Mein trauriges Ich
Von Tania Konnerth • 53 Kommentare
„Deine Traurigkeit ist der dunkle Samt, auf dem die Juwelen deines Lebens leuchtend funkeln. So wird dir sichtbar, über welch reiche Schätze du verfügst.“
– Helen Ambach
Traurigkeit gehört zu den Gefühlen, die die meisten Menschen gerne verdrängen oder überspielen. Lieber schnell an was Schönes denken oder einen lustigen Film anschauen. Und wenn jemand im Umkreis traurig ist, versuchen wir, ihn oder sie abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen.
Ich versuche seit einiger Zeit, ein andres Verhältnis zu meiner Traurigkeit zu bekommen: Ich lerne, sie anzunehmen und zuzulassen und den Schmerz und das Ziehen ganz bewusst zu erleben. Das tue ich nicht, weil ich Masochistin bin, sondern weil ich immer wieder feststelle, wie viel sich in der Traurigkeit finden lässt: Inspiration, Tiefe und vor allem ich selbst.
Manchmal bin ich scheinbar grundlos traurig. Ich brauche dann immer eine gewisse Zeit, bis ich auch das annehmen kann. In einem ersten Impuls will ich mich schelten nach dem Motto: „Mensch, dir geht es so gut, wie kannst du eigentlich traurig sein?“ Aber ich halte dann inne und versuche mir die Traurigkeit zu erlauben.
Und diese Erlaubnis ermöglicht mir dann immer wieder ein Stück Selbsterkenntnis. Meine Traurigkeit anzunehmen, heißt auch mich anzunehmen. Und das tut gut, auch im Schmerz.
Traurigkeit zeigt uns, was uns wichtig ist. Sie macht uns bewusst, was wir vermissen, wonach wir uns sehnen und was uns fehlt. Traurigkeit schenkt uns Tiefe, denn sie bringt uns dazu, uns mit der Vergänglichkeit der Dinge zu beschäftigen und auch mit Grenzen. Grenzen, die entstehen, weil wir nicht alles (haben) können, nicht alles erreichen können, nicht alles verändern oder kontrollieren können.
Traurigkeit darf sein und in diesem Ja steckt die Kraft, sie auszuhalten.





Wie schön die Traurigkeit ist!
Ja, manchmal will man sie nicht haben, aber du hast genau die richtigen Worte dafür gefunden.
In der Traurigkeit steckt oft ein Samen an Hoffnung, der
verloren gegangen ist und den man in der Trauer wiederfindet
Danke für den wunderbaren Artikel, ich bin ganz Deiner, Ihrer Meinung (ich habe immer das Gefühl, dass wir uns irgendwie schon lange kennen...)!
Ich weiß inzwischen, dass Traurigkeit, die ich ganz bewusst zulasse und die ich annehme, mich zu unglaublichen Dingen antreibt..., sie gibt mir eine Wahnsinns-Kraft... Diese Erfahrung wünsche ich vielen Menschen..., ich finde es schade, dass wir heute so eine "Weglauf-Gesellschaft" geworden sind...
Glücksgefühle sind nur erlebbar, wenn man auch Traurigkeit erfährt. Jedes Wohlbefinden muss verflachen, wenn man sich da nicht auch wieder heraus reißen lässt und die komplementäre Seite spürt. Wenn ich mich den dunklen Gefühlen und Empfindungen verschließe, strande ich in einer Leere, die sich still in Wüste wandelt. (Danke an Claudia)
Manchmal jedoch ist es so schmerzlich, dass ich sie kaum ertragen kann. Sie überrolt mich und ich hänge scheinbar wehrlos in den Fäden. Wie eine Marionette. Gehe kraftlos durch die Tage und weine viel. Ein guter Freund versucht mich dann zu trösten, mir Mut zuzusprechen.
Es stimmt, wir versuchen, vor dieser belastenden Emotion davonzulaufen
Durch die Annahme der Traurigkeit habe ich eine Tiefe gespürt, die ich noch nicht von mir kannte. Das Problem ist nur, nicht in der Traurigkeit zu verharren, sondern wieder Mut zu fassen, zu lachen und zu leben, auch wenn es Gründe gibt, die die Traurigkeit bedingen.
Wenn ich durch die Traurigkeit gehe, mich gehen lasse, dann habe ich das Gefühl eine andere Tür/Möglichkeit öffnet sich. Dies ist eine schöne Erfahrung gewesen. Früher habe ich mich immer schnell abgelenkt, aber seit diesem Jahr versuche ich sie anzunehmen und zu durchleben.
Erst kürzlich hatte ich so Gedanken, das ich am liebsten *gar keine* unangenehmen Empfindungen im Leben hätte. Damit meine ich noch nicht mal unbedingt die Traurigkeit. Ich bin eh ein kleine Melanchoniker. Da gibt es unangenehmere Gefühle wie Angst und Scham wovon ich auch genug besitze. Die Traurigkeit selbst finde ich gar nicht so schlimm.
Früher gab es ein Bild meiner Traurigkeit: es war ein großer, dunkellilaner See umgeben von gezackten Bergen. Auf einem Steg konnte ich entlanglaufen und direkt hineinspringen.
Das habe ich früher ganz bewußt getan und gesagt: Ich gehe jetzt mal eine Runde baden. Dann bin ich einmal durchgeschwommen und ganz außer Atem aber befreit von meiner Last wieder am Steg herausgekrabbelt. So hatte ich Zeit für meine traurigen Gefühle und ein Ende war aber auch gleichzeitig immer in Sichtweite, das fand ich wichtig.
Ich frage mich gerade, wo er hin ist, mein Lila See?
Keine Ahnung!
Das ist ein sehr schöner Beitrag. Ich kenne dieses Gefühl der Traurigkeit und kann das sehr wohl nachempfinden.
Manchmal gehe ich abends total fröhlich ins Bett, und wache am nächsten Morgen tieftraurig auf. Früher habe ich gegen diese Traurigkeit angekämpft, und machte damit alles nur noch schlimmer.
Heute akzeptiere ich meine Traurigkeit einfach als Bestandteil meiner Persönlichkeit und hinterfrage auch nicht mehr, warum wieso weshalb sie das ist.
Umso schneller verfliegt dieses Gefühl wieder.
Das Spannende ist die Frage:
Was ist Traurigkeit?
Ich habe erst jetzt darüber gelernt. Pure Traurigkeit ist nicht verbunden mit Angst. Pure Traurigkeit tut gut, aber erst, wenn diese anderen Faktoren (wie z.B. die Angst) daraus verschwunden sind.
Dieses nicht Hinterfragen fällt mir besonders schwer. Das hat aber etwas damit zu tun, dass ich es nicht gut aushalten kann, wenn ich nicht weiß, was gerade aktuell mit mir und in mir los ist.
Hallo liebe Tanja, schon wieder hast Du ganz den Punkt getroffen und begegnest mich genau wo ich jetzt bin. Danke Dir sehr. Ich nehme gerade Abschied - die Tanzschule muß umziehen, weg von einem Raum, wo der Regenbogen vor einem Jahr begann.
Ein REGENBOGEN - ein TRAUM
ich geh jetzt
zuletzt vorsichtig
mit wachem Sinne
den Berg nach Pfrondorf
steh wo einst Holz
und Späne lagen
Achtungsvoll auf Bretter
die die Welt bedeuten
für kurze Zeit umwandelt
ich rieche liebgewonnene
offene Felder
und der Himmel
trägt Regenbogen Bilder
bewegte Körper lachende Gesichter
Die Sonnenblume beugt ihr Haupt
gibt dankbar Ihre Samen
Eine Träne nun
im Ozean des Lebens
Wolken Wässern
und die Erde breitet Wurzeln aus.
..........
Ich weiß um dies alles, und trotzdem ist es schwer.
Hazelle
Ein ganz anderer Gedanke, der mich seit einem Gespräch vor ein paar Tagen beschäftigt, der nun bei deinen ersten Worten, Tania, wieder aufgetaucht ist.
Warum versuchen wir "anderen" oft "vorzuschreiben", was jemand empfinden soll?
So wie du es ansprichst, dass wir versuchen, einen Traurigen von seiner Trauer abzulenken.
Aber auch das andere gibt es, haben wir im Gespräch festgestellt: Wir nehmen es jemandem in der "Trauerzeit" übel, wenn er einmal fröhlich ist: "Das geht doch nicht! Da ist doch erst ... gestorben!"
Und doch finde ich es wichtig, dass jeder lernt, dass ich immer besser lerne, meine momentanen Gefühle zu spüren, sie ernst zu nehmen und zu durchleben.
Danke für den wunderbaren Artikel zur Traurigkeit. Ich bin tief berührt.
Tiefe Traurigkeit begelitet mich mein Leben lang. In letzter Zeit gelingt es mir immer öfter Kontakt zu meinem inneren Kind aufzunehmen, besonders zu dem traurigen vernachlässigtem inneren Kind. Es erzählt mir dann von seinem Erleben, seinen Wünschen und Träumen und von seiner Resignation. Ich kann es dann verstehen, in Liebe einhüllen und mit in mein Herz nehmen. In den großen Herzraum der manchmal ein Festsaal ist und manchmal leer und still.
danke für den tollen Artikel! gefällt mir sehr. habe nur einen Kommentar zum Kommentar von Sonja:
sie schreibt:
"...dass ich es nicht gut aushalten kann, wenn ich nicht weiß, was gerade aktuell mit mir und in mir los ist...."
vieleicht ist der Gedanke hilfreich, daß wir nach meiner Meinung nie auch nur annähernd wissen=uns bewußt sind, was "mit uns los ist": das ist sillionenmal zu komplex um es bewußt zu erfassen.... oft meinen wir auch nur zu wissen was mit uns los ist ohne die wahren, komplexen Gründe zu kennen...
Liebe Tanja,
den Beitrag über Traurigkeit könnte ich eins zu eins unterschreiben - wunderbare Gedanken und sehr gut auf den Punkt gebracht.
Auch die Beiträge der anderen waren sehr interessant zu lesen!
Bei mir selbst hat sich da auch innerhalb des letzten Jahres ein ziemlicher Wandel vollzogen. Früher hatte ich immer die Antreiber im Kopf "sei gut gelaunt", "sei perfekt" usw. und ich habe mich "immer selbst zusammengerissen" wenn es mir mal nicht gut ging, anstatt auch der Traurigkeit, Ratlosikeit, Lustlosigkeit (und sonstigen "negativen" Gefühlen) Raum zu geben.
Jetzt lerne ich das. Und da ist mir Dein Beitrag ein sehr willkommener Wegbegleiter.
Noch ein Zitat von Paula Modersohn-Becker: "Traurigkeit ist etwas Natürliches.Es ist wohl ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu."
Vor einiger Zeit in "Zeitzuleben" gegunden:
Das Märchen von der traurigen Traurigkeit
Es war einmal eine kleine Frau, die einen staubigen Feldweg entlanglief. Sie war offenbar schon sehr alt, doch ihr Gang war leicht und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei einer zusammengekauerten Gestalt, die am Wegesrand saß, blieb sie stehen und sah hinunter.
Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Decke mit menschlichen Konturen.
Die kleine Frau beugte sich zu der Gestalt hinunter und fragte: "Wer bist du?"
Zwei fast leblose Augen blickten müde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.
"Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch.
"Natürlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet."
"Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flüchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?"
"Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden Flüchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?"
"Ich..., ich bin traurig", sagte die graue Gestalt.
Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf. "Erzähl mir doch, was dich so bedrückt."
Die Traurigkeit seufzte tief.
"Ach, weißt du", begann sie zögernd und auch verwundert darüber, dass ihr tatsächlich jemand zuhören wollte, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurück. Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest."
Die Traurigkeit schluckte schwer.
"Sie haben Sätze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: 'Papperlapapp, das Leben ist heiter.' und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot. Sie sagen: 'Gelobt sei, was hart macht.' und dann bekommen sie Herzschmerzen. Sie sagen: 'Man muss sich nur zusammenreißen.' und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken. Sie sagen: 'Nur Schwächlinge weinen.' und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fühlen müssen."
"Oh ja", bestätigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir auch schon oft begegnet..."
Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dünne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Stattdessen schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."
Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfühlt, dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.
"Weine nur, Traurigkeit", flüsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt."
Die Traurigkeit hörte auf zu weinen. Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin:
"Aber..., aber - wer bist eigentlich du?"
"Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd. "Ich bin die Hoffnung."
Von Inge Wuthe, eingesandt
von einem Zeit zu lesen-Leser
leicht umgeschrieben
Oh man, mich haut es jede Woche wieder von den Socken!
Die Artikel passten bisher immer ganz genau zu dem, was gerade in diesem Moment in mir los war, so auch heute wieder...
Traurigkeit ist genau wie Freude ein Gefühl in uns. Wenn wir aufhören die Traurigkeit zu fühlen, werden wir auch irgendwann die Freude nicht mehr spüren können.
Die Traurigkeit (im "normalen" Ausmaß) hat ja auch immer einen Nutzen: sie weist uns auf etwas hin, was in unserem Leben fehlt:
z.B. eine nahestehende Person, die nicht mehr da ist
oder eine Lebenssituation, die so nicht mehr gut für uns ist.
Nur so können wir etwas begreifen und etwa verändern.
Würde uns also ohne das Gefühl der Traurigkeit überhaupt auffallen, dass etwas nicht in Ordnung ist? Dass etwas fehlt?
Ich denke nein, denn ohne Freude würden wir auch nicht bemerken, dass etwas schönes da ist oder geschieht.
Liebe Tanja,
Dein Artikel hat mich sehr berührt und vor allem die Ehrlichkeit. Ich hatte vor ein paar Jahren einen schweren Bornout. Ich konnte nicht mehr lesen, nicht mehr hören, nicht denken - es war einfach alles zuviel. Ich saß Wochen im Garten und schaute einfach in den Himmel. Trauer war es, die mich umgab. Wenn man nicht mehr arbeiten kann verliert man alles. Zuerst die Firma, dann das Einkommen, den Partner und dann kommt die Gesundheit dran. So gibt es verschiedene Formen von Trauer. Meine dauerte Jahre an.
Das Schwerste ist, sie zu akzeptieren, sich nicht zu schämen und einfach traurig zu sein, zu denken, es ist jetzt so, du bist jetzt dran. Trauer wurde ein Teil von mir.
Irgendwann fing ich an zu fotografieren. Hielt fest, was ich sah. Mir war damals nicht bewußt, das ich das Spiegelbild meiner Seele festhalte. Ich habe mich im Januar wieder selbständig gemacht - bin also mutig und das interessanteste ist dies - die Menschen mögen vor allem meine Bilder. Oft schreiben Sie mir, wie wunderbar sie sind.
Ja wunderbar - aus einer Zeit voll kostbarer Trauer.
Danke für Deine Inspiration. Manuela
liebe tanja,
es ist immer wieder schön zu lesen, wie du aus dem herzen schreibst, was uns menschen bewegt - DANKE !
und gerne hier mal etwas zur "versteckten Traurigkeit"
http://www.der-traveller.de/html/versteckte_traurigkeit.html
mit lieben grüßen
der traveller
Hallo Tanja...
das ist ein sehr schöner Artikel über die Traurigkeit...
Mir geht es ähnlich, wie Du es erlebst - und jetzt - durch Deine Worte gibst Du mir eine neue Sichtweise auf meine Gefühle mit der Traurigkeit...und vor allem auf mich im Ganzen...
Dankeschön... :-)
Deine Claudi
Ich lese schon lange die überaus guten Themen bei "Zeit zu leben" und Ja, es ist wirklich gut, dass in der heutigen
Spaßgesellschaft auch die nicht so bequemen Gefühle angesprochen werden.
Traurigkeit begleitet mich schon lange Zeit. Kaum einer will damit konfrontiert werden, eben aus dem Grund der Unbequemlichkeit. Die Zeiten sind nicht so rosig und jeder möchte sich nur mit freudigen Dingen beschäftigen. Es geht aber viel dabei verloren. Traurigkeit erweckt das Bedürfnis sich selbst zu erforschen, die Tiefsinnigkeit der eigenen Seele; dahin hinabzusteigen und daraus wieder empor zu wachsen. Die Akzeptanz ermöglicht es uns wieder zum Licht zu strecken. Die vielen schönen Kleinigkeiten zu sehen und Freude zu tanken, für die Zeit, in der wir wieder in den Tiefen unserer Seele ruhen, die doch relativ unerforscht und gewaltig sind. All das gehört zur Persönlichkeitsentwicklung, -erkennung, zum Leben.
Weshalb behaupten viele, im Leben sollte man glücklich sein.
Das wäre nur ein Teil des Lebens, der andere aber, der ist genauso Bestandteil. Die Gesamtheit machts aus, dass man irgendwann einmal sagen kann, ich habe gelebt.
Ich muss zustimmen, dass man nicht immer glücklich sein kann. Es behaupten aber viele und ich selbst hab es denjenigen lange geglaubt. Doch die Traurigkeit holte mich genau heute wieder ein und ich werde diese Traurigkeit zulassen, aus der Gewissheit, dass nur so die Fröhlichkeit und die glücklichen Momenten wieder geschehen können. Ich versuche meine Erkenntnisse auch meinen Kindern weiterzugeben... Wichtig ist auch, dass wir die Traurigkeit auch wieder weiterziehen lassen, oder?
Leben ist lernen, lieben, loslassen und lachen.
Alles Liebe an alle Leser!
Monika
Ps. der travaller hat eine sehr schöne homepage!
Ein sehr schönes Zitat
Die Traurigkeit und die Besinnung hat ihre Zeit für mich am Ende des Kirchenjahres, also im November. Ich finde das Leben viel zu schön um wegen nicht schwerwiegender Sachen traurig zu sein.
Traurigkeit als Hilfe kann ich nicht nachempfinden. Seit der Pupertät bin ich traurig. Die fast immer präsente Melancholie beeinflusst mein Leben, es ist als würde ich in einem "Tränenmeer" leben und nur gelegentlich gelingt es mir aufzutauchen - Luft zu atmen, Sonne zu spüren, das glückliche Leben der anderen sehen. Viel habe ich versucht und immer gehofft eine Heilung zu finden, zu einem Leben ohne Trauer zu kommen. Einzeltherapien, Gruppentherapien, Medikamente, Sport, Meditation. Es kommt mir vor wie die Diäten die ich auch immer wieder machen. Danach bin ich noch dicker und die Traurigkeit erstickt mich fast. Soll Dein Artikel mir sagen ich muss es einfach akzeptieren dass ich depressiv bin und bis zu meinem Tod damit leben muss. Tage die besser sind und Tage an denen es schrecklich ist.
Ein herzliches Dankeschön all Euren Beiträgen und Rückmeldungen, ich freue mich sehr, dass offenbar rübergekommen ist, was ich ausdrücken wollte.
@Renate: Ich denke, zu Beginn der Veränderung steht tatsächlich erst einmal die Annahme, ja. Denn Depression zeichnet sich oft gerade dadurch aus, dass man gegen den Ist-Zustand ankämpft und sich dadurch ersten selbst bekämpft und zweitens extrem viel Kraft verliert. Annahme heißt aber nicht, dass es so bleiben muss, nein. Aber aus dem "Ja" findet man oft viel mehr Möglichkeiten zur Veränderung als aus einem "Nein".
Dir und Euch allen alles Gute,
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
Renate Du kannst es nicht nachempfinden ? Ich empfinde diesen Abschnitt als die Schlüsselbotschaft :
"Traurigkeit zeigt uns, was uns wichtig ist. Sie macht uns bewusst, was wir vermissen, wonach wir uns sehnen und was uns fehlt. Traurigkeit schenkt uns Tiefe"
Das ist doch schön beschrieben. Schenkt uns Tiefe. Vielleicht kannst Du es ja mal so betrachten. Und ich glaube auch in dem Artikel geht es eben um TRAURIGKEIT. Eine wirkliche handfeste Depression ist da sicher noch was ganz anderes.
Ach so: Schöne Webseite, Traveller
Liebe Frau Konnerth,
vielen Dank für diesen Beitrag. Der geht in die Tiefe und es geht um das Annehmen, das Annehmen von Dingen, die wir nicht mögen. Doch gerade diese Herausforderungen bringen uns weiter. Es tut gut, diesen Text zu lesen, fern des oberflächlichen alles ist gut - positiv Denkens. Schmerz, Trauer, Wut, Fehler, etc. dürfen auch sein. Kein Tag ohne Nacht.
Danke.
Richtig gut und für mich richtig passend. Ich kam von einem WE Seminar in der train the trainer Ausbildung zurück und habe die Ebenen der Veränderung versucht in die Praxis umzusetzen. In diesem Zuge habe ich mich neu verliebt und meiner Liebe ein gemeinsames Leben vorgeträumt und vorgestellt. Als sehr dynamisch veranlagter oder mit LIFO zu sprechen " Roter " leider noch ohne den erhofften Enderfolg. Meine Traurigkeit ist also momentan doch sehr groß. Dieser Artikel half mir sehr damit besser umzugehen. Auf dem Wege der Selbstfindung und Selbstverwirklichung ist das Zulassen der Traurigkeit eine sehr große Möglichkeit sich selbst zu erkennen und zu leben und damit auch von den Menschen gefunden und geliebt zu werden. Da wir alle lobsüchtig sind
ein ehrliches Lob von mir an dieser Stelle. D A N K E
Was du geschrieben hast hat mir auch sehr gefallen!
Denn es bestätigt mich darin, dass man auch die unangenehmen gefühle zulassen muss - sie einfach durchleben muss...
mein vater sagt immer, dass ich mich da nicht so hinein vertiefen darf, dass ich mich ablenken muss und einfach irgendeiner arbeit nachgehen sollte....
aber wenn ich nunmal traurig und total am boden zerstört ist, muss man erstmal aufarbeiten,... denn es hat immer einen Grund - jedes Gefühl! auch wenn man den grund oft nicht kennt.
Danach fühl ich mich zwar manchmal etwas geschwächt, aber nach ner kurzen erholungspause gehts mit doppelter kraft weiter und ich kann wieder freude und glück empfinden... :-)
Und es ist auch wirklich schön, wenn man es einfach mal zulässt und sich zeit dafür nimmt, die traurigkeit und wut etc zu durchleben... und nicht die ganze zeit denkt "hör doch endlich auf zu weinen" denn dieser gedanke macht alles nur schlimmer......das -sich-selbst-annehmen ist wirklich das schönste
:-)
Meine Traurigkeit:
ich bin heute sehr traurig, ich lasse die Tränen los, ich will meiner Traurigkeit Luft machen, mich nicht immer zusammen nehmen und so tun, als ob - wie ich es ein Leben lang gemacht habe, gesagt - "mir geht es gut" und innerlich weint die Seele Tränen - ich lasse jetzt die Tränen die Seele waschen und schäme mich nicht! Traurigkeit ist keine Krankheit, sondern ein Geschenk der Evolution. Ich konnte schon erfahren, dass Traurigkeit ein vitales Gefühl ist, wenn ich sie nur "lebe" ... doch in unserer Kultur kann Trauer/ traurigsein keinen Ausdruck finden... man ist immer gut drauf!! und ich habe da mitgemacht! (ja, alles hat seine Zeit) die Unterdrückung von Trauer/Traurigkeit führt zu Lebensangst und Depression - bei manch einem auch zu Aggression. Die Fähigkeit - Traurigkeit zu zulassen ist immer ein Reifeprozess.......
danke an Tania und euch alle für die guten Beiträge! ich hab euch lieb!
mich hat der artikel gestern auch zum richtigen moment erwischt.. trage nach einer aggressionsphase eine schwermut mit mir herum.. hoffe, dass sie sich im nächsten moment in lebensfreude auflöst - und irgendwie wird sie das auch bestimmt..
und bis dahin... die traurigkeit also aushalten.. die schwere...... mal sehen durch welche tür ich hindurch will.
Ja, die Traurigkeit.
Inzwischen glaube ich, dass
-der Autofahrer, der mich anhupt und abdrängeln will;
-die Kassiererin, die mich anmault, weil ich das Geld nicht gleich parat habe;
-mein Nachbar, der mich ankeift, weil ich ein einziges mal den Müll nicht getrennt habe;
dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach tieftraurige Menschen sind.
Warum ich das glaube? Weil ich meine Traurigkeit verbannt habe und sie als Wut zurückgekehrt ist.
Es gibt wohl niemanden, der die Traurigkeit nicht kennt. Es ist hier schon sehr viel Wichtiges, Interessantes und Weises zur Trauer geschrieben und kommentiert worden. Das zeigt mal wieder, wie sehr du, Tanja, mit deinem Artikel den Nerv der Leserinnen & Leser getroffen hast.
Vor allem in der Pubertät war ich oft sehr traurig. Auch in späteren Jahren überrollten mich Wellen der Trauer. Manchmal gab es einen konkreten Anlass, oder ich ahnte die dahinter liegenden Ursachen. Manchmal war die Trauer bodenlos tief, wie ein schwarzer Abgrund, in den ich zu fallen drohte. Und auch das ging vorbei. Je älter ich werde, vielleicht auch je länger ich Zen-Meditation übe, desto seltener empfinde ich diese Trauer. Ich habe sie irgendwann als natürlichen Teil meines Da-Seins akzeptiert, denn ich hatte erlebt, wie die Trauer kommt und geht, und wie sich alles verändert.
Wer die Traurigkeit verbannt, dem begegnet sie als Wut. Und man kann sich auch wunderbar in dieses bittersüße Gefühl hinein steigern, und sich im persönlichen und allgemeinen Weltschmerz suhlen. Damit stellt man sicher, dass man sein Leben lang traurig bleiben darf ;-)
Besonders gut gefällt mir das von Julia eingestellte Zitat von Paula Modersohn-Becker: "Traurigkeit ist etwas Natürliches.Es ist wohl ein Atemholen zur Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu."
Und auch wenn es völlig un-esoterisch klingt: wird ein zufriedener und ausgeglichener Mensch grundlos traurig, dann sind es vielleicht "nur" Hormone, die der Körper permanent produziert, und die phasenweise einfach mal wieder abgebaut werden müssen. Frauen können bei unerklärlicher Trauer auch mal überprüfen, in wie weit diese Empfindungen in bestimmten Phasen des Monatszyklus gehäuft auftreten...
Herzliche Grüße
Jacqueline
Traurigkeit ist wichtig. Aber nur, wenn man den Weg auch wieder heraus findet. Mein Bruder wurde letzte Woche mit 19 Jahren beerdigt. Klar war und bin ich auch traurig, aber wenn ich mich dieser Traurigkeit ganz hingebe, finde ich nicht mehr heraus....
Liebe Tanja, sie schreiben mir mit diesem Artikel ganz aus dem Herzen. Wenn ich mir die anderen Kommentare so durchlese entdecke ich dass ich ja gar nicht alleine bin mit meiner Traurigkeit, die mich so oft befällt, mich vom Empfinden her lähmt & scheinbar blockiert. Oft denke ich dann, ich bin allein mit meinen tiefen Gefühlen & so anders als andere Menschen die mit einer scheinbaren Leichtigkeit & Unbekümmertheit durchs Leben gehen. Danke für all die Denkanstöße dadurch rückt meine Traurigkeit in ein völlig neues Licht u. die Chance etwas gewinnbringendes Neues für sich persönlich zu entdecken. Liebe Grüße von Ute.
prinzipiell finde ich das shon richtig, nur geht es mir so, dass ich mich zum teil in meinem leben so an die trauer gewöhnt habe und mich darin verkrochen habe dass ich zeitweilen nicht einmal mehr die anderen seiten des lebens mitbekommen habe. es hat mich zu einem dramatiker gemacht und ich bin gerade in jahrelanger kleinarbeit mühsam dabei dies wieder abzubauen. ich bin auch nicht dafür dinge schön zu reden aber die gefahr des "sich reinsteigerns" besteht doch immer irgendwie.
liebe grüße!
sind denn nicht ALLE gefühle, die da sind richtig und gut?
das bin eben ich, ganz so wie ich bin. nicht gut und nicht schlecht, eben so wie es ist......
... wunderbar, Tania, und troestend zu sehen, dass man nicht alleine dasteht - nach den ganzen Kommentaren zu urteilen.
Hier eines meiner Lieblingszitate zu diesem Thema (weiss leider nicht von wem :-O)
Fällt Dir das Leben einmal schwer, so versuche ein bisschen, einen Clown nachzumachen, der in seinem Herzen weint und dennoch lachend für ein Kind auf der Geige spielt - um so von den Tränen seines Herzens geheilt zu werden.
...und was ist, wenn diese traurigkeit länger andauert? wie nennt man denn das? ist es dann auch noch gut?
*Tania Konnerth schreibt:*
Traurigkeit, gerade über einen schweren Verlust, kann auch lange andauern, ja. Aber - und das ist ganz wichtig: wir dürfen über unsere Traurigkeit das Leben nicht vergessen. Wenn wir also das Gefühl haben, nur noch traurig zu sein, steht an, sich Hilfe zu suchen.
Alles Gute von
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
Hallo ihr alle am anderen ende!
Trauer hat heilende Kraft.
Heilung kann schmerzen.
Noch nie hat ein Artikel den Weg so tief in mein Herz gefunden.
Tanja ich danke dir ganz ganz fest für ihn.
Gerade heute, an einem Tag, an dem ich so sehr traurig bin, hast du mich auf die Spur, auf meine Spur, gebracht.
Sei dafür umarmt.
Und ihr da draussen, die ihr ja alle die Traurigkeit kennt, mcht euch immer wieder neu bewußt, ihr seid nicht allein mit euren Gefühlen, Ängsten und Gedanken.
Wir haben ja die Möglichkeit uns zu vernetzen und.........
ein starkes Netz ist immer tragfähig.
Paßt auf euch und euer "Feeling" auf.
Herzlichst euer Mariandl
Hallo,
die Worte zur Traurigkeit haben auch mich tief berührt. Leider hat meine Trauer momentan einen ganz konkreten Anlasse - der Tod einer guten Freundin. Mit meiner Trauer kann ich umgehen, aber wie gehe ich mit der ihres Mannes und ihrer Familie um? - Ich will sie ja nicht alleinlassen, aber bin auch unsicher, ob ich mit Ihnen über den Verlust reden soll oder ob sie vielleicht einfach mal ein paar schöne Stunden haben wollen, ohne über das ohnehin alles beherrschende Thema, nämlich den Verlust der Frau und Mutter zu reden? Wie seht Ihr das?
Viele Grüße,
annabelle
Danke!
vieles viel zu kostbar zu lesen, um es maleben so zu überfliegen...
ein paar Worte zu: wie denn sich der Traurigkeit hingeben?
Wie den Schmerz ertragen, der sich dahinter versteckt?
Ich habe in Zeiten grösster Not gemalt: eine Folge von Bildern in Windeseile in tiefblau, schwarz; Tropfen, Striche, Balken, alles mit Wasser durchtränkt und die ein oder andere Träne tropfte drauf ... später habe ich einzelne Bilder daraus verschenkt.
Sich der anbahnenden Trauer hingeben, indem ich mir einen Rahmen schaffe: Zeit nehmen, spazierngehen...
zum Bach vielleicht, oder einem Wasserfall zusehen... das
kann die Tränen zum fließen bringen.
Taschentücher, Klopapier oder Küchenrollen massenhaft benutzen und sich bei einer Freundin mal so richtig ausheulen... (und auch klagen...)
Sich körperlich mal so richtig draueinlassen, dass es einen durchschüttelt, das schluchzen so von ganz tief innen kommt und das Gesicht verquollen aussehen darf hinterher...
Herzliche Grüsse Ml
Liebe Annabell,
ob Du sie vielleicht ganz offen ansprechen kannst und sagen, dass Du unsicher bist und dich fragst was ihnen im Moment gut tut.
Sie ermutigen, dir offen zu sagen, was ihnen gut tut??
Es ist ja sicher auch so, dass der Familie in unterschiedlichen Momenten wahrscheinlich immer was anderes gut tut.
Liebe Grüsse, Carla
„ICH bin Wut und Traurigkeit,
Freude und Gelassenheit,
Schwäche und Kraft,
Müdigkeit und Ausdauer,
Leben und Tod –
im Angesicht des Lebens“
Hallo liebe Tania Konnerth, die obigen Worte fielen mir ein, als ich Ihre Gedanken zur Traurigkeit las. Sie haben sie genau auf den Punkt gebracht. In der Traurigkeit liegt eine tiefe Wahrheit und hier können wir die Liebe zu uns selbst entdecken. Ich wünsche allen den Himmel im Herzen und die Freude in der Seele und Wunder, in dieser wundersamen Zeit.
Ich finde diesen Beitrag erleichternd. Unabhängig davon, dass ich durchaus ein Verfechter des Positiven Denkens bin und Menschen nicht ausstehen kann, die ewig jammern und sich als Opfer der Umstände fühlen, finde ich es manchmal auch bedenklich, dass sich unsere Spaß-Gesellschaft dahin entwickelt, nur noch jung, dynamisch, positiv, erfolgreich und nie traurig, deprimiert,verletzt - eben einfach mal Mensch sein zu dürfen.
Wie macht ihr das? Wie haltet ihr das aus? Ich halte meine Traurigkeit nicht aus. Ich hasse sie, ich kann sie nicht annehmen, denn sie nimmt mich ein!
Liebe Carla,
danke für die Antwort. Werd mir beim nächsten Treffen mal ein Herz fassen und direkt fragen.
Viele Grüße,
annabell
am 14.7. hab ich also geschrieben: die traurigkeit also aushalten....
gestern durfte ich entdecken (immer wieder ein geschenk!), was mich (aktuell) so traurig stimmte.. der kern wurde getroffen.. ich durfte weinen.. durfte mich hilflos fühlen..
mit neuer achtsamkeit für mich und die leistung die ich bringe, also auf ins leben!
Ihr tut mir gut. Gerade stecke ich in einer sehr tiefen Trauer. Beim Lesen des umgeschriebenen Märchens von Gerhard Paulin kamen mir die Tränen und ein befreiendes Lachen, als ich von der Hoffnung las.
Eure Beiträge tun gut - ihr zeigt mir, dass ich nicht alleine und einsam bin. Danke!
Karin
Hallo liebe Tanja Konnerth,
ich nehme gerade Abschied von meiner Mutter, die vor ein paar Tagen gestorben ist. Meine Trauer und mein Schmerz sind so unendlich groß, dass sie mir unüberwindbar erscheinen.
Trauer zuzulassen ist wichtig. Dein Artikel hat mich noch einmal daran erinnert - vielen Dank.
Was ist aber wenn die Traurigkeit sich soooo breit macht, dass sie allen anderen Gefühlen jeglichen Raum nimmt? Im Moment habe ich das Gefühl, nie wieder wirklich fröhlich sein zu können.
Katrin
*Tania Konnerth schreibt:*
Liebe Katrin,
Traurigkeit kann tatsächlich manchmal so groß sein, dass sie alles einnimmt und das kann leider auch für einen längeren Zeitraum so sein. Wenn man daran zu ersticken droht, ist es unerlässlich, sich Hilfe zu suchen - z.B. durch einen Trauerbegleiter, eine Selbsthilfegruppe oder auch einen Therapeuten. Man kann wieder fröhlich sein, davon bin ich überzeugt, aber manchmal findet man den Weg dorthin nicht allein.
Alles Gute,
Tania vom "Zeit zu leben"-Team
Liebe Tania,
wie gut kann ich Deine Wort nachempfinden. Ich habe mein Empfinden dazu vor ein paar Jahren in einem Gedicht ausgedrückt...
Wiedersehen
Schau ihm ins Gesicht
- dem Schmerz –
der dich begrüßt,
wie einen alten Freund.
Er lächelt dich an,
als wenn du dich freuen würdest
ihn zu sehen.
Er hat sich ein wenig verändert.
Seine harten Züge
sind weicher geworden.
Zögernd fragst du ihn,
warum er zurückgekommen ist.
Und seine Antwort erschreckt dich.
Er sagt, daß du ihn brauchst.
Und du fragst dich selbst –
du hast ihn doch nicht vermißt –
oder?
Denn warum sonst
fühlst du diese Vertrautheit?
Du lächelst zurück,
als er dich umschließt
mit seinen starken Armen.
Dich fast erdrückt
mit seiner Kraft.
Denn du weißt,
er wird wieder gehen –
genauso plötzlich wie er gekommen ist -
Dein Freund „Schmerz“.
Alles Liebe,
Marietta
ich kann den vielen beiträgen nur zustimmen.
ja,man sollte die traurigkeit zulassen.
auch das letzte gedicht von marietta finde ich gut.
auch die zeilen von tanja drücken mein empfinden über
die traurigkeit so treffend aus.
Was wir scheinen und schau'n,
ist nur ein traum in einem traum.
LG an das Zeit zu leben Team
Thomas