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Der mag mich nicht?

Von Tania Konnerth68 Kommentare

"Für unser Denken sind wir verantwortlich, nicht aber für das, was andere über uns denken."

– Ernst Ferstl

"Der mag mich nicht." "Die findet mich doof." "Die reden schlecht über mich."

Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, was andere über sie denken. Es scheint eine zutiefst menschliche Sehnsucht zu sein, von anderen Menschen gemocht und akzeptiert zu werden. Angenommen zu sein.

Und deshalb erleben viele von uns es im besten Fall als irritierend, in vielen Fällen aber auch als bedrohlich, wenn wir den Eindruck gewinnen, jemand könnte uns nicht mögen.

Nun haben wir aber wenig Einfluss darauf, was andere Menschen über uns denken. Klar, wir können uns auf die eine oder andere weise benehmen, wir können freundlich oder unfreundlich sein, wir können uns einstellen auf jemanden oder auch nicht – aber ob uns jemand mag oder nicht, entscheidet immer die Person selbst. Und genau das lässt uns dann eben auch so unsicher werden.

Mehr noch: Oft scheint es, der Versuch, gezielt von jemanden gemocht zu werden, kontraproduktiv. Versuche, gemocht zu werden, scheinen oft das Gegenteil zu bewirken. Warum? Vielleicht weil wir dann künstlich wirken? Vielleicht weil andere den Versuch der Manipulation fühlen? Vielleicht weil sich Sympathie eben tatsächlich nicht erreichen lässt, sondern weil sie entstehen muss?

Wie auch immer, der Ansatz hier ist einmal mehr, der über sich selbst. Wie Ernst Ferstl in seinem Aphorismus so treffend herausgearbeitet hat: Wir sind für unser Denken verantwortlich und nur das können wir beeinflussen.

Als erstes können wir daran arbeiten, uns selbst zu mögen und das unabhängig davon, ob uns ein anderer mag oder nicht. Wenn ich mich selbst leiden mag, verletzt es mich lange nicht so, wenn ich das Gefühl habe, von jemanden nicht gemocht zu werden. Ich kann es wahr- und annehmen. Ich muss mich nicht anbiedern oder kämpfen. Ich kann den anderen sein lassen (im doppelten Wortsinn).

Und ich kann hinschauen, ob ich denn überhaupt wirklich von dieser Person gemocht werden will! Oft reflektieren wir ja gar nicht, ob uns eine Person wichtig ist. Wir suchen einfach Anerkennung und eine positive Zuwendung, egal von wem. Hier lohnt aber ein zweiter Blick, denn tatsächlich mögen uns ganz oft die Menschen nicht, die wir selbst auch nicht wirklich sympathisch finden, von denen wir also eigentlich gar keine Nähe wollen. Und wenn man das für sich erkennt, ist es viel einfacher auszuhalten, von jemanden nicht gemocht zu werden.

Als spannendes Extra ist es dann häufig auch so, dass wenn man von der Person gar nicht mehr zwingend gemocht werden will, plötzlich etwas Erstaunliches passiert: man lernt sich neu und anders kennen und findet vielleicht einen Draht, der vorher gar nicht da war.

In jedem Fall geht es auch hier darum, bei sich selbst zu beginnen und nicht beim anderen.

  1. Sabrina schreibt am 7. September 2010 um 09:35

    Jeder Mensch sollte bei sich selbst anfangen, sich selbst akzeptieren, sich selbst wertschätzen und mögen...

    Ich bin doch der Mensch der ein ganzes Leben mit mir zusammen bin, ok oder ich habe einen Partner, aber dann musst er auch mit mir leben ;)

    ich mache doch etwas für mich und nicht für die Gesellschaft, muss ich mit meinem Körper usw leben oder die Gesellschaft???

    ich bin derjenige oder diejenige und nicht alle anderen... also auf gut deutsch kann man doch darauf scheissen, was andere von mir halten, wie sie über mich denken usw.. es sei denn man hat eine heikle Situation, dann ist es natürlich angebracht sich angemessen zu verhalten, aber ansonsten kann ich mich doch benehmen wie ich möchte!!! wenn ich mich nur gut dabei fühle!

    In diesem Sinne

    alles Gute

    Sabrina

  2. H.U. Wyss schreibt am 7. September 2010 um 14:04

    Ich bin der Meinung, dass je weiter man in seiner persönlichen Entwicklung ist, desto mehr vertraut man auf seine eigene Urteilskraft und desto unwichtiger wird es, was "die anderen" über einen denken.

    Man kann sich diese Haltung nicht antrainiern. Die Haltung ist der Ausdruck der persönlichen Reife.

  3. Sonja schreibt am 7. September 2010 um 16:30

    "l´enfer c´ est les autres" (Sartre)
    die Hölle sind die Anderen ?

    Jenseits von richtig und falsch, älter und jünger, Hierarchie und Respekt, Glaubenssätzen und allen Ordnungen: Begegnung, Freundschaft und Schutz

  4. Hanni schreibt am 12. September 2010 um 06:02

    an H.U. Wyss

    Bin genau deiner Meinung und habe dem im Augenblick nichts hinzuzufügen. Vielleicht fällt mir später noch was ein :-)

  5. Catherine schreibt am 12. September 2010 um 06:57

    In Beantwortung Ihrer Frage: meine spröde Kollegin. Ich versuche seit über einem Jahr, sie mich mögen zu lassen. Ich empfinde sie als zu direkt, taktlos, und unhöflich. Sie empfindet mich als übersensibel und naiv. Kann man nichts machen. Ich gebe hiermit auf und gehe erhobenen Hauptes in die Arbeit!

  6. Manuela schreibt am 12. September 2010 um 06:58

    bin mal gespannt, wie sich das was hier theoretisch so klar und einleuchtend ist in der Realität anfühlt - wenn es mich in einer Situation trifft in der ich meine persönliche Reife und auch gegebene Unsicherheiten fühl - gut ist auch dieses Mögen in das Verhalten einzubauen - also nicht ich werde in dem Moment nicht gemocht sondern mein Verhalten löst hier dies und das aus z.B. eben auch Ablehnung - da kann ich dann anders dran arbeiten und werde nicht selbst in Frage gestellt bzw. gemocht oder nicht gemocht...

  7. Nils schreibt am 12. September 2010 um 06:59

    Die Behauptung "Wir sind für unser Denken verantwortlich und nur das können wir beeinflussen." halte ich schlichtweg für falsch. Wir sind für unsere Taten verantwortlich, die zum Teil aus unserem Denken resultieren, die aber vor der Umsetzung glücklicherweise bei den meisten Menschen immer noch einer Kontrollinstanz unterliegen. Das Denken selbst jedoch resultiert aus unserem Denkvermögen (Intelligenz) unserer Persönlichkeit, unserer Erziehung und vor allem aus unseren individuellen Erfahrungen und lässt sich daher nur sehr schwer und indirekt beeinflussen. Wir können uns informieren, Denkanstöße holen und mit anderen austauschen, so dass sich evtl. eine andere Sicht der Dinge ergibt, aber wie bzw. was wir letztendlich denken, könne wir nicht willentlich beeinflussen und sind somit auch nicht dafür verantwortlich.

  8. Herimann schreibt am 12. September 2010 um 07:06

    Ja. Stimmt genau. Mich muß niemand mögen, aber man kann. Und ich muß auch niemanden mögen, aber ich kann. Sich verrenken in jedwede Richtung (also dahingehend, daß man wie hier versucht, es jedem Recht zu machen damit andere einen mögen, oder auch starr andere abkanzeln und diese selber blöd finden, WEIL man Angst davor hat der andere könnte einen nicht mögen - nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung") kann nur zum Verbiegen führen und ist deshalb sicher nicht gesund für einen selbst.

    Wenn die Chemie nicht stimmt und jemand mich nicht mag, ist das völlig in Ordnung. Ich mag ja auch nicht jeden. Es ist doch gut, daß die Leute verschieden sind.

  9. Herimann schreibt am 12. September 2010 um 07:18

    @sabrina: "...aber ansonsten kann ich mich doch benehmen wie ich möchte!!! wenn ich mich nur gut dabei fühle!"

    Ich weiß, Du meinst es sicher nicht so, aber das denken, glaube ich, auch viele Nazis, frustrierte Jugendliche die nachts (auch hier bei uns im Ort) vieles kaputtschlagen und andere, die zufällig zu dieser Zeit an diesen Ort sind, den sie als "ihr" Territorium empfinden (bei uns ist das der Marktplatz), strunzblöd anpöbeln...

    Wir brauchen nicht darüber zu reden, daß das bei diesen Nazis und Jugendlichen nur ein momentanes Gutfühlen ist und kein wirklicher innerer Zustand. Aber "wenn ich mich nur dabei gutfühle", das empfinde ich als heikel.

  10. Celina schreibt am 12. September 2010 um 07:32

    Ich bin vor kurzem nach England umgezogen. Hier in einem fremden Land versuche ich mich anzupassen und achte mehr als üblich auf die Reaktionen der anderen. Bestimmte Beziehungen lösen sich auf (Deutschland) und andere müssen völlig neu geknüpft werden (England). Es ist anstrengend - es gelten einfach andere Regeln im Miteinander und natürlich ist es mein Wunsch, nicht anzuecken. Richtig glücklich fühle ich mich allerdings, wenn ich ich selbst sein kann.
    Aber wenn mich hier wirklich jemand in die Schublade "Typisch deutsch!" stecken will, dann ist das völlig okay...
    Denn es war meine Entscheidung hierherzukommen - und das verändert eben auch mein Denken...

  11. Edda schreibt am 12. September 2010 um 07:41

    Und wie macht man das: Sich selbst zu mögen? Das scheint mir schwierig. Ich habe in meinem Kopf ein Bild von dem, wie ich sein möchte/ sollte/ könnte und es ist zumeist sehr enttäuschend mein reales ICH dagegen verblassen zu sehen.
    Manchmal denke ich: ich war in einem anderen Leben ein anderer/eine andere und diese Inkarnation ist ein trauriger Abklatsch, oder eine Rache des Schicksals, weil ich soviel Mist gebaut habe im Leben davor, oder was weiß ich.
    Ich habe alles getan, um mein Denken zu ändern, oder sagen wir: vieles. Ich mag mich selbst kaum und wenn ichs versuche, komme ich über Selbstmitleid nicht hinaus. Irgendwas hält mich, pflockt mich an, im Mittelmaß.
    Wie abgrundtief blöd.

  12. E.Müller schreibt am 12. September 2010 um 08:03

    Privat stimmt das wohl
    beruflich ??, wenn sie als Dienstleister auf die Akzeptanz der Mitmenschen angwiesen sind, kann es ihnne nich egal sein , was die anderen von Ihnen denken

  13. Renate ShiraElina Heuer-Loebel schreibt am 12. September 2010 um 08:26

    Mich dürfen alle doof finden, die nicht in der Lage sind das hinter jedem Unsinn eine Menge Sinn steckt.

  14. Carola schreibt am 12. September 2010 um 08:28

    Ich bin immer so nett, wie ich will, dass auch alle anderen nett zu mir sind - ganz egal, wer es ist. Wenn mich dann jemnd doof findet, ist das im ersten Moment ein komisches Gefühl und ich reflektiere über mich selbst - was hat es mit mir zu tun? Ich mag mich selbst immer mehr und merke auch, dass es dadurch immer egaler wird, wenn mich jemand nicht mag. Ich mag mich, und ich weiß auch warum. Wer mich ab heute doof finden darf? Meine Nachbarin, die finde ich nämlich auch doof! Aber ich wünsche ihr trotzdem (oder gerade deshalb?), dass auch sie an sich arbeitet und anfängt, über sich selbst zu reflektieren - dann werde ich sie wahrscheinlich irgendwann nicht mehr doof finden. Und das finde ich schlussendlich am schönsten :-)

  15. barbara a. lehner schreibt am 12. September 2010 um 08:34

    Also doof finden darf mich jeder. Find ich mich ja selbst. Aber liebhaben sollten sie mich trotzdem alle ;-)

  16. Sabine schreibt am 12. September 2010 um 08:42

    Beruflich ist es schon wichtig, dass man sich korrekt verhält. Aber man muß sich selbst auch treu sein, und vergessen, was andere Leute über einen denken. Ich wurde sogar so erzogen, wo meine Mutter mir immer sagte, was die Leute wohl denken, wenn ich dies oder das mache. Aber wer ist in meinem Leben der Boss. Ich oder die Leute? Jeder Mensch sollte so leben, dass er die 10 Gebote beachtet und auch ein anständiges Leben führt. Ich will mich auch mit allen Menschen gut verstehen. Aber für die anderen bin ich zu gebildet, für die anderen zu alt, für die andren, usw.

  17. Ulrike schreibt am 12. September 2010 um 09:05

    Nils schreibt: Wir sind nicht für unsere Gedanken verantwortlich, aber für unsere Taten.
    Das geht in die richtige Richtung, stimmt aber noch nicht komplett. Außer für unsere Taten können wir auch für unsere Gedanken Verantwortung übernehmen. Zwar tauchen in endloser Karawane unbewusst ausgewählte Gedanken auf, die sich aus unserer individuellen Eigenart speisen. Wir sind diesen Gedanken aber nicht ausgeliefert, sondern können lernen, erwünschte ohne Beachtung vorüber gehen zu lassen und stattdessen bewusst gewählte Gedanken zu bevorzugen. So gewinnen wir mit beständiger Übung Kontrolle über unsere Gedanken. Nicht so fort und nicht immer, aber immer öfter und immer müheloser. So läuft es ab in buddhistischer Meditation.

  18. Janette schreibt am 12. September 2010 um 09:10

    @Nils: Da widerspreche ich Dir. Ich bin sehr wohl für mein Denken verantwortlich und es gelingt mir, durch Achtsamkeit bestimmte, schädliche, negative Gedankenmuster zu erkennen und mit der Zeit "auszumerzen". Ich kann mein Denken kontrollieren - wenn auch sonst Kontrolle im Leben schwer möglich ist. Wenn ich doch auf irgend etwas Einfluß habe, dann darauf, was sich in meinem Kopf abspielt. Natürlich wird das Denken auch von Gefühlen u. a. beeinflußt - und umgekehrt. Wenn ich aber achtsam mit mir umgehe, kann ich auch Gefühle, die durch negative Gedanken entstanden sind, verändern. Ich bin der einzige Denker in meinem Kopf!
    Nicht mögen dürfen mich übrigens alle, denn ich mag mich, das genügt völlig.

  19. Katrin schreibt am 12. September 2010 um 09:19

    Ich finde, ins Gegenteil einzuschlagen und die Haltung "Mir scheißegal, was andere über mich denken" einzunehmen, genauso wenig sinnvoll. Ich möchte nicht allein leben, ich brauche andere Menschen. Das ist nun mal so und wird auch immer so sein. Dazu muss ich Menschen finden, die ich mag und die - na klar! - mich mögen, mit mir leben können und möchten.

    Ja, ich gebe es zu, mir tut es gut, Annahme und Anerkennung, Komplimente und Liebe von anderen Menschen zu bekommen. Doch mir ist es genauso wichtig, im Spiegel meines Gegenüberers meine Macken und Schwachpunkte zu erkennen. Ich könnte mich doch gerade ohne die, die mich nicht mögen, oder ohne Rückmeldungen meiner Freunde und Familie, was sie an mir nicht mögen, gar nicht weiter entwickeln!

    Ich schau mir deshalb schon an (bzw. versuche es zumindest ;-) ), was andere Menschen für ein Problem mit mir haben, wenn ich da etwas feststelle. Sie könnten Recht haben. Es könnte schon sein, dass ich mit verantwortlich für das bin, was andere über mich denken, vielleicht bin ich wirklich manchmal dominant, druckig, rücksichtslos, kleinkarriert und verletzend? Ja, bin ich! Und wenn mir egal wäre, was andere über mich denken, würde ich es immer bleiben.

    Was ich aber immer besser lerne: Mich nicht soweit von der Meinung anderer abhängig zu machen, dass ich mich verbiege und selbst vergesse. Dass ich gar nicht mehr spüre, was für mich richtig und gut ist, was ich selbst brauche. Nur damit die anderen mich nicht ablehnen, verstoßen oder verlassen. Wenn ich feststelle, ich habe mich aus meiner Sicht gut und richtig verhalten, dann möchte ich dazu stehen und ein gutes Gefühl haben. Ich möchte schon gern in Gemeinschaft leben und anerkannt und gemocht werden. Aber nicht (mehr) um den Preis, dass ich nicht mehr ich selbst bin und Dinge mache, die mir nicht gut tun.

  20. Jeanette schreibt am 12. September 2010 um 09:25

    Heißt aber nicht auch "sich selbst treu sein", dass man den eigenen Wunsch, gemocht zu werden, achtet und danach handelt?
    Ich denke, der Wunsch hat eine Daseinsberechtigung, da er auch hilfreich sein kann, um das Funktionieren menschlicher Gemeinschaft zu unterstützen.

    Man kann sich nicht mit allen verstehen, aber man kann Konflikte offen austragen und sich "zusammenraufen".
    Man muss nicht überall und mit jedem in allem übereinstimmen, einen Teil von jemanden kann ich sicher "doof" finden oder andere bei mir aber das muss ja nicht heißen, dass ich ihn für komplett "doof" halte. Das heißt nur, dass wir alle unterschiedlich sind.

    Übertriebenes "gemocht werden wollen" und wenn alles Denken und Handeln darauf abzielt, halte ich alllerdings für ungesund. Für sich selber, und auch für andere.

  21. Nils schreibt am 12. September 2010 um 09:25

    @Ulrike
    Netter Versuch ;-)
    Dazu musst du ja erst einmal den Buddhismus für dich als Weg erkannt bzw. akzeptiert haben. Wenn er in deiner Gedankenwelt aber absolut keine Rolle spielt bzw. die Lehren für dich nicht schlüssig sind, so ist das ja auch wieder nicht dein Verschulden.
    Warum ist es wohl so schwer bzw. fast unmöglich, Zwangskranke zu "heilen"? Weil sie keine Macht über ihre (teilweise abstrusen) Gedanken haben, obwohl oder gerade weil sie sich verzweifelt darum bemühen. Einem Zwangskranken zu sagen, er sei für seine Gedanken verantwortlich, wäre in meinen Augen unverantwortlich.
    Ich mag Aphorismen und habe auch nichts gegen Herrn Ferstl, aber der Ausspruch ist, um beim Thema zu bleiben, gedanenlos.

  22. Anna schreibt am 12. September 2010 um 09:37

    Niemand kann nur Dinge tun, die anderen mögen. Manchmal tun wir alle Dinge, die jemand andere nicht im Kram passt.
    Das Problem liegt daran, daß Menschen nicht unterscheiden können zwischen objektiven Gründen und eigenen, negativen, Emotionen.
    Wer das nicht kann, oder will, wird niemals fähig sein fair zu sein. Um jemanden zu mögen muss man aber genau das können.
    Von solchen Menschen sollte man Abstand nehmen, denn jeder Versuch daran etwas zu ändern wird mit Frust enden.

  23. Jutta schreibt am 12. September 2010 um 10:10

    Ist doch wie in der Werbung:
    Uns faszinieren und fesseln nur Werbeanzeigen, die entweder ein besonders positives Gefühl in uns anrühren oder die ein besonders starkes Gefühl von Abwehr, Widerstand in uns auslösen. Alle anderen (lauwarmen) Werbeplakate nehmen wir gar nicht wahr. So ist es auch mit Menschen: Wir brauchen unsere Sonnenmenschen, die uns zum Leuchten bringen, aber unsere Schattenbegleiter sind uns auch (ein wichtiger Dorn) im Auge. Ich glaube, dass wir nur in diesem dualen System wachsen, uns entwickeln können. Wenn wir jemanden nicht mögen, schwingt ja auch immer ein Teil unserer eigenen Schattenseiten mit....

  24. Maria schreibt am 12. September 2010 um 10:13

    Ab heute dürfen mich 2 meiner Arbeitskolleginnen doof finden.

  25. Sigrid schreibt am 12. September 2010 um 10:14

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, nichts ist wichtiger als sich selber zu mögen. Seit ich das gelernt habe, ist es viel leichter für mich geworden mit anderen Menschen umzugehen und die Ablehnung anderer zu akzeptieren. Lange Zeit habe ich mich vergeblich bemüht es allen recht zu machen und in aller Augen gern gesehen zu sein. Nur ich selbst mochte mich überhaupt nicht.

    Jetzt denke ich so wie ich bin bin ich großartig und es reicht wenn ich ds finde. Und schon geht es auch mit meinen Mitmenschen viel einfacher und angenehmer.

  26. Anne schreibt am 12. September 2010 um 10:23

    Jeder, der mich doof findet, darf das. Doch ich muss mich noch lange nicht doof finden, weil andere das tun.
    Wenn ich mich von der Meinung anderer unabhängig machen kann, dann geht es mir gut! und das kann wiederum dazu führen, dass andere mich auch gut finden.
    Klingt einfach und ist mit viel Selbstarbeit verbunden.
    Lieben Gruß
    Anne

  27. Fine schreibt am 12. September 2010 um 10:27

    Hallo...
    Der Artikel gefällt mir supergut! Da habe ich doch gleich mehrere Leute im Sinn, von denen ich gar nicht gemocht werden "muß" oder sagen wir besser will, obwohl das "will" noch etwas schwerfällt.
    Viele Grüße und einen schönen Sonntag :-)

  28. Eve schreibt am 12. September 2010 um 10:36

    Wer darf mich ab heute doof finden?

    Die Frage gefällt mir und ich habe schon oft festgestellt, dass ich in der Tat versuche Menschen zu gefallen, die ich doof finde. Vielleicht weil sie mir wichtig erscheinen, z. B. bei der Arbeit oder weil Freunde von mir sie mögen... Und wenn ich versuche diesen Leuten zu gefallen strenge ich mich so sehr an, dass ich nix mehr von der Situation habe und gar nicht bei mir bin. Ich hoffe, beim nächsten Mal denke ich an diesen Artikel:-)

    LG, Eve

  29. sonja schreibt am 12. September 2010 um 10:36

    Mich kann mein Vorgesetzter doof finden, weil ich kommentarlos alles so hinnehme wie er es mir vorgibt.
    Ich habe keine Lust auf lange unnütze Diskussionen und bin der Meinung, dass jeder seinen Entwicklungsweg selbst zu verantworten hat.
    Wenn er die harte Schiene fahren will, dann soll er das für sich tun. Ich glaube an das Leben und die Liebe und daran dass für mich gesorgt wird vom Universum.
    Mir ist dieser Mensch egal, soll er doch an der Oberfläche bleiben und weiterhin sein Ego mit Speise versorgen.
    Ich nehme die Herausforderungen, die das Leben an mich stellt entgegen und bleibe mir selbst treu.
    Für Ihn jedoch werde ich in Zukunft auch nur noch oberflächliche Verhaltensstrategien anwenden, damit er sich nicht so klein fühlt.

  30. Katrin schreibt am 12. September 2010 um 10:52

    Zu dem Satz von Ernst Ferstl "Für unser Denken sind wir verantwortlich, nicht aber für das, was andere über uns denken." fällt mir gerade mein Ex-Partner ein. Sehr oft, wenn ich versucht habe ihm zu erklären, dass mich sein Verhalten verletzt oder mir seine Worte weh tun, antwortete er: "Da musst du mal bei dir selbst schauen. Für deine Gedanken und Gefühle kann ich nichts, dafür bist du allein verantwortlich!"

    Das saß und hat mich noch mehr verletzt. Mit diesem Satz kann man seine Mitverantwortung für das, was man mit seinem Verhalten und Worten bei anderen auslöst, immer schön von sich schieben!

    Wie soll da ein gutes Miteinander möglich sein?

    Nebenbei gesagt sind nach meiner Erfahrung und Beobachtung gerade die Menschen, die mit "Mir egal, was andere von mir denken, mich muss niemand mögen" ihre Selbstsicherheit und Unabhängigkeit postulieren und besonders betonen, diejenigen, die unter ihrer inneren Abhängigkeit von der Meinung anderer am meisten leiden. ;-)

  31. Edeltraut schreibt am 12. September 2010 um 11:03

    Hallo, liebe Leute,
    ich möchte dem gern noch etwas hinzufügen: Wenn wir denken, jemand mag uns nicht, dann ist das keine objektive unumstößliche Wahrheit, sondern eben nur eines: unser ganz persönlicher Gedanke. Wir glauben fest daran und finden ihn demzufolge auch jedes Mal bestätigt. Ich schlage ein kleines Experiment vor: Beim nächsten Mal, bei dem sich dieser Gedanke automatisch einstellt, sich bewusst zu machen, dass es "mein" Gedanke ist - und mal auszuprobieren, etwas anderes zu denken. Zum Beispiel: Der mag mich total gern, aber im Moment kann er es gar nicht selbst fühlen und zeigen, weil es ihm nicht gut geht, er sich angegriffen fühlt, sich komische Gedanken über mich macht, die mit mir aber in Wirklichkeit gar nichts zu tun haben. Bei Beibehaltung dieser inneren Haltung wird der andere sich garantiert irgendwann anders verhalten.

  32. Doris schreibt am 12. September 2010 um 11:18

    Bis heute, und all die tollen gedanklich nachvollziehbaren
    Kommentare habe ich mich nie gefragt, ob mich jemand doof
    findet..? Und nun..
    Ich mag mich und ich finde wirklich den ein oder anderen richtig doof..aber nur kurzfristig,auf Grund von Tätigkeiten,nicht wirklich persönlich.
    gehöre mittlerweile zu den Senioren und denke, dass eine gewisse Lebenserfahrung es anzeigt wie der Umgang und die Akzeptanz mit allen Mitmenschen von mir persönlich gehandhabt wird.
    Außerdem führt diese Fragestellung immer zu einem selbst zurück.. Unser Zeitgeist ?

  33. Ulrch Pranskat schreibt am 12. September 2010 um 12:13

    Hallo zusammen,

    bin ich froh das ich nicht verantwortlich bin für mein Gedachtes.Wüsste auch gar nicht wie es gehen sollte.
    Ist es nicht so das plötzlich etwas im Kopf ist, irgend ein Wahnwitziger Gedanke.Einfach so.Wobei ich dann sehr oft drüber NACHDENKEN kann: Wat für ein Quatsch!!!!

    Klar ist es schon wichtig den entsprechenden Filter online laufen zuhaben, nur Gedanken kommen und gehen auch wieder...Gott sei Dank, obwohl ich nicht weiss ob er dafür zuständig ist.

    Genauso find ich es bei mir mit dem mögen...doof finden usw.
    Grundsätzlich wollen wir doch alle gemocht werden, so wie wir sind.
    Bei allem Respekt, derjenigen gegenüber, die denken das es egal sei, was andere über sie denken, glaube ich es nicht, so wirklich.
    Auch wenn ich jemanden nicht so mag, wäre es doch toll wenn dieser mich mag.Wenn ich so drüber nachdenke dürfen alle die mich kennen, gut finden.
    Schlechte Kritik und nicht gemocht zu werden,ist doch doof.

    Über das, sich selbst zu mögen, hab ich auch sehr viel nachgedacht und gelesen.

    Es gibt sehr viele Dinge die mag ich an mir,genauso wie ich vieles nicht an mir mag.

    Wie kann ich mich den rundum mögen, wenn da etwas ist, das ich an mir nicht mag?
    Bei anderen Menschen die ich kenne, passiert es auch so, wenn ich an ihm etwas nicht mag, tja, dieser rutscht auf der Skala nach unten.
    Und kann ich dann etwas tun um es umzukehren?

    Klar könnte ich anders drüber denken, nur will ich es denn auch wirklich?

    Nach meiner Erfahrung, wohl kaum.Warum weiss ich auch nicht,
    es ist einfach so.Es ist ein Gefühl, das sich nicht rationell erklären lässt.

    Glaube mal,das es vielen so geht, bei jedem ist es ein anderes Gefühl.

    Klar könnte ich anders über diesen Menschen denken, er kann ja nichts dafür das ich über ihn so denke, oder nicht mag.Das wäre aber unehrlich und gar nicht AUFRICHTIG.

    So wie es ist finde ich es gut.
    Es zeigt wie individuell wir doch alle sind...da hat die Evolution doch etwas sehr gutes hin bekommen, find ich.

    Euch allen noch eine schöne Woche....Grüße Ulli

  34. Nils schreibt am 12. September 2010 um 12:21

    @Edeltraut

    Sorry, aber mit deinem Posting gehst du wieder einen Schritt zurück.
    Es geht hier und heute darum, dass du damit klarkommen sollst, wenn dich TATSÄCHLICH jemand doof, unattraktiv, unsympathisch oder was auch immer findet. So etwas git es - ich spreche aus Erfahrung.
    Wenn du dich dann damit beruhigst, dass dein Gegenüber es im Grunde gut mit dir meint, stellst du dich dem unangenehmen Gefühl nicht und lernst nicht damit umzugehen.

    Einen schönen Sonntag noch ...

  35. marie schreibt am 12. September 2010 um 13:26

    möchte mich der kritischen haltung von nils im moment vorbehaltlos anschließen, da auch neue wissenschaftlichen erkenntnisse die gefahr belegen, die hinter jenen absoluten o.g. aussagen(ferstl u.ä.) stecken ...... sie gaukeln uns oft eine realität vor, dass wir für die gestaltung unseres glücks/denkens/wohlbefinden selbst verantwortlich sind - alles ist machbar, wenn ich nur will ..... zynisch!warum sollte ich mein denken verändern, wenn nicht in der hoffnung,eine verbesserung/stärkung meiner lebenssituation/seel.befindlichkeit damit zu bewirken, ein "besserer,liebenswerterer mensch"zu werden? eine veränderung des denkens mit hilfe positiver selbstsuggestionen gelingt oft erst wenn ich schon zu mir stehe, also meiner selbst bewußt bin....kann aber eben auch das gegenteil bewirken, also zu einer verschlechterung führen bei menschen, die wenig selbstwert haben ....

  36. Jörg1402 schreibt am 12. September 2010 um 14:38

    Ich möchte an dieser Stelle zu bedenken geben, das wir Menschen soziale Wesen sind und in einer sozialen Struktur leben.
    Ganz so egal ist damit nicht, was die Gemeinschaft über einen selbst denkt.
    Mir selber bin ich sicher keinerlei Erklärungen für meine Taten und Worte schuldig. Der Gesellschaft, in der ich leben sehr wohl, denn ich leben "freiwillig" in deren System und nach deren Regeln.
    Wenn ich also ein Problem mit Gesellschaft hätte und die Gesellschaft mit mir, müsste ich überlegen eben dieses Gesellschaft zu wechseln oder mich zumindest bis auf den kleinsten gemeinsamen Faktor anpassen.

  37. Claudia schreibt am 12. September 2010 um 14:50

    DANKE für diesen sehr passenden Artikel.
    Darüber habe ich die Tage gerade nachgedacht und meine LÖSUNG ist auch MICH ZU MÖGEN !!!
    Ich denke weniger darüber nach ob andere mich mögen und als ich anfing mich zu mögen, fingen mich plötzlich Fremde, Kollegen und Bekannte ganz positiv anzusprechen. Es passierten Dinge, es entstanden Situationen, wo ich dachte ÄH WAS IST DENN JETZT LOS.

    Mit Kollegen oder GEschäftspartnern wende ich immer den TIPP an, zu sagen ICH BIN IN HARMONIE MIT MEINEM GEGENÜBER und all die, die ich voll DOOF fand waren plötzlich normal oder behandelten mich so, wie ich mir wünschte behandelt zu werden.
    Aber immer wenn ich dachte "hoffentlich ist der nicht 'doof' zu mir" dann konnte ich drauf warten, das es DOOF war.
    Soviel zum Thema, wie stark unsere GEdanken das alles beinflussen können.
    IHR wisst ja, wenn wir uns morgens im Spiegel "doof" finden strahlen wir es auch aus.

    In diesem Sinne allen einen nicht doofen Sonntag und Woche und Leben ;-))

  38. Denise schreibt am 12. September 2010 um 15:32

    Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte ...

    von Jorge Luis Borges

    Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
    im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
    Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
    ich würde mich mehr entspannen,
    ich wäre ein bischen verrückter, als ich es gewesen bin,
    ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen,
    ich würde nicht so gesund leben,
    ich würde mehr riskieren,
    würde mehr reisen,
    Sonnenuntergänge betrachten,
    mehr bergsteigen,
    mehr in Flüssen schwimmen.

    Ich war einer dieser klugen Menschen,
    die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
    freilich hatte ich auch Momente der Freude,
    aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
    würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
    Falls du es noch nicht weisst,
    aus diesen besteht nämlich das Leben.
    Nur aus Augenblicken;
    vergiss nicht den jetzigen.

    Wenn ich noch einmal leben könnte,
    würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
    Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
    wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
    Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss,
    dass ich bald sterben werde.

    Ich versuche das Gedicht einmal pro Woche zu lesen, es zeigt mir, was wirklich wichtig ist und wie unwichtig es ist, was andere über mich denken, denn darüber mache ich mir auch viel zu viele Gedanken.

    Viele Grüße,

    Denise

  39. Waldfee schreibt am 12. September 2010 um 18:38

    Hallo,
    ich frage mich oft, woher kommen eigentlich meine Gedanken?
    Ich begegne einem Menschen und blitzschnell sind da Gedanken
    in meinem Kopf. Gedanken, die ich erstmal gar nicht kontrollieren kann, weil sie mich regelrecht überrumpeln.
    Ich habe aber als menschliches Wesen die Möglichkeit, über meine Gedanken nachzudenken.Ich kann selbst entscheiden,
    wie und was ich über diesen Menschen denken will. Ich selbst entscheide nun ganz bewusst durch mein Denken, ob ich Gutes oder Schlechtes sehen will. In dem Moment bin ich für mein Denken und meine Gedanken verantwortlich.

    Zum Nachdenken:
    Ich kann die Welt nicht ändern.
    Was ich ändern kann, ist meine Sicht der Welt.
    Dadurch verändert sie sich.

    In dem Sinne, viele liebevolle Gedanken über uns selbst und über unsere Mitmenschen.

    Waldfee

  40. Ulrike schreibt am 12. September 2010 um 19:16

    @ Nils
    Du argumentierst damit, dass Menschen mit einer Zwangsstörung ihre Gedanken nicht kontrollieren können. Für die allgemeinen Aussagen, die wir hier in den Kommentaren treffen, möchte ich bitten, doch bei den Gesunden zu bleiben und nicht eine krankhafte Ausnahme herbeizuziehen. Wir nicht zwanghaften, haben mit nur wenig Übung die Möglichkeit, aufsteigende Gedanken wahrzunehmen und zu entscheiden, ob wir sie deutlich denken = weiterverfolgen möchten oder ob wir sie uninteressiert einfach durchlaufen lassen wie vorbeisegelnde Wolken. Dazu muss man sich nicht dem Buddhismus zuwenden und auch nichts drüber wissen.

  41. rebekka schreibt am 12. September 2010 um 21:27

    Danke Frau Tania Konnerth

    Es ist wirklich so. Und viel einfacher gesagt wie getan. So viele Porzesse laufen unbewusst ab, bzw. sind Prägungen von weiss ich wann. Aber durch das lesen und durch das Sie es aussprechen/aufschreiben wird es noch klarer. Die Selbstakzeptanz und Selbstliebe ist jedenfalls für mich ein grosses Unterfangen. Ein schöner Ausspruch von (ich glaube) Oscar Wilde, laute: Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer Lebenslangen Romanze! Auf jedenfall hat mich der kurze Text inspiriert und mir bewusst gemacht was ich schon weiss. - Ich bin auf der Spur/Weg und am ausprobieren wie das geht (sich selbst zu lieben/akzeptieren) so genau und auch ungenau weiss ich das nicht wirklich. Aber ich bin auf dem Weg und schliesslich ist der das Ziel!

  42. Cordula schreibt am 12. September 2010 um 22:49

    @denise - super Gedicht!
    Ich hatte da Schwierigkeiten mit dem "andere finden mich doof" und krampfhaft versucht hatte neue FreundInnen zu finden.
    Bis ich dahintergekommen bin das ich mit mir selber rede (keine Selbstgespräche, rein gedankliche Dialoge) und dann auch noch zufälligerweise den Fachbegriff in die Finger bekam "Innerer Dialog".
    Seither mache ich das genüsslich mit wachsender Begeisterung (zum Beispiel bei drögen Haushaltstätigkeiten) und muss feststellen: Ich fühle mich immer besser, ich kann Probleme "durchkauen" und effizient lösen, ich habe Freunde und Freundinnen - seither sogar mehr - ich muss nicht mehr suchen, es ergibt sich einfach so. Meine eigenen inneren Probleme löse ich mit denm inneren Dialog (es gibt viele die dauern richtig lange, andere ruckzuck erledigt).
    Partnerproblemen geht oft auch der innere Dialog voraus, bis ich weiß wo tatsächlich mein Hauptproblem liegt. Und sether kann mir mein pietistischer Nachbar der sich farblich gerade auslebt (ich bin da "leider" Fachmann) mich nicht mehr nerven. Seither amüsiere ich mich über seine Verwirrungen und lach mir eins. Und komme mit meiner Umwelt sehr gelöst zurecht.
    Cool und easy - wie meine Gören das nennen.
    Grüße
    Cordula

  43. anne schreibt am 13. September 2010 um 06:50

    Liebe Tania Konnerth,

    ich folge Ihrem Newsletter schon lange und finde Ihre Gedanken immer inspirierend. Heute waren sie so auf den Punkt, dass ich Ihnen einfach mal danke sagen will. Denn mehr kann ich diesem wunderbaren Text ohnehin nicht hinzufügen.

    Vielen Dank!

  44. Verena schreibt am 13. September 2010 um 08:28

    Die Aussage, wir sind für unser Denken maßgeblich verantwortlich ist schlicht falsch -zumindest so global wie es klingt.

    Nachgewiesen ist mittlerweile, dass die Gehirnchemie maßgeblich unser Denken steuert - oft leider mehr, als uns lieb sein dürfte und bewusst ist.

    Das Bedürfnis, angenommen und akzeptiert zu werden, gehört zu den für den Menschen ursprünglich für die Existenz/das Überleben wichtigen Voraussetzungen. Das Reptiliengehirn sagt uns, dass wir allein nicht überlebensfähig sind (geht ja schon beim Säugling los). Nur wenn sich im Charakter/in der Persönlichkeit (wieviel davon genetisch ist weiß noch keiner) ein gutes Selbstwertgefühl verankert und vllt. noch eine gute Denkfähigkeit da ist, sind wir in der Lage genug Selbstsicherheit zu gewinnen, um uns von diesen automatischen Denkprozessen zumindest teilweise zu lösen.

    Interessante Lektüre zum Denken:
    Thorsten Havener/Dr. med Michael Spitzbart
    Denken Sie nicht an einen Blauen Elefanten
    Die Macht der Gedanken

  45. Verena schreibt am 13. September 2010 um 08:28

    Die Aussage, wir sind für unser Denken maßgeblich verantwortlich ist schlicht falsch -zumindest so global wie es klingt.

    Nachgewiesen ist mittlerweile, dass die Gehirnchemie maßgeblich unser Denken steuert - oft leider mehr, als uns lieb sein dürfte und bewusst ist.

    Das Bedürfnis, angenommen und akzeptiert zu werden, gehört zu den für den Menschen ursprünglich für die Existenz/das Überleben wichtigen Voraussetzungen. Das Reptiliengehirn sagt uns, dass wir allein nicht überlebensfähig sind (geht ja schon beim Säugling los). Nur wenn sich im Charakter/in der Persönlichkeit (wieviel davon genetisch ist weiß noch keiner) ein gutes Selbstwertgefühl verankert und vllt. noch eine gute Denkfähigkeit da ist, sind wir in der Lage genug Selbstsicherheit zu gewinnen, um uns von diesen automatischen Denkprozessen zumindest teilweise zu lösen.

    Interessante Lektüre zum Denken:
    Thorsten Havener/Dr. med Michael Spitzbart
    Denken Sie nicht an einen Blauen Elefanten
    Die Macht der Gedanken

  46. Ralf Senftleben schreibt am 13. September 2010 um 08:38

    Verena, spannend. Dann ist man für seine Gedanken, Instinkte etc. nicht verantwortlich, nur weil sie eher automatisiert ablaufen?

    Ich wars nicht, meine Gehirnchemie / mein Reptiliengehirn war es :-)

  47. Verena schreibt am 13. September 2010 um 09:28

    Ralf, gar nicht verantwortlich ist ebenso falsch wie völlig verantwortlich.
    Aber grundsätzlich stimmt das - und dieser "Behauptung" liegt auch eine krasse Selbsterfahrung zugrunde, die ich gemacht habe beim Ausschleichen von AD.

    Das was wir beeinflussen können, scheint gerade mal soviel zu sein, wie die Spitze eines Eisbergs im Wasser.
    Das Gute ist aber: es ist eben möglich die Prozesse zu beeinflussen. Und damit sind verschiedene Faktoren gemeint; Medikamente oder Drogen sind die einen, die ich selbst meide. Therapien, Umstellen des Bewusstseins, NLP und ähnliches - es gibt eben so viele Variationen, weil Menschen nunmal unterschiedlich sind.

  48. Viktor schreibt am 13. September 2010 um 09:31

    Ich betrachte die Fragen "Was denke ich über andere" und "Andere über mich" hauptsächlich unter dem Aspekt der Reflexion, d.h. mein Umfeld spiegelt mich selbst wieder. Das gilt natürlich auch für mein Umfeld, d.h. da bin ich Teil des Spiegels.
    Praktisch: Immer wen ich mein Umfeld kritisiere oder "doof" finde, ist das auf mich gemünzt und ich versuche es bei mir abzustellen.
    Werft mir mein Umfeld etwas vor, dann löse ich beim anderen etwas aus, was er eigentlich an sich kritisiert! D.h. mit jedem Vorwurf gibt das Gegenüber hauptsächlich etwas über sich preis und nicht über mich (Natürlich ist da was an mir, das die Aussage beim Gegenüber auslöst)!
    Seit dem ich das so sehe, ist das Leben leichter und ich kann mit Vorwürfen und sogar Schimpfwörtern entspannt umgehen.
    G Viktor

  49. Ramadara schreibt am 13. September 2010 um 12:07

    Einre
    und wie macht man das, wenn diese Person die "Schwiegermutter" ist und unten mit im Haus wohnt?
    Theoretisch klar aber leicht umzusetzten leider nicht.
    Ha, ich hab da aber eine Idee was Besserung verschaffen kann. Dann bin ich fast schon auf dem richtigen Weg.

  50. Efro schreibt am 13. September 2010 um 12:55

    Unterscheiden: 'mögen' und 'lieben' (to like - to love). Der Liedermacher Wolf Biermann erzählte einmal von einem Gespräch mit einem Israeli, der über sein Land sagte: "I don't like Israel, but I love it". Das heißt für mich in Bezug auf einen Menschen, dass ich zu ihm 'JA' sage - ihn l i e b e - obwohl ich manches an ihm g a r n i c h t mag.
    Am Schwersten finde ich das bei mir selbst: Wie oft hadere ich mit mir selber, klage mich an, mache mich nieder - so, wie ich es keinem anderen Menschen erlauben würde. Aber wenn ich mich selber ablehne, indem ich radikal 'NEIN' zu mir sage, kann ich auch meine Mitmenschen nicht leiden.
    Es lässt sich meiner Erfahrung nach nicht trennen: sich/mich akzeptieren und bejahen als einen Lernenden, der noch 1000x Murks und Fehler machen wird, aber der zumindest die Chance hat, daraus zu lernen und zu versuchen, es das nächste Mal (etwas?) besser zu machen.
    Vielleicht geht das in dieselbe richtung wie die Aufforderung von Jesus, man solle seine Feinde lieben?
    Efro

  51. Alice schreibt am 13. September 2010 um 14:41

    Hallo!

    Mich dürfen ab heute alle doof finden, die nicht zu "Empathie" bzw. zu "emotionaler Intelligenz" fähig sind.

    Viele Grüße
    Alice

  52. Sonja C. schreibt am 13. September 2010 um 15:15

    Obwohl schon im vorgeschrittenen Alter danke ich es meinen Eltern (die aus sehr einfachen Verhältnissen kamen), dass sie mich mit soviel Selbstwertgefühl erzogen haben. Wir waren immer wichtig und auch gut. Es ist für mich total unwichtig, was andere über mich denken, mit ganz wenigen Ausnahmen, Menschen, die in meinem Leben wichtig und für mich Vorbilder sind.
    Danke für den tollen Artikel, werde ihn an einige Freunde weiterleiten, denn das ist ein ganz grosses Problem in der heutigen Zeit.

  53. Edeltraut schreibt am 13. September 2010 um 16:03

    @ Nils und alle, die es interessiert :-)

    Das Thema Gedanken ist ein sehr komplexes. Hier scheiden sich die Geister wohl daran, ob wir unser Denken beeinflussen können oder nicht. Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass wir, ja ausschließlich wir, unsere Gedanken bestimmen können. Wir sind vollkommen frei in unserer Entscheidung, was wir denken. Nun haben wir Gedanken, an die wir uns gewöhnt haben und die natürlich automatisch in uns aufsteigen, wenn bestimmte "Knöpfe" gedrückt werden. Ich sehe es auch so, dass die meisten Menschen sich schwer damit tun, ihre Gedanken absichtlich auszuwählen. Und die Menschen, die daran glauben, dass sie dies gar nicht können, die können es auch nicht - weil sie denken, dass sie es nicht können. Ich denke, dass ich das kann und tue es mit wachsendem Erfolg und Vergnügen - denn meine Erfahrungen passen sich langsam aber sicher meinen Gedanken an :-).

    Solange ich das Umgekehrte glaubte (und dachte), fühlte und war ich dem ausgeliefert, was äußerlich passierte und dem, was andere von mir hielten. Ich möchte niemandem raten, schlechte Gefühle nicht wahrnehmen zu wollen, denn diese weisen uns darauf hin, dass wir Gedanken denken, die nicht mit unserer eigentlichen inneren Wahrheit übereinstimmen. Ich nehme mir die Freiheit und schaue dahinter, wenn mir jemand mit Negativität entgegentritt. Und wenn ich das tue, sehe ich immer einen Menschen, der mit sich selbst im Ungleichgewicht ist, in Disharmonie, einen Menschen, der über sich selbst nicht positiv denkt und der Kummer hat. Einen Menschen, der nicht erkennt, dass der einzige Grund, weshalb er Kummer hat, seine eigenen negativen Gedanken sind. Mit mir hat seine Negativität also gar nichts zu tun. Wie könnte es auch, wo doch nur allein dieser Mensch die macht darüber hat, wie er sich fühlt und wie er anderen gegenüber fühlt. Es ist interessanterweise wissenschaftlich erwiesen, dass unser Unterbewusstsein nicht erkennen kann, ob sein Besitzer gerade über sich selbst oder über einen anderen Menschen negativ denkt oder spricht.

    Probier's doch einfach mal aus: Denke schlecht über jemanden und achte darauf, wie du dich fühlst. Wähle dann einen positiven Gedanken und achte auch auf deine Gefühle.

    Zu diesen Themen gibt es unglaublich viele und gute Literatur. Meine Empfehlung ist an dieser Stelle das Buch "The Law Of Attraction - Liebe" (gibt es in Deutsch) von Esther und Jerry Hicks

    Liebe Grüße und noch einen schönen Montag!
    Edeltraut

  54. movie schreibt am 13. September 2010 um 18:09

    Wieder einmal danke für ein ausgesprochen wichtiges und intensives Kapitel - gemocht/geliebt werden versus Selbstliebe, obwohl es keinesfalls im Gegensatz steht, wie in den meisten Kommentaren bereits erwähnt.
    Wenn man wie ich in frühester Kinderzeit schon gelernt hatte, nicht liebenswert zu sein, ist der Weg zur Selbstannahme, der Selbstakzeptanz, Eigenliebe und schließlich dem Selbstvertrauen ein langer und von Selbstzweifeln geprägter. Jede über mich getätigte Äußerung war elementar für mein Wohlergehen. Ich definierte mich fast ausschließlich über meine Mitmenschen. Immer wieder glaubte ich den anderen und ihrer Meinung, ihrem Urteil über mich mehr als mir selbst und es bedurfte enorm vieler Jahre, bis ich mir immer öfter und auch aus Überzeugung sagen konnte, dass ich mich liebe, zu mir stehe. Wie oft habe ich um Anerkennung und das Gefühl des Angenommenseins gebuhlt, dies oftmals unbewusst manipuliert durch entsprechendes Verhalten oder provoziert durch Einfordern, nur, um mich über die möglicherweise danach von außen erfolgte Zuwenung selbst annehmen und mögen zu können. Das auf diese Weise erhaltene Gefühl hielt auch nicht lange vor, denn ich konnte nichts wirklich davon verinnerlichen, zweifelte bald wieder und stellte die Worte der Zuneigung in Frage, fühlte mich anschließend nach wie vor ungeliebt. Erst, als meine Mutter kurz vor ihrem Tod, weshalb auch immer, die Zauberworte aussprach: "Schön, dass es dich gibt", fühlte ich mich auf diesem Planeten willkommen. Seitdem ist etwas in mir gewachsen, kann ich wachsen. Ich bin dankbar, dass ich endlich diese Schritte tun kann, die mich frei machen von der Abhängigkeit der Einschätzung anderer, mich an meinen täglichen Fortschritten erfreuen und meine Fehler nicht als gänzliches Versagen erleben lassen. Wie auch Viktor erkenne ich zunehmends, dass unqualifizierte Kritik an meiner Person zumeist ein Spiegel anderer ist, die in mir ihr eigens Fehlverhalten bekämpfen. Ich überprüfe jetzt, ob das, was ich tue, gut für mich ist, und nicht mehr, wie andere das werten könnten, vergleiche nicht mehr.
    Ich denke aufgrund meiner Erfahrung, dass sich jeder auf dieser Welt willkommen fühlen darf, gleichgültig, ob anderen das passt oder nicht. Meine Aufgabe ist es nicht, nach anderer Leute Fasson zu leben, sondern ich bin für mein Glücklichsein verantwortlich und auch nicht für, sondern nur gegenüber den anderen. Und diese Selbstbestimmung lasse ich mir nicht mehr nehmen, auch wenn andere das doof finden...
    Monika

  55. Melanie schreibt am 14. September 2010 um 13:20

    Zum Thema Gedanken:
    Ich sehe das ähnlich wie Verena. Man ist nicht völlig verantwortlich für seine Gedanken. Oft springen mir Sätze in den Kopf oder Kommentare, die ich bestimmt nicht selber denken würde. Oft grüble ich dann darüber ob ich das wirklich so denke oder empfinde (und das meine ich nicht im "Stimmen hören"-Sinne).
    Grundsätzlich denke ich, dass Gedanken von Instinkten und äußeren Einflüssen stammen können aber natürlich auch von uns selbst. Was wir aus dem Gedanken machen ist eine ganz andere sache. Wenn ich denke "Dem könnt ich jetzt rechts und links eine um die Ohren hauen!", würde ich das garantiert nicht machen, nur weil ich es denke ;)
    Ich beobachte das in Streß-Momenten, man sagt Dinge, die man mit wachem Verstand nicht sagen würde zb.
    Soviel zu Gedanken und Taten.
    Viele Grüße,
    Melanie

  56. Dagmar schreibt am 14. September 2010 um 14:16

    Hallo und einen schönen Tag. Sehr interessante Sichtweise, aber mir ist es letztendlich egal, was andere Menschen von mir denken. Okay, vielleicht mache ich bei meinem Mann eine Ausnahme. Aber sonst? Bin ich auf der Welt um anderen Menschen zu gefallen und Beifall zu bekommen? Nein. Kritik oder seltsame Blicke meiner Mitmenschen nehme ich zur Kenntnis. Sollte die Kritik - aus MEINER Sicht - berechtigt sein, stelle ich ggfs. mein Handeln um. Ansonsten geht sie völlig unbeachtet an mir vorbei. Diese Einstellung hält psychisch gesund. Die Anzahl der Freunde und Bekannten ist allerdings auch begrenzt....

  57. finuala schreibt am 14. September 2010 um 16:07

    als ich den kommentar von movie gelesen habe, mußte ich weinen...
    ich wünschte meine eltern hätten jemals irgendwann auch nur etwas ähnliches zu mir gesagt.....
    ich habe fast 45 Jahre um ihre anerkenung und liebe gekämpft - aber jetzt kann und will ich nicht mehr - aber es geht mir deshalb nicht besser....

  58. Martina schreibt am 14. September 2010 um 21:53

    auch an Edeltraud:

    Der alltägliche Wahnsinn verläuft manchmal so schnell, dass es schwierig ist seine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle schnell zu sortieren und entsprechend schnell neues Denken in alte Muster einfließen zu lassen, auch wenn man´s noch so gern möchte. Ich verstehe, was Du meinst, wenn Du sagst, dass sich Deine Erfahrungen langsam aber sicher Deinen Gedanken anpassen. Es ist eine Frage der Einstellung, der Persönlichkeitsentwicklung, ein Ergebnis seiner Begegnungen im Leben, die einen geprägt und evtl. neugierig und offen für Veränderungen gemacht haben und ob man überhaupt echtes Interesse daran entwickelt, wie es Anderen geht und welche Bedeutung sie im Zusammenhang mit Dir einem im Leben haben. Und ob es einem grundsätzlich wichtig ist zu hinterfragen, ob nicht jede erlebte (und auch nicht erlebte Begegnung) ein permanenter Spiegel für einen selbst ist.

    (Zu den wissenschaftlichen Erkenntissen möchte ich sagen: Die sind heute so und morgen so - kommt immer auf das Interesse der Absender bzw. Auftrag- und Geldgeber an. Ich finde nicht, dass es sich besonders lohnt sich davon tiefgreifend beeindrucken zu lassen.)

    Ob es mich bedrückt oder erfreut, wenn mich jemand mag oder nicht, kommt bei mir darauf an, ob ich gerade ein gutes oder schlechtes Gefühl zu mir habe. An einem weniger guten Tag kann mich das ankratzen und verunsichern, an einem richtig guten Tag nicht. Bei mir ist es also grundsätzlich eher stimmungsabhängig. Ich merke immer wieder, dass das ganz nah was mit mir da drin zu tun haben muss, mit dem, was ich in mir trage und entsprechend aussende.

    Ich merke beim Schreiben, dass das alles gar nicht so eindeutig ist, ich habe viel gelöscht, versucht es noch deutlicher zu denken und zu formulieren, doch noch einen anderen, auch interessanten Ansatz zu integrieren... es ist mir nicht möglich alles unter einen Hut zu bekommen. Es ist mir so unmöglich wie die Tatsache, dass mich jeder mögen kann, ich jeden mögen kann. Viele unterschiedliche Wellen, auf denen wir unterwegs sind, macht doch die Vielfältigkeit aus. Es kreist in meinem Kopf, Anstöße, die mir wieder mehr klar machen, dass ich es weder mir noch anderen ständig Recht machen kann - wieso auch? Ich denke, dass wenn man seinen festen Platz neben anderen Menschen im Leben hat und dies mit ihnen teilen kann und man nicht ständig auf der Suche nach Anerkennung, Zuwendung und Geborgenheit sein muss (soll heißen ein Zuhause hat), kann man besser damit umgehen, wenn man mal nicht gemocht wird.

    Jedenfalls Danke für dieses Thema - ein unerschöpfliches und allzu menschliches.

  59. Irene schreibt am 16. September 2010 um 10:19

    Ich möchte zum Thema Gedankensteuerung etwas sagen. Ich bin Mentaltrainerin und kann nur bestätigen, dass wir sehr wohl einen Einfluss auf unsere Gedanken ausüben können. Das unterscheidet uns ja maßgeblich von den Tieren, dass wir bewusst denken können. Wir haben aber innere Programme, die sich im Laufe unseres Lebens "festfahren". Erfahrungen, Erziehung, Einstellungen prägen unser Denken und dieses Programm läuft dann natürlich auch unbewusst ab und trifft uns wie der Blitz. Für eine schnelle Reaktion, für Routinehandlungen für automatisierte Bewegungen usw. sind solche inneren Programme sehr wichtig. Sie können uns jedoch bei manchen Handlungen, zwischenmenschlichen Beziehungen oder Tätigkeiten enorm behindern, wenn sie uns etwas "vorgaukeln". Und dazu gehört auch "denen stehe ich sowieso nicht zum Gesicht!" Wir sind keine Hellseher und daher können wir nie wissen, was jemand denkt oder wie etwas ausgehen wird.
    Die bewusste Gedankenkontrolle ist eine tolle Sache und das soll auf keinen Fall heißen, ich werde zum Roboter. Speziell was Ängste, Phobien und den Stress betrifft, dahinter stecken Gedanken, die diese Ängste auslösen. Denn nicht die Situation ängstigt, sondern es sind die Gefühle/Gedanken, wie ich darüber urteile. Sonst wäre es ja nicht möglich, dass manche Menschen auf einen Berg gehen und sich wohlfühlen und andere (Höhenangst) diesen gleichen Berg niemals besteigen würden. Nicht der Berg ist der Schuldige, sondern nur die Gedanken, die dieses Verhalten verursachen. Würde ich jetzt noch in die Tiefe gehen, müsste ich sagen, dass hinter diesen speziellen Gedanken noch viele andere Probleme stecken könnten. Ich weiß aus meiner praktischen Arbeit, dass es sich dann gar nicht um Höhenangst handelt, sondern andere Ängste dieses Verhalten hervorrufen.
    Gedanken/Gefühle sind ein hochinteressantes Thema und vor allem wenn man erkennt, wie man sich mit den richtigen Techniken vieles erleichtern kann - auch das Thema "Was denken die anderen über mich!", gehört dazu. Denn wenn ich auf das sehr großen WErt lege, steckt meist ein schwaches Selbstbewusstsein dahinter. Und somit genügt es nicht NUR zu denken "Die sollen mich ....", sondern da ist es zusätzlich wichtig wirklich dort anzusetzen, woher dieses Gefühle/diese Gedanken eigentlich wirklich kommen. Man sagt das sind die "verdeckten Ängste", die einem nicht wirklich bewusst sind. "Richtig denken" genügt daher leider meist nicht, aber es ist eine tolle Basis.
    Und bei allen Tipps, die man bekommt, gilt immer die selbe Faustregel "Nur Übung macht den Meister!" Es gibt keine Wunder, es gibt kein "von heute auf morgen", das wollen leider die meisten Menschen nicht wirklich einsehen.
    Training - Training - Training, das führt zu dauerhaften Veränderungen und zum Erfolg.

  60. TOM schreibt am 16. September 2010 um 17:31

    Es hat Jahrzehnte gedauert bis ich erkennen und erfahren durfte, dass mich nicht jeder Mensch auf diesem Planeten mögen kann und muss. Zuvor habe ich mich darum bemüht und mich selbst verbogen bis es nicht mehr ging. Ärger geschluckt, weil ich ja gemocht werden wollte.
    Schließlich wurde der innerliche Druck so groß, dass eine Veränderung geschehen musste.
    Mir ging es ähnlich wie movie.
    Seit ich meinen Selbstwert erkannt habe und nach der Formel lebe, dass mich jeder mögen kann, aber nicht muss, lebe ich viel leichter.
    Und auch mit den Freunden ist das so: weniger ist oft mehr....

  61. fumante schreibt am 16. September 2010 um 20:06

    Ich habe einen Kollegen, von dem ich sicher weiss, dass er mich doof findet. ich habe ihn auch schon darauf angesprochen, und er hat es dementiert. allerdings grüsst er mich nicht und ignoriert mich, wo es nur geht bzw. nicht auffällt. ich könnte mir nicht vorstellen, mit ihm in einer abteilung zu arbeiten. beim lesen dieses artikels ist mir wieder klarer geworden, dass ich auch nicht mag (unabhängig von seiner haltung) bzw. zumindest zu ihm überhaupt keinen draht habe. Der Fall ist klar, er braucht mich nicht nett zu finden, ich versuche dass zu akzeptieren - ich werde ihn auch nie besonders anziehend finden, wie es schon immer war.
    viele Gruesse, fumante

  62. Meli schreibt am 16. September 2010 um 23:56

    Menschen, die mir unwichtig sind, dürfen mich gerne doof finden. Manchmal braucht man aber sein Gegenüber als Verbündeten und dann ist es eben nicht mehr so ganz egal, was er über mich denkt. In der letzten Zeit habe ich gelernt, gezielt und mit Respekt meine Dinge durchzusetzen. Ich muß ja nicht jeden als meinen Feind sehen. Aber das gelingt halt nicht immer. Die Tagesform entscheidet da schonmal und reißt mir das Ruder aus den Händen. Deshalb, übe ich immer wieder und es gibt noch viel zutun.

  63. movie schreibt am 17. September 2010 um 08:27

    Noch einmal bin ich auf die Side mit unseren Kommentaren gegangen, das Thema beschäftigt mich auch noch immer.
    Als ich den Beitrag von Finuala gelesen habe, hatte ich mir vorgestellt, ich könnte ihr gegenüber sitzen und sagen, dass ich ihre Gefühle sehr gut nachempfinden kann. Und ihr vorschlagen, sie könnte sich vielleicht "Desiderata" aus dem Internet holen. Diese Worte haben mir in der Zeit, als ich mich noch wahrscheinlich ähnlich gefühlt habe, den ungestillten, überaus elementaren Wunsch nach Zuwendung, Aufmerksamkeit, Angenommen-werden und Liebe seitens meiner Mutter hatte (meine Eltern sind seit ich 4 Jahre alt war, geschieden), irgendwann dachte, es wäre jetzt damit genug und das alles auch nicht mehr wollte - viel Kraft und Zuversicht gegeben. Und noch immer hängt eingerahmt dieser wunderbare Text gut sichtbar an der Wand, falls Trauer überkommt. Und nicht wenige meiner Besucher werden beim Lesen nachdenklich und auch positiv erfüllt.
    Es sind u.a. diese Zeilen daraus, die genau das sagen, was da gut tut:
    ...Du bist ein Kind des Universums,
    nicht geringer als die Bäume und Sterne.
    Du hast ein Recht, hier zu sein.

    Alles Liebe

  64. Felicitas schreibt am 19. September 2010 um 07:26

    Ich habe die vielen interessanten Beiträge mit großem Interesse gelesen. In allen steckt viel Wahrheit.
    Ich bin der Ansicht, dass wir tatsächlich nicht verantwortlich für unsere Gedanken sind und auch nicht sein müssen. Unsere Gedanken werden oft aus dem Unterbewustsein geschaffen. Da ich mein Unbewusstes aber nicht steuern kann - weil es ist ja unbewusst - bin ich auch nicht verantwortlich für die daraus entstehenden Gedanken. Was ich aber fördern kann ist meine Wahrnehmungsfähigkeit. Ich kann lernen meine Gedanken wahrzunehmen und zu erkennen, ob sie mir gut tun oder nicht. Und dann kann ich meine Bewertung der Gedanken steuern. Hier kann ich entscheiden, ob das jetzt schlimm ist oder nicht.
    Wenn ich den Gedanken habe. "Da kann mich jemand nicht leiden", dann kann ich mich entscheiden, ob ich dass schlimm finde oder nicht. Wenn nicht, dann geh ich meiner Wege und wenn ja, dann versuche ich herauszufinden warum.
    Wenn mich jemand nicht mag, den ich mag, dann tut das weh, aber ich habe akzeptiert, dass ich auch dann Menschen mögen darf, wenn sie mich nicht mögen. Ich liebe die Sonne den Wind und das Meer ja auch, ohne gegenliebe zu bekommen. Ich freue mich einfach daran. Und ich habe auch festgestellt, dass Menschen mich respektieren und achten, wenn ich sie sein lasse wie sie sind. Mir fallen nicht viele Menschen ein, die mich nicht mögen. Den meisten bin ich einfach gleichgültig, oder sie ärgern sich phasenweise über mich und das ist völlig ok, das geht mir genau so.

    Einen wunderschönen Sonntag für Euch alle!

    Felicitas

  65. Soheila schreibt am 20. September 2010 um 07:10

    Guten Morgen,

    gute Frage. Ich bin voll und ganz davon überzeugt, wenn ich mir erlaube, so zu sein, wie ich es bin, mich nach meinen Werten im Leben orientiere und authentisch handele, und wenn ich mich selbst akzeptiere, werde ich meine Umwelt im Rahmen meiner Möglichkeiten selbst bestimmen.

    "Werde der du bist." Goethe Also nicht der, der die anderen wollen.

    Soheila wünscht allen schönen Tag

  66. wachstumTrotzAllem schreibt am 3. Oktober 2010 um 18:01

    @ edda: Ich habe erst vor kurzem festgestellt, dass ich mich selbst sehr anspruchsvoll bewerte und deshalb auch immer Mühe habe, wenn mich jemand doof findet. Ausserdem habe ich festgestellt, dass ich mich immer so verkrampft "richtig" verhalte, dass ich denke, die anderen müssten sich auch immer perfekt verhalten. Das Schlimmste: Zuweilen kommt das arrogant rüber, ohne dass ich es merke, weil ich doch genau der alle und alles liebende "Sonnenschein für alle" sein möchte. Niemandem was zuleide tun, gute Arbeit abliefern, Familie zusammenhalten, da sein wenn jemand ein Problem hat... Das alles ergibt eine gute Sozialkompetenz, was immer hilfreich ist, aber ich habe es übertrieben. Und es ist gar nicht leicht, da raus zu kommen. Mit zunehmender Erfahrung ist es mir nun auch egaler (immerhin), wenn mich auch wichtige Personen nicht mögen.

    Kurz: sei nicht so streng mit dir, wer ist schon so perfekt wie du gern sein möchtest?!?! Na also, das heisst: du bist schon ok so, wie du bist! Diese Barmherzigkeit für andere und auch für mich selbst war mein Schlüssel, um diese ganze Anstrengung abzuschalten. Man ist gleich ein ganzes Stück liebenswerter, wenn man einfach locker so ist, wie man ist.

    Dass der Grundstein dazu manchmal fehlt (Mutterliebe) und nachher hart erarbeitet werden muss, ist leider so, jeder trägt sein eigenens Kreuz. Aber jeder TRÄGT ein Kreuz, auch wenn es bei manchen nicht sofort ersichtlich ist.......

  67. Nora schreibt am 4. Oktober 2010 um 12:57

    "Wer jedermanns Freund sein will, ist am Ende jedermanns Depp" sagte ein kluger Mann dereinst und so ist es auch in der Realität.
    Man kann nicht von jedermann gemocht werden, ebenso, wie man jederman mögen kann.
    Wichtig ist am Ende, dass man sich selber mag und seinem eigenen Urteil auch vertraut. Und jemanden nicht zu mögen, bedeutet am Ende nicht, unhöflich sein zu müssen - im privaten wie auch im beruflichen Kontext.

  68. Nora schreibt am 4. Oktober 2010 um 12:58

    "Wer jedermanns Freund sein will, ist am Ende jedermanns Depp" sagte ein kluger Mann dereinst und so ist es auch in der Realität.
    Man kann nicht von jedermann gemocht werden, ebenso, wie man jederman mögen kann.
    Wichtig ist am Ende, dass man sich selber mag und seinem eigenen Urteil auch vertraut. Und jemanden nicht zu mögen, bedeutet am Ende nicht, unhöflich sein zu müssen - im privaten wie auch im beruflichen Kontext.