenes weiss, was ihm gut tut. Wenn es Hunger/Durst hat, schreit es. Wenn es müde ist, schläft es. Vorausgesetzt, Muttern zwingt das Kleinkind dann nicht nach Uhrztit zu schlafen, wird das auch weiter so bleiben.

    Soll heissen, Neugeborene, Kleinkinder und Jugendliche haben angeborenes "Wissen" und tun, was ihnen gut tut. Aber genau das wird ihnen von den gescheiten Erwachsenen verboten, weil die besser wissen, z.B. wie lang und wann und wie ihr Kind müde zu sein hat, um beim Beispiel Schlaf zu bleiben.

    Eltern wissen auch, wo und wie und wann ihre Kinder wie lange Hausaufgaben machen müssen. Auf dem Boden? O Gott, nein!!! Mit Musik? Um Himmels willen!!!

    Und so weiter.

    Ich hoffe, ich werde nie wirklich erwachsen (bin 59).

  3. Angelika S. schreibt am 7. Oktober 2007 um 15:48

    Leider gehen die kindlichen Potentiale verloren, weil unsere Gesellschaft eine Gesellschaft der Erwachsenen. Die meisten Erwachsenen verdrängen oder wollen es nicht mehr wahrhaben, dass auch sie einmal Kind waren.
    Ein Beispiel möchte ich hier erzählen, dass ich gerade vor einer Stunde erlebt habe:
    Mein Mann und ich machten einen Spaziergang, er wollte, dass unser 15jähriger Sohn uns begleitet. Er hätte dies früher auch getan. Natürlich hat er nicht seine Eltern begleitet, unser Sohn hat sofort bei der Oma nachgefragt.
    Und so verhalten sich die Erwachsenen auch in anderen wesentlicheren Situationen als diese kleine.
    Den meisten fällt es schwer, sich in die Position des KIndes zu begeben und einmal dessen Gedanken zu denken.
    Ich versuche dies immer wieder, auch wenn es manchmal schwerfällt, vor allem als Mutter, die ja immer nur das "Beste" für sein Kind möchte.

  4. Regina schreibt am 7. Oktober 2007 um 16:39

    Ich schaukele gerne. Ich wandere viel durch die Natur, und wenn ich unterwegs eine Schaukel sehe, ist sie meine. Ich hab als Kind schon gerne geschaukelt, nun im zarten Alter von 43 guckt der eine oder andere blöd. Ich hab aber auch schon schöne Erlebnisse damit gehabt. Ein Kind, was mich angelächelt hat oder ein Gespräch, wo ich oft erfahren konnte, dass viele das gerne tun würden, sich aber nicht trauen. "Was denken denn die Leute?"

    Ich kann nur ermutigen, solchen inneren Wünschen zu folgen. Das ist Lebensfreude pur! Und außerdem stellt man eben fest, dass andere sich auch gerne trauen würden.

    Also traut Euch!

  5. Danny-Mo schreibt am 7. Oktober 2007 um 18:13

    In meiner Freizeit bin ich absolut Kind, wie ich beim Lesen
    von Tania´s Zeilen feststellen mußte... :-)

    Ich sitze in der Tat immer auf dem Boden herum.Mein Notebook stelle ich dort ab, um erstens mit meinen Katzen zu spielen und zweitens nebenbei im Internet herumzutüddeln.

    Ich scheue mich nicht davor auf Bürgersteigen zu balancieren.
    Am Strand steht meine Stamm-Schaukel :-D
    Eines meiner Lieblingsbücher ist "Momo"
    Was Essen betrifft, bin ich ein absoluter Kindskopf :-D

    Ich bin gerne Kind :-)

  6. Ich schreibt am 7. Oktober 2007 um 18:29

    Hört auch mal auf Eure Kinder! Ihr könnt viel von ihnen lernen....Meine Kinder (5 und 4) haben mich heute Nachmittag daran erinnert wieviel Spass es macht, auf einen Baum zu klettern. Als sie mich dazu aufforderten es Ihnen nach zu machen habe ich zu erst dankend abgelehnt. Meine Begründung war, ich sei dafür schon zu alt. Doch dann habe ich mir gedacht dass 34 nicht wirklich zu alt ist um auf Bäume zu klettern. Ich habe mir daher den grossen Nussbaum im Garten ausgesucht und nach anfänglichen Startschwierigkeiten war ich auch schon oben.
    Als ich in den Ästen saß, habe ich beschlossen, dies öfter zu tun...auch mal ohne Kinder...nur so für mich, um die Welt mal wieder mit anderen Augen zu sehen.
    Danke liebe Kinder!

  7. Mara schreibt am 8. Oktober 2007 um 17:35

    Na, das Thema kommt mir gerade recht... Die unkonventionelle Hochzeitsparty meines Sohnes stiess auf Kritik bei den Schwiegereltern, weil eben alles ungewohnt war. Wir hatten wenig Stress, weil wir die Gäste gebeten hatten, etwas fürs Büffet beizusteuern anstatt Blumen o.ä.
    Es war ein buntes Völkchen aus aller Welt. Wir hatten Spezialitäten, deren Namen wir kaum kannten und das bot Gesprächsstoff und daraus entstanden neue Freundschaften quer durch Europa und Einladungen zu weiteren Festen. Ich beaobachtete zufällig, wie einige ältere Gäste (in meinem Alter also) sich ärgerten und sich ausschlossen, weil sie erwarteten, angesprochen zu werden und wenn sie angesprochen wurden, was unsere wirklich höflichen und aufmerksamen Gäste häufiger versuchten, dann wehrten sie ab, blieben einsilbig, weil ihnen das Outfit nicht gefiel, kosteten keine fremden Gerichte... (Ja, sie aßen wirklich nur ihre eigenen selbst bereiteten Salate!!!!!)und die Musik war ihnen auch zuwider... aber sie sorgten auch nicht dafür, dass andere gespielt wurde (es gab einen DJ). Die Vorträge waren meist in englisch, weil alle Gäste verstehen sollten, worum es ging und man übersetzte es für die, die diese Sprache nicht sprechen in weitere Sprachen. Das langweilte sie. Ständig verkniffene Gesichter und frühes Gehen waren die Folge. Ich werde diese Gäste nicht mehr einladen, denn sie raubten Kraft und Stimmung vieler Beteiligter.
    Wie leicht könnte ihr Leben sein, wenn sie Neues einfach nur zuliessen und dieses ewige Verurteilen liessen.... wenigstens für einen Tag... Freude muss man haben wollen!!!!!!!!!

  8. zofferl schreibt am 12. Oktober 2007 um 16:05

    Ich für meinen Teil, um die Worte meiner längst verstorbenen Mutter zu nehmen, ich für meinen Teil bin mit meinen 52 beileibe immer noch ein Kind. Am allerliebsten spiele ich mit meinen Enkelkindern und mach richtigen Blödsinn mit ihnen. Zum Glück stehen meine beiden Töchter da hinter mir, indem sie ihren Kindern immer erklären, dass der von mir gelernte "Blödsinn" zu hause nicht immer so nachgemacht werden darf. Die Kinder können das auch sehr gut unterscheiden. Bei Oma ist halt alles anders. So soll es auch bleiben, so lange ich kann.

  9. kerstin schreibt am 24. Oktober 2007 um 11:15

    Einen ganz wichtiger Tipp fehlt aus meiner Sicht. Bringt Kinder zur Welt, liebt sie, begleitet sie beim Wachsen und Entdecken und stärkt sie, damit sie sein können, so wie sie sind und ihr Potential entfalten!!!!!!!!!!!!!!

    Seit ich meinen Sohn habe, entdecke ich die längst vergessenen Wurzeln meines Seins wieder. Und es geht mir verdammt gut damit.