Einfach nur mal ausprobieren
Von Tania Konnerth • 8 Kommentare
„Wer Angst hat, etwas auszuprobieren, wird zum Sklaven seiner selbst.“
– Leonard E. Read
Viele Menschen sind auf die eine oder andere Art unglücklich mit ihrem Leben. Eigentlich würden diese Menschen gerne etwas verändern. Wenn man ihnen aber Vorschläge macht, folgt auf jede Idee prompt ein dickes, fettes Aber.
Ein solcher Dialog sieht z.B. so aus:
A: "Du bist unglücklich in deinem Job? Dann schau dich doch mal um und bewerbe dich woanders."
B: "Nein, das geht nicht, ich habe doch meine Ausbildung genau für diesen Job gemacht, ich bekomme nichts anderes."
A: "Hast du es schon probiert?"
B: "Nein, das hat keinen Sinn."
A: "Ok, dann überleg doch mal, ob du nicht eine andere Ausbildung machen könntest."
B: "In meinem Alter? Ne, der Zug ist abgefahren."
A: "Gut und wie sieht es mit Weiterbildungsmaßnahmen aus? Du könntest auf diese Weise neue Fähigkeiten lernen und dich so für einen anderen Job qualifizieren."
B: "Ach, das bringt doch alles nicht."
A: "Hast du es schon probiert?"
B: "Nein, aber ich habe auch gar keine Zeit dafür."
A: "Und wie wäre es, mal zu überlegen, ob du dich selbstständig machen kannst? Vielleicht erst nur nebenbei und das dann ausbauen?"
B: "Ach, ich kann doch nichts."
A: "Hast du denn schon mal probiert, Geschäftsideen zu finden?"
B: "Nein, aber das liegt mir auch nicht."
In einem solchen Gespräch hat man als Impulsgeber so gut wie keine Chance. Und das nicht, weil der Ratsuchende zu unfähig oder unbegabt ist oder weil er keine wirkliche Aussichten hat, sondern ganz allein deshalb, weil die Person nicht bereit ist, etwas auszuprobieren. Nicht real und noch nicht einmal in Gedanken. Allein das Durchspielen von anderen Jobmöglichkeiten oder einer Selbstständigkeit wird als so bedrohlich gesehen, dass jede Idee, jeder Vorschlag argumentativ entkräftet wird.
Und was dadurch passiert ist das: man manifestiert die Situation, in der man sich befindet. Mit jeder Gegenwehr gegen einen neuen Ansatz, eine Idee oder einen Vorschlag, fühlt man sich selbst darin bestätigt, nicht nur ein armer Tropf zu sein, sondern auch noch darin, nichts ändern zu können.
Das ist ein ausgesprochen wirkungsvolles, selbsterhaltenes System. Eines, das zu viel Leid und Unglück führt. Eines, dass nur durch den Mut durchbrochen werden kann, doch wenigstens mal einen klitzekleinen neuen Gedanken auszuprobieren. Nur für einen klitzekleinen Moment. Wenn das möglich wird, bekommt die selbst gemachte Mauer erste Sprünge. Und das kann der Beginn von etwas ganz Neuem sein…





Immer wieder schade, dass manche Menschen so in ihren Denkmustern gefangen sind, dass es ihnen beinahe unmöglich scheint, daraus auszubrechen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gerade in solchen Situationen "Was wäre wenn"-Fragen sehr hilfreich sein können. Sie durchbrechen zwar nicht unbedingt die Mauer, helfen aber zumindest schon einmal zu der Erkenntnis, dass auch außerhalb der engen Mauer noch etwas anderes existiert.
"Was wäre, wenn Du tatsächlich eine andere Arbeit fändest, die Du tun kannst, und mit der Du glücklicher sein könntest? Wie sähe solch eine Arbeit aus?"
Oder, für die ganz ängstlichen: "Wäre es nicht toll, wenn es tatsächlich eine Arbeit gäbe, mit der Du (oder jemand wie Du) glücklicher sein könntest? Wie könnte - nur theoretisch - eine solche Arbeit aussehen?"
Manchmal schafft man es damit sogar selber, die Mauer zu durchbrechen, oft ist man aber auf die Hilfe anderer angewiesen, die die richtigen Fragen stellen, seinen es nun Freunde oder professionelle Helfer.
Danke! Diesen Tritt habe ich heute gebraucht. Es sind wirklich manchmal einfach dir richtigen Worte in der richtigen Zeit. Genau heute und jetzt werde ich mich um meinen "neuen Wirkungskreis" kümmern...
Tstststs, ist schon manchmal verrückt, dass es nur so ein paar Zeilen gebraucht, um wach zu werden.
Wünsche einen schönen Tag und hab ich schon Danke gesagt?
Seit einiger Zeit stecke ich selbst in extremen existentiellen Schwierigkeiten bis hin zur anstehenden Scheidung, Druck seitens der Bank usw. und extrem zurückgehender Umsätze und das Ganze im Alter von 56. Nun suche ich schon seit geraumer Zeit nach einem Ausweg mit der Erkenntnis, dass nur eine multifunktionale Denkweise helfen kann und ungeheure Flexibilität angesagt ist, um den Turn-a-round als Selbstständiger überhaupt zu schaffen. Und neben dem Mut braucht es aber auch eine große Portion Glauben an die gesteckten Ziele und zwar täglich von Neuem, um sie auch zu schaffen. Ein weiteren Aspekt ist eben der Versuch, sich mit neuen Dingen überhaupt zu beschäftigen, damit man weiß, worum es überhaupt geht. Und ein weiterer Aspekt neben dem Mut ist die Bequemlichkeit. Ich behaupte mal, auch aus eigener Erfahrung, erst wenn der sog. Leidensdruck groß genug ist, wird sich auch etwas ändern.
Herzliche Grüße und noch einen schönen Sonntag
Das trifft absolut auf den Punkt! Dieses "aber" bei jeder neuen Idee! Das ist mir sehr vertraut nur diesmal beim lesen Ihres Textes ist etwas passiert!Wünsche mir einige Risse in meiner selbst erstellten Mauer! Ich schliesse mich den Worten von Muppi an! Danke, für das heutige Thema und die passenden Sätze.Herzliche Grüsse.7
Mir geht dazu immer der Wunsch nach "den" Fragen durch den Kopf: ich wünsche mir dann als Freundin oder Mitmensch genau die Fragen stellen zu können, die meinem Gegenüber Impulse geben zum Nachdenken, zum ersten Zweifeln an der eignen Mauer. Danke deshalb auch an Tobias für die schönen Anregungen für Fragen! Vielleicht ist es ja auch hilfreich für die eigene Mauer, wenn man damit an der von anderen anklopft? Solange ich meine eigene Einschränkung dabei nicht vergesse und die andere Person als Spiegel meiner selbst in der gleichen Lage sehe - dann können wir gerade von anderen viel über uns selbst lernen, glaub ich.
Ich wünsche allen Lesern eine Riesen Tüte Mut für ein freies, erfülltes Leben!
Ach und zum Schluß noch ein Buchtip: "Mut - lebe wild und gefährlich" von OSHO. Ich hatte und habe nichts mit Osho am Hut und war deshalb sehr unvoreingenommen. Die Worte haben mich sehr berührt und mir wirklich viel Mut gemacht, im Leben mehr zu riskieren - weil es sich lohnt. Wir leben nicht für unsere Sicherheiten, wir leben, um zu leben - das Leben spüren wir aber nicht, wenn wir in unseren bequemen Sicherheiten glucken und über unseren Gewohnheiten brüten.
Und dazu fällt mir gleich noch ein Tip ein: Auf der Webseite von Harald Weßbecher findet sich zum Download ein Vortrag, ich glaube er trägt den Titel "Visionen". Den kann ich nur empfehlen! Mit viel Witz stellt Harald Weßbecher hier gute Fragen zur eignen Vision und zeigt auf wie wir uns immer wieder hinter dem Thema Sicherheit verstecken.
So, nun aber gut - einen schönen Tag allen!
Das ist schon sowas mit dem Mut!
SEP- selbst erfüllende Prophezeiung!
Realität ist nur im Kopf, und da fängt alles an.
Ich kann mich motivieren, oder deprimieren.
Ich fing an, die vielen "muß" in "möchte" umzudenken, um herauszufinden, was mir gut tut.
Durchblick ist die erste Aussicht auf Verbesserung!
Das Leben ist ein Experiment!
Ich habe meinen Arbeitgeber gewechselt, weil mich die Situation dort verrückt gemacht hätte.
Takes two to tango, ein Opfer ist auch immer Täter, denn es tut sich die Dinge selber an, indem es sie zuläßt.
Ich kann nur Jeden dazu ermutigen, seinem Herzen zu folgen!
Den Weg zu gehen, der sich am Besten anfühlt, wird man nie bereuen!
Dazu braucht man etwas Mut,
aber ES LOHNT SICH!
Dazu fällt mir das folgende Zitat ein:
Wo kämen wir hin,
wenn alle sagten:
"Wo kämen wir hin",
und niemand ginge,
um einmal zu schauen,
wohin man käme,
wenn man ginge?
(Kurt Marti)
Viele Grüsse!
Sigi
Nun klinke ich mich auch hier ein, zunächst freut es mich das ihr Lieben Tanja u. Ralf einen schönen Urlaub genossen habt, u. gleich der nächste " wie treffend " Newsletter, oh ja mangelndes Selbstvertrauen kann ziemlich erschüttern, bei mir z.B. grummel u. sehr traurig sein, langsam aber wächst dann die Erkenntnis: was soll mir das sagen : bei mir habe ich festgestellt das ich mich dann aufrichte, habe ich soeben visionsmässig gesehen, auch merke ich dann das in mir eine Riesenportion Selbstvertrauen steckt, sollte das nur endlich annehmen, ja es ist quasi so aus der Armut des Selbst in die Befreiung des ich`s zu kommen u. auch gerne die anderen dahingehend zu motivieren.Echt interessant ist auch der Artikel vom Tobias Zimpel, vielen Dank lieber Tobias, Euch Allen einen schönen liebevollen erkenntnisreichen Tag, Bama