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Mein Umfeld und ich

Von Tania Konnerth10 Kommentare

"Wer bei einem Lahmen wohnt, lernt hinken."

– Plutarch

Heute nehme ich mir ein heikles Thema vor. Plutarch hat es sehr drastisch ausgedrückt, ich werde versuchen, es etwas weicher zu formulieren, die Botschaft aber wird sicher manch einem sauer aufstoßen.

Wir werden ganz wesentlich von unserem Umfeld geprägt. Natürlich sind wir alle individuell und denken selbst, aber dennoch beeinflussen uns die Menschen und Strukturen, mit denen wir viel Zeit verbringen in einem hohen Maße.

Es macht deshalb Sinn, sich einmal bewusst darüber zu werden, womit man sich tatsächlich umgibt und ob diese Einflüsse unserem Wohlbefinden, unserem Glück und unseren Zielen förderlich sind oder eher nicht.

Wenn Sie z.B. von einer Selbstständigkeit träumen, aber in Ihrem Bekannten- oder Freundeskreis ausschließlich Angestellte sind, werden Sie eine sehr einseitige Einschätzung der Chancen Ihres Vorhabens bekommen. Mehr noch: viele Angestellte haben ein grundsätzlich anderes Sicherheitsbedürfnis bzw. -verständnis als Selbstständige. Daraus bewerten sie dann ein Vorhaben wie eine Selbstständigkeit ganz anders als jemand, der selbst ein Unternehmen gegründet hat oder freiberuflich arbeitet.

Oder wenn Sie vorhaben, in einem fortgeschrittenen Alter noch ein Studium zu beginnen, aber in Ihrem Umkreis keine Menschen sind, die selbst auch noch neue Lernprojekte beginnen oder begonnen haben, wird Ihnen sehr wahrscheinlich vor allem Skepsis entgegentönen.

Allein diese beiden Beispiele illustrieren den Einfluss unserer Umwelt auf unsere eigenen Ideen, Vorhaben und Ziele. Es gäbe noch viele, viele Beispiele mehr – schauen Sie doch einfach einmal in Ihr eigenes Leben:

Gerade dann, wenn Sie bei diesen Überlegungen feststellen, dass Sie sich von Ihrem Umfeld eher gebremst als gefördert fühlen, ist es an der Zeit, sich einmal nach Menschen umzuschauen, die mehr von dem haben, was Sie sich wünschen. Nach Menschen, die tun, wovon Sie träumen. Nach Menschen, die Ihre Ideen nicht gleich vom Tisch wischen, sondern die mit Ihnen gemeinsam überlegen, wie Sie das, was Sie möchten, umsetzen können.

  1. Hubert schreibt am 3. November 2009 um 10:04

    Manchen Menschen würde es meiner Ansicht nach gut tun, einen Lahmen an die Seite zu stellen.
    Insbesondere denjenigen, die voll Begeisterung drauf los rennen und in der Regel nich´s gebacken bekommen.
    Insbesondere das Beispiel mit der Neugründung eignet sich hier besonders gut.
    Nicht mal die Hälfte aller Neugründungen ist erfolgreich.
    Gut, das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, aber wenn man es im Durschnitt betrachtet kommt es in etwa hin.

    Die Lahmen (ich würde sie eher Bedächtigen) nennen sind da viel erfolgreicher. Bei vielen Dingen ist sicherlich auch die Begeisterung ein entscheidener Faktor um seinem Ziel näher zu kommen. Aber die Sachkenntnis, der abwägende und kritische Umgang mit den Dingen viel entscheidener.

    Ich möchte niemanden bremsen, der auf einem guten Weg ist, aber ich habe zu viele ins offene Messer rennen sehen.

  2. Anne-B. schreibt am 3. November 2009 um 18:58

    Naja, ich arbeite mit Dementen und frage mich oft, ob das was ich so von mir gebe eigentlich Sinn ergibt.Es hilft mir tatsächlich, mich zu hinterfragen und über den Tellerrand zu sehen. In dem Sinne bringt es mich auch weiter. LG Anne.

  3. Anne-B. schreibt am 3. November 2009 um 18:59

    Naja, ich arbeite mit Dementen und frage mich oft, ob das was ich so von mir gebe eigentlich Sinn ergibt.Es hilft mir tatsächlich, mich zu hinterfragen und über den Tellerrand zu sehen. In dem Sinne bringt es mich auch weiter. LG Anne.

  4. Anne-B. schreibt am 3. November 2009 um 19:00

    Naja, ich arbeite mit Dementen und frage mich oft, ob das was ich so von mir gebe eigentlich Sinn ergibt.Es hilft mir tatsächlich, mich zu hinterfragen und über den Tellerrand zu sehen. In dem Sinne bringt es mich auch weiter. LG Anne.

  5. Anne-B. schreibt am 3. November 2009 um 19:00

    Naja, ich arbeite mit Dementen und frage mich oft, ob das was ich so von mir gebe eigentlich Sinn ergibt.Es hilft mir tatsächlich, mich zu hinterfragen und über den Tellerrand zu sehen. In dem Sinne bringt es mich auch weiter. LG Anne.

  6. Anne-B. schreibt am 3. November 2009 um 19:02

    Naja, ich arbeite mit Dementen und frage mich oft, ob das was ich so von mir gebe eigentlich Sinn ergibt.Es hilft mir tatsächlich, mich zu hinterfragen und über den Tellerrand zu sehen. In dem Sinne bringt es mich auch weiter. LG Anne.

  7. Tina schreibt am 4. November 2009 um 12:27

    Wenn man etwas will, bekommt man das auch ohne Hilfe und Unterstützung von außen auf den Weg gebracht. Vielleicht dauert es etwas länger, aber der Wille, der von innen kommt, ringt den Rest des Zweifels nieder. Wenn man dann auf dem Weg ist, ändert sich das Umfeld und man lernt neue Leute kennen, die dann unterstützen, Mut machen, neue Ideen einbrngen, etc.

  8. Melanie Joos schreibt am 5. November 2009 um 11:43

    Ich sehe das ähnlich, wie meine Vorredner: Es gibt zwei Seiten der Medaille.
    Ich habe auch schon erlebt, wie das Umfeld stark abfärben und negativ beeinflussen kann, allerdings kann es auch Sichtweisen verändern und positiv wirken. Schwarz-Weiß gilt hier also auch nicht wirklich.
    Ich denke, wichtig hierbei ist, dass man kritisch bleibt und sich von seinem Umfeld nicht alles unterbewusst "aufzwingen" lässt. Sobald die Einflussnahme zu groß wird, kann es nur negativ sein.

  9. massiti schreibt am 9. November 2009 um 15:08

    schön, dass es noch mehr Menschen gibt, die denselben gedanken haben wie ich: es ist gut, über den tellerrand zu schauen, und es ist sinnvoll, hinken zu lernen. Auch, wenn der Sinn sich vielleicht nicht grade aufdrängt.
    Das gehört dazu, wenn ich mit offenen Augen und Ohren durchs Leben gehe: mich inspirieren lassen.
    mich auf eine Ebene mit Andersartigen, Anders denkenden, begeben.
    vielleicht hat Plutarch das gemeint mit seinem zitat? Angestellte und Selbständige gabs damals (in der heutigen Ausformung) noch nicht.

  10. Nikolaus schreibt am 23. November 2009 um 15:01

    Eine wunderbare Beschreibung von Tania Konnerth!
    Man braucht nicht viel von und über Plutarch gelesen zu haben, um zu wissen, wie er die Metapher gemeint hat. Es scheint ein Zeichen der Zeit zu sein, dass auch klare Worte heute nicht mehr als Worte sondern als Deutungen interpretiert werden, denen jedermann seinen eigenen Sinn geben kann. Es ist betrüblich, dass dies vor allem mit der deutschen Kultursprache geschieht.