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Der Unterschied zwischen einer glücklichen und einer mittelmäßigen Ehe

Von Ralf Senftleben12 Kommentare

"Oft besteht der Unterschied zwischen einer glücklichen Ehe und
einer mittelmäßigen nur darin, drei Dinge am Tag ungesagt zu
lassen."

— Harlan Miller

Wenn ich z.B. meinen Partner/ meine Partnerin kritisieren will, dann stellen sich für mich die folgenden Fragen:

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: manche Dinge muss man natürlich ansprechen. Aber es gibt auch viele Kleinigkeiten, die besser ungesagt bleiben.

Oder nicht?

  1. rosaengel schreibt am 3. September 2006 um 08:27

    ich glaube das es immer etwas mit uns selbst zutun hat,wenn uns am anderen etwas stört.denn er ist oft unser spiegelbild.und deshalb sollte man wirklich erst nachdenken,ob man kritik übt oder nocht.da ist manchesmal weniger mehr.natürlich sollte man nicht immer schweigen,aber schon nachdenken.was bringt es mir.ein gesunder egoismus ist dort manchesmal angebracht.

  2. das blaue mädchen schreibt am 3. September 2006 um 15:27

    ich finde an dem spruch sehr faszinierend, daß er in beide richtungen funktioniert: die unglücklichere ehe kann auch die sein, wo drei mal am tag etwas _nicht_ gesagt wurde ;-)

  3. Sunny schreibt am 3. September 2006 um 20:50

    Die einfachen Dinge sind im alltäglichen die schwierigsten, denn das Gesagte darf oder das Ungesagte darf dabei nicht so alltäglichen Gewohnheit werden, sondern es sollte aus dem alltäglichen Bewußtsein sein der guten Ehe die man/frau hoffentlich führt, sich Tag für Tag herauskristallisieren.

  4. someone schreibt am 4. September 2006 um 09:03

    Es kommt auch sehr darauf an WIE etwas gesagt wird. Ich finde es besser Dinge aus- beziehungsweise anzusprechen um mit dem Partner gemeinsam zu einer Loesung kommen zu koennen.

    Dinge bewusst zu verschweigen koennte man (theoretisch/wenn man moechte) sogar als arrogant bezeichnen - man traut dem anderen nicht zu damit umgehen zu koennen und meint besser zu wissen als der andere was gut fuer ihn ist.

    Es spricht natuerlich nichts dagegen zuerst einmal selbst ueber diese Sachen nachzudenken und zu versuchen sie "in sich" zu klaeren - aber das schliesst es nicht aus das man auch mit dem Partner noch drueber redet oder ihn um seine Meinung dazu fragt. Wozu ist man sonst in einer Partnerschaft wenn man dann sowieso alles mit sich selbst aus macht? ;o)

    mfg

  5. Rainer schreibt am 4. September 2006 um 10:02

    Also ungesagt lassen ist wohl okay, aber wenn dann statt dem Nicht-Sagen eine nonverbale Kommunikation läuft, die im Grunde noch viel mehr sagt, als wenn man es dann wirklich gesagt hätte, dann ist das gar nicht so förderlich für eine glückliche Beziehung, also dann doch lieber was sagen und die Karten auf den Tisch legen, weil ich nämlich ein Mann bin und nicht die Gabe des Zwischen-den-Zeilen-Lesens habe, sondern auch hören muss, was da grad wieder abgeht.

  6. C schreibt am 5. September 2006 um 05:43

    Ich denke, daß es oft leichter ist zu meckern, als nette Dinge zu sagen. Es tut aber keiner Beziehung gut, ständig Kritik zu hören, selten aber Positives (nur weil es ja so selbstverständlich ist). Über was nettes Gesagtes freut man sich, dabei kostet es weder Zeit noch Geld - nur Aufmerksamkeit. Und außerdem: der Ton macht die Musik. Wenn ich meinen Partner abfällig kritisiere, in einem Ton mit dem ich weder mit Fremden, Bekannten noch Freunden reden würde - wie kann da die Liebe bleiben???

  7. S.W. schreibt am 5. September 2006 um 13:07

    Wenn ich etwas bewusst NICHT sage, dann könnte es doch auch sein, dass das bereits einer Resignation gleichkommt...

  8. Brigitte schreibt am 5. September 2006 um 21:59

    Der Artikel spricht ein weit verbreitetes Problem an: Kritik am Partner wird oft und reichlich, ein Lob, Kompliment oder Anerkennung leider viel zu selten geäußert.
    Oft hat man auch den Eindruck, dass bei vielen ein Blitzableiter für den Ärger im Job gesucht wird. Manchmal ist es aber auch wichtig, dass der Ärger nicht zu sehr in sich hereingefressen wird und sich dann unkontrolliert entlädt.

    Der Denkansatz ist auf jeden Fall sinnvoll, um sich erst mal über die Beweggründe, WARUM man sich jetzt ärgert, klar zu werden. Und genauso wichtig ist auch, WIE Kritik geäußert wird.

    Probleme und Mißverständnisse sollten angesprochen werden, solange sie noch klein und überschaubar sind. Und dann muß die Kritik auch so geäußert werden, dass sich der Partner nicht persönlich angegriffen fühlen muss, sondern eben mal erfährt, welche Empfindungen sein Verhalten beim anderen auslöst.

    Ist es wirklich so schwierig, sich zu respektieren und ernst zu nehmen? Wir haben immer nach dem Motto gehandelt: Behandele den Partner so, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest. Und lieber mal in witzigem Ton auf eine Macke oder Eigenheit aufmerksam machen, wenn man über die eigenen und die Fehler des anderen lachen kann, ist es doch viel entspannter.

    Wichtig ist gegenseitiger Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz der Eigenheiten und - immer im Gespräch bleiben.

  9. someone schreibt am 9. September 2006 um 22:36

    @S.W.

    DER sw ? von parsimony philoforum du und das leben etz .. ?

    schwarzweiss, salatwurst, ... ?

    sorry fuer offtopic aber die frage ist mir wichtig ...

    mfg

  10. S.W. schreibt am 10. September 2006 um 18:14

    @ someone

    Ist Dir nur die Frage wichtig? Oder auch die Antwort? -
    Falls zweiteres: Sorry, nein, bin DIE S.W.! ;-)
    Ich hoffe, Du bist nicht zu enttäuscht...

  11. Steff schreibt am 12. September 2006 um 14:35

    Statt vieles zu besprechen, den anderen zu überzeugen, den eigenen Schmerz mitzuteilen, beim Reden in den Spiegel zu schauen zu sich selbst sprechend, ist schweigendes Halten, den anderen spüren, fühlen, fragend für den Partner da zu sein, Liebe schenkend, viel kostbarer und förderlicher für das Wachstum der Beziehung. Ja hätte ich geschwiegen und nur gesagt "Schön das es Dich in meinem Leben gibt, Du bist ein Geschenk für mich"

  12. Raisin Rene schreibt am 5. November 2008 um 06:57

    Oh ja, das mit dem lieben und aushalten.
    Wenn mann ständig von gemeinsamen freunden gesagt bekommt- " halt es aus, sie muss jetzt gerade so leben oder sie ist eben so!"
    Und wo bleibt da das eigene Empfinden? Wo ist da die Wertschaätzung der Partnerin, wenn sie sagt, einem das Gefühl gibt man könne ihr nichts recht machen? Natürlich kenne ich ihre Situation, die aus Arbeit, Arbeit , arbeit und rechnungen bezahlen besteht.
    Aber wenn dann nicht mal ein gutes Wort bleibt, kein Hallo wenn du kommst oder sie die Wonung betritt, kein Kuss zur Begrüßung, keiner wenn sie geht.
    Wenn nur Zweifel gesäat werden, kein echtes Gespräch stttfindet, wenn du eine harmlose Frage nach dem nächsten gemeinsamen Wochenende stellst und u direkt angebrüllt wirst- " das kann ich mir nicht leisten, zu teuer!"
    Wozu dann all das abrackern.
    Verständnis, ja das hab oder hatte ich.
    Aber wie lange darf eine "Durststrecke" in einer Beziehung währen?
    Im moment herscht Funkstille zwischen ihr und mir, es wurden jede Menge unschöner Worte gesagt....
    Weil ich /wir vorher wohl Verständnis hatte/n für die Problematik des anderen.
    Fast wünsche ich mir die "alten" Verhältnisse zurück.
    „Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich, daß es völlig vergißt, was es eigentlich sein sollte.“
    Ambrose Bierce
    Ich glaub der gute hatte gar nicht so unrecht.
    LG Rene`