Wie die Angst nicht überhand nimmt
Von Tania Konnerth • 11 Kommentare
„Angst bedeutet, sich lebhaft vorzustellen, dass genau die Dinge passieren, die man nicht haben will.“
– Janet B. und Chris Attwood
Angst ist ein wichtiges und sinnvolles Gefühl, denn ohne Angst würden wir uns ständig selbst in Gefahr bringen. Gleichzeitig kann Angst unser Leben aber auch empfindlich einschränken. Angst belastet und kann uns massiv daran hindern, zu tun, was wir tun wollen.
Aus Angst bleiben wir z.B. in Jobs, die wir nicht mögen, aus Angst halten wir mit unserer Meinung hinterm Berg und aus Angst bleibt manch einer nur noch in den eigenen vier Wänden. Angst kann viele Formen annehmen.
Das obige Zitat habe ich für Sie ausgewählt, weil es uns, wie ich finde, einen nützlichen Schlüssel zum Umgang mit der Angst schenkt.
Tatsächlich glaube ich nämlich, dass an diesem Satz viel Wahres ist. Denn wie oft malen wir uns genau das aus, was wir am meisten fürchten!
Wer z.B. Redeangst hat, stellt sich vor, wie nach einem Versprecher sein Publikum lacht und er mit hochrotem Kopf die Bühne verlässt. Wer sich Sorgen um den Lebenspartner macht, der schon eine Stunde überfällig ist, sieht ihn bereits eingeklemmt in seinem Autowrack in der Böschung liegen. Und wer fürchtet, seinen Job zu verlieren, sieht sich bereits einen massiven Fehler machen, für den er dann gekündigt wird…
Und genau diese Bilder, die wir da in unserem Kopf malen, bieten uns einen wirkungsvollen Ansatz, unsere Ängste in den Griff zu bekommen.
Angst zu empfinden, ist an sich nicht schlimm, sie ist, wie gesagt, ein sinnvolles und wichtiges Gefühl. Die Angst wahrzunehmen ist also eine Sache. Sich dann aber in die Angst hineinzusteigern und sich die beängstigenden Situationen in den buntesten Farben auszumalen, ist eine ganz andere. DAS können Sie ändern!
Probieren Sie doch das nächste Mal, wenn Sie merken, dass Sie Angst haben, Folgendes aus:
- Schreiben Sie Ihre Angst in kurzen, sachlichen Sätzen auf.
- Würdigen Sie das Gefühl, in dem Sie ihm Raum geben.Fragen Sie sich dann, ob Sie jetzt in diesem Moment etwas tun können, damit das Befürchtete nicht eintritt.
- Wenn ja, dann tun Sie genau das. Wenn nein, lassen Sie für diesen Moment los.
- Unterbrechen Sie die inneren Bilder und ersetzen Sie diese durch etwas, was Ihnen gut tut.
- Machen Sie sich klar, dass Sie das, was Sie fürchten, nicht dadurch verhindern können, dass Sie es sich auch noch ausmalen – im Gegenteil: manchmal kann man sich durch die inneren Bilder regelrecht darauf programmieren.
Wir können nichts dagegen machen, hin und wieder Angst zu haben – aber wir können sehr viel dafür tun, dass sie uns nicht beherrscht.






Das ist ein sehr gutes Thema, danke, dass Sie den Artikel geschrieben haben. Ich leide manchmal sehr unter verschiedenen Ängsten. Manchmal habe ich tatsächlich diese Gedanken, dass etwas schlimmes passiert, dass mich jemand beschimpft und die Menschen mich nicht mögen. Und das Kopfkino spielt die schrecklichsten Szenen ab. Das muss man bewusst unterbrechen, sonst wird man verrückt.
LG, LadyM
Angst haben hat etwas mit heute nicht Beeinflussbarem in der Zukunft zu tun. In irgend einem Buch habe ich für mich Hilfreiches gefunden:
Ich stelle mir erstmal genau vor, vor was ich genau Angst habe. Dann spinne ich den Gedanken weiter und versuche mir vorzustellen, was denn genau passieren würde, wenn das Angstvolle eintreten würde. Ich male mir die möglichen Folgen aus. Zumeist kann ich mit den möglichen Folgen irgendwie leben, ich versuche mir vorzustellen, wie ich damit umgehen würde.
Dann gehen ich ins Heute zurück. Noch ist es nicht so weit und ich habe mehrere Möglichkeiten:
Zum einen weiß ich, dass ich mit den konkreten Folgen in irgendeiner Weise umgehen könnte. Damit habe ich die Folgen des Angstvollen für mich handhabbar gemacht und sie sind vor allem ja auch noch gar nicht eingetreten. Ich kann mein aktuelles Handeln mit deutlich weniger lähmender Angst angehen. Damit steigt zugleich die Chance, dass das Befürchtete überhaupt nicht eintreten wird.
Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.
lg, pedro
ups,
in Eurem Anti-Sorgen-Formular ist diese Vorgehensweise auch enthalten :-)
lg, pedro
(Reaktion auf Artikel in Zeit zu Leben)
Es gibt ein großes Problem mit der Angst: Sie ist unglaublich schnell. Wie ich kürzlich auf dem Europäischen Kongress für Energetische Psychologie und Psychotherapie wieder einmal lernen konnte, laufen die Prozesse, mit denen Information auf der un- bzw. vor-bewußten Stufe verarbeitet werden, sehr viel schneller ab, als unser bewußtes Denken. Das Gehirn braucht für eine Reaktion (z. B. reflexartig auf die Bremse treten in einer gefährlichen Verkehrssituation) ca. 0,35 Sekunden; bewußt wird uns etwas aber erst, wenn ein Reiz (eine Information) mindestens 0,55 Sekunden andauert.
Und die Zeitdimension ist nur eine von fünf Barrieren zwischen Gehirn und Geist, die Mark Furman referierte.
Die Biochemikerin Judith Swack erklärte, daß die meisten Angstreaktionen konditionierte Auslösungen des Kampf-Flucht-Erstarrungs-Reflexes darstellen. In ähnliche Weise wie Pawlow seine Hunde mit dem Glöckchen auf Speichelfluß konditionierte, wird unser Gehirn auch auf Angstreaktionen konditioniert. Und diese Konditionierungen sind rational so gut wie gar nicht erreichbar. (Die interessanten biochemischen und neurologischen Hintergründe wurden auch von anderen Wissenschaftlern, u. a. der deutsche Neurologe Prof. Gerald Hüther, thematisiert)
Wegen dieser biologischen und biochemischen Besonderheiten fällt es den herkömmlichen Methoden so schwer, die entstandenen Reaktionsmuster zu ändern.
Es hat sich gezeigt, daß hier die „Energetische Psychologie“ (Energy Psychology) erstaunlich wirksame Instrumente bereit hält, die oft zu überraschend schnellen Veränderungen führen.
Es gibt dafür zwei Erklärungsmuster.
1. Die Phänomene und die Wirkung dieser Instrumente basieren auf Vorgängen im Energiesystem des menschlichen Körpers (das u. a. auch bei der Akupunktur im Spiel ist). Werden auf dieser Ebene Störungen behoben, kommt es zu sehr schnellen Linderungen, oder sogar zum völligen Verschwinden der Symptome, weil auf einer sehr „tiefen“ Ebene Selbstheilungsprozesse abgelaufen sind.
2. Die Instrumente der Energetischen Psychologie verursachen biochemische und neurologische Vorgänge im Körper des Menschen, die auf der biologischen Ebene zu erwünschten Veränderungen (im neuralen System) führen. Dieser Zusammenhang wird noch erforscht (da wird Pionierarbeit geleistet).
Was für die wissenschaftliche Sicht hier in unserer westlichen Kultur noch weitgehend ungeklärt ist, ist die Frage danach, wie die Wechselwirkungen zwischen Energiesystem und Körper funktionieren. Da es allerdings zwischenzeitlich gelungen ist, mit speziellen Kameras die Energiemeridiane nachzuweisen (Vortrag von Prof. F. A. Popp), dürfen wir in den nächsten Jahren spannende Ergebnisse erwarten.
Dies alles ist der Hintergrund für meine Empfehlung, sich mal die Methoden der Energetischen Psychologie anzuschauen, wenn die Angst nicht überhand nehmen soll (meine Favoriten sind EmoTrance und EFT, und es gibt noch etliche andere).
Je nach Intensität der Angst ist sie rationalen Methoden gar nicht oder nur schwer zugänglich. Was es braucht ist eine innere (emotionale/neuronale/energetische) Veränderung, die im Idealfall nicht nur in dieser einen, akuten Situation hilft, sondern das Problem an der Wurzel packt und endgültig löst.
Das ist mit der Energetischen Psychologie möglich. Und darin sehe ich große Hoffnung für viele, die häufig darunter leiden. Es lassen sich nahezu alle belastenden Emotionen damit besser bewältigen.
Auch wenn die Methoden oft sogar als Selbsthilfe-Methoden große Erfolge bringen, empfehle ich dennoch, bei schwerwiegenden Störungen oder hartnäckigen Fällen Fachleute aufzusuchen. Glücklicherweise gibt es immer mehr, die sich auch in energetischen Methoden auskennen.
Viele Grüße
Detlev Tesch
Manchmal hilft auch die Kernfrage, die im Buch "Die Mäuse-Strategie" zum Ausdruck kommt:
Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
VG
Maik
Hallo zusammen,
ich beschäftige mich schon sehr lange damit und kämpfe leider auch noch dagegen an. Dennoch habe ich so einige Strategien gefunden, die mir manchmal weiterhelfen.
1. Ich versuche meine Angst nach "aussen zu lenken", d.h. ich konzentriere mich bewusst auf den Gesang der Vögel oder ich zähle die Treppenstufen, die ich gerade gehe, oder die Karos an der Decke vom Zahnarzt. Das heisst, ich versuche meine Focus auf etwas anderes zu lenken.
2. Wenn ich zuviel grübel, sage ich zu mir selbst STOP, um den Gedankenkreislauf zu unterbrechen. Das funktioniert nicht beim ersten Mal. Aber sobald ich merke, dass ich wieder drin bin, sage ich wieder STOP und sage mir, dass ich diese Gedanken doch schon durchgesponnen habe, dies also nicht nochmal tun muss.
3. Ich versuche mir die Angst genau vorzustellen, dann laufe ich einfach los, gehe zügig spazieren und "bewege" die Angst damit weg.
Wisst Ihr wie ich das meine? Ist es verständlich?
Einen sonnigen Gruss
Patricia
Das höchste Ziel sollte sein, inneren Frieden zu finden und alle Angst aus dem Leben zu verbannen. Das heisst jedoch nicht verdrängen. Nur so können wir mehr als 10% unserer Gehirnzellen nutzen, die ansonsten blockiert sind.
an Patricia ...ich verstehe dich ,und es funktioniert ...!!!!
Ein sehr wichtiges Thema, denn einerseits ist Angst unsere größte Begrenzung und andererseits ist sie das, was uns vehement in die Liebe führt! Da sind wir schon bei einem sehr wichtigen Punkt, der Angst für diese Aufgabe zu danken und für die Arbeit, die sie uns geleistet hat. Wenn ich mit Menschen, die ihre Lebensaufgabe leben möchten, coaching mache, male ich diese Ängste als Wolken vor ihre Sonne, ihr Strahlen, das wir alle haben und dann finden wir gemeinsam heraus, zu welchem Zweck wir diese Angst einmal gerufen haben. Und wir finden immer etwas sehr nützliches heraus. Nur hat sich diese Aufgabe meistens überlebt und die Angst weiß es noch nicht. Wir reden mit ihr, danken ihr und finden heraus, ob sie gehen kann oder vielleicht sogar eine neue Aufgabe bekommen kann, die ins Jetzt paßt. Sie ist ein Teil von uns, also kann ich sie ansprechen. Danach sind meine Klienten oft sehr erstaunt, wie wenig furchterregend diese Angst tatsächlich war und empfinden fast so etwas wie freundschaftliche Gefühle für sie und ihr Bemühen, uns zu schützen. Nur so können wir herauswachsen aus der Angst, im Wiederstand machen wir sie größer. Wir haben schon so viel überstanden, wir wwerden auch unsere Ängste überstehen. Grüße an Euren Mut
*Beatrice*
Vielen Dank, Beatrice. Ich habe eben die Methode in mir durchdacht und leicht durchfühlt. Es hat zu einer leichten Klärung gefühlt. Vielen herzlichen Dank.
Ich litt (leide) noch etwas darunter, dass ich früher hörte, man muss (unbedingt) Ängste durchleben, damit sie weg sind. Nach dem Grund für die Exisenz habe ich aber nie gefragt.
Zum Dank ein Zitat aus einem Buch von T. Terzani:
Was außen ist, ist auch innen. Was nicht innen ist, ist nirgendwo.
Ängste sind ein überflüssiges Relikt aus der Steinzeit. Damals war Angst überlebenswichtig. Bei einer Gefahr gab es zwei mögliche Reaktionen. Angriff oder Flucht. In der heutigen Zeit gibt es kaum noch Situationen die eine dieser beiden Reaktionen erfordert. Angst paralysiert oder putscht auf. Eine gewisse Vorsicht ist jedoch anzuraten.
Volker Specht