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Warum fangen wir nicht einfach bei uns selbst an?

Von Ralf Senftleben21 Kommentare

Wenn du dein Land ändern willst, musst du erst einmal dein Dorf ändern, wenn du dein Dorf ändern willst, musst du erst einmal deine Familie ändern und wenn du deine Familie ändern willst, musst du erst einmal dich selbst ändern.

– Chinesisches Sprichwort.

Wissen Sie, was mir manchmal auf die Nerven geht? Das sind Menschen, die die Schuld immer bei den anderen suchen.

Mein Leben ist Mist und Schuld daran ist der Staat, die Wirtschaft, die Politiker, mein Chef, meine Kollegen, mein Nachbar und die Vögel da oben im Baum haben bestimmt auch etwas damit zu tun.

Wenn wir mit etwas unzufrieden sind, dann haben wir verschiedene Möglichkeiten:

Wenn ich z.B. unzufrieden mit meinem Job bin, dann kann ich mich über die Unternehmenspolitik, meinen unfähigen Chef oder meine faulen Kollegen beklagen. Ich kann aber auch selbst im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas dafür tun, dass sich etwas für mich ändert. Und wir können immer etwas tun, auch wenn es am Anfang nur Kleinigkeiten sind.

Wenn ich keine Arbeit finde, dann kann ich die Politiker oder die böse Wirtschaft dafür verantwortlich machen. Ich kann mich aber auch fragen:

Oder wenn es in meiner Partnerschaft nicht so gut läuft, dann kann ich von meinem Partner erwarten, dass er oder sie sich endlich einmal ändert. Ich kann mich aber auch fragen, was ich tun kann, um die Beziehung wieder schöner zu gestalten.

Ok, ich gebe es zu… es ist menschlich und verständlich, die Schuld erst mal bei anderen zu suchen. Es ist eben einfacher und wir Menschen gehen ja gerne den Weg des geringsten Widerstandes.

Wichtig ist nur, dass wir den Absprung schaffen und unseren Fokus dahin lenken, wo wir wirklich etwas ändern können: Bei uns selbst.

Menschen die sich nur beklagen und denken, dass sie sowieso nichts ändern können, konzentrieren sich auf die eigene Ohnmacht und auf die eigene Unzulänglichkeit. Und was bekommen Sie dafür: Noch mehr Ohnmacht und ein noch größeres Gefühl der Unzulänglichkeit.

Wenn Sie sich auf das konzentrieren, was Sie tun können, wachsen mit der Zeit Ihr Einflussbereich und Ihre Macht, Ihr Leben selbst zu gestalten. Je mehr wir unser Leben und unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, desto mehr mögliche Richtungen für unser Leben schaffen wir uns, unter denen wir dann wählen können.

Deswegen mein Apell an uns alle: Fangen wir lieber bei uns selbst an. Denn das ist schließlich der Ort, an dem wir am meisten ändern können.

  1. Rolf Grätzer schreibt am 17. Mai 2007 um 08:35

    Hallo zusammen!

    Sehr gut und passend! Du sprichst vom LOLA-Prinzip von René Egli. Nur so als Buchtip. Ich lese das Buch immer wieder gerne und ich werde mir dabei immer wieder bewusst, was man vielfach immer wieder im Alltag vergisst. Die elementarsten Prinzipien im Leben. Ihr kennt das Buch vermutlich, denn es ist so einfach!

    Es grüsst herzlich

    Rolf

  2. Hubert schreibt am 17. Mai 2007 um 16:12

    Familien, Dörfer oder gar ganze Länder zu ändern ist wohl ein etwas schwieriges Unterfangen. Sich selber zu ändern ist mitunter schon mühsam, aber sicherlich eher im Bereich des Möglichen.
    Aber wann ändere ich mich? Doch wohl am ehesten, wenn mir an meiner eigenen Person etwas nicht (mehr) gefällt, und ich genug Motivation, Disziplin und auch Kraft aufbringe, es zu verändern .
    Wenn mir Dinge nicht gefallen, kann ich daran nichts ändern, es sei denn, ich bekomme eine andere Einstellung hierzu . Das ist durchaus möglich und geschieht immer wieder.
    Wenn allerdings meine Erwartungshaltungen von meinem Partner nicht erfüllt werden oder nicht erfüllt werden können, handelt es sich womöglich um den falschen Partner für mich. Ob ich da mit einer geänderten Einstellung (womöglich nicht mal aus wirklicher Überzeugung) glücklicher werde?
    Zugegeben, das ist im Bereich der Erwerbsarbeit schon schwieriger, da hier große Existenzängste eine Rolle spielen und man sozusagen oft nicht so frei handeln kann wie es zu wünschen wäre. Was hier allerdings im Bereich von Anpassungsfähigkeit (weniger die wirkliche eigene Überzeugung )von Bewerbern oftmals an den Tag gelegt wird, grenzt meiner Meinung nach schon fast an Prostitution.
    Sich selber und auch seine Einstellungen ändern zu können ist eine wichtige und hilfreiche Eigenschaft. Es sollte jedoch aus eigene Überzeugung und Einsicht geschehen und nicht durch die Nötigung der Umstände. Das wäre dann Selbstbetrug.

  3. Feri schreibt am 18. Mai 2007 um 06:49

    Hallo Hubert,
    wieder einmal ist deinen differenzierten Analysen nichts hinzuzufügen, besonders im Bereich Partnerschaft, aber auch Erwerbsarbeit würde ich deine Ausführungen mit dicken Zustimmungslinien unterstreichen!

  4. Jessica schreibt am 21. Mai 2007 um 06:08

    Hallo,
    lese die Beiträge von Zeit zu leben immer sehr gern und finde oft sehr nützliche Tipps. Diesmal allerdings mag ich dem Beitrag gar nicht so recht zustimmen. Es stimmt ganz und gar nciht, das ich "nur mich selbst ändern muss" und dann wird der Rest sich schon wieder gerade biegen. Die Arbeitsbedingungen sind bei weitem nicht mehr so, dass ich wahllos Möglichkeiten habe. Klar, ich kann meinen Chef nicht ändern, die Politik und die Arbeitsbedigungen auch nicht, also ändere ich mich selbst ... aber glücklicher deswegen??? Nee! Jetzt wird man sagen, wenn der Job dich nicht glücklich macht, dann suche dir einen neuen. Aber wer glaubt denn, das man so einfach einen Job findet, der einem Spass und mich glücklich macht. Das ist Träumerei und Schönfärberei. Wenn man mal tatsächlich hunderte von Bewerbungen hinter sich hat und feststellt, es muss immer mehr, besser, größer werden; man muss immer interessanter für die Leute werden... dann verändert man sich vielleicht, aber in die Richtung, das man es einem potenziellen Arbeitgeber gefällt. Gefall ich mir dann noch selbst? Nein!
    Sich selbst zu verändern und nach neuen Möglichkeiten zu suchen ist schon gut und richtig. Doch sollte man so sensible Themen wie Arbeitslosigkeit nicht so verherrlichen.
    Liebe Grüße
    Jessica

  5. Christine schreibt am 21. Mai 2007 um 06:10

    Na, toll. Das erzaehlen Sie mal einer alleinerziehenden Mutter, die 8 Stunden malochen geht um ein Einkommen unter dem Sozialsatz zu haben, Angst um ihren ARbeitsplatz hat und keine Zeit fuer ihre Kinder oder einer Familie, die von Harz IV lebt: ES LIEGT ALLES AN EINEM SELBER!!!! Wenn man nicht so viel herumnoergeln wuerde, sondern sich mal schoen aendern wuerde, dann wuerde alles viel besser werden. Kann sich ja mal auf den Hosenboden setzen die berufstaetig Mutter und nach Feierabend (hat ja sonst nichts zu tun) 'ne kleine Fortbildung machen. Ist ja bekannt, dass dann die Arbeitgeber regelrecht auf die Knie gehen und die tollsten Jobs verteilen (besonders an Frauen mit Kinder).
    Nee, Leute - eure Tipps klingen mir allzusehr nach "Religion - Opium des Volkes": immer schoen brav beten und dankbar sein und alle Schuld auf sich nehmen - vielleicht kommen wir dann in den Himmel. Das sind elitaere Tipps fuer Leute, die ihr dickes Gehalt haben und vor lauter Langeweile noergeln, aber nicht fuer Leute, die wirklich Probleme haben, die haben naemlich den Lehrgand, die Schuld bei sich selber zu suchen schon lange hinter sich!!

  6. Max schreibt am 21. Mai 2007 um 07:01

    Hallo alle zusammen,
    ein interessanter Beitrag und spannende Kommentare. Eigenartigerweise ist in dem Sprichwort gar nicht von Schuld die Rede sondern meiner Meinung nach eher davon, dass andere nichts für uns tun können, was wir selber machen müssen.
    Jeder tut nur was für sich und wenn man etwas ändern will im kleinen oder im großen, beginnt das immer damit, dass man etwas für sich tut. Natürlich unter der Voraussetzung, dass dabei niemandem Schaden zugefügt wird. (Genau das ist meistens das Dilemma.)
    Leider gibt es im Leben immer Situationen, in denen man glaubt, keinen Ausweg zu finden. Das kann man auch als bewußte Inkompetenz bezeichnen und es ist ein Bestandteil des Lern- und Entwicklungsprozesses. Ohne die schlechten Zeiten, gäbe es keine Guten. Das ist kein Trost, sondern ein Gesetz im Leben. Leider sind wir alle niemandem wichtig genug, uns Schmerz und Leid zu ersparen. Das ist glaube ich eine ewige unerfüllte Sehnsucht der Menschen und Grundlage aller Religionen.
    Viel Mut und noch einen schönen Tag wünscht,
    Max

  7. kiki02 schreibt am 21. Mai 2007 um 11:18

    Hallo zusammen.....

    ich muss sagen das Leben als Erwachsener ist schon nicht einfach...man muss sich so vielem stellen hat so viele Gute wie auch Schlechte Erfahrungen gemacht.Und die schlechten Erfahrungen sind oft sooooo schmerzhaft das man sich mit der Zeit vor lauter Angst davor nicht mehr richtig Leben traut.Immer mit vorsicht, weil was passiert wenn ich das mache oder das......Als Kind hast du diese Erfahrungen Gott sei Dank noch nicht....aber es werden ja alle älter und Erfahrener....heute hab ich wieder mal so einen Tag an dem ich mich am liebsten verkriechen würde und das Leben für mich sooo schwer ist und ich ihr nicht gewachsen bin.

    wünsche allen noch einen schönen Tag...

  8. Ralf Senftleben schreibt am 21. Mai 2007 um 14:00

    Hallo Jessica und Christine,

    ich denke, hier ist es ganz wichtig, eine Unterscheidung zu treffen.

    Auch wenn im Beitrag oben davon die Rede ist, dass man die Schuld nicht bei anderen suchen soll, geht eigentlich gar nicht um Schuld. Es interessiert im Normalfall niemanden, wer daran Schuld ist, wenn ich keine Arbeit bekomme. Außer vielleicht mich selbst, weil wer will schon gerne Schuld sein.

    Ich glaube, es ist vollkommen egal, wer daran Schuld ist, dass man keinen Job bekommt, nur Absagen kassiert oder dass man von Harz IV leben muss. Denn diese Unterscheidung hilft dir kein Stück dabei weiter, das zu bekommen, was du willst.

    Schuldzuweisungen sind meistens eine Ausrede dafür, dass ich nichts ändern muss, weil der andere ist ja schuld.

    Ich sage auch nicht: "Du bist selbst Schuld" oder "Es liegt nur an dir selbst". Das tut es ganz sicher nicht. Unsere Welt ist so komplex, dass es nie nur einen einzigen "Schuldigen" oder eine einzige Ursache gibt.

    Auch wenn ich persönlich daran glaube, dass wir alle einen Anteil an unserer Situation haben, denn mein Leben ist doch zu einem Teil die Summe aller kleinen und großen Entscheidungen, die ich bewusst oder unbewusst getroffen habe. Und dazu gehören auch die Entscheidungen, etwas nicht zu tun und etwas zu unterlassen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Ich will auch sicher nicht das Thema Arbeitslosigkeit verherrlichen. Wenn das so rübergekommen ist, muss ich mich entschuldigen.

    Mir geht es nur um eine einzige Sache:

    Es geht darum, dass *ich* selbst der einzige Punkt bin, über den ich so einigermaßen Kontrolle habe und den ich am zuverlässigsten ändern und beinflussen kann.

    Machen wir uns nichts vor: Die Welt schuldet uns nichts. Der Staat schuldet uns nichts. Und die Wirtschaft schuldet uns auch nichts. Wer anders denkt, wird ziemlich sicher enttäuscht werden.

    Ich persönlich kann den Arbeitsmarkt nicht beeinflussen und auch nicht die Kriterien, nach denen Firmen Leute einstellen.

    Aber ich kann mich ändern. Und mich zu ändern, bedeutet nicht unbedingt, mich zu vergewaltigen und zu etwas zu werden, was ich nicht sein will.

    Ja, vielleicht muss man sogar auch manchmal eine Kröte schlucken. Ich meine, wer muss das nicht. Und ich finde das auch ok, wenn der Gegenwert, den man dafür bekommt, stimmt.

    Ich bleibe dabei: Andere kann ich nicht ändern, also bleibt mir nichts übrig, als bei mir anzufangen. Nicht weil ich Schuld an meiner Situation bin. Es geht nicht um Schuld. Es geht nur darum, dass ich in den meisten Fällen der einzige bin, der etwas an meiner Situation ändern kann.

    Viele Grüße,
    Ralf

  9. Lancaster schreibt am 21. Mai 2007 um 18:59

    Hallo Zusammen,

    lieber Ralf,

    ich muss Jessica und Christine zustimmen, bin aber auch dankbar für Deine Erwiderungen.

    Dein momentaner Kommentar hat mich ein wenig wütend gemacht. Genau genommen die Aussage, das die "Jammernden" Dich nerven.
    Das finde ich so nicht ok, ganz und gar nicht, denn es ist wohl doch ein wenig herablassend.

    Wir sind alle unterschiedlich und jeder versucht sein Bestes.

    Und ich bin weiterhin der Überzeugung, dass jeder von uns auch mal Hilfe von außen braucht (Mal den Stein des Anstoßes, Mal den Tritt in den ... und viel häufiger eine ganz einfache
    Hand oder die ganze Schulter).

    Jeder von uns (auch Du)kommt allein in dieser Welt (nicht politisch, wirtschaftlich ... gemeint !!!)überhaupt nirgendwohin und glücklich wird er so schon gar nicht.

    Das ändert aber natürlich nichts daran und da gebe ich Dir gerne Recht, dass wir nur bei uns selbst anfangen können (damit wir auch die Hand und Schulter sein können ... und auch die Kraft haben, mal um Hilfe zu fragen).

    Herzliche Grüße

    Lancaster

  10. Sonja schreibt am 22. Mai 2007 um 10:16

    "Jeder ist seines Glückes Schmied."

    Ich glaube daran.

    Glück in diesem Sinne ist für mich nicht "materieller Wohlstand" oder "steile Karriere", sondern *innere Zufriedenheit* und ein *sinnes-freudiges, spannendes Leben*.

  11. Brigitte schreibt am 23. Mai 2007 um 05:22

    Ich glaube auch, dass nicht einer allein für die gesamte GEstaltung der Welt zuständig ist, aber die Welt wird anders, wenn man sich selbst verändert.
    Manchmal sind das kleine Schritte, die eine große Wirkung haben können.
    Vor ca. einem Jahr hatte ich mich wegen diverser familiärer und krankheitsbedingter Probleme sehr zurückgezogen und hatte den Eindruck richtig zu vereinsamen. Dann habe ich bewusst angefangen meine sozialen Beziehungen wiederaufzunehmen und zu pflegen und habe jetzt wieder ein erfülltes Sozialleben.

  12. Holger schreibt am 23. Mai 2007 um 05:47

    *Wenn ich keine Arbeit finde, dann kann ich die Politiker oder die böse Wirtschaft dafür verantwortlich machen. Ich kann mich aber auch fragen:...*

    Wunderschönes neokapitalistisches Denken.
    Wenn endlich alle daran Glauben, dann können die Konzerne und Politiker machen was sie wollen

    - schuld bin ich immer nur selber,

    denn ich ändere mich ja nicht.
    Das unsere Politik und unsere Wirtschaft tatsächlich schlecht für die meisten Menschen ist wird vollkommen ausgeblendet.

  13. Christine schreibt am 23. Mai 2007 um 06:15

    Also, ich habe da etwas andere Erfahrungen gemacht.
    Ich gehoere wohl zu denen, die sich eher zu viel und zu oft aendern und immer wieder ihre Situation ueberdenken und "verbessern" wollen und habe Partnerschaften beendet, die mich einengten, Staedte verlassen, in denen ich mich nicht mehr wohlfuehlte, Arbeitsverhaeltnisse beendet, die mich nicht mehr befriedigten, Wohnungen gewechselt, die mir nicht mehr gefielen, bin ausgewandert, hab'mein Single-Leben beendet, das mir nicht gefiel, eine Familie gegruendet, ein Haus gebaut,....dass das nun alles die Formel zum Glueck war, kann ich nicht behaupten. Ich kenne Menschen, die nie im Leben umgezogen sind, nie die Arbeit gewechselt haben, nie die Partnerschaft beendet - kurzum nie etwas in ihrem Leben geaendert haben und trotzdem nicht ungluecklicher sind.

    Ich denke, die Menschen sind eben sehr unterschiedlich und es ist gewagt und schwierig ihnen "amerikanische Lebensformeln" aufdruecken zu wollen, nach dem Motto "wer will kann auch, jeder hat sein Glueck in der Hand, ein Tellerwaesche kann Millionaer werden, wenn er nur will" usw. Das ist etwa so wie mit den Horoskopen: Fuer einen kleinen Teil passen sie haargenau, aber daraus zu folgern, dass sie Allgemeingueltigkeit besitzen ist wohl ein bisschen uebertrieben.

    Ich verbleibe daher mit Eugen Roth:

    Ein Mensch, entschlusslos und vertraeumt,
    hat wiederholt sein Glueck versaeumt,
    doch sei der Trost ihm einzuraeumen,
    man kann sein Unglueck auch versaeumen. (Eugen Roth)

  14. Ralf Senftleben schreibt am 23. Mai 2007 um 06:37

    Hallo Holger,

    ich verstehe, was du meinst, aber mir geht es nicht um nicht um Schuld.

    Und vielleicht ist unsere Politik und unsere Wirtschaft wirklich schlecht für viele Menschen im Land. Wobei: Wenn ich mir den Vergleich zu anderen Ländern anschaue, gehts vielleicht auch schlechter.

    Es geht mir nicht um Schuld, es geht mir um die Realität. Und wenn ich etwas ändern will, muss ich erst einmal akzeptieren, wie die Dinge sind.

    Wenn ich einen Job finden will, dann nutzt es nichts, die Umstände zu beklagen. Damit fokussiere ich mich nur auf das, was ich nicht ändern kann. Da schaue ich lieber auf das, was "ich" ändern kann und das ist immer eine ganze Menge.

    Damit sage ich aber nicht, dass die augenblickliche Zustände gut sind sondern ich sage nur, das sie sind, wie sie eben sind.

    Wenn es dir wichtig ist, etwas gegen die augenblicklichen Zustände zu unternehmen, dann kommen wir wieder zum Thema des Beitrags:

    Wenn du etwas ändern willst, nutzt es wenig dich darüber zu beklagen. Wenn du etwas ändern willst, dann tritt dem Attac - http://www.attac.de - oder einer anderen globalisierungs-kritischen Organisation bei und engagiere dich.

    Überzeuge andere und schaffe Mehrheiten. Aber das schaffst du wahrscheinlich eher nicht, wenn du anderen vorwirfst, Neo-Kapitalist zu sein.

    Das ist schon komisch: Sobald jemand über Eigenverantwortlichkeit redet, wird einem sofort Neokapitalismus vorgeworfen, nur weil die Politik das Thema Eigenverantwortung im Rahmen des sozialen Abbaus für ihre Zwecke entfremdet hat.

    Ich sage nur: Wenn dir etwas wichtig ist, dann musst du selbst etwas tun, denn den meisten ist es egal, was dir wichtig ist.

    Das kann man beklagen oder die Wirklichkeit akzeptieren, wie sie ist.

    Viele Grüße,
    Ralf

  15. Benicia Bloom schreibt am 23. Mai 2007 um 10:17

    Auch ich war schon oft am Boden und befinde mich momentan leider wieder auf dem Weg dorthin. Schuld bin ich sicher selbst, weil ich keine "Kröte" schlucken wollte (wie Ralf es in einem seiner Postings bezeichnet hat). Aber ich bin überzeugt, dass ich es auch diesmal wieder schaffen werde, aufzustehen. Wie tief unten man auch ist, man darf nie aufgeben, auch wenn es noch so schwer fällt, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.
    Mit den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen - ist meine Devise. Manchmal stürzt diese Treppe dann wieder ein und man weiß beim nächsten Mal was man besser machen kann. Und irgendwann bleibt sie stehen, und man kann seinen Weg fortsetzen.

  16. Holger schreibt am 24. Mai 2007 um 07:16

    Hallo Ralf,

    es ging mir nicht ums klagen, sondern um den Gegenpol!
    Denn den muß man kennen um sich selber einschätzen zu können.

    Andere überzeugen? haben ich viel zu lange versucht und war dabei nur deprimiert weil keiner sehen wollte was ich sah und sehe.

    Mir geht es gut ohne attac ohne Politik oder sonstige Dinge die Welt zu "verbessern" - aber das Schlechte in der Welt sehe ich trotzdem und werde es nicht ausblenden.

    Übrigens habe ich dir nicht vorgeworfen Neo-Kapitalist zu sein sondern diesen Gedanken für mich als neokapitalistisch erkannt und dargestellt.
    Hast du ein Problem damit die gleichen Gedanken zu haben wie die Neo-Kapitalisten?
    Wenn ja dann schreib nicht solche Artikel - ansonsten sag "JA! die Neokapitalisten haben in "diesem" Punkt recht" und stehe dazu!

    Eugen Roth gefällt mir deutlich besser.

    Holger

  17. Babs schreibt am 27. Mai 2007 um 16:15

    Ich habe viele verschiedene Gefühle erlebt beim Lesen aller Postings! Selbsterfahrung pur! :)
    Sonja bringt es schön kurz und knackig auf den Punkt.

    Glücklichsein ist auch für mich nicht gleichbedeutend mit Reichsein - das werde ich wohl nie erleben :) - aber es bedeutet, sondern eine Einstellung zum Leben zu finden, mit der es MIR gut geht.
    Und mir gehts einfach besser, wenn ich nicht über Politik, Gesundheitssystem o.ä. schimpfe, weil ich es bei aller kurzfristigen Erleichterung erstens superlästig und dazu uneffektiv finde und zweitens selbst durchs Wählengehen nicht ändern werde.
    MIR gehts besser, wenn ich das Beste aus dem mache, was mir gegeben ist.

    Auch ich war mehrmals im Leben GANZ UNTEN. Finanziell, pesönlich, arbeitsmäßig.
    Und ich weiß, dass es nicht so einfach ist, die Dinge "einfach" nur anders zu sehen und dann ist alles gut. Das ist naiv.

    Es wäre doch ein Ansatz, zu überlegen, ob es hilfreich ist, ärgerlich zu sein auf die Dinge, die Umstände, die Politik, die Partner, die Familie, und, und, und.
    Oder ob es eher hilfreich ist, die Ärmel hochzukrempeln, meine Antennen auszufahren, und mich umzuschauen, Hilfe zu holen, zu lernen wie man sich "verkauft", oder was auch immer im Moment das Bedürfnis ist.

    Mein Leben ist jetzt, und wieso soll ich den anderen so viel Macht über mein Leben einräumen, wenn ich es selbst zu dem machen kann, was ich will?

    Ich kann mein Denken beeinflussen.
    Mein Denken beeinflusst meine Gefühle und meine Einstellungen zum Leben.
    Und ich will ein schönes Leben...

  18. Estefania schreibt am 30. Mai 2007 um 14:52

    Für alle Zweifler, Nörgler, Besserwisser und Ungläubigen!

    Die Freiheit der Entscheidung
    Es war einmal vor vielen, vielen Jahren in Indien. Da stand mitten im Urwald ein großer Tempel aus purem Gold. Seine Innenwände waren mit tausend Spiegeln verkleidet, so dass jeder, der in diesen Tempel trat, sich tausendfach gespiegelt sah.
    Da geschah es einmal, dass ein Hund sich zu dem Tempel verirrte. Er freute sich über seine Entdeckung und glaubte, als er das Gold sah, nun ein reicher Hund zu sein. Er betrat den Tempel der tausend Spiegel … und sah sich tausend anderen Hunden gegenüber. Im Glauben, dass ihm die anderen zuvorgekommen waren, wurde er furchtbar wütend und fing an zu bellen. Doch die tausend Hunde bellten gleichermaßen zurück, waren es doch seine eigenen Spiegelbilder. Da steigerte sich sein Zorn noch mehr. Der seiner Gegenüber aber auch. Seine Wut wurde schließlich so groß, dass sie ihn vernichtete und er tot umfiel.
    Es vergingen viele Jahre. Da geschah es wieder einmal, dass ein Hund zum Tempel der tausend Spiegel kam. Auch er freute sich über seine Entdeckung. Auch er ging hinein. Und auch er sah sich tausend Hunden gegenüber. Dieser Hund aber freute sich, dass er in der Einsamkeit Gesellschaft gefunden hatte und wedelte mit dem Schwanz. Da wedelten die tausend Hunde zurück … und er freute sich, dass die anderen sich freuten, und die Freude wollte kein Ende finden. Deshalb ging er immer öfter dorthin, um sich zusammen mit den anderen zu freuen.
    Der gleiche Ort, der für den einen ein Ort des Todes war, wurde für den anderen zu einem Ort der Freude. Was man ausstrahlt, kehrt tausendfach zurück.
    Warum sich ärgern oder über die Umstände stöhnen, wenn ein einfacher Wechsel der Blickrichtung vieles zum Besseren wenden kann. Freue ich mich des Lebens und sage „Ja zu mir“, dann gibt es auch nichts mehr zu stöhnen. Ich schaue einfach in den Spiegel meiner Lebensumstände, achte darauf, was sie mir zu sagen haben und ändere, was zu ändern ist.

    Mit Licht und Liebe Estefania

  19. Frank schreibt am 3. Februar 2008 um 20:37

    Buchtipp für alle, die

    -glauben das immer die anderen Schuld sind.
    -sich schwierigen beruflichen Lebenssituationen stellen müssen.
    -nicht dynamisch , lustvoll und motiviert an Ihre Aufgaben gehen.
    - den Schlüssel für mehr Energie und Arbeitsfreude suchen.

    FISH! Ein ungewöhnliches Motivationsbuch

    Alles Liebe
    Frank

  20. Claudia schreibt am 3. April 2008 um 11:46

    http://video.google.de/videoplay?docid=1338572241371195960

    Ein wichtiger Film für den sich jeder Zeit nehmen sollte.
    Die Wahrheit über Religion, Politik, Geld, Krieg und Freiheit.

    LG

  21. NIcoLE schreibt am 13. Oktober 2009 um 07:14

    Ich finde das sind wahre Worte.
    Nur leider denken nicht alle Menschen so sinnvoll wie wir.
    Schade,es sollte wirklich jeder sich selber Fragen stellen und selbst eine Antwort darauf finden.

    Man hats eben nicht leicht,aber leicht hats ein ;o)