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Der sichere Weg in die Einsamkeit

Von Tania Konnerth10 Kommentare

„Welche Einsamkeit ist einsamer als Misstrauen?“

– George Eliot

Es dürfte kaum einen Menschen geben, der in seinem Leben nicht Enttäuschungen erleiden musste. Wir werden verletzt oder verlassen, es kann uns passieren, dass uns jemand betrügt oder unser Vertrauen missbraucht. Jedes Miteinander, jede Beziehung, jede Freundschaft birgt immer auch die Gefahr, vom anderen enttäuscht zu werden.

Nun ziehen manche Menschen aus diesen Erlebnissen die Lehre, dass sie sich besser gar nicht mehr auf andere einlassen. Sie misstrauen anderen Menschen und verschließen sich gegenüber Kontakten, Freundschaften und der Liebe.

Wenn Sie sich in diesen Zeilen nun selbst erkennen, schenkt Ihnen das obige Zitat eine Frage, die eine Tür öffnen kann. Eine Tür zur Erkenntnis, dass wir manchmal Dinge tun, um uns zu schützen, die uns dafür dann aber in ein viel größeres Leid stürzen…

Wer sich aus Angst vor Verletzungen von menschlichen Beziehungen zurückzieht, wer andere Menschen grundsätzlich misstrauisch betrachtet und immer erwartet, alle würden ihn eh nur enttäuschen wollen, erreicht damit genau das, was er eigentlich vermeiden will: einsam und verlassen zu sein.

Es gibt keinen Schutz vor Verletzungen. Wer sich anderen gegenüber öffnet und sich immer wieder traut, anderen Menschen zu vertrauen, geht zwar ein Risiko ein, hat aber die reelle Chance auf gewinnbringende Begegnungen, Nähe und echtes Miteinander. Wer hingegen allen misstraut, hat eine sichere Formel für Schmerz: die selbst gemachte Einsamkeit.

  1. Ralph Kurz schreibt am 27. Januar 2009 um 08:26

    Hallo Tania,
    man macht sich einsam - man ist es nicht, keiner drängt einen dazu. Manchmal führt auch der innere Dialog dazu "Der mag mich bestimmt nicht mehr", "Mich mag ja eh keiner...". Also spreche ich auch keinen an. Diese selbsterfüllenden Prophezeiungen.... das Gesetzt der Anziehung. Mir ist oft aufgefallen, dass es a) nicht so schlimm kommt und b) als man denkt ;-)

    Man muss sich trauen auf andere Menschen zuzugehen - verloren hat man sowieso!
    Auf gewinnbringende Beziehungen!

  2. Marlene schreibt am 1. Februar 2009 um 10:20

    Das ist wirklich ein schwerer Schritt,
    bedingungslos vertrauen? Ich denke, dass man mit Vertrauen sowie Misstrauen, sehr vorsichtig sein muss.
    Ich gebe den Menschen um mich herum Zeit, mir zu vertrauen und ich nehme mir die Zeit auch!
    Dazu gehört auch ein gesundes Maß an Mißtrauen. Das man nur Stück für Stück los lassen kann, wenn man das Gegenüber länger kennt. Jeder Schritt miteinander, dient dem Vertrauen zu einander. Jeder Schritt, der mir verwehrt wird, läßt Mistrauen wachsen.
    Alles Liebe Marlene

  3. Christine Stephan schreibt am 1. Februar 2009 um 10:40

    Hallo Tania,
    offen und vertrauensvoll auf andere zuzugehen ist immer auch Risiko, aber vor allem die Chance, gute Verbindungen zu schaffen. Wenn der andere auch offen und vertrauensvoll reagiert und nicht aus lauter Angst und Misstrauen alles blockiert. Man lernt in jedem Fall etwas über sich selbst:
    Nicht aufgeben, wenn's mal schief geht, lieber die Methode wechseln.

  4. Andrea schreibt am 1. Februar 2009 um 12:58

    Ich finde es schön, dass es heutzutage möglich ist, über solche Themen offener zu reden als noch vor über 20 Jahren. Damals hatte ich einen väterlichen Freund. Er gab mir mit auf den Weg, nicht mißtrauisch, jedoch wachsam zu sein. Das hat mir sehr geholfen, mich anderen Menschen gegenüber nicht zu verschließen, sondern genauer hinzuschauen: was habe ich getan und was tat der Andere? Man kann sagen, eine möglichst wertungsfreie Betrachtung kann hier sehr helfen, Ursache und Wirkung zu erkennen. Schöner Nebeneffekt: ich konnte so recht schnell erkennen, dass ich keineswegs das "Opfer" bin, sondern in der Regel durch eigenes Verhalten "Wirkungen" erzielt habe. Und das es darüber hinaus wichtig ist, seine eigenen Ziele zu kennen, damit man nicht von denen manipuliert werden kann, die darauf aus sind.

  5. Manuela schreibt am 1. Februar 2009 um 16:01

    Seitdem ich mich bewußt für die Einsamkeit entschieden habe geht es mir endlich besser. Hätte niemals geglaubt das so etwas möglich ist.

  6. Thomas schreibt am 1. Februar 2009 um 16:07

    Ich denke "bedingungsloses Vertrauen" ist eine Überforderung für die Zielperson.
    Niemand ist perfekt.
    Wie bei allen anderen Dingen im Leben ist auch bei Vertrauen das richtige Maß entscheidend.

    PS. Einsamkeit muss auch nicht immer etwas schlechtes sein.

  7. Annette schreibt am 2. Februar 2009 um 11:46

    Einsam ist man.. wenn man nicht mit sich selbst in Kontakt ist.
    Einsam kann ich mich also unter vielen Menschen und selbst in einer Beziehung sein.
    Ich selbst habe sehr schnell und bedingungslos vertraut. Und mich damit mehrere Male auf die Nase gelegt.
    Das mir erst einmal kein Mensch bewußt weh tun will, ist klar. Weil alle versuchen, sich selbst zu schützen.
    Aber ich habe mich ganz bewusst für das Alleinsein entschieden... weil ich kennenlernen wollte, was ich nicht fühlen wollte: Einsamkeit.
    Und mir geht es gut. :-)
    Offenheit ist wichtig. Aber Vertrauen muss entstehen.

  8. Undina schreibt am 6. Februar 2009 um 09:15

    Hallo,
    dieser Artikel ist mir wie aus der Seele geschrieben. Ich wurde nach einer grenzenlosen Enttäuschung, bei der ich meinen gesamten Besitz und vor allen Dingen meine Gesundheit und mein Vertrauen verloren habe zu einer "Einsiedlerin". Ich lerne zwar relativ leicht andere Menschen kennen, ergreife allerdings auch schnell wieder die "Flucht". Inzwischen leide ich als Spätfolge unter Angst- und Panikattacken, so dass ich mit 48 Jahren verrentet wurde. Nun kan auch noch das finanzielle Problem dazu. Mein Ex ist in Privatinsolvenz gegangen, so dass ich trotz gewonnenen Prozesses keinen Cent mehr von ihm sehe. Die Kraft für ein lebenswertes Leben in einer Gemeinschaft finde ich einfach nicht mehr. Ich verstehe mich oft selbst nicht mehr, -leider!

    Lieben Gruß

    Undina

  9. Karlchen schreibt am 6. Februar 2009 um 16:37

    Hallo Undina,

    es gibt so viele Dinge, die das Leben lebenswert machen.
    Willst du es zulassen, dass dein Ex triumphiert?
    Pack deine Probleme an, hab ein bisschen Mut und vergrab dich nicht in der Einsamkeit.
    Du hast doch schon den weg in die richtige Richtung eingeschlagen. Es gibt kaum einen Menschen, den das Schicksal noch nicht gebeutelt hat.
    Mach einfach mal eine positiv/ negativ Bilanz für dich. Vielleicht hilft das. Ich wünsche es dir jedenfalls.

    Gruß Karlchen

  10. Heinz schreibt am 2. Februar 2009 um 07:34

    Vertrauen ist eine sehr gute Sache ! Es hilft einem weiter. Und wenn man sich bewusst mal traut kann man auch meiste sehr gute Erfahrungen machen.

    Allerdings nicht mit allen letzte Woche war ich auch mal unvorsichtig und gegenüber einem anderen Menschen zu direkt und offen. Das hat hinterher weh getan.
    Also kein bedingungsloses Vertrauen gegenüber Allen. Das ist einfach nur unvorsichtig.

    Aber trotzdem erst mal das Positive erwarten, weil zumindest ich oft zu ängstlich bin. Auf der anderen Seite aber auch wachsam sein.

    Nach meiner Einschätzugn sollte man das mit einer positiven Grundeinstellung UND Wachsamkeit angehen.