Was auch zur Zufriedenheit gehört
Von Tania Konnerth • 4 Kommentare
"Zur Zufriedenheit gehört auch die Bereitschaft, auf einiges verzichten zu können."
– Ernst Ferstl
Mit diesen wenigen Worten schenkt Ihnen Ernst Ferstl meiner Ansicht nach einen echten Schlüssel für Zufriedenheit.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der es viele als selbstverständlich ansehen, das zu bekommen, was sie haben wollen. Klar, die Medien und die Werbung spielen ja auch genau damit: Bedürfnisse wecken mit dem Ziel der schnellen Befriedigung eben dieser Bedürfnisse. Wer nicht genug Geld hat, nimmt sich einen Kredit – alles klein Problem.
Wirklich nicht?
Ich denke, dass hier ein ganz enormes Problem entsteht! Nicht nur finanziell (denn Kredite zur schnellen Bedürfnisbefriedigung führen sehr schnell in eine Schuldenspirale), sondern vor allem von der Einstellung her.
Wer darauf setzt, auf nichts verzichten zu wollen, um zufrieden sein zu können, gerät in ein endloses Dilemma: Es wird immer etwas geben, was wir nicht haben – sprich: ich brauche dann immer etwas Neues um wirklich zufrieden sein zu können. Nach dem schnellen Auto ist es die teure Uhr, danach die Designer-Lederjacke und dann die Reise nach Hawaii. Oder etwas kleiner: erst ist es der neue Rasenmäher, den auch der Nachbar hat, dann ist es die Küchenmaschine, die die Freundin empfohlen hat und dann der Fitness-Center-Vertrag, weil alle dorthin gehen usw. usw.
Natürlich ist es schön, sich etwas leisten zu können. Ein gewisser finanzieller Spielraum sorgt für ein Gefühl von Versorgung und Sicherheit und, ganz klar, sich etwas Schönes kaufen zu können, macht Spaß.
Und dennoch liegt der Schlüssel für Zufriedenheit tatsächlich auch in der Fähigkeit, verzichten zu können. Verzicht nicht im Sinne von Darben, sondern Verzicht in Hinblick auf die Prüfung, was man wirklich braucht. Wenn man bei potentiellen Anschaffungen auch mal was liegen lässt, weil man erkennt, dass man es eigentlich nicht wirklich braucht, wertet man damit die Anschaffungen, die man sich dann tatsächlich leistet, auf.
Es ist nicht die Masse, nicht die Menge an Anschaffungen, die uns zufrieden macht, sondern es ist die Auswahl und Wertschätzung dessen, was wir uns leisten.
Sich etwas zu gönnen und bereit zu sein, auf etwas zu verzichten, sind zwei Schalen einer Waage – keine sollte zu sehr absacken, denn wenn sie ausgeglichen sind, empfinden wir Zufriedenheit.





Wie wahr, wie wahr! Und Sie haben es so schön einfach auf den Punkt gebracht. Für mich gehört auch dazu: sich Zeit nehmen für eine Anschaffung. Sich umschauen, eine Auswahl treffen. So gehe ich gelassener damit um, dass eine Wahl nicht sofort getroffen werden muss. Und ich habe für mich die beste Auswahl ermöglicht. Machmal stelle ich dann erst auch fest, dass es nur eine Laune war, behalte das Geld und fühle mich viel besser.
Sehr wahr, klar und treffend geschrieben - Kompliment!
Der Artikel hat mir sehr gut gefallen. Meistens ist es so, dass man bei einem anderen Menschen schöne Sachen entdeckt und es unbedingt haben möchte. Dann kommt also so eine Art Neidfaktor auf und ehe man sich versieht hat man selbst den Gegenstand oder das neue Kleidungsstück gekauft. Das ist dann für einen kurzen Moment sehr Zufriedenstellend. Bei längerem Überlegen aber meistens absolut unnötig gewesen.
weniger ist mehr ... und je mehr man hat, desto mehr ist man durch diese dinge belastet. einfachstes beispiel: je mehr besitz ich anhäufe, desto aufwendiger muss die alarmanlage sein ... ich muss mein altes häuschen nicht absperren, meinen 15 jahre alten fernseher und die 30 jahre alte stereo-anlage ... die klaut mir keiner (da sind die transportkosten teurer). so einfach kann es gehen.