Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Konzentrieren Sie sich lieber auf Ihre Stärken

Von Ralf Senftleben22 Kommentare

"Die meisten Menschen würden ihre Stärken nicht erkennen, selbst wenn diese kommen und einem die Hand schütteln würden."

– Richard Bolles

Auch wenn unsere Stärken nicht immer einfach zu finden sind, ist doch jeder von uns mit ganz einmaligen Fähigkeiten und Begabungen ausgestattet. Der eine hat ein Händchen für alle handwerklichen Dinge, während jemand anderem alles leicht fällt, was mit Sprache und Worten zu tun hat. Und wieder ein anderer kommt ausgesprochen gut mit Menschen zurecht und ein Vierter ist glücklich, wenn er mit Zahlen umgehen darf.

Und neben unseren Begabungen haben wir alle natürlich jede Menge Dinge, die wir nicht so gut können oder wo wir einfach schlecht sind.

Was ist jetzt der vielversprechendere Ansatz für unser persönliches Wachstum und unsere Weiterentwicklung?

Sollen wir in erster Linie versuchen unsere Schwächen zu bekämpfen und auszugleichen?

Oder macht es vielleicht mehr Sinn, wenn wir uns eher auf unsere Stärken konzentrieren und versuchen, es hier zu wahrer Meisterschaft zu bringen und wenn wir uns dann einen Platz im Leben suchen, wo wir diese Stärken optimal einsetzen können?

Es gibt natürlich Schwächen und fehlende Fähigkeiten, die unser Leben massiv einschränken. Wenn ich z.B. so schüchtern bin, dass ich vereinsame, dann macht es bestimmt Sinn, an der eigenen Schüchternheit zu arbeiten. Aber wenn ich als eher introvertierter Typ versuche, der beste Verkäufer der Welt zu werden, dann ist es wohl eher verlorene Liebesmühe.

Wenn wir den Weg gehen, zuerst an unseren Schwächen zu arbeiten, dann werden wir in den meisten Fällen in diesem Bereich besser werden. Wir können z.B. einen Rhetorik-Kurs besuchen und hinterher haben wir unsere rednerischen Fähigkeiten vielleicht ein bisschen verbessert. Aber werden wir hier richtig gut werden, so wie jemand, der ein wirkliches Talent zum Reden hat? Wahrscheinlich eher nicht. Wir werden doch wahrscheinlicher im Mittelfeld bleiben. Macht es Sinn Arbeit zu investieren, nur um mittelmäßig zu sein?

Was würde passieren, wenn wir aufhören würden, uns auf unsere Schwächen zu konzentrieren? Was, wenn wir einfach sagen würden:

"Meine so genannten Schwächen sind ok, wie sie sind und können so bleiben… ich konzentriere mich lieber auf das, was ich gut kann und werde hier so richtig gut."

Schauen Sie doch einmal die Menschen an, die in ihrem Leben wirklich etwas bewegt haben, die Außergewöhnliches erreicht oder geschaffen haben. Diese Menschen sind normalerweise dafür bekannt, dass sie wenige Sachen außergewöhnlich gut können und nicht dafür, dass sie auf allen Gebieten nicht schlecht sind.

Wie sieht das bei Ihnen aus? Worauf konzentrieren Sie sich? Auf das, was Sie nicht gut können und darauf, wie Sie das ein ausbügeln können? Oder konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken und wie Sie diese noch ausbauen können?

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich glaube an Folgendes: Wer sich hauptsächlich auf die eigenen Schwächen konzentriert, wird in den meisten Fällen immer im Mittelfeld bleiben, austauschbar und ohne Profil. Wenn Sie sich aber auf Ihre Stärken konzentrieren und diese konsequent und systematisch ausbauen, dann haben Sie es wesentlich einfacher, in Ihrem ganz persönlichen Sinne erfolgreich zu sein.

Trauen Sie sich, Ihre Schwächen einfach Schwächen sein zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was Sie wirklich gut können.

Und suchen Sie sich einen Platz in Leben, wo Sie Ihre Stärken ausspielen können. Für diesen Weg brauchen wir zwar mehr Mut, weil er allem widerspricht, was wir in der Schule lernen und was in Unternehmen praktiziert wird. Aber dieser Weg ist letztlich viel einfacher, weil wir nicht an uns rumdoktern müssen, sondern einfach so sein können, wie wir wirklich sind.

  1. Dani schreibt am 3. Juni 2007 um 10:59

    Ok, das habe ich schon öfter gehört, aber was macht man denn, wenn man nichts besonders gut kann und die Dinge, die man gerne macht auch nur mittelmäßig kann, weil man eben kein besonderes Talent hat?

  2. Milagro schreibt am 3. Juni 2007 um 13:33

    Stärken und Schwächen.
    Viele Jahre habe ich daran geglaubt, daß ich bestimmte Stärken und Schwächen habe. Seit einiger Zeit gelange ich immer mehr zur Einsicht, daß Stärken-/Schwächenprofile Schwarz-Wei8-Malereien sind. Bei mir kommt es immer auf die jeweilige Situation an. Ich weiß aus Erfahrung, daß ich bei ein und derselben Tätigkeit einen Tag sehr gut bin, am zweiten Tag schlecht (es geht einfach nicht) am dritten Tag mittelmäßig (akzetabel). Zum Beispiel habe ich für diese Tätigkeit eine Ausbildung. Ich habe es also gelernt und weiß, was zu tun ist. Nachdem ich es gelent habe, gehe ich einmal davon aus, daß es eine Vorliebe von mir war/ist - also eine Stärke. Und trotzdem gibt es Tage, Situationen, da will ich absolut nichts davon hören und sehen, da mißlingt ein Vorhaben schon in den Ansätzen. An solchen Tagen würde ich sagen, daß sind Schwächen, weil ich nicht einmal die Zusammenhänge der Aufgabe erkennen kann. Dann gibt es Tage, da geht die gleiche Aufgabe wie am Schnürchen und ich freue mich über den Zeitgewinn für mich selbst.
    Ich hoffe, daß Personalisten dieses Spielchen mit Stärken und Schwächen bald aufgeben, denn sonst verlieren sie den Anspruch, ernstgenommen zu werden.
    Eine schönen, leicht verregneten Sonntag.
    Milagro

  3. Ralf Senftleben schreibt am 3. Juni 2007 um 15:17

    @Dani: Das höre ich relativ oft, dass jemand von sich behauptet, er hätte keine Talente. Ich habe in meinen Kursen allerdings die Erfahrung gemacht, dass nahezu jeder ein Talent für bestimmte Dinge hat.

    Finden wir es nicht, liegt es daran, dass wir unsere Talente zu selbstverständlich nehmen, so dass sie uns gar nicht als Talente auffallen. Oder wir sind noch nie in einer Situation gewesen, wo wir unsere Talente ausspielen konnten.

    Deswegen mein Rat:

    1. Andere Menschen Fragen, was diese denken, was man für Stärken hätte und gut kann (und hier nicht nur eine Person sondern so viele wie möglich)

    2. Neues ausprobieren und mit möglichst vielen neuen Tätigkeitsfeldern in Kontakt kommen.

    Viele Grüße,
    Ralf

  4. Ralf Senftleben schreibt am 3. Juni 2007 um 15:33

    @Milagro: Hehe, dem möchte ich stärkstens widersprechen.

    Klar gibt es so etwas wie eine Tagesform und es gibt Faktoren, die selbst unsere Talente/Stärken einschränken können.

    Aber daraus würde ich nicht den Schluss ziehen wollen, dass wir keine Stärken und Talente haben.

    Nach meiner Beobachtung schreibt z.B. ein talentierter Autor an einem schlechten Tag noch deutlich bessere Texte, als jemand, der seine Stärken woanders hat, an einem guten Tag.

    Ich persönlich kann viele Dinge durchgängig und stabil gut. Das machen ja gerade unsere Talente und Stärken aus. Stärken und Talente sind meistens die Dinge, die eng mit unserer Persönlichkeit verwoben sind und die wir deswegen ganz automatisch tun. Also die Dinge, die wir mühelos und von ganz alleine tun, ohne dass wir uns anstrengen müssen. Also wenn wir einfach sind, wie wir eben sind.

    Sonst wäre so etwas wie Meisterschaft gar nicht möglich, wenn wir etwas heute gut können würden und morgen wieder nicht.

    Es in meinen Augen auch wichtig, Stärken/Talente (= eingebaut und schwer änderbar) nicht mit Fähigkeiten (lernbar) und Wissen (lernbar) zu verwechseln.

    Ich wünsche mir, dass in Unternehmen noch viel mehr Rücksicht auf Stärken und Talente genommen wird und dass mehr Menschen an einem Platz arbeiten können, der Ihren Stärken und ihrer Persönlichkeit entspricht.

    Denn das ist für mich ein Schlüssel für ein zufriedenes Leben: Sich einen Platz in der (Arbeits-)Welt zu suchen, der zur eigenen Persönlichkeit passt und an dem man gut aufgehoben ist.

    Viele Grüße,
    Ralf

  5. Leni schreibt am 3. Juni 2007 um 16:42

    Das ist sooo wahr! Sowohl für einen selbst als auch für die Menschen, mit denen man zu tun hat. Die Konzentration auf die Stärken schafft eine Großzügigkeit, die Wachstum ermöglicht und Kleinkariertheit verdrängt. Danke für den Artikel.

  6. Miss Sophie schreibt am 3. Juni 2007 um 16:50

    Spezialisten sind Leute, die nur eine Saite auf der Fiedel haben. (Henry Miller)

  7. Niko schreibt am 3. Juni 2007 um 17:51

    Yeah, ich möchte Ralf hier mal wieder recht geben.

    Oft braucht man/frau einfach etwas Abstand vom Alltag um die eigenen Stärken zu erkennen. Oder man versucht mal über sich selbst und sein soziales Verhalten zu meditieren.

    Mir wurden mal die "Gespräche mit Gott" auf CD geschenkt; einer der wenigen Sätze, die ich mir nach dem ersten Mal anhören notiert hatte: "Mache jeden Tag etwas Neues".

    So kommt man aus dem Trott, und entdeckt neue Möglichkeiten im Leben.

  8. beedee schreibt am 3. Juni 2007 um 20:43

    Hallo zusammen,
    ich finde das ein spannendes Thema, bin schon länger auf der Suche nach meinen Stärken :-) um nicht nur Mittelmaß zu sein.
    Habt Ihr vielleicht einen Tipp für mich, wie ich sie enttarnen kann?

    Viele Grüße

    Brita

  9. Niko schreibt am 4. Juni 2007 um 06:05

    Brita, die Tipps stehen eigentlich in den Zeilen über dir:

    1. Andere Menschen Fragen, was diese denken, was man für Stärken hätte und gut kann (und hier nicht nur eine Person sondern so viele wie möglich)

    2. Neues ausprobieren und mit möglichst vielen neuen Tätigkeitsfeldern in Kontakt kommen.

    Oft braucht man/frau einfach etwas Abstand vom Alltag um die eigenen Stärken zu erkennen. Oder man versucht mal über sich selbst und sein soziales(und/oder kreatives etc.) Verhalten
    zu meditieren.

    Schöne Woche,
    Niko

  10. Lockenkopf schreibt am 4. Juni 2007 um 06:28

    Ich habe eine Frage an Euch: Was, wenn man feststellt, dass die Stärke, die man hat, einem zwar eine recht gute Arbeit verschafft, aber diese Arbeit uns nicht glücklich macht? Ich befinde mich in genau dieser Situation und weiß nicht weiter! Soll ich mich etwas widmen, wo ich weiß, das dies keine Stärke von mir ist, aber wo ich denke, es würde mich glücklich machen?
    Danke, für eure Antworten!

  11. Ralf Senftleben schreibt am 4. Juni 2007 um 06:57

    @Lockenkopf: In diesem Fall würde ich anfangen noch ein paar weitere Fragen zu stellen. Z.B.

    * Ist es wirklich das Anwenden meines Talents, dass mich unglücklich macht oder vielleicht doch eher das Umfeld in dem ich mich bewege oder die Vorgaben, die ich für die Anwendung bekomme?

    * Gäbe es vielleicht ein anderes Umfeld / ein anderer Arbeitsplatz / ein anderes Setting an dem ich mehr Spaß daran hätte, mein Talent zu nutzen?

    * Welche anderen Arbeitsgebiete gibt es für Menschen, die das gut können, was ich gut kann?

    Ich möchte bei dieser ganzen Stärken/Talent-Geschichte auch noch mal die Begriffe defineren, damit wir alle über die gleichen Dinge sprechen.

    Unsere Stärken/Talente sind Muster von automatischen und mühelosen Denk- und Verhaltensweisen. Das sind also die Dinge, die in uns eingebaut sind und zu uns als Persönlichkeit gehören. Es ist eine Stärke, wenn ich ein besonders disziplinierter Mensch bin oder wenn ich Freude daran habe, mit Zahlen umzugehen oder besonders gut mit Menschen umgehen und mich in sie hineinfühlen kann (Empathie).

    Und dann gibt es noch Fähigkeiten (z.B. ein Software-Programm schreiben oder Mitarbeiter führen) und Wissen.

    Wenn ich gut darin bin Software-Programme zu schreiben, dann ist das keine Stärke, sondern eine Fähigkeit, die auf meinen Stärken/Talenten aufbaut (z.B. logisches Denken, Freude an Strukturen und Wiederholbarkeit)

    Es gibt für jede Stärke auch viele, viele Fähigkeiten, die darauf aufbauen und dementsprechend auch viele, viele mögliche Arbeitsfelder.

    Und ich könnte mir vorstellen, dass dich eher die Tätigkeit unglücklich macht und nicht die Stärke dahinter.

    Viele Grüße,
    Ralf

  12. Max schreibt am 4. Juni 2007 um 08:04

    Hallo miteinander,
    wenn ihr eure Stärken finden wollt, dann hört auf danach zu suchen. Die einzige Stärke die wir brauchen ist die, unsere täglichen Aufgaben zu lösen.Und zwar so gut wie möglich. Am besten gelingt das, wenn man einfach anfängt und nicht lange über das Warum nachdenkt. Wenn ihr dann am Abend ins Bett geht, werdet ihr ganz bestimmt das Gefühl haben, heute eure Stärken ausgelebt zu haben. Jeder Mensch sucht sich ganz automatisch die Aufgaben, die seinen Fähigkeiten am besten entsprechen und diese weiterentwickeln. Je weniger man darüber nachdenkt, umso besser gelingt das.
    Einen schönen Tag noch und viel Erfolg
    Max.

  13. Hubert schreibt am 4. Juni 2007 um 08:41

    ... das sagen Sie mal jemanden, der im Supermarkt an der Kasse sitzt oder die Regale einräumt!

  14. doris schreibt am 4. Juni 2007 um 08:42

    hallööchen,

    mir sind hier spontan einige aussagen und empfehlungen aufgefallen, bei denen mein herz/bauch ein leises "autsch" signalisiert hat.

    mein leben lang (bis vor etwa 7 jahren) habe ich menschen um rat und nach ihrer meinung gefragt, und auch sehr oft auf die meistens liebevollen meinungen anderer mitmenschen gehört.

    einer meiner "lebenslehrer" hat einmal den gedanken losgelassen ! wenn du anderen menschen gestattest, dein leben (mit) zu gestalten, kannst du von grossem glück sagen, wenn dein leben nicht allzu sehr verunstaltet wird!

    im laufe der daruaffolgenden jahre habe ich langsam verstanden, was gemeint war... niemand anders weiss ganz genau was für jemand anderen richtig und wichtig ist.

    herausfinden was andere menschen über uns denken, kann interessante kommunikation sein, es ist jedoch empfehlenswert, zumindest nicht alles zu glauben, was den gefragten so alles aus dem mund purzelt...

    ein weiteres ist mir aufgefallen:

    es geht sehr viel ums TUN!

    wie sieht es aus mit dem SEIN?

    wie leben die meisten menschen die reihenfolge unseres DASEINS? (ich zählte auch dazu)

    ...wenn ich erst mal habe, dann kann ich das und das tun, und dann bin ich das und das...

    die meisten leben ein DAHABEN!

    die reihenfolge ist jedoch ganz bestimmt "SEIN TUN HABEN"

    wenn ich also wissen will, wer ich wirklich bin, wie mein leben idealerweise aussehen soll, kann ich die antwort nur an einem ort finden: tief in mir drin! ICH MUSS MEIN HERZ FRAGEN!!! WAS MACHT MIR FREUDE? WAS MACHT MICH GLÜCKLICH? WAS ERFÜLLT MICH MIT ENERGIE? WAS WÜRDE ICH AM LIEBSTEN TUN AUCH WENN ICH DAFÜR NICHT BEZAHLT WÜRDE? u.s.w.

    niemand anderes ausserhalb von mir, weiss die antworten auf meine fragen..

    und das gilt für jeden menschen.

    ich habe lernen dürfen auf mich zu hören. seitdem geht es mir selber viel besser und auch meine zwischenmenschlichen beziehungen sind liebevoll geprägt, weil ich gleichzeitig auch lernen durfte, wie man im bewusstsein der "GOLDENEN REGEL" lebt.

    das leben ist wunderbar. in diesem sinne

    sonnige grüsse an alle, doris

  15. Jessica schreibt am 4. Juni 2007 um 08:46

    Hallo,
    ja - das stimmt wohl. Ich schaue auch viel zu oft auf meine Schwächen, aber was noch schlimmer ist ... ich mache meine Talente ziemlich klein, weil ich immer denke, "He - das geht noch besser!" Wenn man sich auf die Stärken mehr konzentriert ist es schon gut, aber es fördert dann eben auch den Perfektionismus, denn wenn ich sage, das ist mein Talent, dann will ich darin auch richtig gut sein, oder!? Naja und manchmal frag ich mich dann aber auch, was so schlimm daran ist, einfach mal nur im Mittelfeld zu liegen. Gut zu sein, anstatt sehr gut ... und warum muss man sich immer gegenseitig so vergleichen???
    Lieben Gruß
    Jessica

  16. Hubert schreibt am 4. Juni 2007 um 09:02

    @Doris
    vielleicht interessiert die das Buch Haben oder Sein von Erich Fromm, wenn Du es nicht schon kennst

  17. Max schreibt am 4. Juni 2007 um 09:08

    Hallo Hubert,
    ich könnte verstehen, wenn sie sagen:
    Sagen Sie das jemandem, der nichts zu essen hat, kein Dach überm Kopf und keine Möglichkeit in Sicht, das zu ändern.
    An der Arbeit im Supermarkt ist nicht wirklich was Schlimmes. Wer sie gut macht, kann sich auch hier über Erfolge freuen, nette Menschen kennen lernen und Freude an der Arbeit haben. Im übrigen weiß ich, wovon ich spreche. Habe diese Arbeiten nämlich selber schon gemacht.
    In einer Gaststätte in Paris lernte ich einen Chinesen kennen, der für die Abfallbeseitigung und das Reinigen der Tische zuständig war. So liebevoll wie er diese Arbeit erledigte, glaubte ich zuerst, er sei der Besitzer der Gaststätte. Und ich denke,das ist genau der Unterschied zwischen Glück und Unglück.
    Herzliche Grüße,
    Max.

  18. Hubert schreibt am 4. Juni 2007 um 09:38

    Hallo Max,
    vielleicht sind diese Menschen zu beneiden, denen es so geht.
    Allerdings: Ich arbeite nicht im Supermarkt, bin aber auch nicht unglücklich darüber.

  19. doris schreibt am 4. Juni 2007 um 13:34

    hallo hubert,

    danke für den tipp, kenne ich noch nicht.

    sonnige grüße doris

  20. Sumsehummel schreibt am 4. Juni 2007 um 16:15

    Wie sich Dinge manchmal fügen... Ich beschäftige mich gerade genau mit diesem Thema und lese dazu das Buch "Erfolgreiche Führung gegen alle Regeln". Einiges was weiter oben geschrieben wurde, erinnert mich sehr daran...
    In dem Buch werden die Ergebnisse einer der größten Studien des Gallup-Instituts beschrieben, in der untersucht wurde, was gute von sehr guten Führungskräften unterscheidet. Und dabei geht es genau darum, daß sehr gute Führungskräfte Mitarbeiter nicht nur nach ihren Fähigkeiten auswählen, sondern auch nach ihren Begabungen und Talenten und diese dann gezielt unterstützen und fördern. Eine Grundannahme dabei ist, daß man Fertigkeiten und Wissen aktiv erlangen kann, Begabungen für bestimmte Dinge aber da sind oder eben nicht. Folglich nützt es auch nicht viel, auf Schwächen (oder eben einer "Nicht-Begabung") herumzureiten und zu versuchen, sie durch Schulungen usw. "auszumerzen". Mir geht mit fast jeder Seite, die ich in diesem Buch lese, ein Licht auf und ich begebe mich gerade aktiv auf die Suche nach dem, was ich ohnehin irgendwie schon immer gerne tue (und was mir zu einem Großteil ganz "normal" und selbstverständlich vorkommt) und versuche zu filtern, was davon eine Stärke/Begabung/Talent von mir ist, die mich von anderen unterscheidet. Und ich muß sagen, diese Veränderung meines Blickwinkels gibt mir sehr viel Kraft und gleichzeitig ein ungeheures Gefühl von Entspannung, denn auf einmal ist es total okay, daß ich das tue, was ich gerne tue und ich nicht ewig etwas hinterherlaufe, was ich können sollen tun und wie ich sein müsste...
    Für mich hat sich auch ein großer Glaubenssatz massiv verändert: nämlich die Annahme, daß jeder alles lernen kann, die einem ja landauf landab sehr oft begegnet. Geht man davon aus, daß jeder Mensch (entsprechend seiner ganz individuellen Geschichte) einzigartig ist und damit ganz verschiedene Begabungen hat, macht diese Annahme wenig Sinn, denn das würde ja heißen, wir wären die sogenannte "tabula rasa", die nur mit den "richtigen" Dingen beschrieben werden muß. Schlimmer noch: oft beinhaltet die Annahme auch noch eine furchtbare negative Botschaft. Nämlich die, daß jeder auch selbst schuld ist, wenn er etwas nicht kann. Dann hat er sich nämlich einfach nur nicht genug angestrengt. In wievielen Firmen wird das den Mitarbeitern vermittelt bzw. werden sie danach beurteilt! Schlimm!
    Obwohl das Buch sich im Titel an Führungskräfte wendet kann ich es auch jedem empfehlen, der sich einmal mit seinen Stärken und Schwächen und dem Umgang damit befassen will - und Mitarbeiter ist ja jeder auch irgendwie irgendwo.
    Viele gestärkte Grüße!

    P.S. zu oben genannter Studie gibt es auch ein Nachfolgebuch mit dem Titel "Entdecken Sie Ihre Stärken jetzt!", was sich eher an Mitarbeiter auf der Suche wendet.

  21. Kerstin schreibt am 5. Juni 2007 um 10:21

    Den Rat, sich nur auf die Stärken zu konzentrieren, habe ich schon oft gehört. Die Sache ist für mich etwas komplexer. Wenn ich meine Stärken optimal nutzen möchte, dann komme ich leider nicht an meinen Schwächen vorbei; jedenfalls einigen davon. Deswegen arbeite ich an meinem Selbstbewusstsein, meiner Durchsetzungsfähigkeit und meiner Überzeugungskraft. Ich habe für mich erkannt, dass ich bestimmte Hemmungen, meine Bescheidenheit und Zurückhaltung überwinden muss, um beruflich wirklich erfolgreich zu sein.

  22. jd schreibt am 9. Juli 2007 um 07:46

    Warum wird nur immer von der Verwertbarkeit der Stärken im Job gesprochen? Geht es wirklich nur darum, mehr Geld zu machen?
    Wir könnten doch auch auch als Gesellschaft vorankommen.
    Aber das ist im Kapitalismus wohl nicht gewünscht.
    Da könnte man in die Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen einsteigen.
    Jeder Mensch könnte unabhängig von seinem ÜBERLEBEN überlegen, was sie/er denn tun möchte (wo ihre/seine Stärken liegen).