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Die Einfälle des Schicksals

Von Tania Konnerth19 Kommentare

„Man soll das Schicksal nicht mit Vorschlägen verärgern. Es legt zuviel Wert auf seine eigenen Einfälle.“

– Karl Heinrich Waggerl 

In dieser Woche habe ich ein Zitat ausgesucht, mit welchem ich ziemlich gerungen habe. Nicht nur „Zeit zu leben“ zeugt davon, dass ich ein Mensch bin, der fest an seine Gestaltungsmöglichkeiten glaubt. Auch sonst bin ich eigentlich immer dabei zu schauen, was ich tun kann, um z.B. ein Problem zu vermeiden oder zu lösen, um eine Situation zu meistern, etwas zu verändern usw.

Und da finde ich nun das Zitat des österreichischen Schriftstellers Karl Heinrich Waggerl. Es hat mich stutzen, aufhören und innehalten lassen. Dann habe ich es zur Seite geschoben und gedacht  „Ne, passt nicht für mich.“ Irgendwie hat es mich aber doch nicht losgelassen und deshalb teile ich es nun mit ihnen.

Was mir an der Aussage nicht gefällt ist, dass man das Zitat als Aufruf zur Passivität deuten könnte, zum Nichtstun, zum Opfersein. Und das geht mir sehr gegen den Strich. Dennoch beinhalten die Zeilen etwas, was ich so noch nicht gesehen hatte und das ist die Aussage, dass das Schicksal sehr viel Wert auf seine eigenen Einfälle legt.

Tatsächlich ist das auch meine Erfahrung: Wir können viel tun, wir können viel planen, wie können viel gestalten – letztlich tritt aber doch immer wieder etwas Unerwartetes ein und das Schicksal nimmt eine Wendung, die alles wieder durcheinander bringt. Genau das hat Karl Heinrich Waggerl sehr treffend auf den Punkt gebracht.

Der Rückschluss aber, deshalb keine eigenen Vorschläge mehr zu machen, ist für mich aber ein ungünstiger Rat. Ich glaube sehr wohl, dass viele unserer Vorschläge vom Schicksal angenommen werden – zumindest können wir das immer wieder bei uns selbst und bei vielen Menschen beobachten, die ihr Leben aktiv in die Hand nehmen.

Mein Fazit ist: Wir können dem Schicksal durchaus Vorschläge machen und es wird auch viele davon annehmen. Ja, ich habe sogar den Eindruck, dass das Schicksal Eigeninitiative durchaus zu schätzen weiß. Wir dürfen uns halt nur nicht ärgern, wenn es auch mal seine eigenen Ideen umsetzt.

Aber zu denen können wir dann ja auch wieder Vorschläge machen.

  1. Holger schreibt am 25. Mai 2007 um 10:10

    "Was mir an der Aussage nicht gefällt ist, dass man das Zitat als Aufruf zur Passivität deuten könnte, zum Nichtstun, zum Opfersein."

    Den Zusammenhang zwischen "Nichtstun" und "Opfersein" sehe ich für mich nicht. Nichtstun heist für mich nicht Opfersein. Und "Opfer" des Schicksals bin ich auch nicht.
    Das Schiksal spielt mit mir und ich tue gut daran mitzuspielen. Passivität oder Aktivität haben für mich nichts mit Schicksal zu tun.

    Ich finde das Zitat daher sehr gut!

  2. Julia schreibt am 25. Mai 2007 um 20:28

    Ich finde das Zitat super - und verstehe es in eine ganz andere Richtung. Sich Ziele setzen, Pläne machen, Selbstverantwortung übernehmen - natürlich. Aber kennt Ihr das nicht, dass man manchmal glaubt Dinge vorwegnehmen zu wollen "guck mal schicksal, dieser mann wär doch toll für mich" und sich schon in tagträumen verliert - während etwas (jemand) anders viel besser für einen ist. Fast immer wenn ich etwas als "gebongt" ansehen und glaube mich zurücklehnen zu können passiert etwas völlig unerwartetes, anderes und meist auch im nachhinein besseres. Daran erinnert mich dieses Zitat - daher - Klasse!

  3. ilse schreibt am 27. Mai 2007 um 13:47

    Meiner Erfahrung nach müssen wir uns gar nicht anstrengen, um dem Schicksal unsere Vorschläge zu machen. Das Schicksal bietet uns ununterbrochen eine Vielzahl von Möglichkeiten, die wir gar nicht erkennen, wenn wir an unseren eigenen Vorstellungen festhalten. Das Geheimnis ist : achtsam, aufmerksam und flexibel zu sein, damit man die Chancen erkennt und ergreifen kann. Denn das Schicksal meint es immer gut mit uns, auch wenn es manchmal nicht so den Anschein hat. Jeder Schicksalschlag birgt die Möglichkeit des Lernens und der Weiterentwicklung in sich, was zunächst nicht immer angenehm ist. Wir wollen es aber immer bequem haben, ohne uns groß anstrengen zu müssen.. Das ist begreiflich, aber dennoch falsch. Zur Demonstration : Gehst du mühevoll auf einen Berg, so wird am Gipfel deine Freude unvergleichlich grösser sein, als wärst du mit einer Gondel bequem hinaufgefahren.
    Wir verderben uns meist selber die Freude durch unsere Bequemlichkeit.

  4. mk schreibt am 27. Mai 2007 um 15:39

    Das Zitat drückt eigentlich nur aus, dass wir uns selbst immer wieder in der Zielerreichung sabotieren, indem wir uns zu sehr auf das "Wie" der Zielerreichung konzentrieren, als einfach offen für die Chancen und Gelegenheiten zu sein, die uns durch eine zu einseitige Focusierung gar nicht bewusst werden würde. Normalerweise ist es einfach so, dass man sich sein Ziel setzt, dieses Ziel dann nach dem "Warum" ich dieses Ziel erreichen will hinterfragt, umso eine Verästelung in seinem Unterbewusstsein auf- und auszubauen. Bündelt man dann sein Zielkonstrukt und visualisert es, glaubt daran und ist dankbar, räumt man zusätzlich noch die innere Widerstände und Blockaden durch eine Neubeurteilung seiner eigenen Glaubensmuster aus, und macht sich davon Frei, sich auf das Wie der Umsetzung zu versteifen, dann ist man innerlich aufnahmebereit, um zur rechten Zeit automatisch das richtige zu tun, also sich führen zu lassen, um dann auf die beste Art und Weise das zu erreichen, was man erreichen will.

  5. Edeltraud schreibt am 27. Mai 2007 um 17:06

    Hallo Tania & Ralf,

    wollte euch nur mal mitteilen, wie toll ich euren Newsletter finde. Ich bin ja auch eine fleißige Newsletter-Schreiberin und kann von euch soviel lernen.
    Viele gute Tipps hab ich schon weitergegeben, natürlich immer mit Quellenangabe.
    Freu mich immer von euch zu hören und wünsch euch alles Gute.
    Edeltraud

    *Tania Konnerth schreibt:*

    Herzlichen Dank, Edeltraut, für das tolle Feedback - wir freuen uns :-)

    Weiterhin viel Freude und Inspiration für das eigene Schreiben,
    Tania vom "Zeit zu leben"-Team

  6. Wiebke schreibt am 28. Mai 2007 um 08:03

    Hallo,
    zuerst einmal herzlichen Dank für den tollen Newsletter, den ich sehr schätze!

    Zum Wochenspruch fiel mir spontan ein:
    Der Mensch denkt und Gott lenkt,
    der Mensch dachte und Gott lachte!

    Meine Erfahrung ist, dass viele meiner Vorschläge für das Schicksal akzeptabel sind, aber manche werden von der Kreativität des Lebens dann doch überholt. Bei einigen Einfällen des Schicksals merke ich erst Jahre später, wozu sie nützlich waren. Das macht das Leben ja so spannend und interessant!
    Liebe Grüße
    Wiebke

  7. angelika schreibt am 28. Mai 2007 um 08:27

    ich stimme dem zu, zuerst dachte ich mir: interessanter spruch, aber doch komisch. dann habe ich die ganzen kommentare gelesen und gedacht, irgendwie hat jeder von euch recht.
    ich glaube, dass wir alle das annehmen können, was vom schicksal angeboten wird. dennoch wird man immer zuerst das angenehme für sich selbst herauspicken. bei den, zu beginn unangenehm erscheinendem, lernt man oft erst viel später, wieviel sinn und wahrheit es einem ins leben gebracht hat.

  8. Sabine schreibt am 28. Mai 2007 um 09:56

    Mich erinnert das Zitat von Waggerl ein wenig an den Spruch von John Lennon: "Leben ist das was passiert, während man gerade ganz andere Pläne macht". Auch den finde ich sehr bemerkenswert und daher kann ich auch Herrn Waggerls Ausspruch viel abgewinnen. Für mich hat es nichts Passives, wenn es mir gelingt achtsam und aufmerksam für das zu sein, was mir das Leben bietet. Vielleicht meinte Waggerl gar nicht wirklich "Vorschläge", sondern dass ich dem Leben nichts aufzwingen soll, sondern mich seinem Strom einfach mal vertrauensvoll hingeben sollte. Das erscheint mir nämlich die (für mich immer noch) wahrhaft schwierige Aufgabe zu sein: Darauf zu vertrauen, dass das Leben, Gott oder welchen Namen ich dafür nehmen möchte, sich schon um alles kümmern wird. Manchmal halt vielleicht nicht genauso, wie ich es mir vorgestellt habe. Eben anders und vielleicht noch viel besser, als ich es hinbekommen hätte.
    Offen sein und wach sein, für das was durch meine Tür treten möchte, hat schon für Großartiges in meinem Leben gesorgt.
    Nur leider fehlt es mir trotzdem immer wieder am nötigen Vertrauen und ich suche verspannt nach Lösungen. Mein ehemaliger Mentor sagte oft zu mir: "Bete darum, dass das nötige Vertrauen zu dir kommen darf."

    Vielen Dank für den Denkanstoß (und den tollen Newsletter insgesamt, den ich schon seit Jahren mit Begeisterung lese und oft auch ausgedruckt aufhebe).

  9. Karin D. schreibt am 28. Mai 2007 um 14:03

    Ich finde den Spruch sehr weise. Sind wir doch tatsächlich dauernd damit beschäftigt, unsere Zukunft zu planen, anstatt im Jetzt zu leben. Das Jetzt verstehe ich als das angesprochene "Schicksal", das eben einfach passiert. Ganz egal, welche Pläne ich mir gemacht habe.
    Narürlich ist es nicht falsch, Pläne zu machen, denn wir müssen tatsächlich täglich Entscheidungen treffen, die auch mal vorher bedacht werden sollen oder sogar müssen. Z.B. eintscheiden, welche Fliese wir für unser neues Bad nehmen (da gibt es schließlich Alternativen und die kosten Geld) oder welchen Braten ich einkaufe fürs Wochenende. Das kommt dann so, wie ich es geplant habe: diese - und keine andere - Fliese ins Bad, und genau dieser Braten am Wochenende.

    Die weniger profanen, weniger alltäglichen Dinge zu planen, ist machmal richtig ungesund. Da verrennen wir uns im Kopf in irgendwas und sind frustriert, wenn es dann anders kommt. Oder wir quälen uns, weil es so viele Möglichkeiten gibt, was wir wann und wo und wie tun werden.
    Man kann sich auch ständig über "ungelegte Eier" Gedanken machen und planen, planen, planen.

    Oft kommt es nicht nur anders, als man denkt, sondern sogar besser. Manchmal ist es nämlich gerade unser Denkvermögen, was uns blockiert, die "richtigen" Entscheidungen zu treffen.

    Irgendwo zwischen Planen und es geschehen lassen liegt der Weisheit letzter Schluss, und diese Gratwanderung muss jeder für sich gehen.

  10. Uli Feichtinger schreibt am 29. Mai 2007 um 04:05

    Hallo in die Runde! :)

    Mein Weltbild hat sich in den letzten Monaten sehr stark gewandelt. Und da hat nun auch folgendes Platz:

    Ich habe ein Ziel, eine Vision. Ich "bestelle" die Zielerreichung beim Universum. Dann passieren immer wieder Dinge, die mich ganz automatisch dem Ziel näher bringen. Manchmal passieren auch Dinge, die einen Umweg bedeuten. Doch meist erkenne ich, dass der Umweg notwendig war, um das Ziel zu erreichen.

    Für mich ist es so, dass das Universum (oder das Schicksal) viel mehr Wege und Möglichkeiten kennt, als ich mir ausmalen kann und vorstellen kann. Ich kann mir schon einen Weg zum Ziel vorstellen - doch der Weg, den ich dann mit Hilfe des Universums gehe, der schaut eigentlich meistens bunter und vielfältiger aus! :)

    Und: Manchmal löst sich so manches ganz einfach - so einfach, wie ich es mir nie hätte denken lassen können! :) :) :)

    Daher mein Plädoyer: persönliche Ziele formulieren und dann sich voll Zuversicht auf den Weg machen! Das Universum bringt dann seine Vorschläge ganz automatisch ein! :) Da heißt's dann nur mehr: Achtsam sein und die Zeichen am Weg wahrnehmen! :)

    Herzliche Grüße,
    ULI

  11. erich peischl schreibt am 29. Mai 2007 um 06:47

    Hallo aus Wien
    Ich denke wir sollten dem Schicksal keine Vorschläge machen,es ist doch manchmal eine schöne Hilfe sich über positive oder negative Ereignisse nachträglich auf das Schicksal auszureden.
    Schicksal sollte weiterhin einfach "passieren" !
    Ohne Wünsche vorab oder unser Wissen.

    sg erich

  12. Harald von Aschoff schreibt am 29. Mai 2007 um 10:59

    Hallo alle miteinand',

    es ist sehr interessant, wie das Zitat verstanden wurde. Meiner Meinung nach ist es überhaupt kein Widerspruch, dass ich alles tue, um meine Vorstellungen umzusetzen, das Schicksal mich aber auch oft in ganz andere Richtungen schickt, als ich gedacht habe.

    Die Chinesen nennen das Ganze "Wu Wei", also Nicht-Tun. Anders als NichtS-Tun bedeutet das (ganz grob), dass ich mein Bestes gebe, mir Ziele setze und sie zu erreichen trachte; aber manchmal (so meine eigene Erfahrung) sind diese Ziele nicht das, was mir gut tut, was ich will oder woran ich wachsen kann. In diesen Fällen gelingt mir nichts, ich komme nicht voran und ich habe nicht das Gefühl, mir was Gutes zu tun.

    In solchen Situationen greift das Schicksal korrigierend ein und zeigt mir einen Weg, den ich im Wald vor lauter Bäumen gar nicht gesehen habe oder den ich mir nicht zugetraut hätte. Z. B. suche ich ein Praktikum und schaue mir Unternehmen an, die mich nur ausbeuten möchten (was ich aber vor lauter Suche nicht mitbekomme); ich bekomme aber keine Stelle. Und abends spreche ich mit einem Freund, der mir plötzlich anbietet, mich bei seinem Bekannten vorzustellen, der mir einen Platz anbieten könnte.

    Wichtig in dieser Situation ist, offen zu sein für die kleinen Hinweise, die uns das Schicksal zeigt. In diesem Sinne verstehe ich Waggerl.

    Viele Grüße
    Harald

  13. Immo schreibt am 29. Mai 2007 um 15:33

    Das Thema „Schicksal“ kann modern nur gefasst werden mit dem Verständnis von Reinkarnation und Karma, d. h. dem Gesetz von Wiederverkörperung und Schicksal. Nur dies kann schlüssige Antwortenen für ein Weiterleben der Seele geben und Erklärungen für die Verwicklungen und Erfahrungen des menschlichen Schicksals.
    Das Karmagesetz vermittelt das sichere Wissen, dass unser Leben im Wesentlichen nicht vom Zufall abhängt, sondern unsere eigene Schöpfung ist und durch unsere eigenen Taten und Entschlüsse in der vorigen Inkarnation selbst vorbestimmt wurde und jetzt von uns selbst aktiv gestaltet wird.
    Ich denke, dass es gerade für die heutige Zeit ganz wichtig sich mit diesem Thema mehr zu beschäftigen, damit die Menschen zur freien Schicksalsgestaltung (mit eigenen Einfällen) in eigener Verantwortung durchdringen können.
    ARRIVEDERCImmo

  14. Susa schreibt am 29. Mai 2007 um 22:29

    hallo an alle,

    ich finde auch, dass das schicksal annehmen nichts mit opfersein zu tun hat.

    es gibt ein ähnliches zitat von byron katie. sinngemäß: "wenn du streß haben willst, mache einen plan und halte daran fest".

    ich denke, das pläne machen an und für sich ist ok. ja, auch ich bin dafür, mein leben selbst in die hand zu nehmen. wichtig ist es, eben nur zu erkennen, wann das schicksal anderes mit mir vorhat und dann den plan eben fallen zu lassen...

    mir kommt übrigens in letzter zeit häufig noch ein ganz anderes zitat in den sinn, sicher eines der berühmtesten unserer zeit: "wer zu spät kommt, den bestraft das leben". ich fand den spruch lange zeit richtig klasse, auch unabhängig von dem konkreten politischen zusammenhang. aber in letzter zeit kommt der mir immer häufiger in den sinn und ich denke, dass ich (und andere, die nicht zu spät kommen wollen) mir auch eine menge streß damit mache...

    manchmal ist es doch auch ein "wer zu früh kommt, den bestraft das leben.." oder gar ein "wer zu spät kommt, den belohnt das leben.." leben geschieht, entscheidend ist vielleicht nicht so sehr, wie sehr ich plane und vorschläge mache, sondern wie ich das, was geschehen ist, für mich interpretiere, wie ich die lektion lerne, die sich für mich ergibt...

    viele grüße

    susa

  15. Maike schreibt am 30. Mai 2007 um 14:43

    Ich denke, es geht hier um die richtigen Ebenen für eine Gestaltung des Lebens. Der Ausspruch macht deutlich, dass es einen Unterschied zwischen "mir" und "dem Schicksal" gibt. Wenn ich in Harmonie lebe, so tritt dieser Unterschied in den Hintergrund und wird nicht mehr erfahren. Wenn ich - das EGO - irgendetwas will, kann diese übergreifende Harmonie aus den Fugen geraten. Wir sind tendenziell eher aktionistisch, in stetem/unstetem Handeln. Wären wir alle lethargisch und apathisch, so würde dieser Satz darauf aufmerksam machen, dass wir das Schicksal nicht verschlafen und auch mal auf unsere inneren Ideen hören sollen.
    Es geht wohl um die Unterscheidung innerer Ebenen und der "Stimmen" oder "Gedanken", welche sich dort äußern.
    Woher weiß ich denn, dass eine Idee in mir vom EGO kommt oder eine "Eingebung" ist?
    Ich glaube, dass echte Eingebungen immer mehr oder weniger synchron auch im Äußeren eine Gelegenheit der Entwicklung bieten, dass diese Dinge sich also entfalten. Plumpe Ideen oder EGO-Vorschläge werden sich durch starke Hindernisse und Unwillen fast wie von selbst aussortieren, es sei denn man schiebt und zerrt kräftig gegenan. Das weiß man selbst am allerbesten. Manche Dinge brauchen auch einfach Zeit sich zu entwickeln. Und die muss man sich lassen. Man muss sich selbst zusehen bei dem, was geschieht. So sieht man am ehesten, ob man im Einklang mit sich und den anderen handelt. Das kann sehr kraftvoll sein - in einem gestlatenden Sinne.

  16. Debbie schreibt am 31. Mai 2007 um 08:01

    Hallo in die Runde,

    ich habe den Spruch und alle Kommentare gelesen und denke, ich kann auch noch eine Denkvariante beisteuern:

    Ich habe niemals das Gefühl gehabt, dass es "Schicksal" im Sinne von "Karma" gibt. Meinem Empfinden nach gibt es einfach nur das Leben an sich. Das Leben besteht aus einer permanenten Abfolge von Situationen: Etwas passiert. Darauf reagiere ich (gewöhnlich habe ich mehrere Möglichkeiten der Reaktion). Durch meine Reaktion schaffe ich wieder eine neue Situation und daraufhin folgt wieder eine Reaktion des Leben, die genau darauf passt und auf die wiederum ich reagiere (reagieren muss). Auf diese Weise wechseln sich Aktivität und Passivität im Leben ab. Das Leben schickt mir eine Situation und ich mache das, was ich in dem jeweiligen Augenblick für das Beste halte, daraus.

    Liebe Grüße
    Debbie

  17. Max schreibt am 31. Mai 2007 um 16:21

    Hallo Debbi,
    es gibt Karma. Vieles, was Dir passiert ist Karma. Nicht weil es Dir von Geburt an bestimmt war, sondern weil Dein Wesen, die Art wie Du nach außen wirkst, wie du mit Anderen umgehst, was Du tust und wie Du es tust immer und laufend Einfluß auf Dein Leben haben. Und zwar jede Kleinigkeit. Manche Dinge passieren erst viele Jahre nach einer Handlung, so das man sie gar nicht mehr zusammenbringen kann. Der Ablauf aber ist immer der Selbe.
    Wenn Du das bewußt beobachtest, wirst du es auch feststellen.
    Grüße,Max.

  18. Debbie schreibt am 1. Juni 2007 um 08:34

    Hallo Max,

    klar, natürlich, da hast du völlig recht, das ist mir bewusst, dass ich durch mein Verhalten Reaktionen des Lebens erzeuge, auf die ich wiederum reagieren muss. Das habe ich ja auch so gesagt. Und das gilt kurz- ebenso wie langfristig.

    Allerdings denke ich, dass dies wohl eher nicht die klassische Bedeutung des Begriffes "Karma" ist. Der klassische Begriff bezieht sich, wenn man sich Hinduismus und Buddhismus anschaut, doch wohl eher auf die Vorstellung, dass die Art und Weise, wie man sein vorheriges Leben gelebt hat, Einfluss auf die Umstände der Wiedergeburt zum jetzigen Leben habe und man also in diesem Leben die Taten des vorherigen Lebens sozusagen ausbaden müsse.

    Die Theorie einer über ein Leben hinausgehenden Ursachenerzeugung empfinde ich persönlich aber als zu einschränkend. Wenn ich das so glauben würde, müsste ich mich mehr oder weniger als Opfer der Umstände sehen, weil mein jetziges Leben ja dann mehr oder weniger ausschließlich dazu dienen würde, die "Hypothek" des vorherigen Lebens "abzuzahlen".

    Grüße
    Debbie

  19. stillrise schreibt am 7. Juni 2007 um 14:11

    Es gibt Menschen, die glauben an Schicksal und es gibt welche, die glauben nur an den Zufall. Ich denke, es wäre passender in diesem Artikel "Schicksal" durch "Leben" zu ersetzen.
    Ich möchte damit aber keine Diskussion anfangen, ob es so etwas wie Schicksal gibt oder nicht. Die Entscheidung darüber sei jedem selbst überlassen, so wie bei der Religionswahl.