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Probleme kann man lösen…

Von Tania Konnerth2 Kommentare

"Die Straße des geringsten Widerstands ist nur am Anfang asphaltiert."

– Hans Kasper

Es gibt eine einfache Grundregel, wenn es um das Lösen von Problemen geht, die oft übersehen wird: Um Probleme lösen zu können, müssen wir ein Problem erst einmal verstehen.

Trivial?

Na, dann mal Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie wirklich Zeit dafür investiert, ein Problem tatsächlich zu analysieren? Wie oft haben Sie nicht einfach mit Ansätzen für die Lösung begonnen, ohne wirklich genau zu schauen, worum es genau geht? Ich, ehrlich gesagt, sehr oft.

Das Tückische an unseren Problemen ist, wir meistens nur die Symptome sehen, aber nicht die Ursachen der Symptome. Da die Symptome präsent sind (sie sind es, die uns das Leben erschweren), machen wir uns in der Regel daran, eben diese Symptome zu lösen. Am Problem und seinen Ursachen haben wir dann noch lange nichts geändert und deswegen tauchen bald andere, oft schlimmere Symptome auf.

Konkrete Beispiele gefällig? Es gibt unzählige:

Ich denke, das Prinzip ist klar.

Und damit kommen wir zur Aussage des Zitats, das ich für diesen Beitrag ausgewählt habe: Sich um ein Symptom zu kümmern, stellt in den meisten Fällen den Weg des geringsten Widerstands dar, da Symptome kleiner und überschaubarer sind als das Problem, das sie auslöst. Das gilt für so ziemlich alle Bereiche des Lebens. Es ist sehr menschlich, sich mit dem zu befassen, was vordergründig ist und einfacher erscheint, denn, ja, es ist in der Regel deutlich anstrengender, die Ursache zu ergründen. Aber nur, wenn Sie ein Problem in seiner Wurzel erfassen, haben Sie eine Chance, eine Lösung zu entwickeln, die das Problem wirklich aus der Welt schafft. Solange Sie an den Symptomen herumdoktern, können Sie auch nur die Symptome lösen, nicht aber das Problem. Und so wird der vermeintliche Weg des geringsten Widerstands oft sehr schnell zu einem dornigen Weg, mit immer wieder neuen Hindernissen.

  1. Beate schreibt am 13. Oktober 2009 um 05:25

    ... ich habe heute morgen Folgendes gelesen:

    "Pier Paolo Pasolini hat davon gesprochen, dass es die Tragik unserer Zeit und Gesellschaft sei, dass wir unsere Wünsche nicht bis zu ihrer existentiellen Tiefe entwickeln können, weil sie schon vorher befriedigt werden; weil ein Wunsch, sobald er wie ein zartes Pflänzchen eine kleine Spitze durch unser Bewusstsein streckt, sofort befriedigt, und damit entfernt wird; er kann nicht wachen, nicht reifen und nicht geprüft und geklärt werden. Die Tiefen unserer Wünsche werden nicht mehr ausgelotet, weil uns zu viele Möglichkeiten zu deren Befriedigung an der Oberfläche zur Verfügung stehen."

    (Regina Ammicht-Quinn)

    Ich entdecke da Übereinstimmung... und stoße immer wieder auf den Begriff der Oberflächlichkeit...
    Im Gegensatz dazu sollte die Aufmerksamkeit stehen...

    Ich wünsche Euch einen "aufmerksamen" Tag, an dem Ihr Wünsche wahrnehmt, aber auch Probleme aufdecken könnt!

  2. JJ schreibt am 14. Oktober 2009 um 09:42

    Trivial? Keineswegs! Gut, dass ich mir jetzt dessen BEWUSST bin. Ich danke Ihnen dAfür!