Entscheidend ist der Fokus
Von Tania Konnerth • 13 Kommentare
"Alles ist relativ."
– Albert Einstein
Genau dieses Zitat kam mir in den Sinn als ich eine der vielen Mails las, die mich auf meine letzte Kolumne über das Ärgern erreichten. Da schrieb mir nämlich eine freundliche Dame aus Kanada, dass sie vor dem Problem steht, dass es bei ihr nicht einmal Handwerker gäbe! Und mit einem netten Augenzwinkern fügte sie noch hinzu, dass wir manchmal gar nicht wissen, wie gut wir es eigentlich haben.
Diese Mail traf für mich genau ins Schwarze!
Wie leicht ist es, sich aufzuregen! Und wie schwer fällt es einem, alles immer wieder in der richtigen Relation zu sehen.
Um bei meinem Beispiel mit den Handwerkern zu bleiben, die uns manches graue Haar gekostet haben: Über das Meckern übersah ich vollkommen, wie viele graue Haare diese Menschen uns erspart haben! Nicht nur das: ohne sie hätten wir das Projekt "Umzug" gar nicht umsetzen können.
Und genau das ist es, was wir immer mit "Fokusverschiebung" meinen: Es kommt es darauf an, wohin man bei einer Sache schaut: Ich kann auf die drei Fehler schauen, die jemand macht oder auf den einen Handwerker, der nichts auf die Reihe bekommt und mich ärgern – oder ich kann auf all das schauen, was jemand gut gemacht hat oder auf all die Handwerker, die exzellente Arbeit geleistet haben und mich freuen.
Mit dem richtigen Fokus fällt das Ärgern fast von allein weg.





Fast könnte man zustimmen, aber:
"Es handelt sich eben nicht darum, dass etwas anders gesehen wird, sondern dass man anders sieht."
(C.G.Jung)
:)
Netter BlogPost.
Mir fällt eigentlich nur noch ein, dass es kein "entweder oder" bei der Sache gibt und man nur für den eigenen Fokus verantwortlich sein kann...
"Fokusse" lassen sich nicht steuern, regeln oder "manipulieren" ;o)
lg
Bernd
Merkwürdig, wenn Fokusse sich nicht steuern, regeln oder manipulieren lassen, wiso wird dann Verantwortlichkeit zugewiesen?
Ich denke, "Fokusse" lassen sich sehr wohl steuern.
Bei mir ists so: Wenn ich eine Sache erlebe, etwas lese, etwas erzählt bekomme,... dann reagiere ich zunächst unmittelbar, mit Freude, Begeisterung oder mit Ärger, einem Kopfschütteln,...
Aber dann fängt bei mir das Denken an: Und ich versuche, die andere Seite oder die anderen Seiten zu sehen.
Wenn ich nicht unmittelbar beteiligt bin, gelingt mir das eher und besser, wenn ich betroffen bin, gelingt es mir später und nicht immer vollkommen. Zuweilen muss mich auch jemand anderes mit der Nase draufstoßen.
Aber: Je öfter man so reagiert, umso leichter kann man auch die anderen Seiten erkennen. Es ist auch das - wie so oft - eine Übungssache.
Nachdem ich den Beitrag von Heide gelesen habe, kann ich sagen, das es bei mir genau so ist:
Allgemein versuche ich immer, etwas positives zu sehen/finden. Es kommt aber auch darauf an, ob z.B. eine negative Nachricht mich selbst betrifft, oder eine andere Person. Wenn ich selbst betroffen bin, kann es leicht etwas länger dauern, bis ich etwas positives gefunden habe.
Ich muss halt noch etwas mehr üben :o)
Schönen Sonntag wünsch ich euch allen.
Hallo alle zusammen.
die folgenden Zeilen habe ich vor ein paar Monaten mal von einer Freundin zugeschickt bekommen und ich hänge es seitdem immer mit an meine Geburtstagswünsche, wenn ich welche verschicke. Ich denke, das braucht man nicht zu kommentieren:
Wofür wir dankbar sein sollten, es manchmal aber nicht registrieren…
Den Partner, der mir jede Nacht die Decke wegzieht….
Weil es bedeutet, dass er mit niemand anderem unterwegs ist.
Das Kind, das sein Zimmer nicht aufräumt und lieber fern sieht…
Weil es bedeutet, dass es zu Hause ist und nicht auf der Straße.
Die Steuern, die ich zahlen muss…
Weil es bedeutet, dass ich eine Beschäftigung habe.
Die riesige Unordnung, die ich nach der gefeierten Party aufräumen muss…
Weil es bedeutet, dass ich von Freunden umgeben war.
Die Kleidung, die mal wieder zu eng geworden ist…
Weil es bedeutet, dass ich genug zu essen habe.
Den Schatten, der mich bei meiner Arbeit „verfolgt“…
Weil es bedeutet, dass ich mich im Sonnenschein befinde.
Den Teppich, den ich saugen muss, und die Fenster, die geputzt werden müssen…
Weil es bedeutet, dass ich ein Zuhause habe.
Die vielen Beschwerden, die ich über die Regierung höre…
Weil es bedeutet, dass wir die Redefreiheit besitzen.
Die Straßenbeleuchtung, die so endlos weit von meinem Parkplatz weg ist…
Weil es bedeutet, dass ich laufen kann und ein Beförderungsmittel besitze.
Die hohe Heizkostenrechung….
Weil es bedeutet, dass ich`s warm habe.
Die Frau hinter mir in der Kirche, die so falsch singt….
Weil es bedeutet, dass ich hören kann.
Den Wäscheberg zum Waschen und Bügeln…
Weil es bedeutet, dass ich Kleider besitze.
Die schmerzenden Muskeln am Ende eines harten Arbeitstages….
Weil es bedeutet, dass es mir möglich ist hart zu arbeiten.
Den Wecker, der mich morgens unsanft aus meinen Träumen reißt….
Weil es bedeutet, dass ich am Leben bin.
Und schließlich…
Die vielen nervenden E-Mails….
Weil es bedeutet, dass ich Freunde habe und es genügend Menschen gibt, die an mich denken.
…und solltest Du glauben, Dein Leben wäre „schlecht“…
Dann lies dies noch einmal.
Liebe Grüße an alle
Marina
"Mach Deinen Traum"
Ärger zeigt stets meine eigenen Schwachstellen auf. Dafür ist er gemacht. Ärger vermeiden ist also das Dümmste, was ich mir selbst antun kann. Wenn mein ungelöstes Muster endlich wieder an die Oberfläche gekommen ist, will es einfach erlöst werden.
Der Andere ist niemals Ursache meines Ärgers. Auch wenn das für den wenig Bewußten so aussehen mag. Allenfalls ist er Auslöser, der den Damm zurückgehaltenen Lebens zum Brechen bringt.
Wer Anderen Vorhaltungen wegen des eigenen Ärgers macht (auch wenn das nur insgeheim geschieht) hat die Herkunft von Ärger (noch) nicht verstanden. Er verlangt vom Anderen eine Änderung seines Verhaltens, nur um nicht mehr mit den eigenen unverarbeiteten Begrenzungen konfrontiert zu werden. So denken und handeln alle Tyrannen.
Wenn Ärger hochkommt, rein gehen, solange bis er sich aufgelöst hat. Ohne dabei Drama (vor allem im Außen) zu veranstalten. Geh in den Wald und dort richtig rein in Deinen Ärger, bis Du "platzt". Dann wirst Du erkennen, wer es ist, der wirklich Deinen Ärger erzeugt.
Wer seinen Ärger erlöst hat, kann damit beginnen, befähigend mit (sich selbst und) anderen Menschen umzugehen. Unabhängig davon, was sie tun oder nicht tun. Damit werden Türen geöffnet und ein Licht für die Welt entzündet.
Danke für das zentrale Thema. Allen Segen *INGO* :-)
Wer sich über die Fehler "Anderer" ärgert, macht nichts anderes,
als die Fehler der Anderern an sich selbst zu bestrafen.
Gruß
Herberth
Es gibt vielleich noch eine ganz andere Sichtweise.
Hätte ich es selbst tun können?
Wenn ich einen Handwerker beauftrage (was selten vorkommt weil ich sehr viel selbst mache), dann erwarte ich schon eine gute Arbeit für meine Leistung an ihn (meist Geld).
Wenn ich es auch selbst gekonnt hätte, steht das Ergebnis natürlich unter einer ganz anderen Bewertung als wenn ich mir helfen lassen musste (dann bin ich in gewisser Abhängigkeit).
Hier beginnt die Freiheit für mich.
Um sich die Freiheit zu nehmen bei rot über die Ampel zu gehen, bedarf es Beine und Füße zum gehen.
Kann ich die Sache selbst machen, rege ich mich (im Fehlerfall) nicht auf, sondern schmeiße den Handwerker raus, weil er dann sein Handwerk nicht versteht.
Kann ich es nicht selbst machen, wird es schon schwieriger.
Dann eine Einigung oder ein Wechsel. Aber dann bin ich bereits "relativ" abhängig.
Hier kommt etwas, was mich hier (Deutschland) immer mehr stört. Es werden Abhängigkeiten künstlich erzeugt. Sachen so verkompliziert das man von anderen abhängig wird (Steuer, Fahrzeuge, Energie, Gesundheit, selbst Lebensmittel).
Wie einfach war es doch in Tansania gewesen.
Sicherlich war dort "Armut" an Geld und Freiheit (bezogen auf Wissen). Aber die Leute waren zufrieden, weil sie nicht Abhängigkeiten "bedienen" mussten.
Was sie nicht konnten wurde gelassen.
Und sie waren heiß darauf dazuzulernen, denn das erweiterte ihre Freiheit.
(Etwas das hier immer mehr durch Abhängigkeiten versperrt wird, obwohl wir doch "Frei" sind.)
Also heißt das: Je mehr Freiheit ich habe um so gelassener kann ich die Sache angehen.
Und wenn man dann ein Vorwärtsvermeider (wie ich es bin) ist, hat man sogar schon den Notfallplan parat und wechselt nur noch.
Dann gelten wieder die 3 Punkte:
lass es, verlasse es oder liebe es (weil du es nicht ändern kannst)
Hallo Marina, vielen Dank für die Zeilen über die Dankbarkeit für die meist als Selbstverständlichkeiten angesehenen Dinge bzw. Umstände des Lebens. Diese Gedanken werde ich demnächst gerne auch anderen zu lesen geben. Gruß Sybille
Ich habe letzte Woche den Artikel über das Ärgern bzw. Nichärgern gelesen und heute auch die Kommentare.
Mein erster Gedanke dazu, etwas was ich in meiner Kindheit oft gehört habe: Wenn dir einer auf die eine Wange haut, halte die andere auch noch hin.
Lange Zeit meines Lebens habe ich damit verbracht, immer zu verstehen, warum andere Menschen handeln und mich damit verärgern oder verletzen. Ich habe mich selten gewehrt, hatte ja Verständnis für deren handeln.
Leider war dies für mich gar nicht gesund, im nachhinein hätte ich mich mal lieber öfter lautstark geärgert und reagiert.
Gerade heute morgen gibt es eine Situation im Job. Ich betrachte diese Sitation von allen Seiten um Verständnis für die Person zu bekommen, die diesen Ärger entfacht hat und damit meine Kollegen sehr angreift. So sehr ich mich bemühe, es geht nicht (zumindest nicht im Positiven).
Was mich allerdings außerhalb der Job-Situation auch ärgert ist, dass mich solche Menschen überhaupt auf die Palme bringen können????!!!!
Ich will nicht meine kostbare Lebenszeit mit den zu Ärger führenden Befindlichkeiten Anderer verbringen und auch nicht alles und jeden verstehen.
Hieße dann für mich? Ich ziehe mich aus allen Situationen im Leben heraus und kümmere mich nur noch um mich selber. Politik, Umwelt, Hunger und alles Elend der Welt halte ich mir vom Leib?
Für alles und jeden (Politiker, Umweltverscmutzer, gierige Manager etc.) habe ich Verständnis bzw. schaue mir nur noch die "guten" an, die es ja nun auch wirklich gibt.
Leider leider klappt das bei mir nicht, schade. Da ich hochsensibel bin, muss ich mich wohl auch in Zukunft weiter ärgern.
Und manchmal bin ich froh darüber, da ich dann spüre, dass ich lebe und liebe.
Ja. Stimmt - auch in meiner Welt.
"Alles ist relativ"
und
Entscheidend ist der Focus.
Wir brauchen den Focus nur weit stellen, dann müssen wir ihn auch nicht verschieben und irgendwie was Denken. Alles ist da.
Es freut mich, dass es an dieser Stelle zu einer Diskussion gekommen ist.
Hab noch etwas zum Nachdenken, dass ich beitragen kann...
Zitat:
______________
Die sieben Weltwunder
Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.
Folgende Rangliste kam zustande:
Pyramiden von Gize
Taj Mahal
Grand Canyon
Panamakanal
Empire State Building
St. Peters Dom im Vatikan
Grosse Mauer China
Die Lehrerin merkte beim einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war.
Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.
Sie antwortete: "Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen.
Es gibt so viele Wunder."
Die Lehrerin sagte:
"Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen."
Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.
"Für mich sind das die Sieben Weltwunder:
Sehen
Hören
sich Berühren
Riechen
Fühlen
Lachen ...
... und Lieben
Im Zimmer wurde es ganz still... :o)
lg
Bernd