Wieder staunen können
Von Tania Konnerth • 9 Kommentare
"Verkauf deine Klugheit und beschaff dir Staunen."
– Rumi
Heute habe ich mal wieder eines meiner Lieblingszitate für Sie. Jedes Mal, wenn ich diese Worte von Rumi lese, bin ich von ihnen begeistert. Ich nicke mit dem Kopf und mein Bauch ruft „Au ja!“
Staunen können ist etwas sehr, sehr Schönes. Doch nur allzu oft sorgt eine Stimme (das kann eine andere Person sein, aber auch eine Stimme in uns selbst) mit einer schlauen Erklärung für ein jähes Ende des Staunens.
Es sind schon so viele Wunder der Welt erforscht worden und damit erklärbar. Natürlich wissen wir alle, dass ein Regenbogen etwas mit Lichtbrechung zu tun hat, aber sich vorzustellen, was an seinem Ende auf uns warten könnte, ist viel schöner, als zu wissen, dass wie er genau entsteht, oder nicht?
Die größten Stauner sind Kinder. Besonders für die Kleinsten ist noch alles ein Abenteuer, alles aufregend und überall sind Wunder zu entdecken. Ich persönlich denke, wir sollten uns alle diese Gabe erhalten oder sie wieder entdecken.
Wissen ist gut, keine Frage, aber Staunen können ist es auch.
Denn wer staunen kann, der kann sich auch begeistern. Und Begeisterungsfähigkeit ist eine besonders kostbare Fähigkeit.
Staunen können hat auch viel mit Kreativität zu tun – denn Neues und Wundernswertes wahrzunehmen inspiriert dazu, selbst auf neue und tolle Gedanken zu kommen.
Finden Sie doch einfach mal selbst phantastische Erklärungen für Alltägliches. Gehen Sie wieder mit den Augen eines Kindes durch die Welt. Öffnen Sie sich für die Magie des Staunens.






Welch schöner Gedanke, sich in unserer "entzauberten" Welt wieder auf das nicht "zerklärende" Betrachten einzulassen.
ich denke, staunen können und wissen sind durchaus keine Gegensätze, eher im Gegenteil.
Ich habe nie mehr in meinem Leben so viel gestaunt wie während meies Biologie- und Chemiestudiums. Je mehr ich "wusste", um so mehr "Wunder" taten sich auf.
Die Komplexität dessen, was wir "Leben" nennen ist kaum erfaßbar, also eher unfaßlich, und das läßt staunen.
Wissen entzaubert m.E. durchaus nicht. Zumal jedes bischen mehr Wissen genau genommen wieder neue Fragen aufwirft.
Wenn ich mir - weil ich wenig weiss - das Leben an sich und wie es funktioniert simpel vorstelle, kann ich ja gar nicht stauenen. Allein zu betreifen, wie die Farben des Regenbogens entstehen, mag ernüchternd sein. Wenn ich aber versuche zu begreifen, wie die Information des Auges - reine Wellenlängen, sonst nichts - in elektronischer Form (ja, über Spannungsdifferenzen, chemisch "produziert"!!!)über den Nerv in ein Gehirn gelangen, wo sie ein Gefühl des Staunens auslösen (wo wie??) - das ist doch ernstaunlich, oder?
Ich gehe raus und staune darüber, dass aus einem Samenkorn eine Rose wurde. Auch wenn ich durchaus ziemlich genau weiss, wie es funktioniert. Vielleicht aber gerade deshalb.
Dazu fällt mir spontan das Lied "Die Zeit heilt alle Wunder" von WIR SIND HELDEN ein, in welchem es genau um dieses Thema geht:
Die Zeit heilt alle Wunder
Wenn du sie gut verschnürst
Bind nur die Stelle gut ab
bis du es gar nicht mehr spürst
Du weißt ein Feuer geht aus
wenn du es länger nicht schürst
und du weißt dass du besser
an alte Wunder nicht rührst
Und auch das größte Wunder geht vorbei
Und wenn es dich nicht loslässt zähl bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehn
Und am nächsten Wunder ziehen sie dich vorbei
Der der dich am Arm hält zählt bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
Die Zeit heilt alle Wunder
schon nach wenigen Jahren
nur noch Narben da wo Wunder waren
Wann wirst du endlich lernen dir nicht den Kopf zu verdrehen
Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen
Du kannst kaum grade laufen bleibst alle zwei Meter stehen
und fällst auf die Knie damit die Wunder dich sehen
Und das zehnte Wunder zieht an dir vorbei
Du betest dass es stehen bleibt zählst bis drei
Und es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Es geht vorbei es geht vorbei
Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden da wo Wunder waren
Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
Dass nichts bleibt als ein paar Stunden und Narben da wo Wunder waren
Die Zeit heilt alle Wunder
Ein melancholisches und dennoch wunderschönes Lied!
Hallo Zusammen,
Staunen hat m.E. weder mit Wissen, noch mit Nichtwissen zu tun, sondern mit Freude (suchen), mit Vergnügen haben (wollen).
Obwohl ich viel weiß, kann ich trotzdem staunen über das was ich zum ersten Mal sehe, zum ersten Mal bewußt wahrnehme, über etwas, was mir gefällt, es ist irgendwie andächtig und hat etwas mit der Freude am Leben zu tun, mit Genuß, mit "sich die Zeit nehmen, um etwas Wahrzunehmen". Vielleicht ist es aber auch einfach die Bereitschaft zum Staunen, gerade im "professionellen Umfeld" wird Staunen schnell als Unwissenheit betrachtet, aber wie will man ein Wissender sein, wenn man nicht mehr Stauenen kann? Das erscheint mir als selbloses Wissen ohne Freude.
Einen schönen Tag wünscht Monika
Leider habe ich erst heute den Artikel gelesen und bin sehr erstaunt, dass so wenig Beiträge eingegangen sind.
Ja Staunen bereichert uns! Es setzt Gefühle frei, die unsere Seele treffen. Es ist wie Nahrung für die Seele. In unserer heute so versachlichten Welt ist eigentlich alles darauf ausgelegt, uns das Staunen zu rauben. Man hat für alles eine sogenannte wissenschaftliche Erklärung parat. Aber wohl der/dem, die sich das Staunen bewahrt haben, sie gewinnen damit mehr Reichtum, als wir durch all unsere Arbeit erlangen können.
Es gibt leider,staunen und staunen.
Manchesmal Staune ich über mich selber wie ich es fertigbringe mich so gehen zulassen.Manchesmal staune ich über Menschen die so egoistisch sind und neben Kindern rauchen.
Auch staune ich über Menschen die es fertigbringen anderen zu verletzen oder gar zu töten.
Ich staune über Politiker die x mal geschieden sind und vorbilder sein sollten.
Ich staune über soviele dinge und taten die ich nicht gut finde das ich kaum noch aus dem staunen raus komme und ich mich manchesmal gerne übergeben möchte.
Zum glück staune ich auch jeden Tag übermich, das ich nicht aufgebe.
Ich staune wenn ich meine Tochter anschaue, die es ganz alleine auf das Gymnasium geschaft hat.
Ich staune über meinem Sohn der jeden um den Finger wickelt.
Ich staune jeden Tag, wenn ich am See bin,was für eine wunderschöne Heimat ich doch habe(Bodensee).
Ich staune jeden Tag was für einen tollen Mann mir Gott Geschenkt hat.
Ich staune über Gott in diesem Moment,wie wir uns näher kommen.
Das leben ist Tag für Tag voller Staunen.
leider sehr wenige Kommentare zu so einem, wie ich finde, elementaren Gefühl wie Staunen. Staunen über die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur (in jedem Bereich) und somit auch die Rücknahme meiner Wichtigkeit im Moment, dass bringt mich der Schöpfung und auch mir selbst sehr nahe. Ich vermisse es oft, dass die Menschen in Oberflächlichkeiten ersticken und keine Bodenhaftung zum Leben in all seiner Vielfalt (auch im menschlichen Umgang miteinander) mehr haben. Staunen gibt einen echten inneren Kick. Wohl dem/der, die/der sich das erhalten kann oder wieder Zugang dazu bekommt. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, manchmal muß man durch große Dunkelheit um mit echtem Staunen beginnen zu können.
leider sehr wenige Kommentare zu so einem, wie ich finde, elementaren Gefühl wie Staunen. Staunen über die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur (in jedem Bereich) und somit auch die Rücknahme meiner Wichtigkeit im Moment, dass bringt mich der Schöpfung und auch mir selbst sehr nahe. Ich vermisse es oft, dass die Menschen in Oberflächlichkeiten ersticken und keine Bodenhaftung zum Leben in all seiner Vielfalt (auch im menschlichen Umgang miteinander) mehr haben. Staunen gibt einen echten inneren Kick. Wohl dem/der, die/der sich das erhalten kann oder wieder Zugang dazu bekommt. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, manchmal muß man durch große Dunkelheit um mit echtem Staunen beginnen zu können.
Im Moment des Staunens sind wir ganz einfach «Seele»: Offen,wie es uns in einem höheren Ausmaß kaum je gelingt und ich glaube, da kommen wir unserer eigentlichen Natur, erfahren, spielen zu wollen am nähesten.- Liebe Grüße von Johannes