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Vom Setzen persönlicher Grenzen

Von Tania Konnerth37 Kommentare

„Es gibt Dinge, die du niemals hinnehmen darfst.“

– William Faulkner

Immer wieder ein wichtiges Thema im Rahmen einer aktiven Lebensgestaltung ist das Setzen von persönlichen Grenzen. Grenzen zu definieren und diese auch durchzusetzen, ist ein Grundpfeiler einer aktiven Lebensgestaltung, denn nur wer es schafft, auch für sich selbst einzustehen, kann sich ein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen schaffen.

Und es ist immer wieder interessant, wie genau dieses Thema heiß diskutiert wird. Denn viele Menschen empfinden das Setzen persönlicher Grenzen als egoistisch. Spannenderweise wird aber in diesem Zusammenhang selten diskutiert, dass das Überschreiten persönlicher Grenzen mindestens ebenso egoistisch ist.

Überlegen Sie mal: Ist es wirklich selbstsüchtiger, wenn jemand gut für sich sorgt und Regeln aufstellt, die sicherstellen, dass er oder sie ausreichend Zeit, Kraft und Raum hat, eigene Projekte durchzuführen? Oder könnte es vielleicht selbstsüchtiger sein, wenn jemand den Anspruch an einen anderen hat, er oder sie solle sich in seinen Projekten einschränken, damit er für andere da ist?

Wenn ich meinem Partner z.B. vorwerfe, dass er zu viel Zeit mit seinem Hobby verbringt, wer von uns beiden ist dann eigentlich egoistisch? Derjenige mit dem Hobby und derjenige, der will, dass der andere sein Hobby einschränkt?

Der Vorwurf des Egoismus ist eine immer wieder gern eingesetzte Trumpfkarte, um andere Menschen zu etwas zu bringen oder sie von etwas abzuhalten. Will man immer darauf eingehen, um sich eben keinen Egoismus vorwerfen lassen zu müssen, verliert man sehr schnell sein eigenes Wohlbefinden aus den Augen. Deshalb ist es wichtig, sich hier nicht manipulieren zu lassen, sondern den Egoismus-Vorwurf möglichst objektiv zu prüfen (soweit das eben möglich ist) und ggf. klare Grenzen zu setzen.

So sichert das Setzen persönlicher Grenzen vor allem eines: Zufriedenheit.

Und nicht nur, dass ich denke, dass jeder Mensch ein Recht dafür hat, zufrieden zu sein (jedenfalls in der Summe, wenn natürlich auch vielleicht nicht immer und in jedem Moment), sondern bin ich auch überzeugt davon, dass man für andere nur dann auf eine gute Art sorgen kann, wenn man für sich selbst sorgt. Nur dann hat man genug Kraft, um wirklich etwas geben zu können. Einem zufriedenen Menschen macht es nicht viel aus, auch mal seine eigenen Interessen hintenan zu stellen, wenn jemand anderes ihn braucht – ein unzufriedener Mensch häufig schon oder er stellt – bewusst oder unbewusst – Erwartungen an Gegenleistungen. Und diese Gegenleistungen sind bei weitem nicht immer selbstlos…

  1. burnout schreibt am 28. Oktober 2008 um 15:10

    Das ist wohl wahr. Wer erkennt, dass er zwei Teilzeitjobs nicht erfüllen kann, sollte was unternehmen.

  2. Matthias schreibt am 28. Oktober 2008 um 16:26

    Sehr, sehr schön! Und eigentlich so sonnenklar. Trotzdem ist dies den vielen zu "selbstlosen" (sich über die eigenen Grenzen aufopfernden) Menschen ohne ein schlechtes Gewissen auszulösen schwer vermittelbar: will man für andere "da sein", bedeutet es gleichwohl, daß man zunächst "bei sich ist". Daß darf – nein, mehr noch - daß muß man sich gestatten.

  3. Selma7 schreibt am 29. Oktober 2008 um 13:48

    Ja, wenn man sich verausgabt und irgendwann total ausfällt, kann man für niemanden mehr da sein.
    Zur Zeit bin ich von burnout-Symptomen und Herzproblemen betroffen, ich hätte früher die Bremse ziehen sollen.
    Es ist aus verschiedenen Gründen nicht einfach die eigenen Interessen zu kultivieren und die Konflikte mit den Leuten auszutragen, die Forderungen stellen.

  4. Tom schreibt am 29. Oktober 2008 um 19:00

    Ein guter Gedanke, den ich heute versäumt habe in die Tat umzusetzen. Und das Ergebnis: Eine Arbeit, mit der ich nicht zufrieden bin und Aufgaben (meine Planung von gestern), die nicht erledigt sind. Also, vielen Dank für diese Sätze zur richtigen Zeit!

  5. Domino schreibt am 29. Oktober 2008 um 21:25

    Grenzen setzen gehört meiner Meinung nach zu einer lebendigen und funktionierenden Beziehung dazu.
    Es ist schier unmöglich dem Anderen die Wünsche immer von den Augen ablesen zu können und ungefragt und selbstlos auf Verdacht für ihn "da zu sein". Man muß seine Wünsche äußern, damit der andere weiß, was man möchte. Dieser ist dann in der Verantwortung dazu ja oder nein zu sagen, also seine Grenze mitzuteilen. Vorwürfe und Egoismusdebatten führen zu unnötigen Verunsicherungen.

  6. Isabella Eder schreibt am 2. November 2008 um 09:35

    Liebe Tanja!

    Ich möchte gerne einen Punkt aus Ihrem Text herausgreifen, den ich immer wieder in meiner Arbeit mit meinen Klienten erlebe: "Wenn ich meinem Partner z. B. vorwerfe, dass er zu viel Zeit mit seinem Hobby verbringt..." Da erkenne ich, dass dieser Vorwurf eventuell der Hinweis ist, dass ich auch gerne mehr Zeit für mich verwenden möchte. Ich werfe anderen nur das vor, was ich entweder selbst tue und dabei ein schlechtes Gewissen habe oder eher noch, dass ich dieses Verhalten des anderen auch gerne für mich in Anspruch nehmen möchte, jedoch gestehe ich es mir nicht zu. Diese Erkenntnis ist für beide Teile sehr hilfreich, weil ich dann weiß was ich verändern kann. Und deshalb sehe ich das wie Sie und möchte es auch noch mit meinen Worten unermauern: Wenn ich selbst nicht auf mich gut achte und dadurch in meine Kraft komme, kann ich für andere nicht in der Qualität da sein, die für ein Miteinander förderlich ist. Daher sehe ich es als erstes Gebot, auf sich selbst zu achten um auch wirklich gut für andere sorgen zu können. Das zu lernen ist nicht egoistisch sondern Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander. Aus einem leeren Sack ist nichts herauszuholen. Ich hoffe ich konnte in dieser Kurzfassung meine Erfahrungen etwas erörtern.
    Liebe Grüße
    Isabella

  7. Sanne schreibt am 2. November 2008 um 09:40

    Die Äußerung des Satzes, dass ich nun mehr darauf achte, ob das, was ich tue, mir tatsächlich gut tut, hat in den letzten Monaten spannende Egoismus-Debatten hervorgerufen. Man könne doch nicht immer nur das tun, was einem gefällt und nicht nur nach sich selbst schauen.

    Schwierig, zu erklären, dass das so nicht gemeint ist. Es ist nicht so, dass alles, was mir gut tut, einem anderen automatisch schadet. Es ist nicht so, dass ich nur noch egoistisch durch die Welt laufe und alles, was mir nicht hundertprozentig passt, einfach nicht mehr tue. Ich entscheide mich jedoch bewusster dafür oder dagegen und höre somit auf, unausgesprochene Forderungen und Erwartungen an andere zu stellen. Und ich sage, was ich will und was nicht. Ob ich es bekomme, ist etwas anderes - siehe den Kommentar von Domino.

    Auf sich zu achten und Grenzen zu setzen macht das Leben nicht unbedingt immer einfacher - es macht es jedoch sehr viel klarer. Man übernimmt als erwachsener Mensch die Verantwortung für sich selbst und überlässt anderen Erwachsenen die Verantwortung für ihr Leben. Ist das Egoismus?

  8. Eva-Maria schreibt am 2. November 2008 um 09:45

    Hallo Tanja,

    was Sie da geschrieben haben, fand ich sehr interessant. Aus eigener Erfahrung weiß ich, die Hilfsbereitschaft, zumal die übertriebene Hilfsbereitschaft, beruht doch oft auf einem mangelnden Selbstwertgefühl und dem Wunsch, auf diesem Wege geliebt zu werden.
    Mit meinem steigenden Selbstwertgefühl gelang es mir zunehmend, auch mal mehr an mich selbst zu denken und Grenzen überhaupt setzen zu können. Mittlerweile habe ich damit gar keine Schwierigkeiten mehr. Wenn es mir nicht behagt, sage ich es. Und es wird respektiert.

  9. Susanna Haller schreibt am 2. November 2008 um 10:53

    Ich freue mich, dass dieses Thema gerade zu Allerheiligen gebracht wird. Denn gerade in dieser Zeit sind viele Personen in Familien und Partnerschaften mitten drin im Geben und oft kaum mehr Weiterkönnen. Die Last der Verantwortung drückend empfinden und sich kaum herauslösen können. Eine Last, die sie übernommen und oft fast ausschliesslich selber tragen; dabei selber so an ihre Grenzen kommen, wo die eigene Gesundheit zu Krankwerden wird und oft einschneidende Entscheidungen die Sache noch schwerer machen.
    Bei Forum dialog-gesundheit Zollikofen wurde am vergangenen Montag in der Gruppe 2 das Thema Sterben besprochen. Dieses Thema gehört in einen "Ratgeber für gesunde und kranke Tage", den wir gemeinsam mit interessierten Bewohnern mit jenem Inhalt füllen, der für sie und andere als spätere Nutzer Hilfe sein soll.
    Begleitung im Alter, bei Krankheit und in die Zeit des Abschieds sind Dinge, wo wohl jedermann im Leben dazu kommt zu entscheiden, ob und wieviel er geben kann.
    In der Gruppe waren Teilnehmende mit eigener Erfahrung. Vor allem auch mit Erfahrungen, wo die eigene Kraft einfach nicht mehr bis zuletzt reichte.
    In der Gruppe waren Teilnehmende mit eigener Erfahrung. Vor allem auch mit Erfahrungen, wo die eigene Kraft einfach nicht mehr bis zuletzt reichte.
    Wir stellten fest, wie wichtig es ist, frühzeitig - noch bevor solche Situationen eintreten darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten bestehen, um ein persönliches Netzwerk aufzubauen, welches tragen hilft. Dass das An- und Aussprechen der einstigen Bedürfnisse für alle Vertrauen bringt, Sicherheit schenkt.
    In unserer Zeit, wo Familien nicht mehr in mehreren Generationen zusammenleben, Frauen ebenfalls Berufe ausüben, Senioren lange selbständig leben dürfen, weil die Gesundheit besser ist als es früher war, müssen unbedingt neue Gedanken und Ideen zusammengetragen werden, dass wir eine gute Gemeinschaft in unserer Gesellschaft leben können.
    Geben und Nehmen dürfen nicht zu selbstverständlichen Ereignissen werden. Zeit ist eines der grössten Geschenke, die man einander machen kann. Zu Geschenken trägt man Sorge.
    Wir dürfen gegenseitig nicht nur fordern, wir sollten darüber nachdenken, was wir dafür selber geben könnten. Das kann auch zu einem Anders-herum-denken werden, wie zB: Was kann ich zulassen an fremder Hilfe neben meinen Angehörigen? damit diese selber gesund bleiben; Kann ich zulassen, dass die Arbeit nicht ganz so getan wird, wie ich es gewohnt bin? damit die hilfebringende Person selber Befriedigung in ihrem Tun finden kann.
    Aber auch, wie kann ich als Begleitende jene zu begleitende Person so in meine Hilfe einbinden, damit sie ihre Autonomie so lange wie möglich beibehalten kann? wie zB mit der Frage: Ich bin Ihre Hände, sagen Sie mir was sie tun sollen? So ist die hilfebedürftige Person so lange sie das tun kann mitten drin in ihrem Leben, muss und kann es immer noch selber gestalten.
    Gemeinsam in einen Dialog zu kommen tut wirklich Not. Wenn es uns gelingt einander persönliche Freiräume zuzugestehen, wo wir frei entscheiden können über tun und lassen und diese Entscheidungen gegenseitig respektiert werden, dann werden wir sehr viel schaffen. Es wird uns auch dazu verhelfen diese Freiräume zu verändern, neue Hilfe so einzubauen, dass allen geholfen ist, ganz ohne schlechtes Gewissen zu bekommen. Weil wir gelernt haben miteinander zu sprechen, wachsen das Vertrauen zueinander und das Verständnis füreinander.
    Zu dialog-gesundheit:
    dialog-gesundheit Forum ist ein Projekt, das in der fakultären Instanz für Hausarztmedizin FIHAM der Universität Bern entstanden ist. dialog-gesundheit Schweiz unterstützt und begleitet den Aufbau von Foren dialog-gesundheit in interessierten Gemeinden in der ganzen Schweiz. Wo Hausärzte mit Bewohnern und Behördemitgliedern zu Themen, welche aus der Runde der Teilnehmenden kommen im Dialog austauschen. Die Protokolle der Anlässe dienen einer begleitenden „Wissen schaffenden Studie“.
    Ziele sind:
    Die Förderung der Gesundheitskompetenz der einzelnen Menschen und der Gemeinde als Ganzes.
    Der regelmässige Dialog der Bevölkerung und der Gemeinde zu Themen Kranksein und Gesundwerden.
    Die Verbesserung der Information, Koordination und Kommunikation im Gesundheitswesen der Gemeinde und darüber hinaus.

  10. jedermann schreibt am 2. November 2008 um 11:34

    Liebe Frau Konert,

    wie wahr Ihr heutiger text mich zum rechte Zeitpunkt erreicht. Gelernt, übernommen, oder was auch immer , immer nur für adneer dazusein, fällt es mir schon immer schwer Grenzen zu setzen, und für mich zu sorgen. Die Trumpfkarte des Egoismusvorhaltes wurde mir wie schon immer vorgehalten - als würde ich bei allem was ich tue immer nur egoistisch handeln. Die Intensität des Vorhaltens hat mich immmer sehr merkwürdig berührt. Eine Unverschämtheit. Wer diese Menschen waren ist wohl nicht schwer zu erraten.

    Ich danke Ihnen für den Hinweis, wie wichtig und positiv es ist Grenzen zu setzen, und das es die Form des gesunden Egoismusses ist dies zu tun.

    Und vorallem die Wertung, dass der Egoismusvorwurf in der großen mherheit aus rein egoistischen Motiven des Vorhaltenden kommt.

    Vielen Danke !!!!!

    Ihr Jedermann

  11. Sanne B. schreibt am 2. November 2008 um 13:17

    Hallo,
    ich denke, wenn von Egoismus die Rede ist, dann kann nicht ausgelassen werden, dass der "Bittende" sicher auch ein Bedürfnis hat, welches ihm wichtig ist.
    Grenzen zu setzen ist die eine Seite, aber kann es da nicht zu leicht passieren, dass die Grenze meines Gegenübers, der etwas von mir will, verletzt wird.

    Wenn ein Partner den Großteil seiner freien Zeit mit seinen Hobbys verbringt oder seine Ruhe haben will oder mit sich selbst beschäftigt ist, dann ist doch vorprogrammiert, dass der andere sich "vernachlässigt " fühlen kann.

    Da jeder für sich sorgen muss, ist es doch auch des einen Recht um mehr Zeit zu bitten, auch das ist nicht zwangsläufig egoistisch, denn wenn dieser mehr Nähe braucht als der andere, dann kann einer von beiden nicht ausreichend für sich sorgen.
    der einzige Weg ist doch auch hier, "Entgegen kommen".

    Es kann für beide nur zu einer befriedigenden Lösung kommen, wenn jeder ein Stück weit dem anderen nachgibt und nicht "auf seinen gesteckten Grenzen besteht".

  12. edelgard lewburg schreibt am 2. November 2008 um 13:38

    liebe tanja!
    seit einigen monaten lese ich ihre newsletter und es ist immer etwas interessantes für mich dabei. der brief 448 von heute ist bisher für mich das sahnehäubchen. es trifft "mein zentralthema", mit dem ich mich schon seit langem heimlich und seit einiger zeit auch offen artikulierend beschäftige.
    dieser schmale grad zwischen "für-sich-sorgen und egoismus" - ich bin aufgewachsen mit dem : an-sich-denken-geschweige denn für-sich-sorgen i s t egoismus. noch nie habe ich in so wenigen zeilen das thema so auf den punkt gebracht gelesen.
    vielen vielen dank !! edel

  13. Ludwig schreibt am 2. November 2008 um 14:24

    Vom Setzen persönlicher Grenzen

    Liebe Tanja
    Genau dieses Thema spricht mich derzeit / gerade an.
    Kurz: Seit Mittwoch letzter Woche habe ich von meinem Arbeitgeber meine Kündigung auf den 31.01.2009 erhalten. Eine Kündigung ohne Angabe von Grund bzw. Gründen.
    Vor ca. 3 Monaten hatte ich mit meinem Chef ein Personalgespräch. Hierbei kam heraus, dass meine Arbeit zwischen 60.000 - 70.000,- € Jahresgealt / Jahr wert ist, er jedoch als kleiner mittelständischer Betrieb lediglich 40.000 - 50.000,- € / Jahr bezahlen könnte. Keinerlei negative Bemerkungen, Abmahnungen oder sonstige Anzeichen, ganz im Gegenteil, es wurden Kommentare zu Lob und Anerkennung ausgesprochen.
    Anmerkung: Mein AG ist als Zulieferer in der Automobilbranche tätig im Bereich der Kunststofftechnik.
    Ich selbst habe eine leichte Behinderung ( Schwerhörigkeit ) und einen Schwerbehindertenausweis.
    Meine Frage:
    Würdest du dieser Kündigung widersprechen und den harten Weg über das Versorgungsamt bzw. den Anwalt wählen?

    Freue mich über Kommentare zu meinem Anliegen.

    Herzliche Grüße
    Ludwig

  14. djd schreibt am 2. November 2008 um 14:27

    Ich bin jetzt seit über einem Jahr mit einem "Grenzverwischer" befreundet und habe am Anfang den Fehler gemacht, meine Grenzen nicht zu setzen. Aus Angst, dass der andere mich dann nicht mehr mag, dass die Freundschaft auseinandergeht, dass er mich für unhöflich hält.

    Mit der Zeit wurde ein bedrückendes und teilweise fieses Spiel daraus, denn er begann, mich zu erpressen und ich fügte mich anfangs. Es kam alles ganz schleichend und fing harmlos an, aber es fielen Sprüche wie: "Ich erwarte, dass du dann und dann was mit mir unternimmst, denn ich hab dir da und da auch geholfen".

    Weitere Grenzverwischereien gab es insofern, dass er erwartete, ich sei nur noch für ihn da und würde dafür andere Freunde vernachlässigen, dass er mir Dinge nachkaufte und erwartete, ich würde ihm dabei behilflich sein. Aber ich hatte eine "Mitschuld", ich bot das am Anfang sogar an, gab ihm Ratschläge, wenn er sich etwas kaufen wollte.

    Als ich dann eines Tages dichtmachte, vor innerlicher Wut brodelte und klar sagte, dass er gefälligst selber klarkommen soll, dass ich nicht seine Verantwortung übernehmen kann und mich verdammt noch mal nicht weiter von ihm erpressen lasse, dass ich nicht genau begründen muss, wenn ich mal keine Lust hab und dass ich schon gar nicht verpflichtet bin, so und so oft was mit ihm zu unternehmen und auch nicht, meine anderen Freunde hinter ihm anzustellen, war er beleidigt.

    Letztendlich stand die ganze Freundschaft auf dem Spiel. Für mich war er sowas wie ein Energievampir geworden, dem ich zur Verfügung stehen sollte, wann es ihm passte, hatte innerlich aber keine Lust mehr drauf, weil ich mich wütend, gleichzeitig müde und ausgenutzt fühlte.

    Allerdings bringts nichts, solche Leute zu verurteilen, denn oftmals machen die das gar nicht mit Absicht, handeln nur so, weil sie es nicht besser gelernt haben, kriegen sonst keine Aufmerksamkeit, haben kein gutes Selbstwertgefühl usw.

    Es gibt aber so viele Menschen, die mit Erpressungen usw. das eigene Gleichgewicht ins Wanken bringen wollen, sich Aufmerksamkeit bei anderen quasi aus den Rippen schneiden wollen, die leisten, damit sie Gegenleistungen erpressen können usw..

    Ich halte Grenzen setzen für lebensnotwendig, sonst hat man eines Tages keine Energie mehr für sich selbst.

    Und Sprüche wie: Du bist egoistisch, ich hab dir aber auch geholfen, ich erwarte aber... kann man ganz leicht kontern indem man sagt: Das ist mir egal, entweder du akzeptierst das (mich) jetzt oder du lässt es bleiben, in dem Fall müssen wir uns leider trennen, denn ich bin nicht bereit, das (mich) aufzugeben.

    Ist doch ganz einfach. Man kann auch keinen Hund mit einer Katze kreuzen, so ist das nun mal. Das ist einfach ein Gesetz und wenn es nicht passt, dann passt es nicht, fertig. Selbst wenn die Katze anfängt, zu bellen und ein Halsband zu tragen und sich selbst verleugnet, passt es langfristig nicht, denn eines Tages wird sie daran kaputtgehen.

    Und ich halte das auch nicht für Erpressung, man gibt einfach mal nicht nach und bleibt man selbst. Wenn einem aber an der Beziehung viel liegt, kann man natürlich Kompromisse eingehen, muss nicht so schonungslos sein, das oben genannte Beispiel bezieht sich eher auf emotionale Erpresser, die einem wirklich ausschließlich eher schaden als nutzen (nutzen = Das Prinzip von Geben und Nehmen nicht ganz verstanden haben und einen eher ausnutzen, ermüden usw)

  15. djd schreibt am 2. November 2008 um 14:35

    Ludwig:

    Das kannst doch nur du wissen. Was willst du?
    Willst du einfach gehen und das akzeptieren oder willst du dich mit aller Gewalt durchsetzen?

    Würde es dir besser gehen, wenn du wenigstens die Gründe erfragst?

    Meiner Meinung nach ist es immer ratsamer, erstmal selbst das Gespräch zu suchen, bevor man mit der Keule ausholt.

    Natürlich nagt sowas an einem, aber man muss halt abwägen, ob man sich besser fühlt, wenn man sich selber noch viel mehr Arbeit und Stress damit macht und evtl. gewinnt oder wenigstens gekämpft hat, oder wenn man nachgibt, es innerlich abhakt (sofern man kann) und sich einen anderen Arbeitsplatz sucht.

    Das einzig wahre Bedürfnis, was ich in der Hinsicht kenne, ist das, noch mal seine Meinung dazu zu sagen. Zum Arbeitgeber. Eigentlich ist es einem doch egal, ob man jetzt da oder woanders arbeitet, aber man möchte nicht schweigen und gehen, man möchte nicht schlucken und die Klappe halten, man will einfach aussprechen, dass man wütend ist, enttäuscht, dass man anderes erwartet hätte.
    Und ich finde, das ist dein gutes Recht.

    Natürlich ist es noch mal was anderes, wenn es dir schwer fällt, einen neuen Arbeitsplatz zu finden und du vor Existenzängsten stehst, aber die wahren Probleme, die schlaflose Nächte bereiten, kommen immer dann, wenn man Gefühle unterdrückt, Gespräche vermeidet, mit der eigenen Meinung hinterm Berg hält.

    Dann beschneidet man sich selbst. Du solltest, wie gesagt, das Gespräch suchen, bevor du dich innerlich krank ärgerst.
    Dabei ist es imho sehr wichtig, dass es wirklich erstmal DU bist, der seine Meinung, Wünsche usw. äußert, keine Gewerkschaft o.ä..
    Selbst, wenn dann nicht darauf eingegangen wird, hast du dir Luft gemacht und viel für dich getan.

    Glaub mir, die meisten Probleme entstehen, wenn man von anderen erwartet, dass sie handeln, denken usw., wie man das gerne hätte. Dass sie auf einen zugehen und einen würdigen. Man muss selber hingehen und die Dinge in die Hand nehmen, sagen, was man will, was man erwartet, wie man fühlt, dann können die anderen darauf eingehen. Oder es lassen. Und dann kann man immer noch andere Geschütze auffahren, wenn man dann noch will.

  16. Giraffe schreibt am 2. November 2008 um 15:30

    Liebe Tanja
    Das Thema 'Egoismus', wenn ich für mich Grenzen setze, hat mir eine Stewardess beigebracht, vor vielen Jahren, als ich das erste Mal in einem Flugzeug sass. Sie erklärte uns den Gebrauch der Sauerstoffmasken in einem Notfall und betonte, dass wir die Maske ZUERST UNS SELBST anziehen müssen...
    Erbost meldete ich mich zu Wort: 'Und die alte Dame neben mir und das Baby - die brauchen doch zuerst mal Sauerstoff, also denen muss ich die Maske zuerst aufsezten, damit sie nicht sterben!!'
    Die Stewardess gab zur Antwort:'Das steht Ihnen natürlich frei, dann werden Sie, wenn überhaupt, die alte Dame und möglicherweise noch das Baby retten, bevor Sie selbst bewusstlos werden. Sorgen Sie aber zuerst für sich selbst, dann haben Sie die Möglichkeit, vielen Menschen beim Aufsetzen ihrer Maske behilflich zu sein.'
    Bis heute bin ich dieser Stewardess sehr dankbar, denn damals begriff ich, wie unerlässlich es ist, für sich selbst zu sorgen, denn erst dann kann ich ein zuverlässiger und wertvoller Helfer für andere sein. Und das möchte ich in meinem Leben immer wieder sein!

  17. Karin schreibt am 2. November 2008 um 16:06

    Hallo Tanja,
    prima Beitrag, mir fällt dazu sofort der Dalai Lama ein, weil ich vor ca. 2 Std. diesen Spruch wiederfand:
    "Jeder ist der Meister seines Schicksals; es ist an uns, die Ursachen des Glücks zu schaffen. Das liegt in unserer Verantwortung und nicht in der irgendeines anderen." Sic!

  18. Eva-Maria schreibt am 2. November 2008 um 16:14

    GENZEN...das ist in meinem Leben schon immer ein Thema gewesen,wo ich Schwierigkeiten mit hatte.Aber jetzt reicht es mir,meine Tochter versucht immer mir ein schlechtes Gewissen zu machen,wenn ich nicht so Funktioniere.Jetzt will ich endlich nicht mehr,habe beschlossen,endlich mal,mein Leben zu leben,und das tun was ich möchte,und wenn ich den ganzen Tag im Bett liege,lächel.Sie wirft mir sogar vor,wenn ich zu lange Telefoniere,kann ich doch den ganzen Tag,ich will nicht mehr,mir ging es so schlecht,jetzt geht es mir besser,ich kann nur was verändern....wußte aber nicht,wenn ich GRENZEN setze,das ich dadurch Zufrieden werde,aber ist ja Einleuchtend,weil ich ja für mich sorge....Dane Euch für das gute Thema...

  19. Friederike schreibt am 2. November 2008 um 17:54

    Ich muss dem Kommentar von Sanne B. zustimmen, es geht wohl nicht ohne Kompromisse!
    Ich habe eine Schulfreundin, die seit einiger Zeit nur ein einziges Interesse hat, nämlich Tanzen gehen.
    Dieses Interesse lebt sie jedes zweite Wochenende aus, sobald ihre beiden Kinder beim geschiedenen Mann sind und auch unter der Woche.
    Wenn ich alle paar Wochen mal anfrage, ob wir uns nicht mal wieder treffen, kann sie leider keine Zeit erübrigen.
    Die einzige Möglichkeit wäre, mit ihr Tanzen zu gehen, nur leider habe ich dafür so gar keine Lust.

    Wer von uns ist jetzt egoisisch?
    Sie, weil sie ihre Grenzen setzt und das tut, was sie in ihrer Freizeit am liebsten tun will,
    oder ich, weil ich sie gelegentlich gerne sehen und mit ihr zusammen sein möchte?

    LG - Friederike

  20. Hazelle Kurig schreibt am 3. November 2008 um 00:38

    Ich hatte in letzter Zeit einige Grenz-Gelegenheiten. Der Satz "Für jemand da sein" lässt mich nachforschen - WO IST dieses DA? Je weiter es AUßERHALB mein Gebiet/Grenze liegt, umso weniger habe ich da verloren, und umso mehr Verantwortung entnehme ich meinem Gegenüber. ich entmündige somit meinem Gegenüber.
    UnterSTÜTZung und Mitgefühl kann sehr wohl vom eigenen Standort ausgeübt werden, oftmals kraftvoller, sicherer. Wenn wir Mitleiden und eindringen auf "fremder Boden" übernehmen wir un-eigene NOT. Und es WENDET sich nicht.
    Hazelle

  21. Peter schreibt am 3. November 2008 um 04:27

    Dieser Beitrag ist absolut stimmig und sehr gut. Es gibt verschiedene Wege des Humanismus, und oft stösst man auf dieses Thema, da man ja "ein guter Mensch" sein will, und somit sich selbst vernachlässigt / benachteiligt und somit schwächt. Vorwürfe, man sei egoistisch können sogar noch perfieder sein um nochmehr Druck in diese Richtung aufzubauen : Du bist arrogant. Und dieser Vorwurf ist zuerst schockierend und sehr schwer durchschaubar.

  22. Isabella Eder schreibt am 3. November 2008 um 08:50

    Liebe Giraffe!

    Danke für diese Erfahrung! Mit diesem simplen Beispiel ist mit wenigen Worten alles gesagt!

    Isabella

  23. Sven G. schreibt am 3. November 2008 um 08:59

    Ja an diesem Beitrag ist echt viel Wahres. Seid dem ich angefangen habe auch mal an meine Bedürfnisse und Selbstverwirklichung zu denken, hat sich mein Bekanntenkreis plötzlich um ein vielfaches minimiert und in meiner Partnerschaft gibt es seidher auch immer mehr Auseinandersetzungen. Es ist schon komisch wie die meisten Menschen immer wieder versuchen die Selbstverwirklichung als Egoismus darzustellen.

    Eigentlich auch nicht verwunderlich, denn solange du dich selbst vernachlässigst, haben die Anderen einen Profit an dir.

    Also wer ist nun der Egoist??!

  24. Astrid schreibt am 3. November 2008 um 09:20

    Liebe Leute!

    Egoismus hin, Egoismus her. Selbstliebe heißt das Zauberwort. Nur wenn ich mich genügend selbst kenne und liebe, ist Egoismus ein Fremdwort. Aus Liebe zum Selbst heraus setze ich Grenzen für mich und andere. Und sorge für mich und die Erfüllung meiner Bedürfnisse. Was hat es bitte schön mit Egoismus zu tun,wenn ich meinem Freund vorhalte, er verbringt zu viel Zeit mit seinem Hobby oder Arbeit und zu wenig mit mir. Gar nix . . .ich sorge für mich,wenn ich mit ihm Zeit verbringen möchte. Entscheiden tut er ! Und da geht es um Kompromisse. Ist er dazu nicht bereit, ist er dann egoistisch??!!! Auf den Standpunkt des Betrachters kommt es - wie in allen Dingen- an.
    Liebe Grüße in den Montag!
    Astrid

  25. Mudita schreibt am 3. November 2008 um 10:19

    Liebe Giraffe,

    danke für deine gute bildhafte Schilderung!

    Mudita

  26. Mudita schreibt am 3. November 2008 um 10:23

    Liebe Giraffe,

    danke für deine gute bildhafte Schilderung!

    Mudita

  27. Uwe schreibt am 3. November 2008 um 10:27

    Liebe Astrid,
    ich verstehe dich nur eine Frage wann ist zuviel Zeit für das Hobby für dich und wann ist es zuviel für deinen Freund.
    Ich habe mal von einer Freundin gehört das diese gesagt hat. Wenn ich 9 Stunden mit meinem Freund die Woche zusammen sein kann dann bin ich zufrieden. Wenn es aber nur 8 Stunden und 50 Minuten sind bin ich sauer. Wo ist deine Grenze und wo liegt die bei deinem Freund? Ist der Freund der jetzt nur 8,50 Stunden die Woche Zeit hatte ein Egoist? Ist es nicht besser immer von Fall zu Fall zu entscheiden? Und muss ich dann nicht auch eingestehen das er das Recht hat auf seine eigene Freizeit Einteilung wenn du z.B. nicht kannst weil du dich vielleicht nicht fühlst oder so?
    Ich glaube hier fehlt die Toleranz das jeder das Recht hat seine Zeit so einzuteilen wie er es für notwendig hält. Wenn einem das nicht passt redet man darüber und dann werden Entscheidungen getroffen. Gleiches Recht für beide.

    Verbreite Freude, Hoffnung und Liebe,
    statt Angst, Zweifel und Hiebe.

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche
    Uwe

  28. roadrunner schreibt am 3. November 2008 um 10:41

    Hallo zusammen,

    ich möchte euch allen einmal für die vielen schönen Gedankenanstöße danken. Ich habe eine Zeit hinter mir, die mich viel Kraft gekostet hat und in der ich selbst auf Hilfe angewiesen war. Ich konnte einfach nicht für andere da sein weil die Kraft dazu fehlte. Ich sehe das als Bestätigung, dass man erst bei sich angekommen sein muss um die Energie aufbringen zu können für andere da zu sein. Die Grenzen die wir dabei stecken sind sehr sinnvoll und nützlich um sich nicht selbst aufzugeben und sich die innere Zufriedenheit zu bewahren. Sie ist die Grundvoraussetzung für eine ausgegelichene Persönlichkeit. In der Partnerschaft ist es nicht immer leicht die Grenzen zu "definieren" (die eigenen und die des Partners) und damit umzugehen. Wenn ich zum Beispiel viel Zeit in mein Hobby investiere hilft mir das sehr, ausgeglichener und gelassener zu werden weil ich das tue was mir Spaß macht. Das dem Partner zu vermitteln und im Dialog zu stehen ist aber genauso wichtig um nicht als "egoistisch" eingeschätzt zu werden. Es ist einfach wichtig Zeit für sich zu haben und sie dem Anderen im Gegenzug auch geben zu können. Und Reden hilft dabei ungemein.

    @ Ludwig: mein Vorschlag: ich würde das Gespräch mit meinem Arbeitgeber suchen und die Gründe erfragen. Wenn ich das nicht täte, würde ich endlos darüber nachgrübeln und mich irgendwann ärgern. Das erfordert viel Kraft, aber es lohnt sich bestimmt. Versuche aber nicht als Bittsteller aufzutreten sondern mache ihm klar, dass Du auf den Job nicht angewiesen bist (auch wenn es NICHT so ist) und er dein Wissen und deine Erfahrung mit der Kündigung einfach wegwirft. Mach Dich und deine Erfahrung "begehrenswert".
    Du hast im Moment nichts zu verlieren, es kann also nur besser werden und Du zeigst damit Rückgrat. Wenn das nichts bringt kannst Du immer noch juristische Schritte wagen und vielleicht noch was raushauen.
    Ich hoffe Dir damit ein bisschen geholfen zu haben.

  29. ute frenzel schreibt am 3. November 2008 um 12:27

    liebe tanja und ihr alle

    verblüfft bin ich,dass ihr alle mein thema so gründlich beschreibt und kennt.meine frage,die ich mir stelle ist,was und wen brauche ich wirklich.
    in dem moment,wo ich die antwort fühle,habe ich es wiedermal geschafft-verzicht ist wohl immer die lösung-worauf auch immer.
    manchmal schaffe ich es schon ohne worte-einfach hinschauen und erkennen:das wird immer wieder thema sein.diese akzeptanz dann in handlung zu verwandeln, macht mir gerade angst.
    dennoch erlebe ich dadurch entwicklung ,weitergehen-NEUES.

    vielleicht ist das mit der neuen stelle auch so?allerdings-warum nicht reden,wenn nicht alles klar ist-was ist zu verlieren?viel glück-man kann immer nur dazulernen,finde ich...

  30. Barbara Steldinger schreibt am 3. November 2008 um 14:48

    Das Thema scheint ja viele anzutickern wie man an den zahlreichen Wortmeldungen gut sehen kann. Auch in meiner täglichen Coachingpraxis habe ich immer wieder damit zu tun, dass sich mit dem Vorwurf des Egoismus gut erpressen lässt.

    Vielleicht ist es hilfreich, daran zu denken, dass ich, wenn ich zu jemandem ja sage obwohl ich eigentlich nicht will und meine Grenzen damit überschritten werden, etwas ganz Negatives tue.

    Ich sage (widerwillig zwar, aber doch ) JA zu dem anderen Menschen und zu dem Menschen, der für mich am wichtigsten ist,nämlich ich selbst NEIN.

    Und das geht auf Dauer nicht gut.

    In diesem Sinne zitiere ich immer gerne den alten Bibelspruch "Liebe deinen Nächsten WIE DICH SELBST". Deutlicher geht es nicht.

  31. massiti schreibt am 3. November 2008 um 16:24

    @ djd:
    und wie geht deine Geschichte jetzt weiter? Wirst du dich trennen? klare konsequenz? oder Kompromiss?
    Was ist mit der Liebe?

  32. Lothar schreibt am 3. November 2008 um 19:53

    Hallo,
    ich habe mich noch nie gemeldet zu häufig interessanten Newsletter. Aber dieser Text berührt mich gerade sehr, weil ich gerade mit einer Freundin telefoniert habe, dir genau vor der Frage steht, soll ich mich aufgeben? Soll ich noch mehr Kompromisse eingehen? Soll ich so weitermachen, obwohl mein Bauch was anderes sagt?
    Super, vielen Dank für diese (gut formulierten ) Gedanken zum Thema.
    Gruß

  33. Tante Hella schreibt am 5. November 2008 um 21:30

    Sorge gut für Deinen Körper,
    damit Deine Seele Lust hat,darin zu wohnen.

    Diesen Spruch habe ich in einem Kurheim gelesen.
    Für mich bedeutet er: Mir Auszeiten zu nehmen, egal ob es eine
    Stunde walken oder einfach im Gras liegen und die Sonne genießen oder ein Besuch bei meiner Freundin ist.
    Nur wenn ich mir Zeit für mich nehme, dann habe ich die Kraft für meine Familie: meinen Mann und unsere 4 Kinder, für meinen Beruf. Sorge ich nicht gut für mich, dann schaffe ich den täglichen Wahnsinn nicht. Für meinen persönlichen Freiraum kämpfe ich, ich lasse mir von niemanden deswegen ein schlechtes Gewissen einreden.

  34. Tante Hella schreibt am 5. November 2008 um 21:38

    So lautet der eben genannte Spruch richtig:

    Tu Dir etwas Gutes,
    damit Deine Seele Lust hat in Deinem Körper zu wohnen.

  35. Sanne B. schreibt am 6. November 2008 um 17:19

    Hallo, jezt hab ich das versucht nochmal fast alles zu lesen...
    also ich stehe noch zu meinem letzten Kommentar.
    das mit den vorgezählten Stunden ist ja wohl "Erbsenzählerei" kann also nicht ernst genommen werden.
    Es geht doch hier, so wie ich es verstanden habe um Ego- ismus, also das Ego steht dabei im Mittelpunkt.
    So geht es aber nicht, denn es muss das Herz im Mittelpunkt stehen.Wenn Liebe im Spiel ist, dann kann es keinen Egoismus geben und gibt es ihn doch, dann fehlt eben die Liebe.
    Wenn man erst um die "Gunst" bitten muss um Zeit zu bekommen, dann ist es wohl irgendwie Schief.
    (ich denke dabei nicht an die Zeit während man arbeitet). Wenn aber die Freizeit überproportional dem Partner/ / Freundin usw. entsogen wird, dann sollte derjeneige sich als Singlen oder ohne Freundin durchs Leben schlagen.
    Dann hat er endlos Zeit sein Ego zu pflegen und kein anderer Mensch leidet unter Mangel an Zuwendung.
    vlG Sanne B.

  36. lilifee schreibt am 7. November 2008 um 05:59

    Girafe,
    einfacher und besser kann man es nicht erklären.
    danke für deinen beitrag.
    ich habe eine freundinn die auch keine grenzen setzen kann.
    ergebnis:sie läßt sich immer und immer wieder ausnutzen,obwohl sie selber psychisch und physisch am ende ist.ich werde ihr dein beispiel erzählen.vielleicht begreift sie es dann endlich.

    viele grüße lilifee

  37. knabenkraut schreibt am 7. November 2008 um 12:08

    Genau so ist es: „Es gibt Dinge, die du niemals hinnehmen darfst.“

    Vielen Dank, liebe Tania, das kam heute genau zur rechten Zeit! :-))