Ärgern bringt gar nichts
Von Tania Konnerth • 7 Kommentare
"Ärgern ist Zeitverschwendung."
– Eigene Erkenntnis
Wir sind mal wieder umgezogen. Und durch den Umzug konnten wir in den letzten Wochen viele Erfahrungen mit Handwerkern und Dienstleistern machen.
Uns ging (und geht) es dabei wie jedem anderen auch: Einiges lief sehr gut, manches mittelmäßig und manches richtig schlecht. Wenn ich eines aus dieser Zeit gelernt habe, dann ist es das: Ärgern ist Zeitverschwendung.
Ich kann mich aufregen, soviel ich will, ich erreiche damit nichts. Immer wenn ich mich aufrege, kämpfe ich gegen die Wirklichkeit: "Der sollte das doch aber besser machen." oder "Nach der zweiten Nachbesserung sollte das aber funktionieren." oder "Das darf doch gar nicht sein."
Fakt in allen Fällen ist: Es ist ein Fehler passiert, etwas funktioniert nicht usw. Ich kann dann zetern und brüllen und schimpfen, aber das hilft gar nichts.
Was stattdessen hilft? Ehrlich gesagt habe ich da noch keine ultimative Antwort.
Mal hilft eine nette Bitte, mal ein klares Wort, mal hilft es, den Anbieter zu wechseln und manchmal hilft gar nichts. Ich glaube, man kann aus solchen kleinen (und größeren) Nickeligkeiten vor allem eines lernen: Dass im Leben eben nicht immer alles glatt läuft. Das ist nicht schön und klar, wir alle hätten das gerne anders. Aber je weniger Energie man auf das Ärgern darüber verschwendet, desto mehr hat man übrig, um über eine Problemlösung nachzudenken.
Ein trivialer Tipp? Dann warten Sie mal Ihr nächstes ähnliches Projekt ab und denken Sie an diese Worte, wenn Sie sich gerade fürchterlich über etwas aufregen, was schiefgelaufen ist.
Ich jedenfalls bin mir sicher, dass ich schon in den nächsten Tagen Grund haben werde, meine eigene Kolumne noch einmal zu lesen …





Völlig klar und im Grunde kennt das jeder.
Was ich nicht glaube ist, dass man das willentlich beeinflussen kann, ob man sich ärgert, oder nicht.
Man kann ein oder zwei Tage danach noch mal in Ruhe darüber nachdenken, und vieles ist dann halb so schlimm oder erscheint in einem anderen Licht. Aber zu dem Zeitpunkt wo es passiert kann man meist nicht so souverän damit umgehen.
Ich denke, wir sollten lernen das an uns zu akzeptieren.
Ich denke Ärger hat sehr wohl eine Daseinsberechtigung. Wir merken dann das etwas nicht in Ordnung ist und möglicherweise einer Änderung bedarf. Ärger allein ist nutzlos wenn wir nichts unternehmen. Wenn ich mich darüber ärgere das die Ampel mal wieder rot ist, ist das tatsächlich eher Energieverschwendung. Wenn ich mich darüber ärgere das der Handwerker mist gebaut hat, sollte ich etwas unternehmen und das nicht so stehen lassen. Dann war der Ärger hilfreich...
Da gibt es doch diese schöne Geschichte von einem Mann, der in einem Boot sitzt, das mit einem anderen Boot zusammenstößt. Er wird von der Bank geworfen und tut sich weh. Was passiert, wenn (A) in dem anderen Boot niemand gesessen hat, weil es sich z.B. irgendwo losgerissen hat oder (B)wenn jemand in dem anderen Boot saß?
Ärger kann in gewissem Maß auch nützlich sein, weil er uns dazu bringen kann, eine Entscheidung zu treffen oder etwas zu verändern (z.B. dem Handwerker zu sagen, dass er da nachbessern muss anstatt die schlechte Leistung hinzunehmen und sich dann noch jahrelang über etwas nicht Funktionierendes zu ärgern ;-)) und wir dadurch nicht zum Spielball der Ereignisse werden. Im Übermaß oder allzu häufig wird er eher belastend und bringt wirklich nichts.
Ich finde, es kommt auf den richtigen Umgang mit dem Gefühl "Ärger" an. Wenn ich das Ärgern unterdrücke, zeigt sich dieser unterdrückte Ärger nicht möglicherweise auf andere Weise? Schlucke ich den Ärger einfach runter, lasse ich das Gefühl nicht zu, weil es Zeitverschwendung ist, bricht es nicht z.B. durch allgemeine schlechtere Laune oder Kopfschmerz etc. irgendwie doch aus mich heraus (ggf. auch unbewusst)?
Was ich damit sagen will: Die Natur hat uns das Gefühl "Ärger" gegeben und ich finde es besser, dem Ärger seine Daseinsberechtigung zu geben und ihn kurz herauszulassen, anstatt ihn zu unterdrücken, wodurch das Ärgergefühl auf andere Weise aus mich herausbricht und vielleicht sogar länger vorhält. Das Ärgern ist eine emotionale Äußerung, die sicherlich übertrieben sein kann, die aber schließlich für Klarheit sorgt, weil man dann das Emotionale herausgelassen hat und die Sache nun nüchterner angehen kann (Lösung finden - z.B. Handwerker anrufen).
In dem Sinne bringt Ärgern nämlich doch was!
Wenn ich mir die Regel "Ärgern ist Zeitverschwendung" als Grundregel für mein Verhalten nehmen würde, gehe ich nicht viel zu verkrampft mit dem Gefühl um? Sich innerlich in dem Moment des Ärgerns immer wieder zu sagen "ärgere dich nicht, es ist Zeitverschwendung" ist eine Unterdrückung des Gefühls. Dann rege ich mich eben kurz auf (am besten, wenn ich allein bin) und gehe danach konstruktiv an die Problemlösung heran.
Ein nettes Sprichwort, den ich mir gerne selber vorhalte ist:
Nicht ärgern, nur wundern! Das hilft mir auch schon ein wenig, da ich mich allenfalls wundern "darf", wenn eine andere Person anders handelt als ich es tun würde.
Ärger kurz zulassen und loslassen!! Wir zahlen alle unser Lehr(Leer)geld. Jeder hat seinen Rucksack - also: Ärger ist Zeitverschwendung!
Ich finde, Aerger ist aergerlich. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, ist aber ziemlich logisch. Die Tatsache, dass es sich eben manchmal nicht vermeiden laesst, mich zu aergern, aergert mich erst recht. Denn ist der Aerger erst mal da, geht er nicht so schnell wieder weg, wie man es geren haette. Darsus resultiert dann eben schlechte Laune und man aergert sich, dass man sich geaergert hat und somit eben eventuell der Tag einen schalen Beigeschmack bekommt.
Ich persoenlich aergere mich leider viel zu oft fuer meinen Geschmack, vor allem bei Ungerechtigkeit mir gegenueber. Da kann ich dann nicht aufhoeren, mich ueber die andere Person zu aergern, manchmal tagelang. Das bringt aber gewiss ueberhaupt nichts und macht mich nur unnoetig fertig, aber es ist eben nicht einfach, dagegen etwas Konstruktives zu unternehmen.