Einen Tag lang ein Heiliger sein…
Von Ralf Senftleben • 19 Kommentare
Jedesmal, wenn du jemanden in deinen Gedanken verurteilst, verurteilst du eigentlich dich selbst.
— Quelle unbekannt
Ab und zu mache ich eine spannende Übung: Ich nehme mir fest vor, einen ganzen Tag lang
- in keinster Weise abwertend über etwas oder jemanden zu reden oder zu denken und
- nichts und niemanden offen oder gedanklich wegen irgendetwas zu verurteilen.
Und puuuuhhhh… ich kann Ihnen sagen. Das ist jedes Mal wieder echt schwer. Eigentlich halte ich mich für einen einigermaßen positiven, bewussten und toleranten Menschen. Aber ich merke immer wieder, dass ich gerade bei Kleinigkeiten und den ganz alltäglichen Dingen noch eine Menge Potenzial habe (z.B. bei Leuten, die mir ungefragt am Telefon etwas verkaufen wollen).
Wenn Sie Lust haben, versuchen Sie es doch auch mal. Nur für einen Tag lang. Glauben Sie mir: das wird spannend.
Versuchen Sie einmal einen ganzen Tag sich über niemanden zu beklagen, nicht schlecht über jemanden zu reden oder zu denken. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, dass wir alle nur mit Wasser kochen und dass uns letztlich wesentlich mehr verbindet, als uns trennt und dass wir alle letztlich nur nach Glück und Erfüllung streben, nur eben auf unterschiedlichen Wegen.
Ganz wichtig dabei: Machen Sie auch weiter, wenn Sie mal einen Ausrutscher haben. Sollten Sie doch etwas Garstiges über einen Menschen denken, dann sagen Sie in Gedanken hinterher einfach so ehrlich wie möglich "Ich wünsch dir nur das Beste".
Ich habe einmal sinngemäß irgendwo gelesen, dass erfolgreiche Menschen am liebsten über ihre Möglichkeiten, Ziele und Träume reden und dass erfolglose Menschen sich lieber beklagen und jammern. Und ich glaube, da könnte es vielleicht eine Ursache-Wirkung-Beziehung geben.
Deswegen ist diese Übung ein schöner Schritt in Richtung Erfolg. Wie sieht es mit Ihnen aus? Vielleicht wollen Sie es ja einmal versuchen…





Super Tipp!
Meinem Sohn versuche ich die "Goldene Regel" (Bibel) zu vermitteln..., dem Sinn nach:
"Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem anderen zu."
Oder anders ausgedrückt:
"Wie man in den Wald hineinruft...!"
So einfach! So wahr!
Mir gefällt dieser Beitrag ausgezeichnet. Und das Wesentliche steht an der Spitze: das Zitat. :)
"Jedesmal, wenn du jemanden in deinen Gedanken verurteilst, verurteilst du eigentlich dich selbst."
Diese "Übung" kenne ich schon eine kleine Weile und jedesmal wenn ich sie mache oder auch einfach meine Aufmerksamkeit kurz im Alltag, in meinen Begegnungen mit Anderen, auf mich und meine Gedanken richte, stolpere ich, in seiner vielfältiger Form, darauf: dass das, was ich abfällig an Anderen betrachte und bewerte, doch eigendlich ungeliebte Seiten an mir selbst sind. :)
(Leichte, doch überdeutliche Beispiele)
Ich mag nicht meine Trägheit? Andere sind ja so faul..
Ich mag nicht meine Schwimmringe? Andere sind ja so dick..
Ich mag nicht meine Unordung? Andere lassen immer alles liegen, kein System..
Ich mag andere nicht schneutzen hören? Ich hasse Schnupfen. ;)
Gruß
Matthias
Ein guter Tipp, der eine Menge Selbsterkenntnis bringt und das Klima entscheidend verbessert. Plötzlich kann man andere in ganz anderem Licht sehen und eine wirkliche Kommunikation wird möglich, weil die Beschuldigungen aufhören. So wird man sich auch seiner eigenen Bedürfnisse bewusster und kann versuchen, diese angemessen auszudrücken.
Ich mag es nicht, wenn andere lästern... wie erkenntnisreich! ;-)
"Jeder Augenblick in dem ich nicht urteile,
ist ein Augenblick der Freiheit."
Ich übe mich darin schon länger und es trifft zu.
Es gibt nicht nur mir Freiheit sondern auch meinen Mit-Menschen,
die Freiheit, Sein zu dürfen, wie sie sind,
wie ich bin.
Und das wiederum bringt Frieden und Kämpfe sind dann nicht mehr nötig.
Ein Weg in die Freiheit und die Liebe.
Dagmar
Es gibt diesen Ausspruch: Wenn Du nichts Positives über einen Menschen zu sagen weißt, sage lieber gar nichts!
Das trifft sicherlich auf unsere Gedanken ebenso zu.
Und ist es nicht immer so, dass uns an anderen genau das auffällt, was uns an uns selber stört oder was wir uns selbst nicht trauen, aber insgeheim doch auch so gerne tun würden?
Unser Leben nimmt die Farbe unserer Gedanken an, und dabei spielt es keine Rolle, wer genau das Ziel unserer Gedanken ist.
Ihnen allen eine wohl-gedachte Woche.
Herzlichst
Kirsten Erlenbruch
Hallo Ralf und alle,
ja, dieses zitat steht im Lola Prinzip von Renè Egli, ich lese das Buch nun zum 3. Mal und bin am üben.... merke sofort, wenn ich anfangen will zu ver - urteilen - dann lasse ich es ganz schön sein, ich kann mich nur den anderen Kommentaren und auch dir - anschliessen.... es ist so - was mich an anderen stört, zu mir gehört!
wünsche allen eine sommerliche wohlfühlwoche!
herzlich Monika
Der Text wird mir helfen, in dieser Beziehung leichter Toleranz zu üben als bisher. Ich hatte mir dies schon öfter vorgenommen, aber falle dann doch ab und zu wieder in alte Verhaltensmuster. Anschließend ärgere ich mich dann, warum ich nicht toleranter und gelassener mit dem Problem und den darin eingebundenen Menschen umgegangen bin.
Also: Danke für die Zeilen und auch die Kommentare.
hezlich, Ingrid
...und wenn ich manchmal mit meinen ( bösen ) Gedanken dem anderen Gegenüber nicht weiter weiß , atme ich tief ein und denk innerlich laut zu meinem Gegenüber : " Und Gott sei mit Dir !" - hilft in der Praxis sehr , probiert es !7HG1
Hallo zusammen,
ich finde den Grundgedanken sehr schön, denn so könnte die Welt ein bißchen friedlicher werden. Ich bin in der Erwachsenenbildung tätig und gewohnt, vorurteilsfrei auf Menschen zuzugehen, was mit jedem Jahr besser gelingt. Doch manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich dann privat ein Ventil brauche, und auch mal übel lästere und rummotze. Diese "Phasen" sind schnell wieder vorbei und mir geht`s wieder gut. Für mich gehören diese Zeiten, die übrigens eh sehr selten sind, einfach zum Leben dazu. Kein Mensch kann ewig nur gelassen und nett sein. Solche Menschen, die immer nur lächeln, nie ärgerlich werden, werden nicht ernst genommen. Der Mensch hat soviele Facetten, warum sollte er eine davon ständig ausblenden? Solange man niemanden schadet oder wehtut ist auch mal "grantig" sein in Ordnung.
liebe Grüße
Mani
Die Formel ist zu einfach. Natürlich hat alles mit der eigenen Einstellung zu tun, aber weil jemand schlampig ist, deswegen muss ich es nicht sein oder mir wünschen. NEIN ! ... so ist das nicht, dann gäb´s ja gar nichts - wenn Jeder angeblich Jeden spiegelt - nur ein einziges Bild; im höheren Sinne vielleicht, im materiellen nicht.
Projektion ist etwas anderes, aber die findet nicht immer statt, denn sonst könnte der Doktor gar keine Diagnose stellen. Das ist natürlich Blödsinn, aber der Gedanke bzw. das Zitat ist leider weit verbreitet. Irgendwie ist es ein-fach, keine Werte zu haben und es entspricht dem Harmonie-bedürfnis vieler ... Warum soll ich mich anstrengen für andere, wenn man sich doch so locker abstreifen kann und sich nicht einmischt? Es könnte auch mangelnde Zivilcourage oder fehlender politischer Einsatz sein, schon mal daran gedacht? Weil alle alles hinnehmen, deswegen können Politiker locker weiterarbeiten wie gewohnt. Eine aktive Zivilgesellschaft kann das ändern, das weiß ich aus Erfahrung.
Aber es ist schon richtig, wir sollen andere nicht verur-teilen, weil es kann vieles in ihnen stecken, was wir nicht kennen. Gleichzeitig darf man aber auch tun, was man will und das ist vor allem für Frauen sehr wichtig. Achtung Falle ! *
Hallo zusammen,
das versuche ich schon seit vielen !!!! Jahren und es ist wirklich schwer. Doch ganz langsam ist es zu lernen und es klappt immer besser, ich entdecke mich jedesmal schneller dabei und kann mir inzwischen auch gut verzeihen, wenn ich mal wieder ausrutsche.
Außerdem komme ich damit und dabei meinem großen Lebensziel in kleinen Schritten näher: Alles und jedes mit den Augen der Liebe zu betrachten, denn alles hat einen tiefen Sinn. So wie wir denken, kommt es auf uns zurück und wir entgehen uns nicht.
Das hat mir nebenher beigebracht, mehr und mehr Geduld zu entwickeln und führt zu einem tiefen inneren Frieden.
Wie wunderbar, dass so gute Ideen, Anregungen unsere Welt ein wenig mehr heilen und erhellen.
Herzlich Heidi
Ja, es steht ja schon in der Bibel im Neuen Testament, dass man seine Feinde lieben soll und zuerst den Balken aus dem eigenen Auge entfernen bevor man sich um den Splitter im Auge des anderen kümmert.
Was heißt es denn seine Feinde zu lieben und den eigenen Balken zu sehen? Das Thema, worum es hier geht, ist Projektion. D.h. dass, was ich an anderen nicht mag oder ablehne sind oft eigene nicht bewußte Schattenseiten.
Ich war vor kurzem in einer Mobbingsituation. Dabei war ich das sogenannnte Opfer. Ich habe mir dann die Situation mal ohne Jammern und Opferhaltung angesehen und feststellen müssen, dass das was meine Feinde da gerade mit mir machen auch ungeliebte Eigenschaften und Verhaltensweisen von mir sind. Ich habe diese Mobbingsituation dann so für mich genutzt, mir meine Anteile an dieser Situation bewußt zu machen. Dabei entschuldige ich nicht das Verhalten meiner "Feinde". Dieses bleibt trotz meiner Anteile nicht in Ordnung. Aber wie es schon in der Bibel steht: Die Rache ist des Herrn. Es ist also nicht meine Sache für Vergeltung zu sorgen, es ist meine Sache, mir meine verdrängten Anteile bewußt zu machen.
In diesem Sinne ist diese Übung eine gute Sache, wenn man sich dabei auch seinen Schatten bewußt macht und nicht nur einfach eine positive Affirmation drüber setzt und das Negative im Unbewußten lässt. Wenn ich also merke, dass ich da wieder jemanden verurteile, kann ich mir ja auch mal anschauen, was ich da an dem anderen verurteile und ob sich dieses Muster nicht auch bei mir wieder findet. Vielleicht habe ich für mich nur einen Weg gefunden, es zu entschuldigen oder es so zu leben, dass es kaum noch erkennbar ist? Das wäre dann echte Schattenarbeit!
Dieses Zitat trifft voll ins Schwarze. Es ist doch soviel einfacher über andere her zu ziehen, als über sich selbst nach zu denken und seine eigenen Fehler zu erkennen. Z.B. liebe ich das Buch von Jane Austen -Stolz und Vorurteil- und genau das trifft oft auf mich selbst zu - ich habe u. hatte jede Menge Vorurteile gegenüber "Fremden". Ich arbeite ständig an mir selbst um genau diese zu überwinden. Leider gelingt es mir nicht immer so wie ich möchte - denn in den eigenen Spiegel zu schauen und die eigenen Fehler sehen - tut doch manachmal zu weh -. Aber ich gebe nicht und je mehr ich meine Fehler anerkenne desto leichter fällt es mir - über andere hinweg zu sehen.
Jeder Newsletter ist treffend, doch der vom 15.07.2007 fiel mir besonders auf. :-)
Ein Zitat von Elias Canetti sagt: "Der Unterschied zwischen Beobachten und Urteilen ist wie Atmen und Beissen".
Wertfreies Beobachten... liest sich so einfach und doch...
Ich habe mal eine Übung "Kamera-Blick" genannt, kennen gelernt. Irgendwo Menschen beobachten und nur DAS zu denken, wie es eine Kamera festhalten würde, ohne Interpretation und ohne Wertung. Eine echte Herausforderung, doch sehr spannend... :-))
Um noch auf einen eingangs erwähnten Bibelspruch zurück zu kommen: Da verwende ich lieber die positive Variante: "Behandle die Menschen so, wie du gerne behandelt werden möchtest". (Gelingt mir auch nicht immer...) *smile*.
Das ist eine Übung, die ich schon seit über einem Jahr mache und es ist immer noch sehr spannend.
Ich habe diese Übung noch ausgeweitet, sowohl vermeintlich "positives", als auch vermeintlich "negatives" nicht mehr zu be- oder verurteilen. Ich kann nicht wissen was für wen, wann gut oder schlecht ist.
Ein Freund hatte vor 27 Jahren einen schweren Autounfall, seine erste Frau ist dabei ums Leben gekommen. Mit seiner zweiten Frau, die Krankenschwester aus dem Krankenhaus ist er heute noch sehr glücklich verheiratet. Für ihn ist sein schrecklichster Tag auch sein schönster.
Und wenn es mir passiert, dass ich denke: "Oh Gott, die Armen." Oder auch: "Super, wie schön für sie." Dann segne ich mich und alle Beteiligten und weiss, dass ich gar nichts wissen kann, dass es nur meine Gedanken sind.
Manchmal möchte ich wissen, wer denn da überhaupt denkt, woher manche Gedanken kommen.
Positiv Denken und sprechen....das ist eine lebenslange Aufgabe.....wenn ich merke, dass Wut und Ärger über Menschen und Situationen aufkommt, nutze ich den
Tipp aus "Bestellungen an das Universum"....
Ich sage im Stillen zu mir, "Der Friede sei mit Dir"...
Der Friede sei mit Dir.....Das wichtigste sollte der Eigene Frieden sein und die innere Ruhe...Man/Frau sollte sich selbst einfach wichtiger nehmen als den Ärger...sein
eigenes Seelenleben sorgfältig pflegen und achten....
Was, wenn die Mutter allen Übels darin besteht, so zu tun als ob? Wer unter den Nazis nur an einem Tag nicht mit "Heil Hitler" gegrüsst hatte, hatte Probleme. Das heisst doch nicht, dass es richtig war, so zu tun! Es ist tatsächlich das Schwierigste, dem Negativen, und das gibt es, so zu begegnen, dass man nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Aber das Bad um jeden Preis schönreden, wie die Nazis das nach Stalingrad, bis zum Gehrnichtmehr taten, ist nicht das Gelbe vom Ei! Wir leben in einer Zeit, wo Grundlagen weggeredet werden, die Milch aus dem Supermarkt kommt, und jede Kuh mit ihrem Methanausstoss so viel zur Klimaerwärmung beiträgt wie ein Auto. Und das ist bekanntlich nicht mehr cool.
In Italien ist mir beim Nachsinnen folgender Satz eingefallen:
Erfolg, ist meines Erachtens, nicht davon abhängig, wieviel Geld oder Wissen man besitzt, sondern davon, in wie weit man Entscheidungen treffen kann und sie auch umsetzt.
(St. Riemann, 07/07 Italien, Mirano)
Ich meine das deckt sich mit Erfolgreich = Ziele, Träume, ...
und erfolglos = jammern (kein Ziel haben, keine Entscheidung treffen)