Machen Sie Ihr eigenes Ding – So wie Buddha
Von Ralf Senftleben • 18 Kommentare
Lob und Tadel bringen den Weisen nicht aus dem Gleichgewicht.
– Buddha
Es ist doch schön Anerkennung zu bekommen, oder? Freuen Sie sich auch, wenn Sie jemand lobt und Ihnen ein Kompliment macht? Na wem geht das nicht so. Das scheint in uns eingebaut zu sein, wahrscheinlich ist es eine Art soziales Programm, das wir mit der Muttermilch aufsaugen.
Die andere Seite der Medaille: Wenn uns jemand kritisiert, nehmen wir das nicht so gut. Na klar, da gibt es diese schöne Idee, Kritik nicht persönlich zu nehmen. Ha ha. Da muss man sich aber schon richtig anstrengen. Muss lächeln, obwohl man lieber ein betroffenes Gesicht machen will. Schaffen Sie es, Kritik wirklich und wahrhaftig nicht persönlich zu nehmen?
Lob und Tadel, Anerkennung und Kritik, das sind beides die entgegengesetzten Enden des gleichen Stocks. Wer Lob genießt, den wird auch Kritik treffen. Wenn wir mit Kritik locker umgehen wollen, müssen wir auch lernen, Lob locker zu nehmen und nicht nach Anerkennung zu streben.
Da hat es Buddha schon einfacher gehabt, wenn ihn sowohl Anerkennung als auch Kritik nicht aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Im Grunde heißt das ja, wenn dich jemand lobt, bleib auf dem Teppich und wenn dich jemand kritisiert, sage Danke und kümmere dich nicht drum.
Also: Machen Sie es wie Buddha. Machen Sie Ihr eigenes Ding und hören Sie nicht so viel drauf, was die anderen sagen.
Oder nicht?





Lob und Tadel sind der Ausdruck einer Meinung, das mach ich
mir immer bewusst. Über ein Lob, sofern es aufrichtig gemeint ist und mich nicht manipulieren soll, freue ich mich, hüte mich jedoch davor es überzuberwerten oder mich gar davon abhängig zu machen.
Mit Tadel gehe ich ebenso um. Ich schau mir die Kritik an, ob sie gerechtfertigt ist und ob ich etwas ändern will. Klein machen kann sie mich nicht.
Ich hab meinen eigenen Maßstab und mache gerne “mein Ding“,
wenn ich dabei rücksichtsvoll bin und niemanden schade. Im übrigen halte ich es mit Don Bosco:
~Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!~
Es gibt ganz seltene Fälle von Menschen die mich kritisieren können ohne das ich es als unangenehm empfinde.
Das sind diejenigen bei denen man merkt dass sie es persönlich nehmen mich in einem Gebiet ( bei dem sie sich auskennen ) weiterzubringen .
Es ist sicherlich eine gesunde Lebenseinstellung mit Lob und Tadel etwas distanzierter und gelassener umzugehen, als das allgemein der Fall zu sein scheint. Insbesondere dann, wenn es sich hierbei um subtile Manipulationsversuche handelt mit dem Ziel Menschen dazu zu bringen irgendwelchen Regeln Ideen oder Normen gerecht zu werden.
Andererseits greift die Einstellung, "Mach Dein Ding", so wie oben beschrieben meiner Ansicht nach zu kurz und birgt auch erhebliche Gefahren in sich.
Gefahren sehe ich immer dann, wenn man den Rat von Menschen die augenscheinlich Kompetenz haben, leichtsinnig in den Wind schlägt. Niemand würde wohl ernsthaft behaupten den Ratschlag mit dem Rauchen aufzuhören, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben, als Kritik zu empfinden, die an einem abprallen sollte.
Zugegeben: ein etwas überspitzes Beispiel. Aber ist es nicht so, dass bei Fragen des Lobes und der Kritik die eigene Kompetenz oft über die der anderen gestellt wird, und hat man damit immer recht?
Ungebetene Ratschläge mag ich gar nicht.
Gerade solche Ratschläge wie mit dem Rauchen aufzuhören, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben nehme ich höchst übel.
Ich bin ein erwachsener Mensch und weiss diese Dinge selber.
Sollte ich mich dennoch nicht danach richten, dann wird das schon seinen Grund haben bzw. ist es meine eigene Entscheidung.
Wenn ich (kompetenten) Rat möchte, so bitte ich gezielt darum.
WEM ich Kompetenz zugestehe, möchte ich allerdings auch selber entscheiden.
Dieses "Mach dein Ding" habe ich im Laufe der Jahre gelernt und fühle mich sehr wohl dabei.
Ich mache gerade die Erfahrung das man Lob und Tadel/Kritik nicht unbedingt so ernst nehmen soll. Daher fällt mir das noch sehr schwer. Soweit ich mich eingeschätzt habe, war Lob immer was gutes - es war ein Zeichen: ich muss nicht an mir arbeiten und Tadel/Kritik war was, an dem ich noch wachsen kann. Aber was ist wenn Tadel/Kritik ausbleibt,erst keine Rückmeldung bekommt und dann in Massen auf einen einstürzt und man nicht weiss: bin ich noch richtig???
Es ist schön für sich selbst zu entscheiden, welches Lob und welche Kritik/Tadel man sich wirklich auseinander setzen will, denke für ein gutes Miteinander sollte man schon sich selbst bleiben aber auch nach anderen richten können, oder?
Das ist nur halb richtig!
Aus buddh. Sicht (meines bescheidenen Wissen nach) ist damit eher gemeint, dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen sollen. Sprich: Das Lob ist o.k. und das wars. Die Kritik ist o.k. und das wars. Aber an beidem können wir reifen und lernen, besonders an der Kritik.
Die Quintessenz wäre:
Schau Dich selbst von außen an. Dann siehst Du die Kritik, dann siehst Du das Lob. Aber es berührt Dich nur insofern, als dass es Dir irgendwelche Erkenntnisse bringt.
Zu abgehoben? Kann sein... Sorry ;-)
Buddha hat viele kluge Sachen gesagt, er erkannte, dass das andauernde Streben nach Materialismus einen nicht weiter bringt. Darin gebe ich ihm recht, wie auch mit anderen Aussagen - nur denke ich, dass der Mensch aus sich selbst nicht besser werden kann und dies ggf. noch durch diverse Wiedergeburten. Man kann das anstrengend sein. Allein für sein gute Karma immer sorgen zu müssen.
Ich glaube, der Fokus liegt hier insbesondere auch auf dem "Gleichgewicht", aus dem Lob und Tadel (einen) nicht bringen sollten. Und dieses Gleichgewicht ist ja nun sehr individuell verschieden - man sollte also sehr bewußt mit beidem umgehen und jeweils abschätzen, welche Auswirkungen jedes Lob und jeder Tadel auf unsere ganz eigene innere Balance haben und ob man diese Wirkung zulassen will.
Ich selbst habe in letzter Zeit relativ viel Erfahrung mit diesem Thema machen müssen: mein Chef hat in unserer Firma "Excellenz" zum großen Aufhänger gemacht und nun wird dieses eigentlich sehr anregende und motivierende Thema ständig (miß)braucht, um manipulativ zu kritisieren. Wenn man - wie ich - einigermaßen perfektionistisch veranlagt ist, muß man schon oft "schlucken", wenn einem mangelnde Excellenz vorgehalten wird, obwohl Fehler natürlich mal passieren. Was mir gut hilft, Klarheit darüber zu behalten, welche Kritik gerechtfertigt und welche manipulativ ist, ist der zeitnahe Austausch mit einer engen Kollegin über Vorkommnisse und Situationen. Dadurch kann man diese besser analysieren und erkennen. Das ist der erste Schritt, um die für mich richtige, konstruktive Umgehensweise damit herauszufinden. Inzwischen habe ich dadurch gelernt, manipulative Kritik einfach mit einem inneren Schulterzucken abzuhaken und ungerührt weiterzumachen. Dasselbe trifft auch auf Lob zu, denke ich, obwohl man sich darüber meist nicht soviele Gedanken macht.
Lob und Tadel sind Meinungen, wie Irmy schon sagte.
Diese Meinungen entstehen in unserem egoistischen Bewusstsein.
So lange man nicht über diese Art des Denkens hinaus gekommen ist, wird man auf Lob/Tadel immer reagieren. Diese Meinungen haben dann einen Effekt auf unser Bewusstsein, ob er jetzt beschleunigend wirkt (Lob) oda verlangsamend (Tadel) ist dabei nicht von großer Bedeutung im Bezug auf unser persönliches "Gleichgewicht", von Shanti erwähnt.
Lob wie auch Tadel bringen uns aus dem Gleichgewicht ohne das nötige Selbstbewusstsein.
Ein stabiles Gleichgewicht (s. Buddah) entsteht erst durch die Befreiung von egoistischen Denkweisen.
In dem Bewusstsein, dass wir eine Einheit sind, alle zusammen gehören und die selben Ziele haben (Glück bzw. Vermeidung von Leid) sollte man Lob und Tadel gut umgegangen werden können.
p.s. mal wieder leichter gesagt (geschrieben) als getan
Dieser Beitrag hat in mir einen für mich bedeutsamen und entscheidenen Erleuchtungsmoment bewirkt. Danke dafür!
Bisher schlucke ich recht schwer an Tadel, denn Kritik bewegt mich persönlich sehr stark. Andererseits kann ich in Höhen meiner selbst schweben durch Lob. Bekomme ich positive Anerkennung, nehme ich dies ebenso persönlich nahe. Dank dieses Artikels wird mir bewusst, dass beides doch aber gleiche Extreme sind: Zwei Enden an einem Stock. Was aber bringt mir die Überbewertung des einen und die Verachtung/das Umgehen des anderen? Genau: mich aus dem Gleichgewicht. Ebenso wie mit Tadel umzugehen, vermag ich zu lernen, dem Lob Einhalt zu gewähren.
Viel mache ich bis jetzt, damit ich gut dastehe (klingt übertriebener als es ist), d.h. Erwartung(!) auf Anerkennung von Außen treibt meine HAndlungen an, es motiviert mich. Doch innerlich fühlt es sich nach neuer spannender Erfahrung an, mein "Bestes" zu geben nur für mich. Des Selbstausdrucks Willen, der in mir stark verwurzelt ist.
Ich bin bereit... Danke!
Akio,
Dresden
Zitat:"
Also: Machen Sie es wie Buddha. Machen Sie Ihr eigenes Ding und hören Sie nicht so viel drauf, was die anderen sagen.
Oder nicht?
"
Joa, eine kleine Weisheit zu nehmen und darauf so eine Schlussfolgerung zu setzen ist doch --nicht-- so das Wahre!
Weshalb Buddha geraten hat, Lob und Kritik nicht gleich zu sehr zu Herzen zu nehmen, hat den Hintergrund, dass durch die Gefühle die einem dabei entstehen, der "Durchblick" verschleiert werden kann. Man sieht die Sachen nicht mehr objektiv und kann dadurch seinen klaren Verstand nicht mehr einsetzen.
Also was folgern wir daraus: Kritiken und Lob nicht gleich zu persönlich nehmen, sondern erst einmal durchatmen und die Sache in Ruhe reflektieren.
Ich hoffe wir sind jetzt wieder etwas schlauer.
PS.:Buddha hat uns nicht geraten wie ein sturer Bock nur das zu machen was einem gefällt und Augen und Ohren zuzuhalten. Klarer Geist und das Wahre sehen ist seine Devise.
Ich wünsche Euch einen klaren Durchblick, auf all Euren Wegen! :)
Diesen Ratschlag verstehe und nutze ich wie folgt:
Lass dich nicht unnötig beeinflussen, prüfe jede von außen kommende Reaktion und vergleiche sie mit den Maßstäben, die für dich gelten.
Wenn dich ein Kompliment überzeugt, bestätigt es dein Handeln/Sein. Wenn nicht, vergiß es.
Wenn eine Kritik berechtig erscheint, hilft es dir dich zu bessern. Wenn nicht, vergiß sie.
Anders gesagt:
Gehe deinen Weg und lese alle Wegweiser, denn einige sind nützlich, andere irreführend.
Diesen Ratschlag verstehe und nutze ich wie folgt:
Lass dich nicht unnötig beeinflussen, prüfe jede von außen kommende Reaktion und vergleiche sie mit den Maßstäben, die für dich gelten.
Wenn dich ein Kompliment überzeugt, bestätigt es dein Handeln/Sein. Wenn nicht, vergiß es.
Wenn eine Kritik berechtig erscheint, hilft sie dir dich zu bessern. Wenn nicht, vergiß sie.
Anders gesagt:
Gehe deinen Weg und lese alle Wegweiser, denn einige sind nützlich, andere irreführend.
Zuerst:
Buddha wird zitiert mit "Lob und Tadel". Im späteren Text ist dann von "Anerkennung und Kritik" die Rede. Hier wird etwas ungenau mit den Begriffen umgegangen, denn weder ist Lob mit Anerkennung identisch, noch Tadel mit Kritik.
Sollten wir nicht erst einmal definieren, was wir als Kritik empfinden bzw. darunter verstehen? Ich meine, es ist falsch, mit Kritik umzugehen wie mit Tadel, allerdings werden wir in unserem Kulturkreis mit Tadel erzogen und das wird dann als Kritik verkauft. Tadel beinhaltet nicht nur, dass wir etwas anders machen sollen, uns anders verhalten sollen, sondern wertet unser Tun und Verhalten ab als schlecht.
Das genau ist eben Kritik NICHT. Kritik ist wertfrei, zumindest nicht automatisch abwertend.
Kritik heisst doch nur, dass ich einem Menschen mitteile, dass ich irgend etwas anders wahrnehme, anders verstehe, anders bewerte. Kritik hat nichts Negatives, sondern hilft dem Kritisierten bei seiner persönlichen Weiterentwicklung im Sinne einer Horizonterweiterung. Er kann nämlich die Betrachtungsweise des Kritisierenden überprüfen und so wachsen. Vielleicht erkennt er dadurch neue Aspekte, neue Alternativen.
Das Gegenteil von Lob ist also nicht Kritik, sondern Tadel.
Und wenn ich also "mein Ding mache", dann sollte ich Lob wie Tadel nicht wichtig nehmen, Kritik aber schon. Und über Anerkennung darf ich mich ganz dicke freuen.
Aus meiner Sicht kommt es darauf an, wie wir - jede/r für sich - die Worte Buddhas interpretieren und nicht so sehr darüber zu mutmaßen, wie es Buddha gemeint haben könnte. Für mich ist deshalb keineswegs ausgeschlossen, Kritik anzunehmen und daraus ggf. Konsequenzen erwachsen zu lassen. Deshalb muss mich diese Kritik aber nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Das Zitat lautet schließlich nicht "Lob und Tadel interessieren/berühren/erreichen einen Weisen nicht".
Ebenso verhält es sich mit Lob. Selbstverständlich höre ich gerne ein Lob und freue mich über die Anerkennung, die mir zuteil wird. Aber das führt nicht dazu, dass ich abhebe. Gelegentlich erlebe ich es auch, dass ich für etwas gelobt werde, das mir selbst gar nicht gefallen hat. Dann freue ich mich über das (ehrlich gemeinte) Lob, weil es eine nette Geste ist. Aber es führt nicht dazu, dass die Sache deswegen in meinen Augen plötzlich richtiger oder besser geworden ist. Auch das Lob bringt mich nicht aus dem Gleichgewicht.
Sich freuen über Lob, Kritik annehmen und verarbeiten, vielleicht sich sogar bei heftiger Kritik darüber kurz zu ärgern und trotzdem das Gleichgewicht halten - für mich ist das kein Widerspruch. Eher eine wunderbare Ergänzung.
Lob stärkt manchmal das Selbstbewusstsein, wenn es ehrlich ist.
Kritik kann helfen, indem es zur Kenntnis nimmt und daran wächst.
Beides unterstützt die Selbsterkenntnis. Von daher sollte man auf diese achten, aber nicht unbedingt überbewerten.
Ich bin sehr dankbar für alle Ratschläge, die ich diesbezüglich bekommen kann. Kritik annehmen zu können hat für mich sehr viel mit der Distanz zu tun, die ich einer Person gegenüber habe. Ich kann von Freunden und Verwandten leichter Kritik annehmen als von meinem Partner. Noch habe ich den Dreh nicht gefunden, die Dinge in der richtigen Situation umzusezen, aber ich verstehe sie und hoffe, daß durch das Verständnis auch bald die Umstzung folgen wird.
Theorie ist eben doch einfacher als Praxis.
Schon länger habe ich für mich entschieden, mich von Lob und Tadel unabhängig zu machen, dem keinen Wert beizumessen. Also auf irgendwelche Anerkennung oder auch Gemecker von außen keinerlei Wert zu legen. Damit geht es mir sehr gut! Es ist befreiend! Das An-Mir-Arbeiten und Weiterentwickeln nehme ich selbst in die Hand und orientiere mich an Menschen, wo ich das Gefühl habe, dass sie über wahre Weisheit verfügen.