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Wieder staunen können

Von Tania Konnerth9 Kommentare

"Verkauf deine Klugheit und beschaff dir Staunen."

– Rumi

Heute habe ich mal wieder eines meiner Lieblingszitate für Sie. Jedes Mal, wenn ich diese Worte von Rumi lese, bin ich von ihnen begeistert. Ich nicke mit dem Kopf und mein Bauch ruft „Au ja!“

Staunen können ist etwas sehr, sehr Schönes. Doch nur allzu oft sorgt eine Stimme (das kann eine andere Person sein, aber auch eine Stimme in uns selbst) mit einer schlauen Erklärung für ein jähes Ende des Staunens.

Es sind schon so viele Wunder der Welt erforscht worden und damit erklärbar. Natürlich wissen wir alle, dass ein Regenbogen etwas mit Lichtbrechung zu tun hat, aber sich vorzustellen, was an seinem Ende auf uns warten könnte, ist viel schöner, als zu wissen, dass wie er genau entsteht, oder nicht?

Die größten Stauner sind Kinder. Besonders für die Kleinsten ist noch alles ein Abenteuer, alles aufregend und überall sind Wunder zu entdecken. Ich persönlich denke, wir sollten uns alle diese Gabe erhalten oder sie wieder entdecken.

Wissen ist gut, keine Frage, aber Staunen können ist es auch.

Denn wer staunen kann, der kann sich auch begeistern. Und Begeisterungsfähigkeit ist eine besonders kostbare Fähigkeit.

Staunen können hat auch viel mit Kreativität zu tun – denn Neues und Wundernswertes wahrzunehmen inspiriert dazu, selbst auf neue und tolle Gedanken zu kommen.

Finden Sie doch einfach mal selbst phantastische Erklärungen für Alltägliches. Gehen Sie wieder mit den Augen eines Kindes durch die Welt. Öffnen Sie sich für die Magie des Staunens.

  1. Krissie schreibt am 24. Juli 2007 um 10:30

    Welch schöner Gedanke, sich in unserer "entzauberten" Welt wieder auf das nicht "zerklärende" Betrachten einzulassen.

  2. Karin D. schreibt am 29. Juli 2007 um 15:35

    ich denke, staunen können und wissen sind durchaus keine Gegensätze, eher im Gegenteil.

    Ich habe nie mehr in meinem Leben so viel gestaunt wie während meies Biologie- und Chemiestudiums. Je mehr ich "wusste", um so mehr "Wunder" taten sich auf.

    Die Komplexität dessen, was wir "Leben" nennen ist kaum erfaßbar, also eher unfaßlich, und das läßt staunen.

    Wissen entzaubert m.E. durchaus nicht. Zumal jedes bischen mehr Wissen genau genommen wieder neue Fragen aufwirft.

    Wenn ich mir - weil ich wenig weiss - das Leben an sich und wie es funktioniert simpel vorstelle, kann ich ja gar nicht stauenen. Allein zu betreifen, wie die Farben des Regenbogens entstehen, mag ernüchternd sein. Wenn ich aber versuche zu begreifen, wie die Information des Auges - reine Wellenlängen, sonst nichts - in elektronischer Form (ja, über Spannungsdifferenzen, chemisch "produziert"!!!)über den Nerv in ein Gehirn gelangen, wo sie ein Gefühl des Staunens auslösen (wo wie??) - das ist doch ernstaunlich, oder?

    Ich gehe raus und staune darüber, dass aus einem Samenkorn eine Rose wurde. Auch wenn ich durchaus ziemlich genau weiss, wie es funktioniert. Vielleicht aber gerade deshalb.

  3. Gabriele schreibt am 31. Juli 2007 um 19:22

    Dazu fällt mir spontan das Lied "Die Zeit heilt alle Wunder" von WIR SIND HELDEN ein, in welchem es genau um dieses Thema geht:

    Die Zeit heilt alle Wunder
    Wenn du sie gut verschnürst
    Bind nur die Stelle gut ab
    bis du es gar nicht mehr spürst
    Du weißt ein Feuer geht aus
    wenn du es länger nicht schürst
    und du weißt dass du besser
    an alte Wunder nicht rührst

    Und auch das größte Wunder geht vorbei
    Und wenn es dich nicht loslässt zähl bis drei
    Und es geht vorbei es geht vorbei
    Es geht vorbei es geht vorbei

    Du kommst auf die Welt um ihr den Kopf zu verdrehen
    Du lachst über Hunde und deine eigenen Zehen
    Du bleibst kaum kannst du laufen alle zwei Meter stehen
    und fällst auf die Knie um noch ein Wunder zu sehn

    Und am nächsten Wunder ziehen sie dich vorbei
    Der der dich am Arm hält zählt bis drei
    Und es geht vorbei es geht vorbei
    Es geht vorbei es geht vorbei
    Es geht vorbei es geht vorbei

    Die Zeit heilt alle Wunder
    schon nach wenigen Jahren
    Die Zeit heilt alle Wunder
    schon nach wenigen Jahren
    Die Zeit heilt alle Wunder
    schon nach wenigen Jahren
    nur noch Narben da wo Wunder waren

    Wann wirst du endlich lernen dir nicht den Kopf zu verdrehen
    Du fällst über Hunde und deine eigenen Zehen
    Du kannst kaum grade laufen bleibst alle zwei Meter stehen
    und fällst auf die Knie damit die Wunder dich sehen

    Und das zehnte Wunder zieht an dir vorbei
    Du betest dass es stehen bleibt zählst bis drei
    Und es geht vorbei es geht vorbei
    Es geht vorbei es geht vorbei
    Es geht vorbei es geht vorbei

    Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
    Dass nichts bleibt als ein paar Stunden da wo Wunder waren
    Die Zeit heilt und alle wundern sich nach all den Jahren
    Dass nichts bleibt als ein paar Stunden und Narben da wo Wunder waren

    Die Zeit heilt alle Wunder

    Ein melancholisches und dennoch wunderschönes Lied!

  4. Monika schreibt am 4. August 2007 um 14:15

    Hallo Zusammen,

    Staunen hat m.E. weder mit Wissen, noch mit Nichtwissen zu tun, sondern mit Freude (suchen), mit Vergnügen haben (wollen).

    Obwohl ich viel weiß, kann ich trotzdem staunen über das was ich zum ersten Mal sehe, zum ersten Mal bewußt wahrnehme, über etwas, was mir gefällt, es ist irgendwie andächtig und hat etwas mit der Freude am Leben zu tun, mit Genuß, mit "sich die Zeit nehmen, um etwas Wahrzunehmen". Vielleicht ist es aber auch einfach die Bereitschaft zum Staunen, gerade im "professionellen Umfeld" wird Staunen schnell als Unwissenheit betrachtet, aber wie will man ein Wissender sein, wenn man nicht mehr Stauenen kann? Das erscheint mir als selbloses Wissen ohne Freude.

    Einen schönen Tag wünscht Monika

  5. Friedrich schreibt am 8. August 2007 um 22:38

    Leider habe ich erst heute den Artikel gelesen und bin sehr erstaunt, dass so wenig Beiträge eingegangen sind.
    Ja Staunen bereichert uns! Es setzt Gefühle frei, die unsere Seele treffen. Es ist wie Nahrung für die Seele. In unserer heute so versachlichten Welt ist eigentlich alles darauf ausgelegt, uns das Staunen zu rauben. Man hat für alles eine sogenannte wissenschaftliche Erklärung parat. Aber wohl der/dem, die sich das Staunen bewahrt haben, sie gewinnen damit mehr Reichtum, als wir durch all unsere Arbeit erlangen können.

  6. Angelika schreibt am 9. August 2007 um 20:08

    Es gibt leider,staunen und staunen.
    Manchesmal Staune ich über mich selber wie ich es fertigbringe mich so gehen zulassen.Manchesmal staune ich über Menschen die so egoistisch sind und neben Kindern rauchen.
    Auch staune ich über Menschen die es fertigbringen anderen zu verletzen oder gar zu töten.
    Ich staune über Politiker die x mal geschieden sind und vorbilder sein sollten.
    Ich staune über soviele dinge und taten die ich nicht gut finde das ich kaum noch aus dem staunen raus komme und ich mich manchesmal gerne übergeben möchte.
    Zum glück staune ich auch jeden Tag übermich, das ich nicht aufgebe.
    Ich staune wenn ich meine Tochter anschaue, die es ganz alleine auf das Gymnasium geschaft hat.
    Ich staune über meinem Sohn der jeden um den Finger wickelt.
    Ich staune jeden Tag, wenn ich am See bin,was für eine wunderschöne Heimat ich doch habe(Bodensee).
    Ich staune jeden Tag was für einen tollen Mann mir Gott Geschenkt hat.
    Ich staune über Gott in diesem Moment,wie wir uns näher kommen.
    Das leben ist Tag für Tag voller Staunen.

  7. christel schreibt am 1. September 2007 um 16:33

    leider sehr wenige Kommentare zu so einem, wie ich finde, elementaren Gefühl wie Staunen. Staunen über die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur (in jedem Bereich) und somit auch die Rücknahme meiner Wichtigkeit im Moment, dass bringt mich der Schöpfung und auch mir selbst sehr nahe. Ich vermisse es oft, dass die Menschen in Oberflächlichkeiten ersticken und keine Bodenhaftung zum Leben in all seiner Vielfalt (auch im menschlichen Umgang miteinander) mehr haben. Staunen gibt einen echten inneren Kick. Wohl dem/der, die/der sich das erhalten kann oder wieder Zugang dazu bekommt. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, manchmal muß man durch große Dunkelheit um mit echtem Staunen beginnen zu können.

  8. christel schreibt am 1. September 2007 um 16:33

    leider sehr wenige Kommentare zu so einem, wie ich finde, elementaren Gefühl wie Staunen. Staunen über die Schönheit und Vielfältigkeit der Natur (in jedem Bereich) und somit auch die Rücknahme meiner Wichtigkeit im Moment, dass bringt mich der Schöpfung und auch mir selbst sehr nahe. Ich vermisse es oft, dass die Menschen in Oberflächlichkeiten ersticken und keine Bodenhaftung zum Leben in all seiner Vielfalt (auch im menschlichen Umgang miteinander) mehr haben. Staunen gibt einen echten inneren Kick. Wohl dem/der, die/der sich das erhalten kann oder wieder Zugang dazu bekommt. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, manchmal muß man durch große Dunkelheit um mit echtem Staunen beginnen zu können.

  9. Johannes schreibt am 8. Mai 2008 um 07:41

    Im Moment des Staunens sind wir ganz einfach «Seele»: Offen,wie es uns in einem höheren Ausmaß kaum je gelingt und ich glaube, da kommen wir unserer eigentlichen Natur, erfahren, spielen zu wollen am nähesten.- Liebe Grüße von Johannes