Bei sich selbst beginnen
Von Tania Konnerth • 9 Kommentare
"Wir müssen die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen."
– Mahatma Gandhi
Ralf schrieb vor kurzem darüber, dass es oft sinnvoll bzw. auch nötig ist, in Vorleistung zu gehen, wenn man ernten will. Das Zitat, welches ich Ihnen in dieser Woche mitgebracht habe, unterstreicht diesen Gedanken und schenkt uns sehr praktische Ansätze für unseren Alltag.
Überlegen Sie doch einmal, wovon Sie in Ihrer Umgebung und in Ihrem Leben mehr haben möchten: Was sollten z.B. andere Menschen Ihrer Ansicht nach machen? Wovon brauchen wir mehr in der Welt? Was finden Sie wichtig und sinnvoll? Und überlegen Sie in einem zweiten Schritt, wie viel Sie davon selbst verwirklichen.
- Nehmen wir an, Sie wünschen sich mehr Frieden und Harmonie in Ihren Beziehungen, dann können Sie sich fragen, wie viel Frieden und Harmonie Sie selbst leben.
- Nehmen wir an, dass Sie sich mehr Anerkennung für Ihre Leistungen wünschen, dann können Sie sich fragen, wie viel Anerkennung Sie anderen für deren Leistungen schenken bzw. können Sie sich auch einmal fragen, wie viel Anerkennung Sie sich selbst schenken.
- Nehmen wir an, dass Ihnen Ehrlichkeit wichtig ist, dann können Sie, statt sich über die Betrügereien von anderen zu ärgern, einmal fragen, wie ehrlich Sie eigentlich selbst sind.
Dieses Spielchen lässt sich beliebig auf alle möglichen Wünsche und Ansprüche, die wir an andere oder an das Leben haben, übertragen – ich denke, das Prinzip ist klar. Klar ist aber auch, dass es manchmal ganz schön unbequem sein kann, sich auf diese Weise einmal selbst zu hinterfragen. Das Schöne aber ist, dass Sie eventuell auftauchende schlechte Gefühle sehr schnell lösen können, indem Sie mit einem ersten Schritt, und sei er noch so klein, beginnen, selbst etwas mehr von dem in die Welt zu bringen, was Sie sich wünschen.
Probieren Sie es einmal aus!





Das erinnert mich an den genialen Film "Bruce Allmächtig" mit Jim Carrey. Unter dem Motto "Sei selbst das Wunder" wird es da wirklich auf den Punkt gebracht, dass man selber das in die Welt tragen sollte, was man haben möchte. Und wenn man selbst das Wunder ist, dann geschehen auch um einen herum immer wieder Wunder.
Ich finde es jeden Tag wieder eine Herausforderung, etwas wunderbares zu tun.
Allein schon dadurch, dass wir eine Veränderung vorleben, machen wir sie uns bewusster, thematisieren sie mehr und tragen sie dadurch in die Welt. Mir gefällt das Zitat von Gandhi sehr gut und ich versuche nach diesem System zu leben.
Mir ist auch schon aufgefallen, dass ich Leute in meiner Umgebung mit meinem Ökostrom, fair gehandelten Kaffee etc. "angesteckt" habe.
Nur reden bringt gar nichts, aber das Handeln vorleben, das überzeugt schließlich (laaaaaaangsam aber stetig) doch! :-)
Mein erster Gedanke war:
Was du erwünschst von deinem Mitmenschen,solltest du erst mal selbst tun können.
Stimmt im Ansatz, ich glaube auch, dass man durch Vorleben mehr erreicht als durch Missionieren, welches oft eher eine Trotzreaktion zur Folge hat.
Teilweise ist es aber auch schwieriger, als dargestellt. Beziehungen sind nicht immer so einfach, dass man anderen genau das gibt, was man selber will, und dieses dann zurückbekommt. Oftmals ist man ehrlich und wird dann ausgenutzt, wenn man nicht zusätzlich auch Grenzen ziehen kann. Oder man gibt und gibt und gibt nur, bekommt aber nichts zurück. Es funktionieren nicht alle Leute nach dem Prinzip, viele nutzen andere auch einfach nur aus und da kann man noch so gutherzig sein und anerkennend - man wird immer den Kürzeren ziehen.
Genauso ist es auch mit dem Vorleben. Wenn ich alles, was ich vertrete, vorlebe, fahre ich nicht mehr mit dem Auto, kaufe nur noch Öko- und Biolebensmittel, Fairtrade, versteht sich usw., und bleibe dann letztendlich als Spinner belächelt auf der Strecke, weil ich keinen Job finde in der Nähe, weil die Lebensmittel abartig teuer sind und die Masse doch lieber auf Billigfleisch vom Discounter zurückgreift usw.
Was man sich von seinen Mitmenschen erwünscht, sollte man selbst tun können, aber man sollte mehr können als das. Man sollte in der Lage sein, seine Wünsche auch zu äußern, notfalls durchzusetzen (z.B. bei "Auslaugbeziehungen"), Grenzen zu setzen, zu sich zu stehen usw....wenn man nicht das nötige Selbstbewußtsein und ein dickes Fell mitbringt, bleibt man schnell als ausnutzbares Opfer auf der Strecke.
Mein Ziel ist es schon lange, in Seminaren und Arbeitskreisen die Eigenverantwortung zu stärken. Wenn ich da nicht selbst immer wieder Vorreiter wäre, käme ich mir selbst unglaubwürdig vor und würde sicher nicht sehr ernst genommen werden. Wie sollte ich wohl die Herausforderungen verstehen, denen manche sich gegenübersehen, wenn ich nicht selbst ähnliche Erfahrungen in der Praxis erlebt hätte? Davon einmal ganz abgesehen, liegt der größte Gewinn im Selbertun immer darin, dass ICH wundervolle Erfahrungen sammle und viele Glückserlebnisse "geschenkt" bekomme.
Für "Blarg" - Dabei bleibe ich durchaus nicht als "ausnutzbares Opfer auf der Strecke". Das könnte nur geschehen, wenn ich das zulasse oder mich so erlebe - und dann gilt es nachzudenken und zu VERÄNDERN. Auch ich fühlte mich lange als Opfer, bis ich begriff: auch DAS liegt einzig in meiner Hand, besser: in meinen Gedanken.
hallo,ihr lieben
sehr berührend für mich, welche bemühungen vorhanden sind, um veränderung zu leben.mir fällt es gerade unglaublich schwer, die harmonie zu leben, die ich mir selbst wünsche. ich weiss schon, dass es in meiner hand liegt, es zu tun. allerdings empfinde ich sehr belastend, den umständen und verhaltensweisen der menschen in meiner umgebung vorzuspielen, dass ich geduldig, in geborgenheit und vertrauen verweile, obwohl ich schreien könnte.
disziplin ist ein wort, was ich nie mochte-dennoch im moment die einzige möglichkeit, harmonie ungestört zu lassen.selbstbeherrschung, um den konflikt dennoch zu akzeptieren, kostet meine ganze kraft.
ich weiss nicht, was richtig oder falsch ist, dass macht mir auch sorgen aber durch das thema hier wird mir bewusst, dass ich vielleicht nicht harmonie stifte, sondern selbstbeherrschung und disziplin... erwirke...herzlich ute
Zum Thema Frieden und Harmonie hab ich gerade einen interessanten Aspekt in der Zeit entdeckt, in einer Kolumne von Harald Martenstein: "....Solch eine Botschaft konnte ich nicht einfach im Raum stehen lassen. Schweigen wäre, in dieser Situation, passiv-aggressiv gewesen. Aber was, um Himmels willen, sollte ich ihm sagen? Ich hatte ihm doch schon alles gesagt, was ich sagen konnte...." aus 'Das-Email-Duell' Zeit-online Nr. 27 vom 25.06.2009
Es ist mir ein neuer Gedanke, dass Schweigen als passiv-aggressive Haltung gedeutet werden kann. Ist aber wohl nachvollziehbar.
oh, JA- wie klar das ist. ich nehme mir den artikel sofort vor-hab dank dafür.
ich entziehe mich und wirke arrogant oder dämlich - in meiner hilflosigkeit muss ich das aushalten, allerdings ist mir nun bewusst, dass ich harmonie dadurch nicht erreichen werde und das offenbar auch nicht möglich ist.
keine wünsche haben sondern ZIELE-heisst eben doch einen weg zu gehen, den man nicht kennt.
in herzlicher verbundenheit ute